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Huawei P20 Pro im Test: Mit Leica und Triple-Cam endlich oben angekommen

Huawei P20 Pro im Test. (Foto: t3n.de)

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Drei Kameras und massig Ausstattung: Mit dem P20 Pro hat Huawei sein neues Topmodell für 2018 am Start. Der Sechszöller mit Notch hat kaum Schwächen.

Mit dem Huawei P20 (Pro) hat das Unternehmen Ende März die Nachfolger seiner Vorjahresmodelle P10 und P10 Plus enthüllt. Die beiden Geräte sind mit 5,8 und 6,1 Zoll-Displays größer als die Vorgänger mit 5,1 und 5,5-Zoll, was möglicherweise dem aktuellen Trend immer größer werdender Bildschirme geschuldet ist. Ebenso im 2018er Trend: Die Displaykerbe, die der breiten Masse seit dem iPhone X ein Thema ist, in der Smartphone-Welt aber schon seit dem Essential-Phone und einem Sharp-Modell zum Einsatz kommt. Warum auch Huawei eine Kerbe verbaut und was das P20 Pro zu einem sehr guten Smartphone macht, verrät unser Test.

Huawei P20 Pro: Verarbeitung, Design – und warum die Notch?

Huawei P20 Pro – durch die Kerbe kann das Display mehr von der Front bedecken. (Foto: t3n.de)

Warum also die Kerbe? Diese Frage lässt sich im Grunde leicht beantworten: Derzeit ist es einfach noch nicht möglich, ein Smartphone zu bauen, bei dem die komplette Front vom Display bedeckt ist. Denn darin sind Frontkamera, Sensoren und Hörmuschel untergebracht. Bei Apple ist es so, bei Huawei verhält es sich ähnlich, auch wenn in der kleineren Displaykerbe keine Truedepth-Sensoren wie beim iPhone X verbaut sind. Auch wenn es auf den ersten Blick ungewohnt ist, bemerkt man die Kerbe schon nach kurzer Zeit der Nutzung nicht mehr.

Immerhin ermöglicht es die Not(ch)-Lösung, ein Smartphone mit einem höheren Display-zu-Gehäuse-Verhältnis zu realisieren. Dieses hätte theoretisch noch größer sein können, wenn der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite gelandet wäre. In der Alltagsnutzung erweist sich die Position des Scanners aber als äußerst praktisch, obwohl ich in der Vergangenheit auch schon für den rückseitigen Fingerabdruckleser plädiert hatte. Beim P20 Pro belehrt Huawei mich eines besseren.

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Huawei P20 Pro – auf der Glasrückseite sind nur die Triple-Kamera und das Huawei-Logo zu finden. (Foto: t3n.de)

Abgesehen von der Notch wirkt das Design des Smartphones eher zurückhaltend und edel, lediglich die an der Rückseite links verortete Haupt-Kamera mit ihren drei Sensoren und dem LED-Blitz sei an dieser Stelle zu erwähnen. Denn mehr hat der Hersteller außer einem auf der gleichen Seite positionierten Huawei-Logo auf der Glasrückseite nicht verbaut.

Die Buttons mit idealem Druckpunkt sowie die Anschlüsse sind wie bei jedem Huawei-Gerät an den üblichen Stellen im Gehäuserahmen aus mattem Metall zu finden. Hinsichtlich der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln – sie entspricht absolutem High-End-Niveau, der Schutz gegen Wasser und Staub nach IP67 ist ebenso nicht zu verachten. Aufgrund der Glasrückseite, auf die auch Samsung und Apple setzen, ist der Einsatz einer Schutzhülle zu empfehlen.

Schickes Detail: Der rote Akzent auf dem Powerbutton des Huawei P20 Pro. (Foto: t3n.de)

Bei unserem Testgerät handelt es sich um das schwarze Modell, das wie die beiden weiteren in Deutschland angebotenen Farbvarianten anfällig für Fingerabdrücke auf der Rückseite ist. Am exzentrischsten, aber endlich mal eine Abwechslung auf dem Smartphone-Markt, ist der Farbton Twilight, der mit seinen Farbverlauf ein wenig an die 1980er-Jahre erinnert.

Huawei P20 Pro. (Foto: t3n.de)

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Huawei P20 Pro: Tolles 6,1-Zoll-OLED-Display

Über die Notch haben wir bereits gesprochen, kommen wir jetzt zum wichtigeren Front-Element des P20 Pro, dem 6,1-Zoll-OLED-Display mit seiner Auflösung von 2.240 mal 1.080 Pixeln. Auch wenn die Auflösung nicht der eines Samsung Galaxy S9 (Test) entspricht, kann die Bildqualität sich absolut sehen lassen. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass Samsung seine Displays von 2.960 mal 1.440 auf 2.220 mal 1.080 Pixel herunterskaliert, um den Akku zu schonen. Damit liegen die Geräte der beiden Hersteller in puncto Auflösung gar nicht so weit voneinander entfernt.

Das Display des Huawei P20 Pro – vor allem ohne die Schutzfolie – ist top! (Foto: t3n.de)

Schwarzwerte, Farbbrillanz und Helligkeit des Displays sind ebenso top. Das Panel des Galaxy S9 (Plus) ist zwar etwas heller, in der täglichen Nutzung spürt man indes keinen Unterschied. Positiv fällt außerdem am Display auf, dass Inhalte quasi direkt unter dem Finger sitzen, was mit dem Laminierungsverfahren des Panels zu tun hat. Wem der Standardfarbmodus nicht zusagt, kann in den Systemeinstellungen entsprechende Anpassungen vornehmen.

Lesenswert: Huawei P20 Pro versus Samsung Galaxy S9 Plus: Android-Smartphone-Titanen im Vergleich

Wem die Notch-Ansicht übrigens nicht zusagt, kann sie auch verbergen. Dabei verdunkelt ihr aber lediglich den Bereich rund um die Kerbe – das funktioniert dank des OLED-Displays ohne Probleme. Hierfür öffnet ihr die Anzeige-Einstellungen und bewegt euch in den Punkt „Einschnitt“. Es sollte erwähnt werden, dass es bei einigen Anwendungen zu kleinen Anzeige-Fehlern kommen kann, die überwiegend aber nicht die Funktionsweise beeinflussen.

Die Notch des Huawei P20 Pro könnt ihr bei Bedarf auch kaschieren. (Screenshot: t3n.de)

Kurzum: Das Display des P20 ist über jeden Zweifel erhaben, die Farben sind knackig, es ist auch bei Sonnenlicht gut ablesbar und blickwinkelstabil ist es auch. Es bietet alles, was man von einem 900-Euro-Gerät erwarten kann.

In den Anzeigeeinstellungen findet ihr diverse Farbmodi für das Display. (Foto: t3n.de)

P.S.: Für das bessere Nutzungserlebnis empfiehlt sich die Entfernung des Displayschutzes.

Drei Sensoren sehen mehr: Die Kamera des Huawei P20 Pro

Schon im Vorfeld der Präsentation des P20 Pro kündigte Huawei eine Renaissance der Fotografie an. Mit dem Smartphone wolle das Unternehmen die Smartphone-Fotografie regelrecht revolutionieren. Das Rezept dafür: eine mit Leica entwickelte Hauptkamera bestehend aus drei Linsen und Sensoren, die erst im Zusammenspiel ihre geballte Kraft entfalten, gepaart mit einer deftigen Portion künstlicher Intelligenz. Ob das Rezept aufgeht? Auf jeden Fall!

Drei Leica-Kameras machen das Huawei P20 Pro zu einem ausgezeichneten Kamera-Smartphone mit beeindruckenden Low-Light-Fähigkeiten. (Foto: t3n.de)

Seit Jahren schon arbeitet Huawei sich bei der Kamera-Entwicklung langsam an die Crème de la Crème der Smartphone-Kamera-Platzhirsche wie Google und Samsung heran – bislang zog das Unternehmen stets den Kürzeren, denn die Kameras von Googles Pixel-Smartphones oder Samsungs Galaxy-S-Modellen waren stets überlegen. Zwischenzeitlich schlich sich sogar Apple mit seinem iPhone X und den Geräten der 8er-Serie von hinten an. Mit der Kamera des P20 Pro muss das Unternehmen sich aber nicht mehr hinter den anderen großen Playern verstecken – auch im Kamera-Sektor ist Huawei an der Spitze angekommen. Das zeigt sich einerseits am Spitzenplatz bei den Kamera-Experten von Dxomark, als auch an einem Vergleichstest mit einer knapp 3.000 Euro (nur Gehäuse) teuren Canon EOS 5Ds DSLR-Kamera, bei dem das P20 Pro keine schlechte Figur hinlegte.

Das Kamera-System, das selbst bei DSLR-Spezis überrascht, besteht übrigens aus einem Monochrome-Sensor mit 20 Megapixeln und einer f/1,6-Blende, einer Acht-Megapixel-Telefoto-Linse für einen bis zu fünffachen Zoom ohne Qualitätsverlust und f/2,4-Blende. Das Herz der Kamera ist der 40-Megapixel-RGB-Sensor, der mit 1/1,7 Zoll verhältnismäßig groß ist, und eine f/1,8-Blende besitzt. Dessen 40 Megapixel werden mittels Pixel-Binning im Verhältnis vier Pixel zu einem zusammengerechnet, wodurch die Auflösung verringert, die Bildqualität aber erhöht wird. Die Auflösung der Fotos entspricht dann etwa zehn Megapixel.

Zusätzlich besitzt die Hauptkamera einen Laser-Autofokus und einen Farbtemperatur-Sensor. Letzterer soll die Umgebungsfarbe erkennen. Optische Bildstabilisierung ist ebenso an Bord – alle drei Sensoren besitzen die technische Ausrüstung, laut Huawei ist der OIS nur bei der Telefoto-Kamera aktiv. Was nun stimmt, ist letztlich egal, denn das Resultat ist schließlich wichtig.

Auch wenn die Hardware-Ausstattung der Hauptkamera schon beträchtlich ist, spielt bei der Bildqualität auch die Software eine relevante Rolle. Denn das Unternehmen setzt auf KI-Fertigkeiten. Während dieses Feature schon im Mate 10 Pro (Test) hervorgehoben wurde, ist es im P20 Pro erst richtig zu spüren.

Ein Blick in die Kamera-App des Huawei P20 Pro. (Foto: t3n.de)

So bietet die Kamera-App eine Objekterkennung, mit der die passenden Einstellungen für das jeweilige Foto automatisch gewählt werden. Diese funktionieren teils durchaus gut, wobei sie je nach Geschmack in manchen Situationen auch über das Ziel hinausschießen. Bei Szenen mit blauem Himmel wird dieser stärker hervorgehoben, fotografiert ihr grüne Bäume, wird das Grün verstärkt. So wirken Farben in Fotos oft knackiger, was nicht unbedingt schlecht ist. Die Master-AI, so der Name des Algorithmus, ist standardmäßig eingeschaltet, im Laufe des Testzeitraums von mittlerweile über drei Wochen habe ich ihn zumeist aktiv gelassen, da er in den meisten Fällen gute Resultate erzielte.

Mit der Master-KI scheint Huawei zu erreichen, was das Unternehmen beabsichtigt: das beste (optisch aufgepeppte) Resultat für jede Situation zu produzieren, sodass letztlich jeder Smartphone-Fotograf tolle Resultate erzielen kann. Das klappt übrigens sogar bei Porträtfotos: Die KI aktiviert den Porträtmodus mit Hintergrundunschärfe, sobald sie Personen in unmittelbarer Nähe vor der Linse erkennt. Text-Dokumente werden ebenso als solche erkannt – die Kamera aktiviert automatisch den Scan-Modus.

Huawei P20 Pro Testfoto. (Foto: t3n.de)

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Weitere unbearbeitete Bilder in Originalgröße findet ihr bei Google Fotos.

Während die Kamera des P20 Pro bei Tageslicht erwartungsgemäß sehr gute Fotos mit breitem Dynamikumfang, Schärfe und ausgeglichenen Farben produziert, brilliert sie bei Dunkelheit. Schon im Automatikmodus holt die Triple-Kamera viel Restlicht heraus, mit aktiviertem Nachtmodus legt die Kamera dank KI noch einen drauf. Selbst bei nahezu kompletter Dunkelheit „saugen“ die Sensoren gewissermaßen das letzte Licht in sich auf und produzieren Fotos, die mit keinem anderen Smartphone möglich sind. Dank der KI-Software ist das Gerät im Nachtmodus dazu in der Lage, zwischen sechs bis acht Sekunden frei Hand zu belichten. Die Software puzzelt gewissermaßen die Einzelteile des Bildes zusammen und produziert trotz Freihandmodus Fotos mit überraschend vielen Details und Schärfe. Das P20 Pro ist gewissermaßen auch ein „Nachtsicht-Smartphone“.

Ein weiteres Paradestück ist der hybride Fünffach-Zoom: Auf Knopfdruck könnt ihr in der Kamera-App einfach hineinzoomen und so das Objekt heranholen. Das funktioniert überraschend gut – selbst beim fünffachen Zoom geht das Bildrauschen noch in Ordnung, im Dreifach-Zoom sind keine Unterschiede zum Foto ohne Zoom auszumachen.

Die Kamera besitzt noch viele weitere Features, die sich kaum alle aufzählen lassen. Erwähnenswert ist noch die Superzeitlupe, mit der ihr wie beim Galaxy S9 (Plus) kurze Videos mit 960 Bildern pro Sekunde in HD-Auflösung (1.280 mal 720 Pixel) aufnehmen könnt. Im Unterschied zum Automatik-Modus im Galaxy S9 müsst ihr den Auslöser beim P20 manuell betätigen und hoffen, den richtigen Moment festgehalten zu haben. Mit der Hauptkamera lassen sich auch Videos in normaler Geschwindigkeit in 4K-Auflösung aufnehmen – im Vergleich zu den P20-Vorgängern hat sich die Video-Qualität noch einmal merklich hinsichtlich der Bildstabilisierung verbessert. Ferner sind im Pro-Modus unter anderem RAW-Aufnahmen möglich.

Der 24-Megapixel-Kamera mit f/2,0-Blende auf der Vorderseite sind überdies auch sehr ordentliche Selfies zu entlocken. Die Frontkamera bietet selbstredend auch einen Porträt- und Huaweis berüchtigten „Beauty-Modus“, der Gesichter frischer und jünger aussehen lassen soll – letzterer lässt sich immerhin auch abschalten. Am wenigsten überzeugte der Studio-Modus, mit dem ihr Porträt-Fotos wie bei Apples iPhone isolieren können sollt. Das Ganze funktioniert ähnlich unzuverlässig wie bei Apples Lösung. Solche Features lassen sich immerhin per Software-Update optimieren.

Kurzum: Die Kamera im P20 Pro kann viel und überzeugte im Test auf der ganzen Linie. Huawei ist mit seinem neuen Smartphone auch in Sachen Kamera-Qualität in der absoluten Oberklasse angekommen. Wenn ihr also künftig nach einem Smartphone mit sehr guter Kamera sucht: Das P20 Pro sollte ohne Zweifel in die engere Auswahl gehören.

Ausstattung und Performance des Huawei P20 Pro

Nicht nur in Sachen Verarbeitung, Display und Kamera hat das P20 Pro Stärken, die weitere Ausstattung ist auch nicht zu verachten. So besitzt das Smartphone zwar noch den Kirin 970, der mit dem Huawei Mate 10 Pro debütierte, der Chip mitsamt dem Zusatz-Prozessor für maschinelles Lernen (NPU) leistet aber immer noch beste Arbeit – vor allem in Zusammenarbeit mit Android 8.1 Oreo. Erst mit dieser Android-Version kann die NPU vom System und Anwendungen per Schnittstelle direkt angesprochen werden.

Der Kirin 970, im Zehn-Nanometer-Verfahren gefertigt, wird von sechs Gigabyte RAM und 128 Gigabyte internem UFS-Speicher, der nicht erweiterbar ist, unterstützt. Im Zusammenspiel mit der Software läuft das System reibungslos und flüssig – Mikroruckler sind nicht auszumachen. Anwendungen starten schnell und lassen sich dank des großen Arbeitsspeichers schnell wieder aus dem Standby holen. Auch ressourcenintensive Anwendungen wie grafiklastige Spiele bringen das Smartphone nicht ins Schwitzen, auch wenn es dabei im oberen Bereich gelegentlich spürbar warm wird.

Da Benchmarks wenig über die tatsächlich spürbare Leistung aussagen, gehen wir auf diese nicht en detail ein. Wie zu erwarten war, bewegt sich das P20 Pro in synthetischen Messungen auf dem Niveau eines Mate 10 Pro – Geräte wie das Samsung Galaxy S9 machen in Benchmarks eine etwas bessere Figur – dennoch: Bei allen Geräten sind ausreichend Leistungsreserven für alle Prozesse und künftige Anwendungen vorhanden.

Huawei P20 Pro und P20 – Spezifikationen im Vergleich

 
Modell Huawei P20 Pro Huawei P20
Betriebssystem Android 8.1 Oreo mit EMUI 8.1 Android 8.1 Oreo mit EMUI 8.1
Display 6-Zoll-AMOLED-Display (2.240 x 1.080 Pixel, 408 ppi; 18,7:9) 5,8-Zoll-Full-HD+-LCD (2.240 x 1.080 Pixel, 428 ppi, 18,7:9)
Prozessor Kirin 970 Octa-Core, 10 nm FinFET, 4 x 2,36 GHz (Cortex A73), 4 x 1,8 GHz (Cortex A53) Kirin 970 Octa-Core, 10 nm FinFET, 4 x 2,36 GHz (Cortex A73), 4 x 1,8 GHz (Cortex A53)
Arbeitspeicher 6 GB RAM LPDDR4 4 GB RAM LPDDR4
Interner Speicher 128 GB (nicht erweiterbar) 128 GB (nicht erweiterbar)
Hauptkamera 40 (RGB f/1,6), 20 (Monochrom, f/1,8) + 8 MP (Telefoto, f/2,4) Leica-Triple-Kamera, Light-Fusion-Technologie, LED-Blitz 20 MP (f/1,6) + 12 MP (f/1,8) Leica Dual-Kamera,
Light-Fusion-Technologie
Frontkamera 24 MP Fixfokus mit f/2.0 24 MP Fixfokus mit f/2.0
Akkukapazität 4.000 mAh (fest verbaut) 3.400 mAh (fest verbaut)
Konnektivität WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 5.0 LE, GPS, Dual-Sim, Dual-LTE, NFC WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.2 LE, GPS, Dual-Sim, Dual-LTE, NFC
Abmessungen 155 x 73,9 x 7,65 mm 149,1 x 70,8 x 7,65 mm
Gewicht 174 g 155 g
Farben Ceramic Black, Midnight Blue und Twilight Black, Blue
Sonstiges Fingerabdrucksensor, SuperCharge, USB Typ-C (USB 3.1), IR-LED, IP67 Fingerabdrucksensor, Safe SuperCharge, USB Typ C (USB 3.1), IR-LED, Dual-Sim, Audiobuchse
Preis (UVP) 899 Euro 649 Euro

Hinsichtlich der weiteren Ausstattung bleibt Huawei seiner Linie treu und lässt wie schon beim Mate 10 den Kopfhöreranschluss weg. Wer seine 3,5-Millimeter-Headphones weiter nutzen will, schließt sie per mitgeliefertem USB-C-auf-Klinke-Adapter an.

Weiter sind schnelles 1,2-Gbit/s-LTE mit Dual-SIM-LTE-Support (optional), WLAN nach ac-Standard und Bluetooth 4.2 an Bord. Mit der Dual-SIM-LTE-Funktion könnt ihr mit zwei SIM-Karten schnelles LTE nutzen. Warum Huawei noch nicht auf den neuen Bluetooth-5-Standard setzt, ist für uns nicht verständlich. Immerhin: Der USB-C-Anschluss unterstützt USB 3.1.

Im Landscape-Modus unterstützt das Gerät außerdem Stereosound, der nicht auf Niveau eines Pixel 2 XL oder HTC Boomsound ist, aber einen besseren Klang liefert als Monolautsprecher.

Beim Akku setzt Huawei wie bisher ausschließlich bei seiner Mate-Serie auf einen massiven 4.000-Milliamperestunden-Akku, der aufgrund des größeren Displays auch absolut angemessen ist. Was die Akkulaufzeit des P20 Pro angeht, macht es eine weit bessere Figur als Samsungs Galaxy S9 Plus, dessen 3.500-Milliamperestunden-großer Energiespeicher zumeist spätestens am Ende des Tages wieder gefüllt werden muss.

Huawei P20 Pro und Samsung Galaxy S9 Plus – Spezifikationen im Vergleich

 
Modell Huawei P20 Pro Samsung Galaxy S9+
Betriebssystem Android 8.1 Oreo mit EMUI 8.1 Android 8.0 Oreo mit Samsung Experience 9.0
Display 6-Zoll-AMOLED-Display (2.240 x 1.080 Pixel, 408 ppi; 18,7:9) 6,2 Zoll WQHD-AMOLED (2.960 x 1.440 Pixel, 531 ppi), HDR
Prozessor Kirin 970 Octa-Core, 10 nm FinFET, 4 x 2,36 GHz (Cortex A73), 4 x 1,8 GHz (Cortex A53) Exynos 9810 Octa Core oder Snapdragon 845 (regional verschieden)
Arbeitspeicher 6 GB RAM LPDDR4 6 GB RAM LPDDR4
Interner Speicher 128 GB (nicht erweiterbar) 64, optional 256 GB (per microSD-Karte erweiterbar)
Hauptkamera 40 (RGB f/1,6), 20 (Monochrom, f/1,8) + 8 MP (Telefoto, f/2,4) Leica-Triple-Kamera, Light-Fusion-Technologie, LED-Blitz 2 x 12 MP (Dual-Pixel), f/1.5 bis f/2.4 variable Blende; optischer Bildstabilisator, PDAF, 480fps-Video mit 720p
Frontkamera 24 MP Fixfokus mit f/2.0 8 MP mit AF; f/1.7
Akkukapazität 4.000 mAh (fest verbaut) 3.500 mAh (fest verbaut)
Konnektivität WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 5.0 LE, GPS, Dual-Sim, Dual-LTE, NFC WLAN 802.11 a/b/g/n/ ac, Bluetooth 5.0, GPS, LTE Cat. 18, Wi-Fi Direct, 4x4 MIMO, Miracast
Abmessungen 155 x 73,9 x 7,65 mm 158,1 x 73,8 x 8,5 mm
Gewicht 174 g 189 g
Farben Ceramic Black, Midnight Blue und Twilight Midnight Black, Coral Blue, Titanium Gray und Lilac Purple
Sonstiges Fingerabdrucksensor, SuperCharge, USB Typ-C (USB 3.1), IR-LED, IP67 Fingerabdrucksensor, Gesichtserkennung, Irisscannner, Dual-SIM (optional), Wireless-Charging, wasser- und staubdicht (nach IP68)
Preis (UVP) 899 Euro 949 Euro (64 GB)/ 1.049 Euro (256 GB)

Auch wenn die Akkulaufzeit je nach Nutzungsszenario und installierten Anwendungen komplett unterschiedlich ausfällt, ist festzuhalten, dass Huaweis neues Smartphone einen längeren Atem hat als die meisten aktuellen Smartphones – es bewegt sich allerdings aufgrund seiner ähnlichen Ausstattung auf dem Level des Mate 10 Pro. Damit kommt ihr mit dem P20 Pro selbst mit mehreren E-Mail-Konten, Apps mit Push-Nachrichten, mehreren Messengern und Browser- wie Kamera-Nutzung locker über den Tag. Bei moderaterer Nutzung sind auch mal zwei Tage drin. Im Standby verbraucht es nahezu keinen Strom: Ich hatte es Abends voll aufgeladen und dann vom Ladegerät getrennt – am nächsten Morgen zeigte der Akkustand noch 100 Prozent.

Leider besitzt das Huawei-Phone trotz Glasrückseite keine kabellose Ladeoption. Huawei setzt stattdessen auf kabelgebundenes, ultraschnelles Laden per „Supercharge“: Mit entsprechenden (beiliegendem) Ladegerät ist das P20 Pro binnen 30 Minuten wieder auf über 50 Prozent aufgeladen – ein kompletter Ladezyklus dauert etwa 90 Minuten.

Der frontseitig angebrachte Fingerabdruckleser funktioniert genauso zuverlässig und rasend schnell, wie es von Huawei zu erwarten ist. Die Positionierung mutet bei dem großen Gerät erst ungewöhnlich an, doch das Entsperren geht schnell von der Hand. Außerdem kann das Touchpad wie etwa schon beim P10 zur Gestensteuerung verwendet werden und die Onscreen-Navigation komplett ersetzen. Die Bedien-Gesten gehen schnell in Fleisch und Blut über.

Huawei P20 Pro und Samsung Galaxy S9 Plus in Bildern
Huawei P20 Pro vs Samsung Galaxy S9 Plus. (Foto: t3n.de)

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Als weiteres bequemes Features zum Entsperren des Smartphones ist die Gesichtserkennung vorhanden, die Huawei mittlerweile bei vielen seiner Modelle integriert oder per Software-Update nachgeliefert hat. Die „Face-Unlock“-Funktion ist zwar nicht so sicher wie Apples Face-ID, jedoch ist sie besser als überhaupt keine Gerätesicherung. Das Feature funktioniert sogar bei wenig Licht.

Die Software des Huawei P20 Pro: EMUI 8.1 mit Oreo 8.1

Mit Android 8.1 Oreo hat Huawei die aktuelle Version von Googles mobilem OS vorinstalliert und mit der hauseigenen Nutzererfahrung EMUI 8.1 versehen. EMUI 8.1 und Version 8.0 unterscheiden sich nur minimal. Version 8.1 liefert unter anderem Verbesserungen der Huawei-eigenen Apps wie etwa der Galerie und Anpassungen für die Notch des P20 (Pro).

EMUI 8.1 bietet viele Anpassungs- und Einstellungsmöglichkeiten, die den Nutzer bisweilen erschlagen können. (Foto: t3n.de)

Mit dem Update integriert Huawei außerdem eine virtuelle Navigations-Taste, die womöglich auf die anstehende Gesten-Navigation von Android P einstimmt. Optimal funktioniert sie indes noch nicht, weshalb man besser auf die Gestennavigation per Homebutton oder die anpassbare Onscreen-Navigation zurückgreifen sollte. Praktisch an den Software-Tasten: Ihr könnt euch einen vierten Button zur leichteren Erreichbarkeit der Benachrichtigungsleiste anzeigen lassen.

EMUI bietet zahlreiche Designs für die Onscreen-Navi. (Screenshot: t3n.de)

EMUI mag nicht jedermanns Sache sein, allerdings bietet die Nutzererfahrung viele sinnvolle Features. Darüber hinaus lässt sich selbstredend wie bei jedem Android-Smartphone ein alternativer Launcher installieren. Mittlerweile hat Huawei sein EMUI soweit verbessert, dass ein solcher Schritt nicht zwingend erforderlich ist.

Passend dazu: Huawei P20 Pro und mehr: Tipps und Tricks für EMUI 8.0/8.1 mit Android 8.0/8.1

Fazit: Das P20 Pro ist das bisher beste Huawei-Smartphone

Huawei P20 Pro. (Foto: t3n.de)

Mit dem P20 Pro hat Huawei ein ausgezeichnetes Smartphone auf den Markt gebracht, das nun erstmals auch bei der Kamera ganz oben mitspielt. Insbesondere bei Dunkelheit lässt die mit Leica entwickelte Triple-Cam ihre Muskeln spielen, während sie bei Tageslicht ebenso starke Ergebnisse liefert. Hinsichtlich der weiteren Ausstattung sind bei Verarbeitung, Display, Akkulaufzeit und Leistung ebenso keine Schwächen auszumachen, wodurch Huawei mit seinem neuen High-End-Modell wohl eines der besten Geräte – wenn nicht bisher gar das beste – des Jahres liefert.

Wie schon zu Beginn des Tests geschrieben, hat das Huawei P20 Pro nur wenige Schwächen – und diese sind je nach Betrachter mehr oder weniger schwerwiegend. Die EMUI-Nutzeroberfläche ist sicherlich Geschmacksache (wie auch die Samsung Experience und Stock-Android oder andere Nutzeroberflächen), ist allerdings überwiegend durchdacht und läuft flüssig, wie man es sich wünscht. Dass eine Micro-SD-Karten-Erweiterung fehlt, dürfte wenige stören, denn das Gerät bietet 128 Gigabyte Speicher – in Zeiten von Musik- und Video-Streaming sollte der interne Speicher völlig ausreichen. Die fehlende Kopfhörerbuchse gehört mittlerweile zum Programm – wer ein Oberklasse-Gerät mit 3,5-Millimeter-Klinke haben muss, kann beispielsweise zum Samsung Galaxy S9 (Plus) oder zum kommenden Oneplus 6 greifen. Was Qi Wireless angeht: Kabelloses Laden ist zwar elegant, aber immer noch langsam.

Wem diese Kritikpunkte nicht sonderlich wichtig sind, der erhält mit dem P20 Pro ein sehr gutes Smartphone, das der Konkurrenz aus den Häusern Samsung und Apple in nichts nachsteht. Der Preis hat es dem High-End-Status des Geräts in sich: Huawei verlangt für sein P20 Pro 899 Euro*.

Pro: 

  • Beeindruckende Kamera
  • Flüssiges System
  • Elegantes Design
  • Tolles Display
  • Ordentliche Akkulaufzeit

Kontra:

  • Kein Micro-SD-Slot
  • Kein Qi-Wireless
  • Keine 3,5-Millimeter-Klinke

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Ein Kommentar
Osolemio
Osolemio

Wenn man genauer hinschaut, gerade auf die Details und nicht nur auf die Vollansicht, wo Nachschärfung und Kontrastanhebung ja (meist) noch gut aussehen, dann sieht man viele Artefakte, Details und Farben die absaufen und wahlweise je nach gewähltem Modus „Ölmalerei“ oder Bildrauschen. Wer macht es besser? Beispielsweise noch immer das bereits 2012 erschienene Nokia 808 – überzeugt euch selbst:

http://www.allaboutsymbian.com/features/item/22923_By_popular_demand_Nokia_808_Pu.php

Wenn nicht gerade der dedizierte HDR-Modus eingeschaltet ist, der Mehrfachbelichtungen zusammensetzt, dann schlägt das alte 808 das P20 Pro sogar beim Dynamikumfang. Einfach mal auf die Blätter/Bäume hinter dem Flugzeug achten! Und das trotz dem S/W Sensor, auf den Huawei ja offenbar zusätzlich zurückgreift, was eigentlich selbst bei „One shot“ einen vergleichsweise hohen Dynamikumfang erlauben sollte.

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