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Jeden 2. Freitag frei: Was dieses Startup nach 6 Monaten gelernt hat

Ein Startup aus Berlin macht den Test: Wie wirkt sich jeder zweite Freitag frei auf den Geschäftserfolg aus? Nach sechs Monaten gibt es jetzt das Ergebnis – exklusiv auf t3n.

3 Min. Lesezeit
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Jeden zweiten Freitag frei: Mitarbeitende sollen auftanken. (Foto: Shutterstock/Bogdan Sonjachnyj)

Vor etwas mehr als einem halben Jahr beschäftigte Markus Wübben die Frage, wie er die Produktivität im Unternehmen verbessern könne. Zeit, so merkte der Gründer von Cross Engage, spiele dabei eine große Rolle. Allerdings kam er schnell zu der Erkenntnis, dass sich Leistungssteigerungen nicht über die maximale Ausnutzung physischer Arbeitskraft erzielen lasse.

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Vielmehr gehe es um die optimale Auslastung: „Ein guter Programmierer ist, wer die besten Code-Zeilen schreibt, nicht die meisten“, so Wübben gegenüber t3n. Die Menschen müssen Freiraum für echte Erholung haben, um mit voller Kraft wieder Anlauf zu nehmen. Bei Cross Engage geht es immerhin um reine Kopfarbeit, das Startup stellt eine Analytics-Plattform für Kundendaten.

Balanceakt: Recharge Days versus Unlimited Vacation?

Wübben wollte seine These auf den Prüfstand stellen, indem er die monatliche Arbeitszeit verkürzte und gleichzeitig die Ergebnisse im Blick behielt. Jeden zweiten Freitag bekam die Belegschaft fortan frei – ohne Gehaltseinbußen und ohne die Anzahl der Erholungsurlaubstage zu kürzen. Im Unternehmen gelten diese Tage als Recharge Days, sprich: Tage zum Auftanken.

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„Wir wollen unsere Mitarbeitenden dazu befähigen, hochwertige und sinnvolle Arbeit zu leisten und gleichzeitig eine Balance zwischen Arbeits- und Privatleben aufrechtzuerhalten“, so der Berliner. Die Mitarbeitenden erhielten plötzlich 26 freie Tage mehr im Jahr. Dass der Gründer nicht einfach nur die Anzahl der Erholungsurlaubstage erhöhte, hatte dabei einen nachvollziehbaren Grund.

„Wichtig war uns, eine gewisse Kadenz zu erreichen“, erklärt Markus Wübben. „Einerseits muss Erholung regelmäßig stattfinden und andererseits ist es wichtig, dass Teams in der Zusammenarbeit auch eine gewisse Planbarkeit haben.“ Der Freitag spielte dabei seit jeher eine gewichtige Rolle hinsichtlich der Produktivität. Der alternierende Freitag gilt zudem als meetingfreier Tag.

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„Das führt dazu, dass Mitarbeitende regelmäßig den Freiraum haben, um sich auf bestimmte Aufgaben zu konzentrieren. Wir glauben, dass der Wechsel zwischen meetingfreiem Freitag und einem Recharge Day sehr sinnvoll für das Team und somit am Ende für das ganze Unternehmen ist.“ Denn Fokus und Konzentration sei, genau wie Erholung, ein wichtiges Gut.

Ein halbes Jahr lief der Test, der abschließend mit einem Stimmungsbild in der Belegschaft ausgewertet werden sollte: „Wir haben eine Befragung unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt, um zu schauen, welchen Effekt die Recharge Days auf sie hatten“, so Markus Wübben weiter. Das Feedback aus dem Team ließ konkrete Schlussfolgerungen zu.

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„Etwas mehr als 20 Prozent gaben an, dass sich die Produktivität verändert hat, bei knapp 80 Prozent der Befragten passierte nichts. Interessant ist jedoch: Denjenigen, bei denen sich die Produktivität verändert hat, sagen ausnahmslos alle, dass sie sich zum Besseren entwickelt habe.“ Der Gründer gehe in diesem Jahr sogar von einem Wachstumsplus in Höhe von 25 Prozent aus.

Verkürzte Arbeitszeit dank Meeting-Kultur

Die Produktivität blieb gleich und stieg bisweilen an. Wachstumseinbußen zeichnen sich auch nicht ab. Das seien „ausnahmslos gute Erfahrungen“, so Markus Wübben gegenüber t3n. Nicht weniger wichtig ist jedoch auch die Mitarbeiter­zufriedenheit im Unternehmen. Wer zufrieden ist, geht nicht sofort beim kleinsten Angebot. Mitarbeiterloyalität ist dieser Tag viel Wert.

„In unserer Befragung gaben knapp 30 Prozent an, dass sich die Work-Life-Balance positiv verändert hat. Knapp 18 Prozent der Befragten gaben an, dass sich das Stresslevel auf der Arbeit verändert erheblich zum Guten verändert.“ In der Befragung wird ersichtlich, dass Teammitglieder die freien Tag auch und vor allem für ihre mentale und physische Gesundheit nutzten.

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Auf die Frage, ob Arbeitsprozesse angepasst wurden, entgegnet der Gründer: „Das war nicht notwendig.“ Für deren Arbeitszeitmodell sei vor allem wichtig gewesen, Konferenzen klug zu planen, sodass alle Besprechungen von Montag bis Donnerstag stattfinden und genug Zeit bleibt, anfallende Aufgaben zu erledigen. Diese Hausaufgabe habe man im Vorfeld bereits erledigt.

Allein schon eine effiziente Meeting-Kultur entfalte extrem viel Potenzial. Für Markus Wübben und dem Rest des 69-köpfigen Teams wird sich nun auch langfristig einiges verändern. „Das gute Ergebnis bedeutet für uns, dass wir die Recharge Days so wie bisher weiterführen“, bestätigt er gegenüber t3n. Natürlich mit Blick auf den Geschäftserfolg, die Produktivität und das Wohlbefinden.

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen bei der Karriere Quelle: Mockuphone
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