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Geschäftsberichte enthüllen: So (wenig) digital sind die Dax-Konzerne

Vorne mit dabei, wenn es um Digitalisierungsaktivitäten geht: Pro-Sieben-Sat.1-Media und die Medienbranche allgemein. (Foto: Pro-Sieben-Sat.1-Media)

Pro-Sieben-Sat.1-Media: top, Fresenius: flop. Eine umfassende Analyse zeigt: Nicht bei allen Dax-30-Konzernen hält die Umsetzung von Digital-Projekten mit den digitalen Herausforderungen Schritt.

Wer als Wissenschaftler herausfinden will, welche Bedeutung das Thema Digitalisierung für große Unternehmen wirklich hat, muss manchmal in den sauren Apfel beißen – und tonnenschwere Geschäftsberichte lesen.

Tatsächlich getan hat das die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), und zwar für ihre Studie „Digitale Transformation: Wie weit sind die DAX 30?“. Ihr kompaktes Fazit: Die Digitalisierung werde „immer mehr zum zentralen Thema“ in den Geschäftsberichten der Dax-Konzerne. Denn ebendort hätten sich die einschlägigen Informationen zwischen 2014 und 2016 „nahezu verdoppelt“, wie es heißt.

Die Untersuchung zeige zudem, dass sowohl die Quantität als auch die Qualität der Berichterstattung in Bezug auf die Digitalisierung steige. So nehme das Vorkommen aller Keywords im Untersuchungszeitraum um fast 85 Prozent zu.

Digital-Index der einzelnen DAX-Unternehmen im Untersuchungszeitraum. (Im Digital-Index werden alle Punkte, die im Rahmen der Bewertung vergeben wurden, aufsummiert.) (Grafik: HTW)

Digital-Index der einzelnen DAX-Unternehmen im Untersuchungszeitraum. (Im Digital-Index werden alle Punkte, die im Rahmen der Bewertung vergeben wurden, aufsummiert.) (Grafik: HTW)

„Rückgang konkreter Digital-Aktivitäten“

Allerdings halte nicht bei allen Dax-30-Konzernen die Umsetzung von Digital-Projekten mit den digitalen Herausforderungen Schritt, stellen die Studienautoren klar. Bei einigen Konzernen gehe die „konkrete Umsetzung digitaler Projekte“ zum Teil „stark zurück“. Ebendas habe man zum Beispiel bei der Lufthansa, der Deutschen Post, der Deutschen Börse oder auch der Allianz festgestellt.

„Für uns zeigt die Untersuchung eine konträre Entwicklung“, sagt Julian Kawohl, Inhaber der Professur für Strategisches Management an der HTW. Es gebe keinen Grund, bei den Digitalisierungsaktivitäten nachzulassen. „Nur mit einer konsequenten Digitalisierung können weltweit operierende Unternehmen konkurrenzfähig bleiben. Wenn die zunehmende Berichterstattung zu Digital-Themen aber nicht mit der realen Entwicklung übereinstimmt, kann das ein falsches Signal an die Anteilseigner sein.“

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