Wikileaks

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Die Enthüllungsplattform Wikileaks wurde 2006 gegründet und stellt der Öffentlichkeit brisante Inhalte politischer oder wirtschaftlicher Natur zur Verfügung. Was die einen als wichtiges Forum zur Aufklärung betrachten, ist für die Betroffenen ein Medium, das sie bekämpfen wollen.

Die Internetplattform Wikileaks veröffentlicht anonym Geheimdokumente

Wikileaks ist eine von Computerexperten geschaffene, private und nicht zensierbare Wissensdatenbank, auf der vertrauliche Dokumente deponiert werden. Die Absender lassen sich nicht zurückverfolgen. Dank der Plattform können Informanten weltweit geheime Daten veröffentlichen. Diesen Vorgang nennt man Whistleblowing (Geheimnisverrat). Die bei Wikileaks Aktiven sind eher ein Verbund engagierter Personen als eine Organisation. Zwar bringt dieser Verbund Geheimnisse ans Licht, die für die Öffentlichkeit relevant sind, doch wie die Gruppierung arbeitet, bleibt verborgen. Den „Kopf“ der Gruppe bilden fünf Mitglieder, außerdem arbeiten um die 1.000 Menschen ehrenamtlich für die Plattform. Wikileaks-Gründer Julian Assange war als Verfechter der Meinungsfreiheit lange Zeit sehr angesehen. Noch 2010 kürte ihn die französische Zeitung Le Monde zum Mann des Jahres, ein Jahr später wurde er von der Sydney Peace Foundation für seinen Kampf für Frieden und Gerechtigkeit ausgezeichnet. Mittlerweile hat sein Ruf erheblichen Schaden genommen: 2012 flüchtete Assange aufgrund von Vergewaltigungsvorwürfen und drohender Auslieferung nach Schweden in die britische Botschaft in Ecuador. Im April 2019 entzog ihm der neue ecuadorianische Präsident Moreno dann sowohl das Asylrecht als auch die Staatsbürgerschaft wieder. Kurz darauf wurde Assange in der ecuadorianischen Botschaft von der britischen Polizei festgenommen und am 1. Mai 2019 zu einer Haftstrafe von 50 Wochen verurteilt, da er sich durch seine Flucht in die Botschaft der Justiz entzogen habe.

Großer Imageverlust für Julian Assange und die Plattform Wikileaks

Auch die Plattform selbst steckt in der Krise. Über ihre Rolle wird in der Öffentlichkeit scharf diskutiert. Viele öffentliche Personen und Gruppierungen fühlen sich von der Vorgehensweise der Whistleblower nicht nur angegriffen, sondern erheblich beschädigt und bekämpfen Wikileaks mit allen Mitteln. Allerdings gelang es Wikileaks bisher nicht, Dokument aus Ländern mit strikten Informationshierarchien zu veröffentlichen (zum Beispiel aus China). Jahrelang galt die Plattform als Vorbild für investigativen Enthüllungsjournalismus. Heute sieht man sie ebenso zwiespältig wie ihren Gründer. Wikileaks steht im Verdacht, die republikanische Partei unterstützt und die Demokraten getrollt zu haben. Auch die Enthüllungen über den amerikanischen Geheimdienst CIA sorgten nicht nur in den USA für große Aufregung. Man spricht in diesem Zusammenhang von Informations-Anarchie. In Relation zu den real existierenden Zugriffsberechtigungen scheint es jedoch eher so, als gäbe es unter Amerikanern den Status „geheim“ gar nicht mehr.  In jedem Fall hat Wikileaks zahlreiche Fragen zu den Themen Cybercrime und Cybersecurity aufgeworfen.

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