
Vor einigen Jahren hatte das zur Expedia-Gruppe Travel-Tech-Startup Vrbo eine Anti-Party-Technologie entwickelt, die dazu dienen sollte, unerlaubte Parties in gebuchten Unterkünften zu unterbinden. Jetzt dürften in der Firmenzentrale der Reiseplattform selbst aber die Korken geknallt haben.
Will Uber Expedia kaufen?
Denn Expedia soll in Verhandlungen mit Uber über eine Übernahme stehen. Der Ridesharing-Dienst sei an einem Kauf des Reiseportals interessiert, berichtet die Financial Times. Der mögliche Kaufpreis dürfte sich jenseits eines Volumens von 20 Milliarden US-Dollar bewegen, denn soviel ist Expedia an der Börse gerade wert.
Die Nachrichten über das Uber-Interesse hatten darüber hinaus einen Freudensprung der Expedia-Aktie zufolge, die vorbörslich um über sechs Prozent zulegte. Die Uber-Aktionär:innen waren derweil skeptischer und schickten die Aktie auf Tauchgang: Um über drei Prozent ging es für den Kurs der Uber-Papiere bergab.
Gespräche noch in frühem Stadium
Noch ist ein potenzieller Deal aber nicht in trockenen Tüchern. Wie auch CNBC unter Berufung auf Firmeninsider:innen bestätigte, befänden sich die entsprechenden Gespräche in einem sehr frühen Stadium und könnten jederzeit abgebrochen werden.
Expedia-Nutzer:innen können auf der Plattform Flüge, Unterkünfte, Autos und Ausflüge buchen. Zum Expedia-Konzern gehören neben Vrbo auch Websites wie Hotels.com und Orbitz. Allein im abgelaufenen zweiten Quartal 2024 sollen die Bruttoeinnahmen durch Buchungen rund 28,8 Milliarden Dollar betragen haben.
Für das Interesse Ubers an Expedia gibt es nachvollziehbare Gründe. Zum einen dürften nur wenige Externe Expedia so gut kennen wie Uber-CEO Dara Khosrowshahi. Denn der war zwischen 2005 und 2017 dessen Chef und ist noch immer Teil des Expedia-Verwaltungsrats.
Uber auf dem Weg zu Super-App
Strategisch wäre eine Übernahme von Expedia für Uber ein Riesengewinn, urteilt etwa Wedbush-Securities-Analyst Dan Ives. Die Verhandlungen deuteten darauf hin, dass Uber sich in die Offensive begeben habe, um nach neuen Monetarisierungsmöglichkeiten zu suchen.
Uber könne damit einen großen Schritt in Richtung Super-App gehen, die mehr als nur Mitfahrgelegenheiten und Essenslieferungen bietet. Als Risiken sehen Beobachter:innen neben dem hohen Kaufpreis auch die auf eine Übernahme folgende potenziell teure und möglicherweise komplizierte Integration des neuen Unternehmensteils.