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Kolumne
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Funny Money: Wenn’s um Bitcoin geht, Sparkasse!

Die Sparkasse hat konkrete Pläne für Bitcoin und Co – Kryptowährungen sollen eine neue Kategorie in der hauseigenen Produktmatrix werden. Wie das für Sparkassen und andere Banken funktionieren kann, erklärt unser „Funny Money“-Kolumnist.

Von Roman Keßler
2 Min. Lesezeit
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Bald sollen Berater:innen in Filialen von Sparkassen und anderen Banken zu Anlagen in Bitcoin und Ethereum beraten. (Foto: Shutterstock/Wirestock Creators)

Falls jemand den Kalender markieren möchte: In dieser Woche wurde klar, dass Deutschlands Bankinstitute im Jahr 2022 der breiten Masse vor allem Anlagen in Bitcoin und Ethereum, den Platzhirschen auf dem Kryptowährungsmarkt, anbieten werden.

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Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. Tatsächlich fürchten bereits viele Kommentator:innen, dass vor allem Opis und Omis wieder um ihr Geld gebracht werden sollen. Dabei hat Deutschland längst eins der härtesten Krypto-Regulierungsregime der Welt. Aber das schützt auch nicht vor Skandalen á la Wirecard.

Volkswirte: Kryptowährungen sind amputiertes Geld

Wer da jetzt eine neue Liebe zu Bitcoin und anderen Kryptowährungen entdeckt hat, scheint eher gezwungen werden zu müssen. Der Eindruck entsteht zumindest bei der Lektüre des „Standpunkt zu Kryptowährungen“, den die neun Chefvolkswirt:innen der Sparkassen-Gruppe im November zu Bitcoin und Ethereum vorlegten. Sie zogen folgendes Fazit: „Den Geldstatus haben diese ‚Kryptowährungen‘ nicht erreicht. Es handelt sich gleichsam um amputiertes Geld, da die Geldfunktionen so gut wie nicht erfüllt werden.“

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Übersetzt bedeutet das: Auch Sparkassen dürfen ihren 50 Millionen Kund:innen Bitcoin und Co zur Anlage empfehlen, ohne dem Euro illegale Konkurrenz zu machen.

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Ein kleiner Schritt für Bitcoin …

Die deutschen Sparkassen wollen darüber Anfang des Jahres 2022 abstimmen. Daran hängen 50 Millionen potentielle Kund:innen. Auch die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken und die teil-staatliche Commerzbank bestätigten solche Pläne. Ohne grünes Licht aus Berlin undenkbar. Schließlich verteilt und prüft die Bundesaufsicht für Finanzanlagen (Bafin) die nötigen Krypto-Lizenzen an etablierte Institute schon seit die Gesetzeslage Anfang 2021 eindeutig wurde.

Den Bitcoin-Kurs – obwohl sonst ja doch sensibel für Fantasien in neuen Märkten – ließ die trockene News aus Deutschland unbeeindruckt: Er geisterte weiter seitwärts. Denn der Bitcoin-Kurs ist auch deshalb so hoch, weil die Hodler:innen die schrittweise Öffnung der Märkte, wie nun bei uns, längst eingepreist hat.

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… und ein großer Schritt für die Banken

Für große Institute hat eine Aufholjagd begonnen. Sie müssen sich in der Beratung, rechtlich, technisch und geistig völlig neu ausrichten. Das wird teuer und lange dauern.

Hinzu kommt die interne Politik: Die Idee, Bitcoin und Ethereum in allen 370 deutschen Sparkassen-Instituten anzubieten, muss im Frühjahr erst noch viele Gremien passieren. Bis Kryptowährungen schließlich in jeder der 12.000 Geschäftsstellen ankommen, fließt noch viel Wasser den Main hinunter. Doch da sind die Sparkassen nicht allein.

Im gelebten Bankalltag führen Kryptowährungen stets zu Problemen auf Anwender:innen-Seite. Denn Gewinne aus Bitcoin-Spekulationen etwa nimmt gar nicht jede Bank an. Zudem werden immer wieder Überweisungen nicht ausgeführt oder Konten tagelang blockiert. Software-Lösungen für automatische Geldwäsche-Screenings fehlen zurzeit fast überall.

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Nachfrage ist bereits vorhanden

Wie Sparkassen-Erhebungen zeigen, interessieren sich sieben Prozent der Anleger:innen für Krypto-Währungen und drei Prozent besitzen sie bereits. Bei der deutschen Kundschaft ergibt das schon heute ein Potenzial von rund 3,5 Millionen Anleger:innen. Erschwerend kommt aus Sparkassen-Sicht hinzu: Viele der mehr als 1,5 Millionen Erstanwender:innen haben schon längst ein Zweitkonto bei vergleichbaren Anbietern wie der Berliner Nuri-Bank oder der Münchner Fidor Bank, die mit der Kryptobörse Kraken kooperiert.

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