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Artemis: Warum die Nasa eine deutsche Puppe namens Helga zum Mond schickt

Am frühen Nachmittag des 29. August befördert die Nasa ihre Orion-Raumkapsel mithilfe einer Trägerrakete zum Mond. Mit an Bord: die beiden deutschen Puppen Helga und Zohar.

2 Min. Lesezeit
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Die beiden weiblichen Testtorsos, die ins All geschickt werden. (Foto: DLR)

Gegen 14.30 Uhr deutscher Zeit sollte es losgehen: Die Nasa wollte am Montag, 29. August, ihre Mondmission Artemis 1 starten. Dabei wird die Raumkapsel Orion von einer Trägerrakete, dem sogenannten Space Launch System (SLS), ins All gebracht. Doch wegen technischer Probleme wurde der Start auf Freitag verschoben.
Noch befindet sich in der Raumkapsel keine menschliche Crew – stattdessen sollen Puppen testen, wie sich die Reise zum Mond auf den menschlichen Körper auswirkt.

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Helga und Zohar auf dem Mond: Deutsche Puppen sollen Strahlungsrisiko messen

Mit der Mondmission Artemis 2 werden voraussichtlich im Jahr 2025 erstmals auch Frauen die staubige Mondoberfläche betreten. Um Astronautinnen wie Jessica Watkins dabei möglichst gut schützen zu können, braucht es allerdings noch mehr Wissen darüber, „wie sich die Strahlungswerte während eines vollständigen Mondfluges für Astronautinnen verhalten und welche Strahlenschutzmaßnahmen dagegen hilfreich sein können“, erklärt Thomas Berger, Leiter des Projektes Mare am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Im Rahmen von Mare hat das DLR dafür die Puppen Helga und Zohar entwickelt, die jetzt mit der Testmission Artemis 1 Richtung Mond geschossen werden. Die beiden Torsos sind vom Körperbau her zwei erwachsenen Frauen nachempfunden, 95 Zentimeter groß und 36 Kilogramm schwer. Während Helga die Strapazen des insgesamt 42-tägigen Fluges ungeschützt überstehen soll, trägt Zohar die Strahlenschutzweste Astrorad, die von einem israelischen Forschungspartner entwickelt wurde.

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Nasa und DLR: Projekt Mare zum Schutz von Frauen auf der Mondmission

Um die Strahlenauswirkung auf Astronautinnen realistisch darstellen zu können, hat das DLR für die Puppenkörper Materialien verwendet, „die die menschlichen Knochen, Weichteile und Organe einer erwachsenen Frau nachahmen“. „Mehr als 10.000 passive Sensoren und 34 aktive Strahlungsdetektoren sind in die 38 Scheiben integriert, aus denen die Puppen zusammengesetzt sind“, so Thomas Berger in einer Projektbeschreibung.

Wie Studien zur Strahlenbelastung bei Frauen und Männern zeigen, weisen Frauen ein größeres Risiko auf, unter den schädlichen Auswirkungen von Weltraumstrahlung zu leiden. Die Reise von Helga und Zohar wird die erste geschlechtsspezifische Messung mit Phantomen im All sein.

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Die Orion-Raumkapsel fliegt sowohl auf dem Weg zum Mond als auch bei der Rückreise zur Erde durch den sogenannten Van-Allen-Gürtel. Der enthält vom Magnetfeld der Erde eingefangene Weltraumstrahlung und dürfte daher besonders belastend für die Körper der Astronaut:innen sein.

Im Gegensatz dazu befindet sich beispielsweise die ISS, auf der Jessica Watkins bereits als erste Frau einen Langzeitaufenthalt absolviert hat, in der erdnahen Umlaufbahn. Dort herrscht eine deutlich geringere Strahlenbelastung. Aber auch auf der Internationalen Raumstation hatte das DLR schon Puppen im Einsatz – zum Beispiel Matroshka zwischen 2004 und 2011.

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