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„Pokémon Unite“ zeigt, dass Nintendos Bezahlmodelle drastischer werden

Zu viele In-App-Käufe: Pokémon Unite macht auf User:innen einen geldgierigen Eindruck. Und das ist nicht das einzige Problem mit dem neuen Spiel für die Nintendo Switch.

Von Teresa Rübel
3 Min. Lesezeit
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Pokémon Unite für Nintendo Switch. (Foto: Wachiwit / Shutterstock)

„Pokémon Unite“, das „Multiplayer Online Battle Arena (MOBA)“-Game für Nintendo Switch ist seit dem 21. Juli erhältlich und begeistert nicht alle Spieler:innen. In dem „Free to Play“-Spiel können durch In-App-Käufe erhebliche Vorteile erzielt werden. Entwickelt wurde „Pokémon Unite“ von der Tencent-Tochter Timi Studio Group. Tencent besitzt bereits das MOBA „League of Legends“ und Timi Studios entwickelte „Arena of Valor“, eines der meistgespielten Mobile-MOBAs der Welt.

Enttäuschung unter Gamer:innen

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Die Gaming-Community scheint nicht wirklich zufrieden mit dem Spiel zu sein. Auf Twitter und Youtube äußern User:innen sich kritisch. Neben dem unzureichend funktionierenden Matchmaking hat „Pokémon Unite“ ernstzunehmende Idling-Probleme. Wenn eine Spielerin oder ein Spieler schwaches Internet oder keine Lust mehr auf das Spiel hat, wird die fehlende Figur durch einen CPU-gesteuerten Charakter ersetzt, der aber leicht vom Gegnerteam besiegt werden kann. Für Gamer:innen, die das Spiel verlassen, wenn die ersten 30 Sekunden der Runde nicht so gut laufen, sollte es „Strafen“ wie beispielsweise Ranking-Nachteile im Spiel geben, lautet der Vorschlag eines Autors auf The Gamer.

Am genervtesten sind Spieler:innen jedoch von den In-App-Käufen. Die Meinungen, ob „Pokémon Unite“ tatsächlich auf Pay-To-Win ausgelegt sei, gehen auseinander, doch der Youtuber BeatEmUps gab im Selbstversuch 135 Dollar aus und zeigte dabei detailliert die Vorteile, die er dadurch erhielt.

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Ingame-Währungen sorgen für Orientierungslosigkeit

Um die oftmals jungen Gamer:innen zu Ingame-Käufen zu bewegen, setzt Nintendo vor allem auf Verwirrung: Das Spiel besitzt fünf verschiedene Ingame-Währungen. Die Edelsteine Aeos Gems sind die Premium-Währung von „Pokémon Unite“ und können nur mit Echtgeld erworben werden. Aeos Coins wiederum gibt es im Kampf oder als Belohnungen, wobei nicht mehr als 2.100 Coins pro Woche verdient werden können. In gerankten Spielen können Spielerinnen Aeos Tickets als Belohnung erhalten und die Fashion-Tickets und Holowear-Tickets können durch das Drehen an einem Glücksrad gewonnen werden, das ab Trainer-Level sechs freigeschaltet ist. Das Bezahlsystem ist so unübersichtlich, dass leicht vertuscht werden kann, wie viel Geld die Spieler:innen tatsächlich ausgeben.

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Von den verschiedenen Währungen kann man tragbare Items und neue Charaktere kaufen, doch ein neues Pokémon kostet mindestens das Dreifache des wöchentlichen Höchstmaßes. Anstatt drei Wochen jeden Tag zu spielen, können Spieler:innen das mit den per Echtgeld erworbenen Aeos Gems abkürzen. Natürlich muss niemand sein oder ihr Erspartes in das Spiel stecken, aber mithilfe der Items, von denen jede Spielfigur drei tragen kann, werden die Pokémon schneller oder stärker. So können sie über Sieg und Niederlage entscheiden. Sehr unüblich für ein MOBA: Die Spieler:innen können nicht einsehen, welche Items die Gegner:innnen besitzen, sodass man kaum strategisch planen kann.

Mikrotransaktionen: Kein nachhaltiges Wirtschaftsmodell

Mikrotransaktionen stören nicht nur viele Spieler:innen, sondern sind auch bedenklich für Kinder, neurodiverse Personen oder Menschen mit Suchtproblemen. Es ist nicht das erste Mal, dass Spiele wegen ihrer In-App-Käufe in der Kritik stehen: Die BBC berichtete von Fällen im Vereinigten Königreich, bei denen Kinder vierstellige Summen ausgaben und ihre Familien in die Verschuldung trieben. Ein 22-Jähriger mit Autismus gab zum Beispiel innerhalb weniger Wochen sein ganzes Erspartes aus. Geraldine Bell von The Guardian bezeichnet In-App-Käufe sogar als „Abzocke“. Es verlange niemand, dass Entwickler:innen und Publisher:innen für ihre Kreativität und ihren Fleiß nicht belohnt werden sollten; aber die gegenwärtige Vorgehensweise sei nicht nachhaltig.

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Nintendo führt auf dem Mobile-Markt immer mehr Mikrotransaktionen ein. Für die Spiele „Animal Crossing: Pocket Camp“ und „Mario Kart Tour“ sind monatliche Abos erforderlich und „Super Kirby Clash“ ist zwar kostenlos für die Nintendo Switch, hat aber auch eine Ingame-Währung, die mit Echtgeld erworben werden muss.

Twitter reagiert humorvoll

Auf Twitter machen sich Nutzer:innen über die allzu offensichtliche Pay-To-Win-Strategie lustig:

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7 Kommentare
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Maddin89

Dann sollten sie mal Trymacs fragen, wieviel der da reingesteckt hat an Geld… 135 sind nen Witz dagegen

Antworten
Martin

Als kleinen Tipp, die Zustimmung zum Gendern sinkt stark (letztes Jahr minus 10%) und liegt jetzt schon bei nur noch knapp einem Viertel. Die Verteidiger schreien natürlich am lautesten, aber deshalb sollte man nicht den Fehler machen, zu denken, sie seien die breite Masse. Verzichtet drauf, dann stellt ihr drei Mal mehr Leute zufrieden als so. Meine ja nur.

Quelle bspw:
https://de.statista.com/infografik/24913/befragte-die-gendergerechte-sprache-wie-folgt-bewerten/

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Jörn Brien

„Gendern bedeutet für Männer letztlich auch den Verlust von Privilegien und gesellschaftlicher Vorherrschaft. Die heftigen Reaktionen lassen sich auch so erklären.“ aus: https://www.deutschlandfunk.de/streit-ums-gendern-was-sich-aus-frueheren-sprachdebatten.1148.de.html?dram:article_id=500988

Antworten
Manuel

Dein Vorschreiber meinte dass die Verteidiger des Genderns am lautesten schreien weil sie immer weniger werden, darauf zitierst du dass die die ihre Macht nicht hergeben wollen am heftigsten (lautesten) sind – darf ich das so interpretieren dass du damit meinst die Gender-Fraktion will ihre Macht nicht aufgeben? Andernfalls ist der Bezug zum vorher gesagten für mich nicht klar.

Was anderes: Im Artikel wird von neurodivers gesprochen. Was soll das sein? Neurodivergent (Autisten etc) und Divers kenn‘ ich ja mittlerweile. Impliziert Neurodivers dass alle Diversen neurodivergent wären? Oder dass alle Neurodivergenten divers sind? Bitte um Klarstellung, die zusammenlegung der Begriffe find‘ ich seltsam.

Jörn Brien

@Manuel Mir wäre jetzt noch niemand aufgefallen, der lautschreierisch gendert. Auch wir gendern hier ganz leise vor uns hin und werden deswegen seit Tagen ständig angefeindet. Ist andersherum in den Jahren zuvor, wo wir noch nicht gegendert haben, niemals vorgekommen. Ich schätze aber nicht, dass du das ernstgemeint hast. Falls doch: Die, die am lautesten schreien, sind jene, die es nicht ertragen, einen Doppelpunkt mitlesen zu müssen. Den wahrscheinlichen Grund dafür findest du im Artikel.

Die andere Frage bitte an meine Kollegin stellen.

Co

Vor allem „User:innen“. User ist englisch und steht dort für die weibliche und männliche Form das ist schon stark übertrieben und wirkt wie ein Tippfehler.

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