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Linkedin-Posting hebt ab: #MomToo zeigt Karrierefrauen mit ihren Kindern

Auf Linkedin trendet der Hashtag #MomToo. Die Karrierefrau und Mutter Kaitlyn Chang macht damit aufmerksam, dass viele Frauen am Arbeitsplatz ihr Muttersein verschweigen – aus Angst vor Nachteilen.

2 Min. Lesezeit
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#MomToo: Arbeitende Mütter machen berufliche Nachteile sichtbar. (Foto: Linkedin / Niklas Schnaubelt)

Kaitlyn Chang ist Managerin und Mutter. Lange Zeit hat sie jedoch beides strikt voneinander getrennt. Auf der Konferenzbühne des Forward Festivals in Wien sprach sie vor wenigen Woche über die Vorteile der Vaterschaft, die Nachteile der Mutterschaft und dass sie sich lange selbst auferlegt habe, im Job nicht über ihr Mutterdasein zu sprechen – aus Angst, sie würde sich dadurch beruflichen Risiken aussetzen. Das Besondere: Während ihres Vortrags schlief ihre sechs Monate alte Tochter an ihrer Brust. Chang sieht das inzwischen nämlich anders: „Ich bin überzeugt, dass es aktuell entscheidend ist, fließende Grenzen zwischen Arbeit und Familie sowie Office und Home zu normalisieren. Es geht darum, auch bei der Arbeit Mensch zu sein und nicht dafür bestraft zu werden.“ Kind und Karriere müssen einfach zusammengehen.

Linkedin-Trend: Kaitlyn Chang startet #MomToo

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Auf Linkedin hat sie ihren Konferenztalk thematisiert und prompt riesiges Feedback erhalten. Rund 3,5 Millionen Menschen haben auf ihren öffentlichkeitswirksamen Vorstoß reagiert. Viele Frauen honorieren ihren Auftritt mit Likes, viele Frauen antworten in den Kommentaren – und viele Frauen machen es ihr nach und zeigen sich mit ihren eigenen Kindern auf Linkedin. Der Hashtag #MomToo steigt derzeit zu einem Trendthema auf und trifft den Nerv vieler Mütter mit beruflichen Ambitionen. Die Arbeitswelt funktioniere laut Kaitlyn Chang noch immer nach den Maßstäben, dass hauptsächlich der Mann arbeitet und die Frau bei den Kindern sei. Und falls Frauen doch weiter Karriere machen wollen, sie mindestens in das Korsett einer 9-to-5-Woche passen müssen. Arbeitende Mütter auf dem Karrierenetzwerk pflichten ihr bei.

„Wenn das die Norm ist, werden jene, die ihr nicht entsprechen, schnell diskriminiert und bestraft“, sagt Kaitlyn Chang und verweist beispielhaft auf in Teilzeit und in Führungspositionen arbeitende Mütter. Die Belastung im Job würde zudem steigen, da sie, um gegenüber männlichen Kollegen zu bestehen, wie sie zu agieren hätten. Die Folge sei, Arbeit und Familie stärker zu trennen. Mütter müssten zudem wie eine „Superwoman“ auftreten, sagt sie weiter. Wortgewandt hat sie dafür auch den passenden Begriff des „Schwanensee-Syndroms“ benutzt. „Wie Schwäne gleiten viele Frauen anmutig übers Wasser, aber paddeln darunter wie verrückt.“ Damit das ein Ende hat, so ihre Forderung, müsse die Arbeitswelt flexibler werden. Das heiße auch, geteilte Führung sowie hybride Arbeitsorte und flexible Arbeitszeiten.

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Frauen mehr Karriere, Männer mehr Familie

Für mehr Flexibilisierung und das Abschaffen alter Rollenbilder plädieren auch Männer. So kommentiert unter anderem der Linkedin-Nutzer Pete Poul-Graf: „Der Punkt ist, dass wir als Eltern in der Lage sein müssen, unabhängig vom Geschlecht zu arbeiten und für unsere Kinder zu sorgen und nicht deswegen negativ beurteilt zu werden. Ich werde niemals die Karriere eines Mitarbeiters kleinhalten, weil er sich entschieden hat, ein Kind zu bekommen.“ Der Schlüssel liege darin, dass nicht nur Frauen mehr Karriere machen, sondern auch Männer mehr Familie. Wie antiquiert die Geschlechterrollen diesbezüglich noch immer sind, beweist derzeit der US-amerikanische Gründer und Investor Joe Lonsdale. Er behauptet, männliche Führungskräfte, die in Elternzeit gehen, seien „Loser“. Anstatt eine Auszeit zu nehmen, sollten sie lieber härter arbeiten.

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