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Apple erwägt Ende des Safari-Zwangs für iPhone und iPad

iPhone 11 Pro mit iOS 13. (Foto: Shutterstock)

Apple denkt einem Bericht zufolge darüber nach, seine Standard-App-Dominanz auf iPhones und iPads aufzugeben und sich für Dritt-Apps und -Dienste zu öffnen.

Apple erwägt, Nutzern mehr Wahlfreiheit bei Standard-Apps wie Mail-Anwendungen und Browsern auf iPhones und iPads zu geben. Auch beim Homepod denkt der Hersteller über die Öffnung für Musikdienste von Dritten wie Spotify nach. Hintergrund seien Vorwürfe, dass das Unternehmen seinen eigenen Diensten auf der eigenen Hardware einen unfairen Vorteil verschaffe, berichtet Bloomberg.

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Gmail statt Apple-Mail als Standard-App auf iPhones?

Laut Bloombergs Mark Gurman, der bekannt für seine guten Kontakte zu Apple ist, diskutiert der iPhone-Konzern intern, ob man iPhone- und iPad-Nutzern die Möglichkeit geben sollte, Webbrowser und Mail-Programme von Drittanbietern als Standardoptionen auszuwählen. Derzeit sind der hauseigene Safari-Browser und die Mail-Anwendung des Unternehmens nicht ersetzbar. Zwar könne man seit einer Weile die Mail-App löschen, die Änderung von Mailto-Links, also der Auswahl einer Mail-App-Alternative, ist allerdings nicht möglich.

Die Auswahl einer App-Alternative zu den hauseigenen Standard-Anwendungen wäre für Apple eine große Sache. Denn seit Einführung des App-Store 2008 hat Apple es den Nutzern nicht erlaubt, vorinstallierte und als Standard festgelegte Apps durch Fremdanwendungen zu ersetzen. Für App-Entwickler stellt dieser Umstand eine große Hürde dar, sich im Wettbewerb behaupten zu können.

Apples geschlossenes System, das es Nutzern unmöglich macht, Apps von Drittanbietern als Standard zu setzen, war 2019 schon Bestandteil einer Anhörung eines Kartellrechtsausschusses des US-Repräsentantenhauses gewesen. Der Gesetzgeber warf die Frage auf, warum iPhone-Nutzer Webbrowser, Karten-Apps, E-Mail- und Musik-Apps von Drittanbietern nicht als Standard festlegen können.

Spotify statt Apple Music auf dem Homepod?

Apples Homepod unterstützt seit dem Start Apple Music – und nicht viel mehr. (Bild: Apple)

Der Konzern erwägt außerdem eine Lockerung der Beschränkungen für Drittanbieter-Musik-Apps auf seinem Smartspeaker Homepod. Seit seinem Marktstart vor zwei Jahren bietet der Apple-Lautsprecher nur den eigenen Streaming-Dienst Apple Music. Der schwedische Mitbewerber Spotify hatte sich 2019 im Zuge einer EU-Kartellbeschwerde gegen Apple über die „unfairen Vorteile“ beschwert. Teil der Beschwerde war auch der fehlende Zugang zum Homepod.

Der Konzern diskutiere intern zudem, ob man es Nutzern erlauben soll, den Standard-Musik-Dienst von Siri zu ändern. Derzeit ist Apple Music auch hier die Norm. Seit iOS 13 ist es zwar möglich, die Streaming-Dienste Dritter zu bedienen, dafür muss aber stets zusätzlich der Name des Dienstes an den Sprachbefehl gehängt werden. Bei einer Änderung sei dieser Zusatz nicht mehr der Fall, Nutzer könnten vorab ihren bevorzugen Musikdienst festlegen.

Laut Gurmans Quellen sind die möglichen Änderungen noch nicht final entschieden worden oder befinden sich maximal in der frühen Entwicklungsphase. Falls Apple sich öffnen sollte, könnten die Änderungen mit dem Update auf iOS 14 und dem korrespondierenden Homepod-Update erscheinen, so Bloombergs Quellen.

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2 Kommentare
Alexander Jakob

Benutze Safari schon seit Jahren nicht mehr. Google Chrome ist einfach die Nummer 1

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Zer0
Zer0

Oh nein. Apple Mail ist wenigstens ein anständig funktionierendes Programm. Dann sollen sie aber bitte vorher die ganzen Schrott-Mail Apps aus dem Store werfen. Da gibts leider genug, die mit der HTML- und CSS-Kompatibilität noch nicht einmal im zweiten Millennium angekommen sind. Und welche, die bei einem ihnen unbekannten Tag gleich den ganzen Mail-Inhalt in eine leere weiße Fläche verwandeln.

Ein paar der großen Free-Mail Firmen wenigstens, haben sich ja vor einigen Monaten endlich dazu erbarmt, die antiken Render-Engines in ihren Apps mal gegen aktuelle auszutauschen.
Und nicht, dass mir jetzt jemand kommt mit: „Aber Design in Mails ist unnötig und gefährlich. Ich will kein CSS in meinem Mail Programm.“ Derjenige soll es dann bitte auch gefälligst durchziehen und mit Linux ohne GUI arbeiten und mit dem Lynx Browser surfen!

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