Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

News

Google: Android ist genauso sicher wie iOS

Google Pixel 2 XL. (Foto: t3n)

Google hat einen Sicherheitsbericht für 2017 veröffentlicht, der aufzeigt, dass das hauseigene mobile Betriebsystem Android sicherer ist als oftmals kommuniziert wird. Es sei mittlerweile genauso schwer zu knacken wie das des iPhone.

Android hat seit Jahren den Ruf, unsicher und leicht kompromittierbar zu sein. Das will Google nicht so stehen lassen und hat schon im letzten Jahr geäußert, Android zur sichersten Plattform der Welt machen zu wollen. Laut Googles Android-Sicherheitsbericht für das Jahr 2017 war die Gefahr, sich einen Schädling einzufangen, nie geringer.

Android-Sicherheitsbericht 2017: 2 Milliarden aktive Geräte geschützt

Der jüngst veröffentlichte Android-Sicherheitsbericht 2017 zeigt auf, dass die Gefahr, sich Schadsoftware auf seinem Android-Smartphone einzufangen, weiter gesunken ist. Während 2016 noch etwa 0,04 Prozent aller Android-Nutzer eine potenziell gefährliche App (PHA – „potential harmful App“) aus dem Play Store installiert hätten, lag der Wert 2017 bei nur 0,02 Prozent.

Anders sieht die Angelegenheit bei Android-Nutzern aus, die sich Apps aus inoffiziellen Quellen besorgt hätten, was man im Idealfall auch besser sein lässt. Außerhalb des Google-Play-Stores hätten sich Google zufolge 1,22 Prozent der User Schadsoftware eingefangen. Dieser Wert ist dennoch weit besser als im Vorjahr: 2016 hätten sich 3,32 Prozent einen Software-Schädling zugezogen.

Android 8.1 Oreo ist fertig – auf kaum einem Gerät ist es installiert . (Foto: Durch MariaX / Shutterstock)

Android wird durch viele Faktoren vor Schadsoftware geschützt

Google Play Protect. (Bild: Google)

Im ingesamt 56-seitigen Sicherheitsbericht (PDF) führt Google eine Vielzahl an Faktoren auf, durch die Android geschützt wird. Allen voran sei das im Mai 2017 angekündigt Google Play Protect.

Bei Google Play Protect handelt es sich um einen Schutzschild, mit dem alle auf dem Smartphone installierten Apps kontinuierlich überprüft werden – selbst Anwendungen, die aus anderen Quellen bezogen wurden. Play Protect ist auf sämtlichen Android-Geräten installiert, auf denen mindestens Android 4.3 läuft. Die Schutzplattform wird laut Google unabhängig vom restlichen System regelmäßig aktualisiert.

On-device protections. (Screenshot: Google)

„As Android security has matured, it has become more difficult and expensive for attackers to find high severity exploits.“

Google zufolge würden Apps auf zwei Milliarden aktiven Android-Smartphones respektive -Tablets regelmäßig untersucht. Daraus ergeben sich 50 Milliarden App-Scans pro Tag. Durch dieses Verfahren könne der größte Teil der PHA abgefangen werden, bevor er Schaden anrichten könne. 2017 seien so 39 Millionen potenziell schädliche Programme blockiert worden. Hierbei spiele Maschinenlernen eine relevante Rolle: 60,3 Prozent aller PHA seien über Machine-Learning-Algorithmen entdeckt worden. Diesen Wert plane Google künftig noch zu erhöhen.

Passend zum Thema:  Android 8.0: Diese Smartphones bekommen das Oreo-Update

„Android ist mittlerweile so sicher wie die anderen“

„Android is now as safe as the competition.“

Laut Googles Android-Sicherheitschef David Kleidermacher sei die mobile Plattform mittlerweile genauso sicher wie die Konkurrenz – ohne Namen zu nennen. Wer die direkte Konkurrenz ist, auf die er im Cnet-Interview anspielte, dürfte klar sein: Apples iOS.

Huawei Mate 10 Pro, HTC U11 Plus und Pixel 2 XL (v.l.n.r.): Die drei Geräte sind in Sachen Performance etwa auf dem gleichen Level, bei den monatlichen Sicherheitspatches gibt es Unterschiede. (Foto: t3n.de)

Als Beweis für dieses Statement verweist er auf die massiv gestiegenen Preise für Android-Sicherheitslücken. Es sei immer schwieriger geworden, schwere Sicherheitslücken auszumachen, so Kleidermacher. Damit Android stetig sicherer werde, zahle das Unternehmen Freelance-Bughuntern mehr Geld pro entdecktem Fehler.

Diese Strategie scheint zu fruchten: 2017 habe es keinen Tag gegeben, an dem eine Sicherheitslücke in Android bekannt war, ohne dass ein Patch dafür verfügbar oder eine andere Schutzmaßnahme ergriffen wurde. Außerdem sei es beim Hacker-Wettbewerb Mobile Pwn2Own niemandem gelungen, ein Google Pixel mit aktueller Software zu knacken.

Kleidermacher führt die hohe Sicherheit auf die Open-Source-Natur der Plattform zurück. Apples iOS auf der anderen Seite ist Closed-Source. Bei Android könne eine ganze Community an der Behebung von Sicherheitslücken kollaborativ arbeiten.

Android 8.0 Oreo und Sicherheits-Updates bringen mehr Sicherheit – wenn sie denn flächendeckend verfügbar wären

Google hat in Android 8.o0 Oreo weitere Sicherheitsebenen eingebaut. (Screenshot: Google)

Auch wenn Kleidermacher die erhöhte Sicherheit von Android betont und als Paradebeispiel ein Pixel-Smartphone aus eigenem Hause heranzieht, das stets die aktuelle Android-Version besitze und monatlich mit Sicherheitspatches versehen wird – die allgemeine Update-Situation sieht immer noch anders aus. Denn kaum ein Android-Smartphone läuft auf einer der aktuellen Android-Versionen 8.0 oder 8.1 Oreo, dem Google zahlreiche neue Sicherheitsfunktionen verabreicht hat. Bei vielen Smartphones ist es gar fraglich, ob sie jemals ein Update erhalten werden. Genauso verhält es sich mit den monatlichen Sicherheitspatches. Diese werden von vielen Herstellern genauso vernachlässigt.

Immerhin zeigt Kleidermacher sich zuversichtlich, dass Hersteller in Zukunft regelmäßiger monatliche Sicherheitspatches verteilen. So hätten 2017 bereits 30 Prozent mehr Geräte als 2016 entsprechende Patches erhalten. Leider macht er keine weiteren konkreten Aussagen dazu.

Nokia-Smartphones mit Android One. (Bild: HMD Global)

Googles Android-Chef hatte schon vor Jahren geäußert, dass er die Update-Situation „äußerst frustrierend“ findet. Um Updates für Hersteller zu vereinfachen hatte Google mit Project Treble bereits einen massiven Umbau der Android-Architektur vollzogen. Darüber hinaus versucht das Unternehmen verstärkt, Partner für sein Android-One-Programm zu angeln, die ihre Smartphones mit „purem Android“ versehen, das von Google gepflegt wird. Einer der vielversprechenden neuen Partner ist etwa HMD Global, die alle ihre Nokia-Smartphones mit Android One und einer Update-Garantie von zwei großen Updates ausstatten. Monatliche Sicherheitspatches sind auch zu erwarten. Auch wenn Google schon viel erreicht hat – es ist noch viel zu tun.

15 Tipps für mehr Sicherheit auf dem Smartphone

Smartphone stets mit PIN und Fingerabdrucksensor sichern:

Auch wenn es vielleicht bequemer ist, keinen PIN-Code (besser nicht vier- sondern sechsstellig) oder kein Entsperrmuster (nicht sonderlich sicher, aber besser als überhaupt keine Sicherung) anzulegen: Macht es! Denn jede noch so kleine Hürde hindert unbefugte Dritte daran, auf euer Gerät zuzugreifen. Ideal ist es natürlich, nicht nur 1234 oder 1111 als Pin zu nutzen.

Erst nach der erfolgreichen Eingabe des Codes wird euch Zugriff auf alle Daten und die Smartphone-Funktionen gewährt. Falls euer Smartphone einen Fingerabdrucksensor an Bord hat, solltet ihr den verwenden. Der Fingerabdruck verlässt in der Regel nicht das Smartphone, sondern wird nur lokal auf dem Gerät gespeichert. Das gilt sowohl für Android-Geräte als auch für iPhones. (Foto: t3n.de)

1 von 15

Mehr zum Thema:

Finde einen Job, den du liebst

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen