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Wirtschaftsweise: 4-Tage-Woche ist möglich – unter einer Bedingung

Junge Menschen haben keine Lust auf Arbeit und wollen nur vier Tage pro Woche arbeiten? Nicht nur Bundesfinanzminister Christian Lindner behauptet das. Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer widerspricht.

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Monika Schnitzer glaubt, die Vier-Tage-Woche wäre für Beschäftigte ein Anreiz. (Foto: dpa / Metodi Popow)

Dass jüngeren Generationen nicht mehr bereit sind, hart zu arbeiten, lautet ein Vorwurf aus Politik und Wirtschaft. „Es gibt weltweit und historisch keine Gesellschaft, die ihren Wohlstand dadurch erhalten hat, dass sie weniger arbeitet“, sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). „Wir brauchen mehr Bock auf Arbeit“, mahnt Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

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Beide kritisieren mit ihren Aussagen nicht nur die Arbeitswilligkeit junger Menschen in Deutschland. Auch und vor allem das Konzept der Vier-Tage-Woche wird immer wieder mit ihnen in Verbindung gebracht. Häufig steht deshalb das Klischee im Raum, dass vor allem die Gen Z keine Lust auf Arbeit hat und das Privatleben stets an erster Stelle steht. Umfragen unter 16- bis 28-Jähriger kommen regelmäßig zu anderen Ergebnissen.

Bock auf Arbeit: 4-Tage-Woche ist möglich

Auch die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer widerspricht in der Berliner Morgenpost: „Es ist nicht so, dass es der jungen Generation an ‚Bock auf Arbeit‘ mangelt. Eher brauchen die Unternehmen mehr Lust auf motivierte junge Leute.“ Auch das Konzept der Vier-Tage-Woche verteidigt sie, allerdings unter anderen Bedingungen als das Modell ursprünglich vorsieht. Sie plädiert für einen zehnstündigen Arbeitstag an vier Tagen pro Woche.

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„Die These, dass man in vier Tagen bei vollem Lohnausgleich dieselbe Arbeitsleistung wie in fünf Tagen erbringt, lässt sich empirisch nicht belegen“, so Schnitzer. Auch effizientere Arbeit könne keinen ganzen Arbeitstag ausgleichen. Dennoch fordert sie mehr Flexibilisierung, um Fachkräfte zu gewinnen. „Wenn man am Tag zehn Stunden arbeitet, kann man auch eine Vier-Tage-Woche ermöglichen. Für viele Beschäftigte wäre das ein Anreiz.“

Monika Schnitzers Vorschlag wird in Belgien bereits umgesetzt. Seit November 2022 gilt dort ein Rechtsanspruch auf die Vier-Tage-Woche. Mit ihrer Hilfe will die belgische Regierung die Wirtschaft flexibilisieren. Die Bürger können dort an vier Tagen für zehn Stunden arbeiten und sich somit den fünften Arbeitstag freischaufeln. Das Modell sei ein „Booster für die Ökonomie“, schwärmt der belgische Justizminister Vincent Van Quickenborne.

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Deutsche leisten viele Überstunden

Der Großteil der Deutschen kennt eine Regelarbeitszeit von 40 Stunden an fünf Tagen. Der Acht-Stunden-Tag ist gängig. Allerdings zeigen Erhebungen, dass bereits jetzt schon deutlich mehr gearbeitet wird. Die Deutschen haben 2022 mehr als eine Milliarde Überstunden geleistet. Ganze 702 Millionen Überstunden waren unbezahlt, wie aus einer Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht. Das entspricht 809.000 Vollzeitstellen.

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Kommentare (1)

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Gabriel D.

Wie wäre es, wenn innerhalb des Systems mal Anreize geschaffen werden, für die man sich abrackern kann? Sobald ich von einem Gehalt für 32h/Woche leben kann, geh’ ich mit den Stunden runter.

Wozu sollte ich mehr arbeiten? Mit dem bisschen mehr Geld kann man sowieso nichts anfangen. Jeder Sparversuch verliert viel zu schnell an Wert, vor allem aktuell. Sowas wie Wohneigentum kann sich jemand, der nicht bei der Geburt Glück hatte, sowieso nicht mehr leisten. Und mit der Altersvorsorge wird das mit ein paar Euros mehr auch nichts, falls bis zu unserer Rente der Planet noch bewohnbar sein sollte.

Dann steck‘ ich den zusätzlichen Tag lieber in etwas wirklich Sinnvolles und engagiere mich wieder ehrenamtlich, um denen zu helfen, die noch schlechter dastehen.

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