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Coronavirus: Amazon, Intel und Sony sagen MWC 2020 ab – Messe auf der Kippe

MWC. (Foto: t3n)

Mit Amazon, Intel und Sony bleiben die nächsten großen Hersteller dem Mobile World Congress 2020 wegen des Coronavirus fern. Samsung will zwar teilnehmen, aber nicht in voller Besetzung.

Nach LG, Nvidia und einem der größten Aussteller des MWC, Ericsson, vermelden nun auch Amazon, Intel und Sony, nicht am MWC 2020 teilzunehmen. Der Veranstalter GSMA hat außerdem am Wochenende ein neues Statement wegen des Coronavirus an die Messebesucher verschickt.

MWC 2020: Aus für Amazon und Intel-Teilnahme – Sony-Event nur Online

„Aufgrund des Ausbruchs und der anhaltenden Besorgnis über das neue Coronavirus wird sich Amazon von der Ausstellung und Teilnahme am Mobile World Congress 2020 zurückziehen“, erklärte das Unternehmen am Sonntag. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hatte vor allem Amazons Cloud-Sparte AWS am ersten Tag der Messe eine ganztägige Konferenz geplant.

Am Montag haben auch der japanische Netzbetreiber NTT und Sony den Stecker gezogen. Sony nutzt die Mobilfunkmesse in Barcelona traditionsgemäß, um neue Smartphones vorzustellen. Wegen des Coronavirus werde der Konzern der Messe komplett fernbleiben und die neuen Modelle lediglich online im Livestream zeigen.

Das Sony-Statement im Wortlaut: „Da wir größten Wert auf die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Kunden, Partner, Medien und Mitarbeiter legen, haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, uns von der Ausstellung und Teilnahme am MWC 2020 in Barcelona, Spanien, zurückzuziehen.“

Neben Amazon, NTT und Sony hat am Dienstag der Chipentwickler Intel seine Teilnahme abgesagt. Gegenüber Venture Beat erklärte das Unternehmen: „Die Sicherheit und das Wohlergehen aller unserer Mitarbeiter und Partner hat für uns oberste Priorität. Wir haben uns aus reichlich Vorsicht vom diesjährigen Mobilen Weltkongress zurückgezogen. Wir sind der GSMA für ihr Verständnis dankbar und freuen uns auf die Teilnahme und Unterstützung künftiger Veranstaltungen des Mobile World Congress.“

Der Smartphonehrsteller Vivo, der auf der MWC seine Europa- und Deutschlandstrategie verkünden und sein Apex-2020-Concept-Phone vorstellen wollte, hat sich am Dienstag zu Wort gemeldet und seine Teilnahme abgesagt: „Aufgrund der aktuellen Lage haben wir beschlossen, unsere Teilnahme am MWC 2020 und anderen Events in diesem Monat in Barcelona/Spanien, abzusagen. Wir werden das Apex-2020-Concept-Phone, das wir ursprünglich auf dem MWC 2020 präsentieren wollten, in Kürze vorstellen.“

MWC 2020: Samsung kommt – aber nicht in voller Teamstärke

Während immer mehr größere Unternehmen der Techmesse fernbleiben, hat sich Samsung weiterhin für die Teilnahme ausgesprochen. Man werde vor Ort sein und die neuen Produkte ausstellen, jedoch nicht in voller Teamstärke, wie CNet berichtet. So würden viele Samsung-Angestellte ihre Reise nach Barcelona stornieren – dazu gehörten unter anderem Mitarbeiter aus den USA und der koreanischen Zentrale.

Am Montagnachmittag hat nun auch der chinesische Hersteller TCL, der mit Smartphones unter eigener Marke den europäischen Markt erobern will, eine Absage für seine Pressekonferenz vermeldet und geht damit ähnlich vor wie der Netzausrüster ZTE. Mit einem Messestand vertreten sein und neueste Produkte präsentieren will TCL aber trotzdem.

MWC 2020: Veranstalter GSMA zieht erste Konsequenzen wegen Coronavirus

Der Veranstalter der MWC 2020, die GMSA, hat am Wochenende eine Stellungnahme an die Teilnehmer der Messe per E-Mail verschickt. Daraus geht hervor, dass die Messe wie gehabt veranstaltet werde, man wegen des Coronavirus aber weitere Konsequenzen ziehen werde.

Zum einen werde man aus Sicherheitsgründen allen Reisenden aus der Hubai-Provinz, in der das Virus im Dezember 2019 zum ersten Mal aufgefallen war, den Zugang zur Veranstaltung verwehren. Darüber hinaus müssten alle Besucher nachweisen, dass sie sich zwei Wochen vor Beginn des MWC nicht mehr in China aufgehalten haben. Belegt werden müsse das mit einem Passstempel und einem Gesundheitszeugnis, so die GSMA.

Auf dem Messegelände sollen außerdem Temperaturmessungen durchgeführt werden, ferner müssten Messebesucher selbst bescheinigen, dass sie mit keiner infizierten Person in Kontakt gekommen seien. Unklar ist jedoch, wie vor allem der letzte Punkt umgesetzt werden soll. Wie sollen Besucher konkret wissen, dass sie mit Infizierten in Kontakt getreten waren, wo doch die Inkubationszeit bis zu 14 Tage betragen kann? Währenddessen können sie schon weitere Menschen anstecken, ohne selbst Symptome zu zeigen.

Der Veranstalter hat darüber hinaus verschiedene Maßnahmen ergriffen, um eine mögliche Verbreitung des Virus zu minimieren: Unter anderem sollen etwa verschiedene, stark frequentierte Bereiche des Geländes häufig desinfiziert werden. Zu den Bereichen gehören etwa der Catering-Bereich, Oberflächen, die Toiletten, Ein- und Ausgänge, aber auch Treppengeländer.

Weiter sollen für die Teilnehmer Desinfektionsmittel bereitstehen. Zudem plane man eine Sensibilisierungskampagne online und vor Ort mitsamt entsprechender Beschilderung. Des Weiteren wolle die GSMA eine „No-Handshake-Policy“ durchsetzen. Das bedeutet: Messebesucher und Teilnehmer sollen sich nicht die Hände schütteln.

MWC 2020: GSMA entscheidet Freitag, ob Messe stattfinden soll

Angesichts der zahlreichen Absagen aufgrund wegen des Coronavirus ist derzeit ungewiss, ob die Messe überhaupt stattfinden wird, berichtet die katalanische Zeitung La Vanguardia aus Barcelona: Der Veranstalter GSMA wolle am Freitag im Zuge seiner Hauptversammlung die Lage analysieren und darüber beraten, ob die Mobilfunkmesse abgesagt werden sollte, heißt es. Nach Informationen der Nachrichtenagentur EFE, habe der Stadtrat von Barcelona auf der anderen Seite erneut erklärt, dass es keine Absagen oder Verzögerungen des Kongresses geben werde.

Das Coronavirus hat nach Informationen vom Montag auf dem chinesischen Festland zu über 1.000 Todesfällen geführt. Die Gesamtzahl der in China an dem Virus erkrankten Menschen beträgt mehr als 42.000. Von China aus hat sich das Virus in mindestens 25 Länder ausgebreitet, in Deutschland sind 14 Infektionsfälle bestätigt worden.

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Artikel aktualisiert am 12. Februar mit Update zur GSMA-Versammlung.

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