Ratgeber

Corona: Was Arbeitgeber tun, um die Pandemie einzudämmen

Corona: Wie Arbeitgeber auf das Virus reagieren. (Foto: Schutterstock)

Corona breitet sich weiter aus. Nicht nur die Politik agiert, auch Unternehmen ergreifen Maßnahmen: So reagieren Dax-Konzerne, IT-Startups, Agenturen und Medienunternehmen.

Das Coronavirus Sars-CoV-2 wird teils mit drastischen Mitteln bekämpft: Donald Trump hat die Einreise in die USA aus EU-Staaten untersagt. Italien riegelt sich ab und hat quasi das ganze Land unter Quarantäne gestellt. Und auch in Deutschland sind bereits tiefgreifende Maßnahmen beschlossen: Schulen blasen den Unterricht ab, Großveranstaltungen fallen aus. Der Gedanke dahinter: Je langsamer das Virus sich ausbreitet, desto besser kann das Gesundheitssystem damit umgehen. Anstatt dass alle Bürger und Bürgerinnen auf einmal erkranken und die Kapazitäten der medizinischen Versorgung erschöpfen, wird darauf hingearbeitet, dass die Ansteckungswelle so klein wie möglich gehalten und so eine adäquate Betreuung der Patienten und Patientinnen gewährleistet wird. „Flatten the Curve“, heißt das im Fachjargon.

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Homeoffice: Die Corona-Quarantäne

Corona: Viele Unternehmen schicken ihr Mitarbeiter ins Homeoffice. (Foto: Shutterstock)

Neben den vielen Regierungsmaßnahmen tun aber auch Unternehmen inzwischen einiges, um die Ansteckungskurve flach zu halten. Das Medienunternehmen Axel Springer etwa hat nach Bekanntwerden eines ersten Covid19-Erkrankten die Homeoffice-Regeln deutlich verschoben. In einer Betriebsankündigung vom 12. März an die Belegschaft empfiehlt das Medienhaus allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, von Zuhause zu arbeiten. „Wir empfehlen allen Mitarbeitern, ab sofort ins Mobile Office zu wechseln, sofern Ihre Tätigkeit dies erlaubt“, heißt es in der E-Mail vom Vorstand, aus der Übermedien zitiert. In allen Bereichen, in denen das nicht möglich sei, solle in Schichten gearbeitet werden, so „dass das Übertragungsrisiko so gut es geht minimiert wird“. Diese Order wird ab dem 16. März sogar verpflichtend für die Belegschaft.

Entsprechende Software-Lösungen seien vom Axel-Springer-Medienhaus bereitgestellt, heißt es weiter. Dazu dürften vor allem Videotelefonie- und Projektmanagement-Tools gehören, um Besprechungen durchzuführen und den Bearbeitungsstand von Aufgaben im Blick zu behalten. Diesem Vorbild können auch kleinere Unternehmen inzwischen leicht folgen. IT-Konzerne wie Google und Microsoft haben beispielsweise reagiert und ihre Konferenz-Tools – zumindest für kurze Zeit – kostenlos bereitgestellt. „Wir wollen Unternehmen und Schulen, die von Covid-19 betroffen sind, helfen, in Verbindung zu bleiben“, schrieb Google-CEO Sundar Pichai auf Twitter. „Wir hoffen, dass wir die öffentliche Gesundheit und Sicherheit unterstützen können, indem wir es noch einfacher machen, remote zu arbeiten“, sagte ein Microsoft-Sprecher gegenüber Business Insider.

Mehr zum Thema: „Corona – Google und Microsoft verschenken ihre Konferenz-Tools“

Wie das Springer-Medienhaus handhaben es auch viele weiter Unternehmen. So haben beispielsweise auch BMW und Prosieben-Sat1 aufgrund von einzelnen Mitarbeitern, die am Coronavirus erkrankten, Teile der Belegschaft in Quarantäne geschickt. Bei dem Autobauer habe man 150 und bei dem Broadcaster sogar 200 Mitarbeiter ins heimische Büro entlassen, wie die SZ bereits Anfang des Monats berichtet hat. Noch präventiver haben Hellofresh und N26 reagiert, als sie jeweils mindestens einen Mitarbeiter nach einer Italienreise vorsichtshalber für 14 Tage ins Homeoffice schickten. Letztere haben das gegenüber t3n bestätigt. Inzwischen haben viele Unternehmen sich jedoch auch aus freien Stücken und ohne erkrankte Mitarbeiter in den eigenen Reihen entschieden, die Belegschaft vom Homeoffice aus arbeiten zu lassen.

Der deutsche PR-Dienstleister Oseon hat beispielsweise am gestrigen Donnerstag eine Grundsatzentscheidungen getroffen. Es sei ein weit verbreiteter Irrtum, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 die Gesunden und Jungen nicht betreffe, schreibt das Unternehmen. Deshalb würden sich viele Arbeitgeber noch schwer damit tun, intern flächendeckend Homeoffice anzuordnen. „Wir bei Oseon haben das heute getan. Ab morgen arbeiten wir alle von Zuhause, der Agenturbetrieb geht weiter, unsere Kunden werden den Unterschied höchstens am veränderten Hintergrund bei Videokonferenzen merken“, schreibt Oseon-Gründer und Managing Director Tapio Liller auf dem Unternehmensblog. Auch wenn die Kollegen und Kolleginnen selbst nicht zur Risikogruppe gehören würden, so hätten sie alle doch Menschen in ihrer Nähe, die dazu zählen.

Mehr zum Thema: „Angst vor Corona: Gibt es ein Recht auf Homeoffice?“

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2 Kommentare
Dennis
Dennis

Für viele Büroarbeiter mag das Homeoffice ein mögliche Lösung sein.
Nur kann man Logistiker, Kraftfahrer, Verkäufer nicht remote arbeiten lassen.
Und nun stellt sich die Frage, wer ist hier gerade wichtiger für die Gesellschaft? Derjenige der Lebensmittel produziert und in den Laden schafft oder der Mediaplaner, der mehr oder weniger sinnvolle Werbeschaltungen verwaltet.
Ich habe da eine klare Meinung! und bin selbst so ein Bürofutzi.
Um uns mache ich mir keine Sorgen, wenn ich vier Wochen lang nicht arbeite, bleibt nur Arbeit liegen.
Wenn die Versorgung und medizinische Betreuung nicht möglich ist, dann sieht das schon ganz anders aus.
Schönes Wochenende noch – im Homeoffice

Antworten
Timm Möbes
Timm Möbes

Je weniger Büromenschen sich bei der Arbeit infizieren, desto weniger Infizierte können im Alltag die systemkritischen (wie es aktuell so schön heißt) Mitmenschen anstecken.
Insofern dient das flächige Anordnen von HomeOffice auch den Menschen, die das nicht wahrnehmen können.

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