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Wenn Windows nicht mehr läuft: So glückt der Linux-Umstieg

Die Produktpolitik von Microsoft und Apple verleitet immer wieder dazu, mit Linux zu liebäugeln. Das freie Betriebssystem ist längst bereit für den Desktop, aber die Vielfalt stellt Interessierte vor Probleme.

Von Enno Park
8 Min. Lesezeit
Der Umstieg auf Linux muss gar nicht schwer sein. (Foto: Shutterstock)

Wenn demnächst viele PCs kein Windows 11 bekommen, weil sie nicht den von Microsoft mittlerweile vorausgesetzten TPM-2.0-Chip haben, und schließlich der Support für Windows 10 allmählich ausläuft, wird wieder viel relativ neue und brauchbare Hardware völlig unnötigerweise zu Elektroschrott. Aus solchen und ähnlichen Gründen sehen sich viele Leute nach Alternativen um und stoßen auf Linux. Leider brechen viele ihr Vorhaben schon nach kurzer Zeit wieder ab, weil sie angesichts der zahlreichen Linux-Varianten nicht wissen, wo sie anfangen sollen und wie der Ochs vorm Berg stehen.

Es gibt einfach zu viele verschiedene Linux-Distributionen, weil jeder, der will, seine eigene herausgeben kann – Linux ist schließlich freie Software. Was ein Vorteil ist, weil die vielen Nischen-Distributionen eben auch viele Spezialbedürfnisse abdecken, wird zum Nachteil für Einsteiger, die einfach nicht wissen, welche sie wählen sollten. Die vielen immer gleichen Youtube-Videos, in denen neue Distributionen oft kurz nach Erscheinen vorgestellt und besprochen werden, helfen auch kaum weiter, außer einen Eindruck davon zu bekommen, wie der Desktop aussieht.

Fragt man Freunde und Bekannte, sieht man anschließend selten klarer. Drei Linuxer haben vier Meinungen, welche Distributionen am besten geeignet sind. Ich hasse Flamewars und finde, Leute sollten einfach mit dem System arbeiten, mit dem sie ihre Aufgaben am besten erledigen können – und ja, da kann die Antwort sehr oft auch einfach „Windows“ heißen. Bei Linux-Debatten überschatten persönliche Design-Vorlieben und hochpolitische Entscheidungen, welcher Paketmanager und welches Init-System Verwendung findet, die Frage: Womit kämen Umsteigewillige mühelos klar? Welche Linux-Distributionen funktionieren einfach?

Linux auf dem Desktop ist viel besser als sein Ruf

Hier ist Linux tatsächlich besser als sein Ruf. Standard-Anwendungen wie Browser, Tabellenkalkulation, E-Mail und so weiter sind vorhanden. Für die allergrößte Mehrheit der Menschen, die den üblichen Nutzungsmix aus Büroaufgaben, Onlineshopping und Netflix haben, dürfte jede Linux-Distribution mehr als ausreichend gut funktionieren. Die großen Nutzungsoberflächen Gnome und KDE sind einfach zu bedienen, sodass Windows- und Mac-Umsteiger gut klarkommen. Ich behaupte sogar, dass Windows längst unübersichtlicher und umständlicher in der Benutzung ist als ein gut eingerichteter aktueller Linux-Desktop.

In dieser Hinsicht sind sich alle Linux-Distributionen so ähnlich, dass auf der Suche nach der passenden Distribution für Einsteiger auf andere Dinge zu achten ist. Gibt es guten Support, regelmäßige Updates und eine große, idealerweise freundliche und nicht allzu elitäre Community, die einem bei Problemen hilft? Ist die Distribution verbreitet genug? Finde ich leicht Lösungen im Netz?

Das zweite Kriterium ist die eigene Hardware. Die Hardware-Sorgen der Vergangenheit sind vorbei: Mittlerweile läuft wirklich fast alles tadellos unter Linux – dummerweise aber nicht immer mit allen Distributionen. Ich habe beispielsweise eine Drucker-Scanner-Kombi, für die es Linux-Treiber in zwei Formaten gibt: Deb und RPM. Und ich stehe auf dem Standpunkt, für eine Linux-Distribution keinen neuen Drucker kaufen zu wollen. Das bedeutet, dass Distributionen, die andere Software-Formate bevorzugen, wie etwa Arch und Solus, für mich nicht infrage kommen. Ja, ich weiß, dass es Mittel und Wege gibt, auch unter einem Arch-Linux Deb- oder RPM-Pakete zu installieren, aber wir erinnern uns: Das Kriterium heißt „läuft einfach“ und nicht „mein Linux ist meine neue Modelleisenbahn“.

Unübersichtliche Vielzahl von Distributionen

Hier stehen Anfänger vor einem großen Problem. Sie müssen, etwas überspitzt gesagt, einen ganzen Stammbaum von Linux-Distributionen auswendig lernen und erst einmal wissen, dass es sich bei Linux Mint und Pop OS gleichermaßen um Ubuntu-Abkömmlinge und damit indirekt Debian-Abkömmlinge handelt oder dass SuSE-Linux kein Red-Hat-Abkömmling ist, aber trotzdem RPM-Pakete kann. An diesem Punkt steigen die allermeisten aus, und das kann man ihnen nur schwer übel nehmen.

Leute, die Linux einsetzen, sind häufig Profis. Das heißt, dass sie nach professionellen Gesichtspunkten ausgewählte Distributionen einsetzen. Sie verstehen oft nicht, dass ihre Kriterien für die meisten Umsteiger wenig relevant sind. So hat Fedora in den Communitys einen exzellenten Ruf und wird vielfach in professionellen Umgebungen eingesetzt – und angeblich auch von Linux-Begründer Linus Torvalds. Wer aber schon mal versucht hat, eine Nvidia-Grafikkarte mit den Originaltreibern von Nvidia zum Laufen zu bekommen, weiß, dass Fedora alles, aber keine „Läuft einfach“-Distribution ist.

Ganz ähnlich sieht es mit Debian aus, das von Puristen immer wieder empfohlen wird. Debian ist eine grundsolide Distribution, aber es ist kein Zufall, dass die Daseinsberechtigung zahlloser Linux-Distributionen einfach darin besteht, auf Basis von Debian etwas Benutzerfreundliches auf die Beine zu stellen. Und nein, der alte Spruch „Linux ist benutzerfreundlich, aber es sucht sich halt aus, wer seine Freunde sind“ ist nicht witzig, sondern ziemlich arrogant und abschreckend für Interessierte, die doch eigentlich für Open Source gewonnen werden sollen.

Red Hat, Debian oder Arch?

Manche Linux-Puristen schwören auf Arch. Das ist ein Linux, das sehr aufwendig zu installieren ist. Seine ganze Philosophie und Daseinsberechtigung ist, dass man mit jedem Bit per Du ist und jedes Schräubchen selbst einstellen will. Also das glatte Gegenteil von „läuft einfach“. Es gibt ein paar Linux-Distributionen, die für Einsteiger geeignete, weitgehend vorkonfigurierte Arch-Systeme anbieten, was angesichts der ursprünglichen Idee von Arch Linux ein wenig absurd erscheint. Manjaro und Endeavour OS sind die bekanntesten Vertreter dieser Gattung, von der ich leider ein wenig den Eindruck habe, dass viele Leute sie nur benutzen, damit sie damit angeben können, etwas Arch-basiertes auf dem Rechner zu haben.

Einer der wichtigsten Einsteiger-Tipps ist: Ignoriere die Website Distrowatch.com! Dort kann man sich ganz gut über neue Versionen von Linux-Distributionen informieren, wenn man im Thema drin ist, aber die Rankings dort verleiten dazu, einfach die Linux-Distribution zu verwenden, die dort am beliebtesten ist. Diese Rankings sind Augenwischerei, weil sie Seitenbesuche zählen, die nur Aufschluss darüber geben, wofür die Seitenbesucher sich interessieren, aber nicht, welche Linux-Distribution sie wirklich einsetzen. Tatsächlich befindet sich in den Top Fünf des Rankings nur eine einzige Distribution, die ich Ein- und Umsteigern guten Gewissens empfehlen kann.

Die Menschen haben verschiedene Geschmäcker und kommen mit verschiedenen Nutzeroberflächen unterschiedlich gut zurecht. Manchen ist egal, ob ihr Desktop aussieht wie eine Mischung aus Windows 98 und dem Star-Trek-Design der späten 1980er Jahre, andere wünschen sich einen eleganten Desktop, den sie gerne ansehen. Diese Wünsche erfüllen verschiedene Distributionen, die sich im Unterbau ansonsten sehr ähneln. Oft ist der Tipp zu hören, dass egal sei, welche Distribution man wählt, weil sich bei allen grundsätzlich jede grafische Oberfläche wie Gnome, KDE oder Xfce nachinstallieren lässt. Das halte ich für Unsinn. Eine der Distribution fremde nachinstallierte grafische Oberfläche ist eigentlich immer hässlich und nicht ausreichend gut vorkonfiguriert. Es widerspricht zudem der „Läuft einfach“-Prämisse. Wenn das heißt, dass manche Menschen sich für grafisch sehr ausgefeilte Distributionen wie Feren OS, Zorin OS oder Elementary OS entscheiden, dann sollte man darüber nicht die Nase rümpfen – wie das in den Communitys leider oft geschieht –, sondern sich freuen, dass durch diese Distributionen die Zahl der Linux-Nutzer steigt.

Rolling Release – ja oder nein?

Manche Distributionen wirken lieblos zusammengekloppt und manche sind kleine Diven, die ihre Extrawürste wollen. So ist Pop OS eine in vielerlei Hinsicht gute Distribution, wirft aber Umsteigern ganz unnötigerweise Steine in den Weg, was bei einer Distribution, deren Ziel es ist, dem „Läuft einfach“-Ideal nahe zu kommen, besonders ärgerlich ist.

Ein letzter Punkt auf der Suche nach der passenden Distribution ist die Frage nach dem Rolling Release. Von den verschiedenen Linux-Distributionen erscheinen üblicherweise alle paar Monate bis Jahre neue Versionen. Einige Distributoren haben damit einfach aufgehört, verteilen nur noch Updates und nennen das Rolling Release. Das Versprechen ist, immer die neueste Software auf dem Rechner zu haben. Das führt gelegentlich auch dazu, dass die allzu neue Software etwas schlechter getestet und weniger stabil ist. Wer sich gegen eine Distribution mit Rolling Release entscheidet, verpasst nicht viel: Auch dann gibt es regelmäßig die neueste Firefox- oder Chromium-Version per automatischem Update.

Eine Reihe von Linux-Distributionen wirbt damit, dass sie besonders wenig Speicher und Rechenleistung benötigen. Für die allermeisten Menschen sind sie unnötig. Die aktuellen Standard-Distributionen laufen sauber und mit guter Schwuppdizität auch auf zehn Jahre alten Rechnern. Die besonders sparsamen Desktops wie Xfce & Co sind oft eher spartanisch und nicht besonders gut vorkonfiguriert. So scheitern fast alle Distributionen mit Xfce daran, auf Laptops mit externem Monitor damit umzugehen, dass man im laufenden Betrieb den Laptop-Deckel schließen oder öffnen möchte. Da geht dann schonmal der Rechner ganz aus oder das System kommt durcheinander und zeigt Fenster und Menüs nicht mehr richtig an. Da wird dann schnell sichtbar, dass gerade viele kleinere Distributionen nicht sorgsam getestet sind und sich nur für Standard-Desktop-Konfigurationen eignen. Mit den großen Distributionen und Gnome oder KDE hat man diese Probleme in der Regel nicht.

Eine einfache Strategie für den Umstieg

Fasst man all dies zusammen, ist die Antwort auf die die Frage nach der passenden Distribution für Umsteiger für die meisten Menschen wahrscheinlich Ubuntu. Damit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Dinge einfach funktionieren. Und wenn nicht, können Lösungen schnell gefunden werden. Wer die Optik von Ubuntu nicht mag eine Distribution sucht, die etwas frischer daherkommt oder sich stärker an Windows oder macOS orientiert, schaut sich am besten die Ubuntu-Abkömmlinge Elementary OS, Feren OS, Linux Mint, und Zorin OS an. Sie kommen den verschiedenen ästhetischen Geschmäckern sowie dem „Läuft einfach“-Ideal wohl am nächsten, während zugleich fast alle im Internet zu findenden Problemlösungen für Ubuntu auch unter diesen Distributionen noch funktionieren.

Als Strategie für einen Umstieg war das jetzt aber immer noch kein guter Rat. Denn wer sich zu einer Distribution durchgerungen und diese installiert hat, wird 1.000 kleine Details finden, die anders sind als früher unter Windows oder macOS. Ausgefeilte Workflows und eingefleischte Gewohnheiten müssen ersetzt und umgelernt werden, was gerade beim Arbeiten unter Stress viel Zeit, Energie und Nerven kosten kann. Das wird häufig unterschätzt. Daher ist es am besten, das Betriebssystem als letztes auszutauschen und zunächst unter Windows oder macOS nach und nach jedes verwendete Programm durch eine Open-Source-Variante zu ersetzen. Ist das nach einer Weile geglückt, wird man sich nach einem Linux-Umstieg schnell zurechtfinden und nichts vermissen. Gerade unter Windows wird diese Strategie in Zukunft immer einfacher werden.

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7 Kommentare
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Panda
Panda

Ich verstehe nicht, warum man Neulingen nicht einfach Ubuntu empfehlen kann. Also die Distribution, die von den meisten genutzt wird. Ubuntu gibt es zudem in unterschiedlichen Flavours. Das reicht doch für den Einstieg. Linux Mint und Co. haben oft tiefliegende Probleme, die dem Anwender oft erst nach Monaten oder gar Jahren auffallen und in aller Regel dazu führen, dass wieder zurück nach Windows gewechselt wird.

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wlorenz65
wlorenz65

Weil ein Ubuntu Snap Programm 20 Sekunden zum Start braucht, ein deb Program dagegen nur 8 Sekunden. Man sollte keine neue SSD kaufen müssen. Kein Debian 10, weil dessen Installer BTRFS /@ nicht unterstützt, nur /, so dass Timeshift nur das lahme rsync verwendet, da kann man gleich ext4 nehmen. Kein Xfce Thunar, weil dort Space ein Programm startet anstatt wie bei Windows die Datei zum Kopieren zu markieren und er nicht suchen kann, nur das externe Catfish aufrufen. Kein Gnome Dateien weil das die platzsparende Listenansicht nicht kennt. Ich persönlich habe Linux Mint Debian Edition 4, und beim Booten startet automatisch eine VirrualBox VM mit Windows XP und ohne Netzwerk, also kein Sicherheitsproblem und keine Windowsupdatezerschießungsprobleme.

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stangolem
stangolem

> weil sich bei allen grundsätzlich jede grafische Oberfläche wie Gnome, KDE oder Xfce nachinstallieren lässt. Das halte ich für Unsinn.
Einspruch: Damit kann ich zumindest das Zusammenspiel von Unterbau und Desktop ausprobieren. Und wenn ich sehe, dass eine Kombi richtig passt, dann nehme ich eben diese Distri im passenden Flavour – aktuell xubuntu. Trotzdem ist KDE, Gnome und MATE mit drauf, weil sie jeweils spezielle Varianten von essentiellen Tools haben, die ich bevorzuge. Egal, dass das Design nicht zum Desktop passt, aber kate ist mir lieber als gedit usw. Und nein, Gnome passt nicht immer. Mir sind die Einschränkungen von Gnome3 zuviel und den passend hinzubekommen ist genau die im Artikel angegriffene Frickelei, abgesehen davon, dass zumindest anfänglich die gnome-shell spätestens nach drei Tagen zuverlässig einfror. Letzteres empfinde ich als so gravierenden Bug, dass ich bis jetzt Gnome nicht mehr testen will.
Der Wechsel von rpm (damals SUSE) zu deb/ubuntu wurde getriggert durch das Fehlen vernünftiger Paketmanager für RPM. Heute ist es fast egal, ob apt*, yum/dnf, zypper, die schenken sich alle nicht viel und jeder hat eine Kleinigkeit, die ich bei den anderen vermisse.

> Wer aber schon mal versucht hat, eine Nvidia-Grafikkarte mit den Originaltreibern von Nvidia zum Laufen zu bekommen, weiß, dass Fedora alles, aber keine „Läuft einfach“-Distribution ist.
Das liegt an Nvidia, nicht an Fedora. Besserung ist in Sicht, da Nvidia wohl das Standardinterface von Wayland unterstützen wird. Es gibt aber noch mehr solche Nickligkeiten wir z.B RHEL mit mainline-kernel (also aktuell 5.12) und vbox … das kernelmodule compiled nicht. Oder das SUSE auf z (ja, das ist nicht relevant für Windowsumsteiger) trotzdem grub statt zipl konfigurieren will. Wie so oft: zypper -y up && reboot … „ach sch*, das kommt ja mit dem alten kernel hoch“.

Trotz alledem, nein, ein Windows ist vieeeeeeeeel zu kompliziert. Live-Image starten, bisschen probieren, installieren (und dabei während der Installation das System weiter benutzen oder die Sachen, die die Installationsroutine nicht kann, geradebiegen) und danach direkt loslegen? Geht mit Windows nicht, da hab ich noch keine Anwendungen drauf. Und wenn doch was fehlt, apt|dnf|zypper install geht auch nicht usw. Paketmanager? Fehlanzeige …

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G.W.
G.W.

Mein Vater, ein einfacher Handwerker, hatte mit 60 Jahren mit meiner Hilfe den Umgang mit DOS/Windows erlernt und war mit 75 Jahren umgestiegen auf openSuse mit KDE, ebenfalls mit meiner Unterstützung. Der Umstieg fiel ihm wenig schwer, da das damalige Windows XP und KDE sich optisch ähnelten. Durch Yast hat man eine zentrale Stelle für Verwaltung und Updates, ähnlich wie er es von Windows kannte. Inzwischen ist er fast 90 und nutzt openSuse Tumbleweed. Letzteres aktualisiere ich ihm inzwischen, ansonsten kommt er prima klar.
Ich schreibe dies, um Mut zu machen. Es gibt mehrere große Communities im Internet und viele auf deutsch. OpenSuse gibt es gefühlt „ewig“ und entsprechend viel Erfahrene sind im Intenertnet anzutreffen. Auch gibt es viele gute Anleitungen in PC-Magazinen wie z.B. in „c’t“. Wer von sich aus weniger PC-affin ist, sollte einen Linux-erfahrenen Menschen haben, um den Einstieg gut hin zu bekommen. Klappen kann das in den meisten Fällen. Wichtig ist nur, Geduld zu haben, lernen zu wollen und nie zu vergessen, dass Linux kein „Windows umsonst“ ist. Nach einem Jahr kennt man sich meist schon gut in den Basics aus. Ich habe vielen mit openSuse zum Umstieg verholfen. Aber gewiss kann für andere Ubuntu OK sein. Im Grunde ist es egal, Hauptsache man lernt die Grundlagen.

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David Blaz
David Blaz

Ganz offen gesagt finde ich diesen Artikel ganz erfrischend und absolut zutreffend geschrieben. Hut ab.

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Frederic
Frederic

@wlorenz65 und @stangolem: Der Titel dieses Artikels lautet „Wenn Windows nicht mehr läuft: So glückt der Linux-Umstieg“ und nicht „Wer ist der Superduper-Topchecker-Linux-Nerd und kann die meisten Fachtermini droppen“. Ihr gehört sicherlich nicht zu einer „große[n], idealerweise freundliche[n] und nicht allzu elitäre[n] Community“, von der Enno oben schreibt. Kapiert Ihr nicht, dass Ihr mit solchen „Texten“ Leute vom Umstieg abschreckt? Oder wollt Ihr genau das, damit Ihr weiter schön elitär bleibt?

@G.W.: „Nach einem Jahr kennt man sich meist schon gut in den Basics aus.“ – Du betreust Deinen Vater seit 30 Jahren als Linux-Profi (Hut ab dafür!), aber diesen Support hat nicht jede/r. Dass man ein Jahr für die Basics(!) braucht, ist dann für Umsteiger doch eher abschreckend.

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sunil
sunil

Was mich immer wieder an einem kompletten Umstieg abhält, ist, dass die verschiedenen Distributionen zwar immer schicker werden, zuletzt hatte ich zorin ausprobiert, aber die mitgelieferte Software eigentlich immer die gleiche ist und jeder versucht möglichst nahe an das Bedienkonzept von Windows oder Mac zu kommen.
Jede Hilfe für die Installation von Software beginnt dann damit, zu beschreiben, dass es mindestens drei Möglichkeiten gibt, dass z. B. thunderbird als deb oder ppa oder aus der Quelle zu installieren ist.

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