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Krach im Hause Elementary OS: Gründungsteam der beliebten Linux-Distro zerbricht

Die sehr auf Design und eigene Apps bedachte Linux-Distribution Elementary OS hat künftig nur noch eine Mitarbeiterin. Mitgründer Cassidy James Bleade und Buchhalterin Liz Kecso sind gegangen (worden).

3 Min. Lesezeit
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Elementary OS auf einem modernen Notebook. (Foto: Elementary)

Danielle Foré übernimmt die Linux-Distribution Elementary OS allein und bleibt gleichzeitig deren einzige Angestellte. Statt einer starken wirtschaftlichen Basis will sie nunmehr auf „den Spaß an der Entwicklung“ setzen.

Elementary OS schwächelt, Gründer sucht sich neue Anstellung

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Für Betriebswirtschaftler klingen die Töne, die aus dem Hause Elementary OS kommen, nicht sonderlich vertrauenerweckend. Aufgrund überaus schleppender Umsätze hatte die Firma hinter der Distro bereits die Buchhalterin entlassen und weitere Gehaltskürzungen aussprechen müssen.

Das hatte den Mitgründer Cassidy James Bleade veranlasst, sich nach weiteren Einnahmemöglichkeiten umzusehen. Wie er in einem Blog-Beitrag beschreibt, war ihm das auch gelungen. Er fängt bei einer Open-Source-Firma als Entwickler an und wollte Elementary OS als Nebenprojekt betreiben.

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Damit indes soll Mitgründerin Danielle Foré nicht einverstanden gewesen sein. Wenn er gehen wolle, dann auch richtig, muss es in etwa geheißen haben. So übertrug Bleade seine Anteile vollständig auf Foré und zog sich komplett aus der Elementary-OS-Entwicklung zurück. Der Open-Source-Community will Bleade erhalten bleiben. Er beabsichtigt, seine Fähigkeiten künftig bei Gnome, Flatpak und anderen Projekten einzubringen.

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Letzte verbliebene Mitarbeiterin kündigt Änderungen an

In einem Livechat auf Youtube hatte sich Danielle Foré zur Zukunft von Elementary OS geäußert und sich den Fragen der Community gestellt. Dabei bestätigte sie, jetzt alleinige Angestellte und Eigentümerin von Elementary Inc. zu sein. Zudem habe es neben Kecso, Bleade und ihr selbst nie weitere Angestellte gegeben.

Für die Zukunft der Distribution will sie mehr auf den Spaßfaktor, denn auf harte wirtschaftliche Aspekte setzen. So sei es in der Vergangenheit zu stark um die Profitabilität der Firma und deren Wachstum gegangen, wodurch die Bedürfnisse der Community zu kurz gekommen seien. Dabei habe auch sie selbst Fehler gemacht.

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Update-Zeitplan zu Version 7 steht nicht infrage

Künftig soll Elementary OS offener werden. So können bald Apps aus anderen App-Stores oder per Sideloading installiert werdebn. Bislang hatte Elementary OS nur Programme aus dem hauseigenen, kuratierten App-Center unterstützt und Nutzende vor anderen Installationswegen gewarnt.

Das anstehende Update auf Version 7 will Foré halten, es werden allerdings „bescheidener“ ausfallen als üblich. Einige Features müssten aufgrund der geänderten Situation zunächst zurückgestellt werden. GTK4 soll Elementary OS 7 indes bereits teilweise unterstützen.

Das ist Elementary OS

Die Linux-Distribution Elementary OS gehört zu den erfolgreichsten Distros überhaupt und belegt seit Jahren stabil Platz 11 bei Distrowatch. Elementary basiert auf Ubuntu, geht aber abseits vom Kern eigene Wege.

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Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zu anderen Distributionen ist der eigens entwickelte Pantheon-Desktop, der teils an Gnome erinnert, tatsächlich jedoch eine komplette Eigenentwicklung des Elementary-Projekts ist.

Überhaupt setzt Elementary OS konsequent auf Eigenlösungen, respektive solche, die wie das System selbst auf der freien GTK-Programmbibliothek aufsetzen, darunter Abiword oder Gnumeric als Text- und Tabellenbearbeitung. Crossplattform-Apps wie Firefox liefert Elementary nicht aus.

Für die Bereiche Web-Browsing, E-Mail, Dateien, Foto, Video und Musik sowie Kalender, Kamera und Programmierung bringt Elementary OS seine eigenen Anwendungen mit. Die Files-App des OS unterstützt auch Cloud-Speicherdienste.

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Insgesamt erinnert der Elementary-Desktop deutlich an macOS, was durch die Verwendung des alternativen Docks Plank noch verstärkt wird. Damit lässt sich nämlich das für macOS charakteristische Dock am unteren Bildschirmrand nahezu identisch nachbauen.

Um den Um- oder Einstieg zu erleichtern, kommt Elementary mit verschiedenen Assistenten, die dabei helfen, grundlegende Konfigurationen beim ersten Start nach der Installation vorzunehmen. Das erleichtert das User-Onboarding. Ein Begrüßungsscreen sorgt für ein persönlicheres Anmeldeerlebnis.

Bei der App-Distribution setzt Elementary auf das eigene App-Center, das mit Unterstützung der Open-Source-Technologie Flatpak eine sichere und privatsphäre-freundliche Methode der App-Bereitstellung bietet. Für die Bezahlung der Distribution setzen die Macher auf ein Pay-what-you-want-System, von manchen treffender als Spendenaufruf bezeichnet.

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