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Huawei Matebook 13 im Test: Schön, kompakt und erschwinglich

Huawei Matebook 13. (Foto: t3n)

Huawei setzt seine Notebook-Ambitionen weiter fort. Nach dem gelungenen 2018er Matebook X Pro bringt der Technikriese sein etwas günstigeres Matebook 13 nach Deutschland. Wir haben es ausprobiert.

Mit dem Matebook 13 hat Huawei ein Windows-10-Notebook für um die 1.000 Euro im Angebot, das sich rein optisch mit dem Macbook Air oder Pro messen muss. Es ist dank seiner schmalen Ränder um das 13,3-Zoll-Display verhältnismäßig kompakt. Wie das Matebook X Pro und Apples Macbooks besteht das hochwertig verarbeitete Gehäuse aus robustem Aluminium, dessen Farbgebung an das Space Grau aus dem Hause Apple erinnert. In Huaweis Portfolio ist das neue Modell zwischen dem Matebook D und dem X Pro verortet.

Im Vergleich mit dem Matebook X Pro (Test), das in unserem Test im letzten Jahr sehr gut abgeschnitten hatte, ist es etwas kleiner und hat die Webcam an der richtigen Stelle. Wir erinnern uns: Die Webcam des X Pro ist unter einer Funktionstaste im Keyboard versteckt, sodass eure Chatpartner euch aus der Froschperspektive sehen. Im Vergleich zum teureren X-Pro-Modell gibt es ein paar Abstriche zu verzeichnen. Was bekommt man für 999 respektive 1.199 Euro?

Hinweis: Uns liegt zum Test das größere Modell mit Core-i7-Prozessor, acht Gigabyte RAM und 512-Gigabyte-SSD-Speicher vor.

Huawei Matebook 13: 13-Zöller ist kleiner als ein DIN-A4-Blatt

Huawei konnte sein Matebook 13 mit 286 x 211 x 14,9 Millimetern noch kompakter als das X Pro mit seinen Abmessungen von 304 x 217 x 14,6 Millimetern bauen, weil das Display eine Bilddiagonale von nur 13,3 Zoll anstelle von 13,9 Zoll besitzt. Ferner befinden sich die Lautsprecher nicht links und rechts neben der Tastatur, sondern sind nach unten gerichtet. Dennoch ist der Klang recht gut, wenngleich er nicht an eine Frontlautsprecher-Lösung heranreicht.

Keyboard und Touchpad des Huawei Matebook 13. (Foto: t3n)
Keyboard und Touchpad des Huawei Matebook 13. (Foto: t3n)

Ein weiterer Größenvergleich: Apples Macbook mit 12-Zoll-Bildschirm ist 280 x 196,5 x 13,1 Millimeter groß, das 2018er Macbook Air 304 x 212,4 x 15,6 Millimeter. Dells neues XPS 13 mit 13,3 Zoll Displaydiagonale misst 302 x 199 x 11,6 Millimeter.

Nach dem Aufklappen des Matebook 13 – wofür beide Hände vonnöten sind – fällt das Display ohne Touch-Funktion ins Auge: Es besitzt wie das des X Pro ein Seitenverhältnis von 3:2, die Auflösung ist mit 2.160 x 1.440 Pixeln und 200 ppi etwas geringer als der 13,9-Zoller mit 3K-Display (3.000 x 2.000 Pixel, 260 ppi). Das Weniger an Pixeln fällt bei der Nutzung aber nicht ins Gewicht. An Farbwiedergabe und Kontrast gibt es ebenso nichts auszusetzen.

Praktisch: Huawei bringt seinen „Augenkomfort-Modus“ vom Smartphone aufs Notebook. Mit der Funktion könnt ihr per Blaulichtfilter bis zu 30 Prozent des blauen Bildschirmlichts entfernen, so das Unternehmen. Mit der Funktion wird nicht nur das blaue Licht herausgefiltert, sondern auch Weißabgleich und Farbton automatisch angepasst. Neu ist das zwar nicht, aber eine sinnvolle Lösung, um abends oder bei empfindlichen Augen den Rechner ohne Anstrengung nutzen zu können.

Weniger positiv fiel hingegen die zu aggressive automatische Helligkeitsregelung auf, die den Bildschirm zu stark herunterregelt und für eine bessere Akkulaufzeit sorgen soll. Für eine angenehmere Nutzung lässt sich die Automatik in den Einstellungen immerhin abstellen, wodurch das Display Inhalte mit ordentlicher Helligkeit mit bis zu 300 Nits wiedergibt, wie es sich für ein Notebook dieser Klasse gehört. Für eine Mischung aus akzeptabler Helligkeit und Laufzeit hatten wir den Notebook-Bildschirm im Test zwischen 75 und 80 Prozent Helligkeit justiert.

Huawei Matebook 13. (Foto: t3n)
Sie sitzt dort, wo sie sitzen sollte: Die Webcam des Huawei Matebook 13. (Foto: t3n)

Einen Kritikpunkt, den wir beim Matebook X Pro (und auch dem Dell XPS 13) hatten, war die Positionierung der Webcam, die sich unter einer Taste im Keyboard versteckte. Die Idee ist zwar großartig, da man die Kamera so manuell deaktivieren kann. Jedoch können Videochat-Teilnehmer euch nur aus der Froschperspektive sehen. Für Nutzer, die nicht so häufig video-telelefonieren, ist das nicht so tragisch, wer sein Notebook jedoch häufiger für Videokonferenzen nutzt, wird sich über die bessere Position freuen. Die Bildqualität der oberhalb des Displays verbauten 720p-Webcam ist jedoch nicht sonderlich gut – hier hätte Huawei einen besseren Sensor verwenden können.

Huawei Matebook 13. (Foto: t3n)
Groß und sehr gut bedienbar: Das Touchpad des Huawei Matebook 13. (Foto: t3n)

Ebenso erfreulich ist, dass Huawei ein ähnliches Keyboard wie im Matebook X Pro verbaut, auf dem es sich hervorragend tippen lässt. Eine zweistufige Hintergrundbeleuchtung ist an Bord und in den Powerbutton ist ein Fingerabdrucksensor integriert, der mit Microsofts Windows Hello zur Entriegelung des Systems verknüpft ist. Auch beim großen Touchpad hat Huawei nicht gespart – es unterstützt dank Support von Microsofts Windows-Precision-Treibern präzise Eingaben und Gesten mit zwei, drei und vier Fingern.

Huawei Matebook 13. (Foto: t3n)

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Was die Anschlüsse angeht, verbaut Huawei beim Matebook 13 zwei USB-C-Ports (USB 3.1) – der linksseitig angebrachte dient auch zur Stromversorgung. Auf der gleichen Seite befindet sich eine 3,5-Millimeter-Audiobuchse. Der rechtsangebrachte USB-C-Anschluss dient einerseits zur Datenübertragung, andererseits auch als Displayport. Kurioserweise ist es beim rechten Anschluss nicht möglich, ihn mit einem externen Display zu verbinden und das Notebook darüber gleichzeitig aufzuladen. Diese Eigenschaft ist einer der Vorzüge von USB-C-Ports und bei vielen, um nicht zu sagen, den meisten Notebooks möglich. Eine weitere Einschränkung ist die fehlende Unterstützung der USB-C-Anschlüsse für den schnellen Übertragungsstandard Thunderbolt 3 – warum Huawei sie nicht einsetzt, ist unklar – an etwaigen Lizenzgebühren kann es nicht liegen. Gegen die Integration von Thunderbolt 3 dürfte Huawei sich als Unterscheidungsmerkmal zum Matebook X Pro entschieden haben: Das teurere Notebook-Modell besitzt die Schnittstelle nämlich. Weitere Anschlüsse sind am Matebook 13 nicht zu finden, jedoch befindet sich im Lieferumfang des Notebooks ein USB-Hub, mit dem ihr einen der Anschlüsse um USB-A, HDMI und einen VGA-Anschluss erweitern könnt.

Das Huawei Matebook 13 von unten. (Foto: t3n)
Das Huawei Matebook 13 von unten. (Foto: t3n)

In Sachen Leistung hat das Matebook 13 für die meisten täglichen (Office-) Aufgaben ausreichend Power – der Rechner wird mit Intels Core-i5 (8265U) und Core-i7-Prozessor (8565U) und acht Gigabyte RAM angeboten. Der SSD-Speicher ist beim kleineren Modell 256 Gigabyte groß, im Core-i7-Modell misst er 512 Gigabyte. Beide in Deutschland ab Ende Februar erhältlichen Varianten kommen mit einer Intel-620-Grafikeinheit, und nicht wie in den USA mit einer diskreten NVIDIA Geforce MX150.

Das Notebook hat zwar einen Lüfter verbaut, jedoch springt er nur bei stark erhöhter Last wie Benchmarks an – im Regelbetrieb ist er nicht wahrnehmbar und entsprechend lautlos.

Auch wenn die Performance des kompakten Notebooks für die meisten Anwendungen ausreicht, hat das Gerät eine weitere kleine Schwäche: Es ist kein echter Dauerläufer. Huawei gibt an, dass der 41,8-Wattstunden-Akku (3.670 Milliamperestunden) bis zu zehn Stunden Videoplayback oder neun Stunden Arbeitszeit mit Mail-, Browser und üblichen Office-Programmen möglich seien. Diese Angaben sind jedoch etwas zu optimistisch: Nach einer typischen Mischnutzung aus Surfen, E-Mail und Office-Anwendungen gingen bei uns im Schnitt nach nicht einmal sieben Stunden die Lichter aus. Immerhin: Mit dem im Lieferumfang enthaltenen 65-Watt-Ladegerät ist das Notebook wieder relativ schnell aufgeladen.

Matebook 13 kommt mit Windows 10 Home – und Bloatware

Auf dem Huawei Matebook 13 sind zahlreiche nicht unbedingt erwünschte Apps und Spiele vorinstalliert. (Screenshot: t3n)
Auf dem Huawei Matebook 13 sind zahlreiche nicht unbedingt erwünschte Apps und Spiele vorinstalliert. (Screenshot: t3n)

Software-seitig wird das MateBook 13 mit Windows 10 Home ausgeliefert, das auf Wunsch zum Preis von 145 Euro auf die Pro-Version aktualisiert werden kann. Wie üblich sind die typischen Microsoft-Anwendungen wie Mail, Fotos, Music, Cortana, Onenote und weitere vorinstalliert. Darüber hinaus findet ihr wie auf nicht wenigen Windows-Rechnern allerhand vorgeladene Spiele und Apps wie Candy Crush Saga, Township, Adobe Photoshop Elements 2019 und Co., die viele User vermutlich nie nutzen und entsprechend deinstallieren können, um Speicher freizuschaufeln.

Huawei Share 3.0: Auch den Aufbau eines mobilen Smartphone-Hotspots könnt vom Notebook aus initiieren. (Screenshot: t3n)

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Für Besitzer eines Huawei-Smartphones interessant ist auch die Funktion Huawei-Share, mit der sich Fotos, Daten und weitere Inhalte zwischen Smartphone und Notebook nahtlos austauschen lassen. Der Verbindungsaufbau kann per NFC-Modul initiiert werden.

Fazit: Huawei Matebook 13 – gutes 1.000-Euro-Notebook

Mit dem Matebook 13 hat Huawei ein kompaktes Notebook mit genügend Leistung auf den Markt gebracht, das nicht nur top verarbeitet, sondern auch hinsichtlich seines Preis-Leistungs-Verhältnisses sehr ordentlich ist. Für um die 1.000 Euro gibt es kaum ein anderes Gerät mit einer ähnlichen Ausstattung.

Nicht nur hinsichtlich Verarbeitung und Leistung ist das Gerät gut, auch an Display und Eingabegeräten wie Tastatur und Touchpad gibt es nichts zu meckern. Wir hätten uns zwar ein wenig mehr Akkulaufzeit und Thunderbolt 3 gewünscht, aber für den Preis wäre das vielleicht zu viel verlangt – schließlich will Huawei auch sein teureres Matebook X Pro unter die Leute bringen.

Übrigens: Huawei bietet für sein Matebook 13 eine Vorbestelleraktion: Wer das Notebook bis zum 24. Februar 2019 bestellt, bekommt ein Mate 20 Lite kostenlos dazu – das Smartphone allein kostet 349 Euro (UVP) , im Handel wird es für um die 280 Euro verkauft.

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