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Verluste eingedampft: Ist Klarna jetzt fit für den Börsengang?

Bewegte Wochen bei Klarna: Nach einem Drama im Aufsichtsrat legt Europas Vorzeige-Fintech aktuelle Zahlen vor. Die Verluste sind geschrumpft, die Effizienz dank KI-Einsatz gestiegen. Ist Klarna damit bereit für den IPO? Was dafür und was dagegen spricht.

4 Min. Lesezeit
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Ist Klarna jetzt IPO-ready? (Foto: Postmodern Studio/Shutterstock)

Gerade hat Klarna seinen fünften Jahresverlust in Folge gemeldet – und trotzdem scheint das Fintech, das vor noch gar nicht langer Zeit Europas wertvollstes Tech-Startup jenseits der Börse war, die Trendwende geschafft zu haben. Das Jahr 2023 schloss Klarna mit 24 Milliarden schwedische Kronen (SEK) (rund 2,1 Milliarden Euro) ab, das ist ein Plus von 20 Prozent. Klarna verwaltet aktuell 2,5 Millionen Transaktionen pro Tag

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So kommt Klarna aus dem Funding-Winter

Ein weiterer Erfolg: Die Verluste der vergangenen Jahre konnte Klarna deutlich eindämmen. Der Bezahldienstleister meldet für 2023 einen Nettoverlust von 2,5 Milliarden SEK, im Jahr 2022 waren es noch 10,4 Milliarden SEK.

Klarna hat außerdem weiter expandiert und gleichzeitig Kosten gesenkt. Die Zahl der Mitarbeiter schrumpfte von 5.441 im Vorjahr auf 4.201 bis Ende 2023. Seit einem Monat arbeitet Klarna zudem im Kundenservice mit einem Chatbot aus dem Hause OpenAI, der weitere Effizienzsteigerung verspricht: Er soll die Arbeit von 700 menschlichen Vollzeitkräften übernehmen. Die Zahl steht laut Klarna in keinem direkten Zusammenhang mit den tatsächlichen Entlassungen im Jahr 2022. Allerdings geht der Bezahldienstleister davon aus, dass der KI-Kundendienst ihm im Jahr 2024 einen Effizienzvorteil von rund 40 Millionen US-Dollar verschaffen wird.

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Auch die Kreditverluste wurden im Jahr 2023 eingedämmt, sie gingen um 32 Prozent auf 3,8 Milliarden SEK zurück. Hinter der Zahl stehen die Kosten für die nicht bezahlten Ratenkredite der Kund:innen.

CEO Sebastian Siemiatkowski weist zudem auf die jüngsten Erfolge in den USA hin, wo Klarna jetzt mehr als 37 Millionen Kund:innen hat und im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Bruttogewinn von 1,4 Milliarden SEK machte. Damit haben sie USA Deutschland als größten Markt abgelöst.

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Das 2015 gegründete Fintech war bis 2019 regelmäßig profitabel. Dann begann Klarna seine aggressive Expansion in die USA – und die Kosten explodierten. Nun ist Botschaft: Klarna ist wieder auf Kurs. Und damit rückt auch der erwartete Börsengang in greifbare Nähe.

Wann könnte Klarna an die Börse gehen?

Laut Medienberichten strebt das Fintech den Börsengang für das dritte Quartal 2024 an. Aktuell soll Klarna bereits mit Investmentbanken über einen IPO in den USA verhandeln, wie Bloomberg unter Berufung auf „mit der Angelegenheit vertraute Personen“ berichtet. Dabei strebt Klarna angeblich eine Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar an.

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Zur Einordnung: Im Juni 2021 war Klarna noch mit 46 Milliarden Dollar bewertet worden. Der dramatische Umbruch in der Fintech-Branche aufgrund der gestiegenen Zinssätze führte dann aber zu einem Einbruch der Bewertung auf  6,7 Milliarden Dollar im Jahr 2022.

Offiziell sind die IPO-Pläne noch nicht bestätigt, aber wagt Klarna den Schritt, könnte es einer der größten Börsengänge des Jahres werden. In einem Interview mit CNBC antwortete CEO Siemiatkowski auf die Frage nach einem baldigen Börsengang noch diplomatisch: „Es ist nicht unmöglich“. Die wesentliche Punkte für einen „Traum“-Börsengang wie dem von Google sind aus seiner Sicht erfüllt: Klarna besetze bereits rund 0,6 Prozent des Zahlungsmarktes, wachse schnell und biete ein Produkt mit Mehrwert für Verbraucher und Händler.

Bislang wurde Klarna in mehreren Finanzierungsrunden unter anderem von so bekannten Fonds wie Sequoia Capital, Silver Lake, Permira, Dragoneer und Softbank finanziert.

Drama im Aufsichtsrat

Investoren werden bei einem möglichen Börsengang aber vielleicht auch das kleine Drama im Hinterkopf behalten, das sich kürzlich im Aufsichtsrat der Fintechs abgespielt hat.

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So soll es Spannungen zwischen dem Vorstand und Sequoia Capital, dem größten Anteilseigner von Klarna, gegeben haben. Bei der Auseinandersetzung ging es laut der Financial Times um Änderung der Unternehmensstruktur im Vorfeld eines möglichen IPO. Am Ende schied Sequoia-Partner Matthew Miller aus dem Aufsichtsrat aus – nachdem der Versuch gescheitert war, den ehemaligen Sequoia-Chef Michael Moritz als Vorsitzenden zu verdrängen. Moritz gilt als langjähriger Unterstützer von Siemiatkowski.

Sequoia hat nun einen neuen Vertreter in den Vorstand berufen, Chef Roelof Botha entschuldigte sich später für „jegliche Ablenkung“, die im Vorstand, im Managementteam und bei den Aktionären entstanden sein könnten, sein Unternehmen habe „die Situation falsch verstanden“.

Regulatorischer Druck

Seine Produktpalette hat Klarna in den vergangenen Jahren immer stärker mit Bankdienstleistungen erweitert, so bietet das Fintech neben einem klassischen Bankkonto etwa auch Tagesgeld und Unterkonten zum Sparen an. Zentral ist aber die immer weitere Optimierung und Verzahnung von Shopping- und Zahlungsnetzwerk, unter anderem durch eine Single-Sign-On-Lösung.

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Bekannt geworden ist Klarna aber mit seinen BNPL-Angebote. Das Kürzel steht für „Buy now, pay later“, also das Zahlen in kleinen Raten, das vor allem beim Onlineshopping beliebt ist. Diese Art von Minikrediten ist allerdings auch in die Kritik geraten, weil sie in dem Ruf steht, Konsument:innen zu Spontankäufen und unkontrollierten Ausgaben zu verleiten, die dann zur Verschuldung führen können. Erst vor Kurzem hat die EU daher die Regeln für BNPL-Zahlungen verschärft. Klarna fährt das Geschäft mit den sogenannten revolvierenden Krediten bereits zurück.

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