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gChips: Google will eigene Prozessor-Entwicklung ausbauen

Pixel 3 mit Googles eigenem KI- und Sicherheitschip. (Foto: t3n.de)

Google will sich im Bereich der Prozessorentwicklung weiter von den großen Chipschmieden wie Qualcomm und Intel lösen. Bis Ende des Jahres soll das neue „Gchip“-Team auf 80 Mitarbeiter angewachsen sein.

Google hat laut der Nachrichtenagentur Reuters damit begonnen, in Bengaluru, Indien, ein eigenes Entwicklerteam für Prozessoren aufzubauen. Bisher umfasse es 16 Experten, die zuvor bei bekannten Chipschmieden wie Intel, Qualcomm, Nvidia und Broadcom tätig waren. Vier Recruiter seien damit betraut, weitere Talente zu finden.

Gchips: Google will offenbar unabhängiger von den Chipherstellern werden

Bis Ende des Jahres soll das Chip-Team auf bis zu 80 Mitarbeiter wachsen, so eine Führungskraft zu Reuters. Mit der Erweiterung seiner neuen „Gchip“-Unit verfolgt Google die gleichen Ambitionen wie Apple, Microsoft und Facebook, sich von den alteingesessenen Chipherstellern wie Intel und Qualcomm unabhängiger machen wollen. Die eigene Entwicklung von Chips könnte zum einen Kosten sparen, andererseits dürfte Google mehr Freiheiten bei der Produktentwicklung erhalten. Durch eine eigene Chipentwicklung könnten Hard- und Software viel feiner aufeinander abgestimmt werden.

Google Home Hub. (Bild: Google)

Googles Smarthome-Hardware könnte neben Smartphones und Servern auch von eigenen „Gchips“ profitieren. (Bild: Google)

Angesichts dessen, dass Google mittlerweile zum Hardware-Hersteller aufgestiegen ist, könnten eigene Chips sowohl in den Pixel-Smartphones und Servern, als auch in den Smart-Speakern und anderen Produkten wie etwa den Nest-Sicherheitskameras des Konzerns verbaut werden.

Google „Gchips“: Hard- und Software können besser aufeinander abgestimmt werden

Die großen Player wie Apple und Google entwickeln ihre eigenen Chips. Hier: Apples erster selbstentwickelter A4-Prozessor. (Bild: Apple)

Bestes Beispiel für den Erfolg eigener Chipentwicklung ist Apple, das seit dem A4-Chip seine Prozessoren für iPhones und iPads selbst baut. Das Resultat ist bekannt: Hard- und Software sind nahezu nahtlos aufeinander abgestimmt, sodass sie verhältnismäßig wenig Energie verbrauchen und das System flüssig und ruckelfrei funktioniert. Apple entwickelt mittlerweile nicht nur Prozessoren für iPhones, sondern Sicherheits- und Steuerungschips für Macs, Kopfhörer und mehr. Berichte besagen, dass Apple sogar an eigenen Modems für iPhones werkelt, um sie nicht mehr von Intel oder Qualcomm beziehen zu müssen.

Laut Jim McGregor, Analyst bei Tirias Research, ist die Wahl des Standorts Bengaluru für Googles Chipentwicklungsteam wenig überraschend. Denn er besitze eine lange Tradition in Sachen Chipherstellung – hier seien Spezialisten leicht zu finden.

Googles Sicherheitschips Titan und Titan M (rechts). (Foto: Google)

Googles Sicherheitschips Titan und Titan M (rechts). (Foto: Google)

Google ist kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Prozessorentwicklung. Seit Jahren baut der Konzern Tensor-Processing-Units für Machine-Learning-Aufgaben selbst. Auch in den eigenen Pixel-Smartphones steckt ein selbstentwickelter Pixel-Visual-Core, der unter anderem für eine schnellere Bildverarbeitung sorgen soll. Im Pixel 3 steckt mit dem Titan M zudem ein selbstentwickelter Sicherheitschip, mit dem das Gerät stärker abgesichert wird.

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