Test

Pixel und Pixel XL im Test: Viel Google zum iPhone-Preis

Google Pixel und Pixel XL im Test. (Foto: t3n)

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Mit dem Pixel und dem Pixel XL bringt Google seine ersten eigenen Smartphones ins Rennen. Wir haben die direkte Konkurrenz zu Apples iPhone 7 getestet.

Übersicht:

Pixel und Pixel XL: Google wird zum Hardwarehersteller

Das Pixel ist Google in Reinform.

Mit einem Marketingbudget von hunderten von Millionen US-Dollar will Google seine Pixel-Smartphones gegen die Apples und Samsungs der Welt ins Rennen bringen. Die Hardware-Partner wie Samsung Huawei, LG oder HTC, die Googles Android-Plattform nutzen, müssen vor dem Pixel aber laut Android-Chef Hiroshi Lockheimer keine Angst haben. Denn im Premium-Sektor sei noch genug Raum für einen neuen Player. Durch unglückliche Umstände – Stichwort: Galaxy Note 7 – ist in diesem Jahr ohnehin etwas mehr Raum im besagten Segment. Ob Googles Pixel den iPhone-hohen Preis – die Geräte kosten ab 759 Euro und aufwärts – wert sind, untersucht unser Test.
Mit dem Pixel und XL positioniert Google sich erstmals als Smartphone-Hersteller. (Foto)

Mit dem Pixel und XL positioniert Google sich erstmals als Smartphone-Hersteller. (Foto)

Design und Verarbeitung von Pixel und Pixel XL – zwei Geräte, ein langweiliges Design

Obwohl Google sagt, dass es die Pixel komplett unabhängig entwickelt habe, ist bekannt, dass Google HTC als ODM (Original Device Manufacturer) für den Bau der Geräte verpflichtet hatte. Das ist den Pixel-Modellen auch ansatzweise anzusehen, denn das Gehäuse erinnert mit seinem gefasten Metall-Unibody-Rahmen entfernt an das HTC 10 (Test). Front wie Rückseite sind aber Google: Auf der Vorderseite befindet sich lediglich das Display, ohne Hinweise auf den Hersteller. Der Rahmen um das Display besitzt verhältnismäßig viel Rand  – hätte es einen Homebutton, könnte man es glatt mit einem iPhone verwechseln.

Das Google Pixel (XL) ist hervorragend verarbeitet. (Foto: t3n)

Das Google Pixel (XL) ist hervorragend verarbeitet. (Foto: t3n)

Unter der Lautsprechermuschel befindet sich ein schwarzer Sensor, der besonders beim weißen Modell auffällt, daneben ist die Frontkamera integriert. Unter dem Display ist viel freie Fläche, für die Google sich womöglich entschieden hat, um die Front möglichst symmetrisch zu halten – hier wäre genügend Platz für einen Frontlautsprecher (oder einen Homebutton) gewesen.

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Das Google Pixel von allen Seiten
Genauso wie das Google Pixel. (Foto: t3n)

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Für die Rückseite hat Google sich etwas Besonderes ausgedacht, denn etwa das obere Drittel wird von einer polierten Glasfläche ausgefüllt, hinter der Kamera, Blitz, ein Sensoren und der Fingerabdrucksensor untergebracht sind. Der Rest der Rückseite besteht aus gebürstetem Aluminium, das am unteren Ende von einer Kunststoffleiste unterbrochen ist. Im Unterschied zu den Nexus-Geräten, bei denen auf der Rückseite das Hersteller-Logo zu finden war, ist das Pixel mit einem Google-„G“ verziert. Es mag sicherlich ein subjektiver Eindruck sein, aber die Haptik des Glaselements wirkt beinahe samten und ist wärmer und weicher als das harte, kühle Metallfinish. Ob das Glas einen Fall aus Hosentaschenhöhe aushalten kann, haben wir nicht getestet.

Die wichtigen Sicherheitsptaches werden nur von wenigen Hersteller verteilt. (Foto: t3n)

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Power-Button und Lautstärkewippe sind auf der Gehäuseseite rechts verortet. Sie besitzen allesamt einen gut definierten Druckpunkt, allerdings ist das Klickgeräusch etwas gewöhnungsbedüftig, das hätte Google etwas reduzieren können. Links ist der SIM-Schacht, auf der Oberseite befindet sich die Kopfhörerbuchse und unten sind ein Monospeaker sowie der USB-Typ-C-Port. An der Verarbeitung ist nichts auszusetzen – alles sitzt fest wie es soll, die Geräte sind dank ihres Unibody-Gehäuses stabil und verwindungssteif.

Der Rahmen, der rund um das Google Pixel geht, wirkt etwas plump – andere Hersteller können das besser. Es sollte aber bemerkt werden, dass die Geräte sich sicher greifen lassen. (Foto: t3n)

Beim Design dürften sich die Geister scheiden: manchem wird das Gesamterscheinungsbild sicherlich gefallen. Anderen dürfte es zu generisch oder langweilig anmuten – das einzig besondere Designelement ist die erwähnte Glasrückseite. Ein Preis für ein besonders gelungenes Design dürfte Google mit den Pixel-Geräten nicht erhalten Pixel und Pixel XL im Test: Viel Google zum iPhone-Preis hier haben andere Unternehmen weit bessere Lösungen.

Pixel und Pixel XL: Display, Hardware und Performance

Am AMOLED-Display des Google Pixel und Pixel XL ist wenig auszusetzen. (Foto: t3n)

Am AMOLED-Display des Google Pixel und Pixel XL ist wenig auszusetzen. (Foto: t3n)

Übersicht:

Zwei unterschiedlich große Smartphones, zwei unterschiedlich große Displays: Das kleine Pixel besitzt ein fünf Zoll in der Diagonale messendes AMOLED-Display mit Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel und 441 ppi), während das XL-Modell mit einem 5,5 Zoll-AMOLED-Panel bestückt ist. Letzteres besitzt eine WQHD-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln und eine Pixeldichte von 534 ppi. Beide Displays unterscheiden sich zwar in ihrer Auflösung, große Qualitätsunterschiede in der Darstellung konnten aber nicht mit dem bloßen Auge erkannt werden. Falls ihr VR-Inhalte konsumieren wollt, solltet ihr aber wegen der höheren Auflösung möglichst zum Pixel XL greifen.

Dank der verwendeten AMOLED-Technologie weisen beide Smartphones einen sehr guten Schwarzwert auf. Alle weiteren Farben werden realitätsgetreu und kontraststark dargestellt, ohne überzeichnet zu wirken. Falls ihr mit der Farbdarstellung im NTSC-Bereich nicht zufrieden seid, könnt ihr in den Entwicklereinstellungen den sRGB-Modus aktivieren. Beide Displays sind relativ hell und blickwinkelstabil – bei einem High-End-Smartphone sollte man aber nichts anderes erwarten. Ein Aspekt, den man im Auge behalten sollte, ist die Onscreen-Navigation, die auf den Pixel-Smartphones im Unterschied zu anderen Geräten mit On-Screen-Tasten massiv und permanent eingeblendet ist. Es ist durchaus möglich, dass die Navigationslemente sich in das Display einbrennen können und so auch bei Games oder Videos, die im Vollbildmodus angezeigt werden, als Schatten sichtbar sind.

Google Pixel und XL weisen eine gute Blickwinkelstabilität auf. (Foto: t3n)

Wie schon die indirekten Vorgänger der Nexus-Reihe besitzen die Pixel-Modelle eine sogenannte Inaktivitäts-Display-Funktion. Mit diesem Feature werden euch auch im Standby-Modus neu eingetroffene Nachrichten und Terminerinnerungen kurz auf dem Screen angezeigt.

Prozessor und Performance

In Sachen Performance spielen die Pixel-Phones selbstredend in der Oberklasse mit. (Foto: t3n)

In Sachen Performance spielen die Pixel-Phones selbstredend in der Oberklasse mit. (Foto: t3n)

Googles Pixel-Phones sind die ersten Geräte, die mit Qualcomms Snadpdragon 821-SoC ausgerüstet sind. Bei diesem handelt es sich um eine leicht verbesserte Version des Snapdragon-820-Prozessors, der in nahezu allen 2015er High-End-Smartphones Verwendung findet. Der Snapdragon 821 kann mit einer Maximaltaktung von 2,34 Gigahertz betrieben werden, Google hat ihn, vermutlich aus Gründen der Energieersparnis, aber auf 2,15 Gigahertz heruntergetaktet. Als Grafikeinheit ist die Adreno 530 verbaut, beiden Pixel-Modellen stehen jeweils vier Gigabyte DDR4-RAM zur Verfügung.

Spezifikationen des Google Pixel und Pixel XL

 
Modell Pixel „Sailfish“ Pixel XL „Marlin“
Hersteller Google (HTC) Google (HTC)
Betriebssystem Android 7.1 Nougat Android 7.1 Nougat
Display 5 Zoll Full-HD AMOLED (1.920 x 1.080 Pixel, 441 ppi), Gorilla Glass 4 5,5 Zoll WQHD AMOLED (2.560 x 1.440 Pixel, 534 ppi), Gorilla Glass 4
Prozessor Quad-Core mit bis zu 2,34 GHz, 64-bit, Snapdragon 821 Quad-Core mit bis zu 2,34 GHz, 64-bit, Snapdragon 821
Arbeitspeicher 4 GB RAM 4 GB RAM
Interner Speicher 32 und 128 Gigabyte 32 und 128 Gigabyte
Hauptkamera 12,3 MP mit 1.55 μm-Sensor, f/2.0 und EIS 12,3 MP mit 1.55 μm-Sensor, f/2.0 und EIS
Frontkamera 8 MP 8 MP
Akkukapazität 2.770 mAh 3.450 mAh
Konnektivität LTE Kat. 9, Dualband-WLAN (2,4 G/5 G) 802.11 ac, Bluetooth 4.2, NFC LTE Kat. 9, Dualband-WLAN (2,4 G/5 G) 802.11 ac, Bluetooth 4.2, NFC
Abmessungen 143,8 x 69,5 x 8,6 mm 154,7 x 75,7 x 8,6 mm
Gewicht 143 Gramm 168 Gramm
Farben „Quite Black“, „Really Blue“, „Very Silver“ „Quite Black“, „Really Blue“, „Very Silver“
Sonstiges Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, kurze Ladezeiten, USB Typ C, IPX53 Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, kurze Ladezeiten, USB Typ C, IPX53
Preis (UVP) ab 759 Euro (32 GB); 869 Euro (128 GB) 899 Euro (32 GB); 1.009 Euro (128 GB)

Auch wenn Benchmarks kaum etwas über die eigentliche Alltagsleistung aussagen, seien ein paar Resultate erwähnt: Im AnTuTu-Benchmark erreichen die Pixel einen Wert auf Höhe anderer Android-Topmodelle wie Samsung Galaxy S7 (Test) und OnePlus 3 (Test). In weiteren Benchmarks wie CF Bench erreicht das Pixel solide Leistungswerte, die sich auch nach mehreren Durchläufen nur leicht verringern. In Geekbench sieht es ähnlich aus. Selbst bei rechenintensiven Aufgaben wie grafiklastigen Spielen oder dem Aufnehmen von 4K-Videos machen die Smartphones nicht schlapp – von einer merklich erhöhten Wärmeentwicklung ist auch nichts zu spüren.

In der Alltagsnutzung kommen die Pixel aufgrund ihrer hohen Performance nie an ihre Leistungsgrenzen. Alles flutscht, Apps starten auf Anhieb, gefühlt sogar schneller als auf anderen Geräten, und ganz ohne wahrnehmbare Ruckler. Kurzum: In Sachen Leistung bewegen sich die Pixel auf höchstem Niveau. Außerdem scheint sich hier die enge Verzahnung der Hard- und Software-Entwicklung zu zeigen – alles ist besser aufeinander abgestimmt als bei anderen Smartphones. Sobald Google auch noch seine eigenen Prozessoren entwickelt – das ist abzusehen –, dürfte das System noch besser funktionieren.

Weitere Ausstattung der Pixel-Smartphones: Speicher, Konnektivität und Akku

Die Pixel werden mit 32 und 128 Gigabyte nicht erweiterbarem Speicher angeboten. (Foto: t3n)

Die Pixel werden mit 32 und 128 Gigabyte nicht erweiterbarem Speicher angeboten – das System vereinnahmt etwa 5,4 Gigabyte. (Foto: t3n)

Die Pixel-Modelle werden jeweils mit 32 respektive 128 Gigabyte angeboten. Ein Steckplatz für eine Micro-SD-Karte ist wie bei den Nexus-Geräten nicht zu finden. Gerade bei den Versionen mit dem kleineren Flash-Speicher ist das schade, auch wenn sich Fotos und Videos dank unendlichem Foto-Speicher auf Google-Fotos ablegen lassen. Bei einem Startpreis von 759 Euro wären 64 Gigabyte durchaus angebracht gewesen. Für Nutzer, die ihre ganze Musiksammlung, diverse Videos oder VR-Inhalte speichern wollen, ist absehbar, dass sie mit den 32-Gigabyte-Varianten nicht weit kommen. Sprich: Sie müssen für das Pixel 869 oder 1.009 Euro investieren.

Bei der weiteren Ausstattung setzt Google auf LTE nach Cat 11 (mit maximal 600 Mbit/s im Download und 75 Mbit/s im Upload), WLAN 802.11 nach ac-Standard mit 2 x 2 Mimo sowie Bluetooth 4.2. Ebenso sind, wie mittlerweile üblich, ein GPS-Modul und Glonass-Support und auch ein NFC-Chip verbaut. GPS findet schnell seinen Fix. Der USB-Typ-C-Port unterstützt im Unterschied zu den letztjährigen Nexus-Geräten endlich auch USB 3.0. Es sei zu erwähnen, dass die beiden Pixel-Phones im Unterschied zur Konkurrenz von Apple und Samsung nicht mit einer wasser- und staubresistenten Abdichtung nach IP68 versehen sind – die Smartphones sollten daher nicht mit in die Badewanne oder Dusche genommen werden, wenngleich ein erster Wassertest ein positives Resultat bringt: Das Pixel konnte ein Wasserbad 30 Minuten unbeschadet überstehen – zur Nachahmung ist die Aktion nicht empfohlen.

Die Optik täuscht: Das Pixel besitzt nur einen Monospeaker. Aufpassen: Der Lautsprecher kann leicht mit dem Handballen abgedeckt werden. (Foto: t3n)

Der Akku

Abgesehen vom Display und den Abmessungen unterscheiden sich die Akkugrößen der beiden Pixel: Der Fünfzoller besitzt einen 2.770-Milliamperestunden-Akku, das XL-Modell hat einen 3.450-Milliamperestunden-Akku an Bord. Die beiden letztjährigen Nexus-Modelle besaßen nahezu die gleichen Nennleistungen – der Energiespeicher des kleinen Pixel ist lediglich um 70 Milliamperestunden gewachsen.

Die Akkulaufzeit der Pixel-Smartphones ist solide - als Akkumonster können sie aber nicht bezeichnet werden. (Bild: t3n)

Die Akkulaufzeit des kleinen Pixel-Smartphones ist solide – als Akkumonster kann aber nicht bezeichnet werden. (Bild: t3n)

In etwa 15 Minuten lässt sich der fest verbaute Akku dank Schnellladetechnologie wieder auf ein Viertel der Ladung bringen. Da die Ladegeschwindigkeit mit der Zeit abnimmt, kann es dennoch bis zu zwei Stunden dauern, bis der Akku komplett vollgeladen ist. Wer auf eine kabellose Ladeoption hofft, wird enttäuscht – diese Funktion ist aber schon seit dem Nexus 6 nicht mehr zu finden.

Danke Schnellladetechnologie sind die Pixel-Phones relativ schnell wieder geladen. (Foto: t3)

Danke Schnellladetechnologie sind die Pixel-Phones relativ schnell wieder einsatzbereit. (Foto: t3n)

Trotz des nominalen Stillstands in puncto Akkugröße scheint Google es aber dennoch geschafft zu haben, mehr Laufzeit aus den Geräten herauszukitzeln. Allerdings könnt ihr keine Wunder erwarten, denn nach einem, maximal anderthalb Tagen müsst ihr nach unseren ersten Testläufen wieder an die Steckdose.

Die Akkulaufzeit des Pixel XL ist nach den ersten Testläufen weit besser als beim kleineren Pixel-Modell. (Bild: t3n)

Die Akkulaufzeit des Pixel XL ist nach den ersten Testläufen weit besser als beim kleineren Pixel-Modell. (Bild: t3n)

Eindeutige Messwerte, die für jeden Gültigkeit haben, sind ohnehin schwer aufzustellen, denn dafür sind die Nutzungsszenarien zu unterschiedlich. Es spielen zu viele Faktoren in den Akkuverbrauch mit ein. Nach unseren Erfahrungen mit dem Pixel solltet ihr es bei „moderater Nutzung“ mit ein oder zwei E-Mail- sowie diversen Social-Media-Konten, gelegentlichem Surfen und sporadischer YouTube-Nutzung locker über den Tag schaffen, zumindest bei stabilem Mobilfunksignal. Wenn ihr euch überwiegend in der Reichweite von WLAN-Netzen aufhaltet, müsst ihr euch also keine Sorgen machen, solange ihr keine Video- oder Spielemarathons durchführt.

Googles Pixel-Phones mit sehr guter Kamera

Die Pixel-Phones weisen keinen Kamerabuckel auf. (Foto: t3n)

Im Zuge des Vorstellungs-Events der Pixel-Geräte hat Google stolz die großartigen Kamera-Eigenschaften mitsamt eines Vorab-Tests durch die Kamera-Spezialisten von DxOMark betont. Dem Test zufolge befindet sich die Kamera der Pixel-Smartphones mit 89 Punkten auf dem besten Platz im DxO-Mark-Ranking noch vor dem HTC 10, dem Galaxy S7 edge und iPhone 7 sowie anderen aktuellen High-End-Geräten.

Die Kamera der Pixel-Smartphones ist dank großer Sensorpixel ziemlich lichtstark. (Foto. t3n)

Die Kamera der Pixel-Smartphones ist dank großer Sensorpixel ziemlich lichtstark. (Foto. t3n)

Auch wenn man solche Tests einschätzen kann, wie man will: die Kameras der Pixel-Geräte halten, was Google verspricht. Die Bildqualität ist bei Tageslicht hervorragend. Ob die Kamera nun aber besser ist als die vom Samsung Galaxy S7, sei dahingestellt.

Pixel-Testfoto (Foto: t3n)

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Mit dem Pixel geschossene Fotos – selbstredend unbearbeitet  und in voller Auflösung – findet ihr in Google-Fotos.

Bei genügend Tageslicht lassen sich mit der 12,3-Megapixel-Hauptkamera gute bis sehr gute und detailreiche Resultate produzieren, auch Makro-Aufnahmen gelingen zumeist beim ersten Anlauf tadellos. Außerdem tragen ein Phase-Detection-Autofocus (PDAF) und ein Laser-Detection-Autofocus (LDAF) zur Verbesserung der Bildqualität bei. Zudem sei erwähnt, dass die Kamera blitzschnell startklar ist und ebenso rasch auslöst. Bei widrigen Lichtverhältnissen ist es ebenso möglich, gute Bilder aufzunehmen. Der verbaute Sony-IMX-378-Sensor mit seinen besonders großen Bildpunkten von 1,55 Mikrometern und einer f/2.0-Blende kann viel Licht aufnehmen – dass die Details bei weniger Licht nicht mehr zur Geltung kommen, dürfte indes wenig überraschen.

Obwohl Google abermals auf einen optischen Bildstabilisator verzichtet hat, sind Videos dank EIS 2.0, einer elektronischen Bildstabilisierung, ruckelfrei. Für die elektronische Bildstabilisierung macht sich die Kamera das Gyroskop des Smartphones zunutze. Um Bildschwankungen auszugleichen, nimmt der Kreiselstabilisator 200 Messungen pro Sekunden vor. Das funktioniert überraschend gut.

Die Kamera unterstützt Videoaufzeichnungen in 4K, standardmäßig ist aber nur Full-HD-Auflösung aktiviert. Für qualitativ hochwertige Videos sind allerdings ideale Lichtbedingungen empfehlenswert, ansonsten zeigt sich ein ein recht starkes Rauschen. Die Acht-Megapixel-Frontkamera mit 1,4 Mikrometer großen Sensorpixeln und einer f/2,4-Blende genügt vollkommen für Selfies.

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Nicht nur die Kamera-Hardware selbst hat Google optimiert, die Kamera-App besitzt im Unterschied zur Nexus-App neue Funktionen. Zum einen ist der HDR+-Modus standardmäßig aktiv, der außerordentlich schnell auslöst, die App bietet außerdem einen Smart-Burst-Modus, mit dem aus einer Fotoserie ein animiertes Bild erzeugt werden kann. Außerdem ist eine manuelle Helligkeitsregelung direkt in die Kamera-Oberfläche integriert – mit einer Wischgeste könnt ihr sie verändern. Ebenso sind Weißabgleich, Bildraster und ein Timer schnell erreichbar. Im Vergleich zur Kamera-App der Nexus-Geräte kann die App der Pixel-Geräte geradezu als überbordend mit Features bezeichnet werden. Nicht zu vergessen: Per Doppeltap auf den Powerbutton könnt ihr die Kamera im Nu starten, egal ob das Gerät im Standby ist, ihr gerade ein Spiel zockt oder einer Excel-Tabelle geöffnet habt.

Kurzum: Die Kamera der Pixel-Phones kann im Test überzeugen. Sie ist schnell und liefert in den meisten Situationen sehr gute Resultate. Unter widrigen Lichtverhältnissen neigt sie indes zu leichtem Rauschen.

Software: Android 7.1 Nougat mit neuen Funktionen

Android 7.1 Nougat – ist bis auf eine Preview für Nexus-Geräte Pixel-only. (Foto: Shutterstock

Android 7.1 Nougat – ist bis auf eine Preview für Nexus-Geräte Pixel-only. (Foto: Shutterstock

Googles Pixel-Smartphones sind die ersten Geräte, die mit Android 7.1 Nougat ab Werk ausgeliefert werden, auch wenn LG sich mit seinem LG V20 damit gebrüstet hat, das erste Nougat-Smartphone anzubieten. Das V20 ist aber zum Zeitpunkt des Pixel-Marktstarts noch nicht erhältlich. Im Unterschied zu Googles Nexus-Geräten, die mit nahezu purem Android ausgeliefert wurden, besitzen die Pixel einige neue Funktionen. Die meisten von ihnen sind nicht unbekannt – in Smartphones anderer Hersteller sind sie schon zu finden, dennoch ist die Erweiterung des Funktionsumfangs erfreulich.

Hier sei beispielsweise die Funktionserweiterung des Fingerabdrucksensors zu erwähnen: Ein Wisch nach unten über den Scanner öffnet die Benachrichtigungsleiste. Diese Funktion bieten Geräte von Huawei und Honor schon länger. Auch den Nachtmodus haben schon andere Smartphones  – Nexus-Geräte werden diese Funktionen auch mit dem Update auf Android 7.1 nicht erhalten.

Google Pixel XL mit Pixel-Launcher-Homescreen. (Foto: t3n)

Google Pixel XL mit Pixel-Launcher-Homescreen. (Foto: t3n)

Eine Funktion, die mit Android 7.1 auch auf anderen Geräten einziehen wird, sind die App-Shortcuts. Mit einem längeren Druck auf ein App-Icon erscheinen diverse App-spezifische Funktionen: Bei der Kamera-App könnt ihr, ohne weiter durch die App zu navigieren, beispielsweise ein Selfie schießen oder ein Video aufnehmen. Beim Chrome-Browser könnt ihr damit direkt ein Inkognito-Fenster oder einen neuen Tab öffnen. Dank der App-Shortcuts, die an Apples 3D-Touch-Funktion erinnern, könnt ihr den einen oder anderen Tap und damit auch Zeit sparen.

Die App-Shortcuts kommen mit Android 7.1 Nougat auf alle Geräte. (Foto: t3n)

Die App-Shortcuts kommen mit Android 7.1 Nougat auf alle Geräte. (Foto: t3n)

Pixel-exklusiv ist der Pixel-Launcher, der eine neue Benutzererfahrung bieten soll: Im Unterschied zum Google Now Launcher besitzt der Pixel-Launcher anstelle eines Suchfensters eine Lasche, auf die man tippen kann, um die Google-Suche zu starten. Gestrichen wurde der App-Drawer-Button – beim Pixel-Launcher ist nur eine Wischgeste vonnöten, die zur Übersicht aller installierten Apps führt. Es ist davon auszugehen, dass Google seinen neuen Launcher nach einer gewissen Phase der Exklusivität auch für Geräte anderer Hersteller freigibt. Beim Now Launcher verhielt es sich ähnlich.

Der App-Drawer des Google Pixel (XL). (Foto: t3n)

Der App-Drawer des Google Pixel (XL). (Foto: t3n)

Android 7.0 und Android 7.1 wird in den nächsten Monaten auch auf Smartphones anderer Hersteller landen. Wir werden den Eindruck aber nicht los, dass die Update-Geschwindigkeit der Hersteller nachlässt: Android 7.0 ist im August veröffentlicht worden, bis Mitte Oktober hat sich noch niemand außer Google dazu bequemt, Nougat-Updates zu veröffentlichen. Als Ursache kann wohl Googles neuer Updatezyklus herangezogen werden, denn das Unternehmen beabsichtigt, im Vierteljahreszyklus größere Wartungs-Updates zu liefern. Wie soll da ein Hersteller hinterherkommen?

Pixel-exklusiv: Der Google Assistant

Googles Pixel und Pixel XL mit Google Assistant. (Foto: t3n)

Googles Pixel und Pixel XL sind mit dem Google Assistant ausgerüstet. (Foto: t3n)

Die Pixel-Smartphones besitzen außerdem weitere exklusive Eigenschaften: zum Einen den technischen Support, der mit Sicherheit auch in Zukunft nur Besitzern eines Google-Smartphones zugute kommt. Zum anderen ist der KI-Assistent, der den schlichten Namen Google Assistant trägt, bisher nur – zumindest offiziell – auf den Pixel-Geräten nutzbar. Zwar hat auch der Messenger Allo den Assistant an Bord, dieser ist aber nicht tief ins System integriert.

Übersicht:

Der technische Support, der über einen Wisch nach links in den Systemeinstellungen zu finden ist, soll eine Hilfestellung für Neulinge in der Android-Welt sein. Der Support kann direkt aus dem Menü entweder angechattet oder angerufen werden. In den USA steht der Service rund um die Uhr zur Verfügung, in Deutschland gibt es Öffnungszeiten: Unter der Woche ist der Support von 9 bis 21 Uhr erreichbar, am Wochenende zwischen 10 und 18 Uhr.

Pixel-only: der Kunden-Support à la Amazon Mayday. (Foto: t3n)

Pixel-only: der Kunden-Support à la Amazon Mayday. (Foto: t3n)

Der Google Assistant ist gewissermaßen die intelligente Weiterentwicklung von Google Now, dem zusätzlich künstliche Intelligenz und ein wenig Charakter à la Siri mitgegeben wurde. Der Assistant versteht zum Verkaufsstart des Pixel nicht nur Englisch, sondern auch Deutsch – das ist ein Novum für Google. Er wird entweder per Hotword „Ok Google“ oder einen längeren Druck auf den Homebutton aufgerufen und ersetzt damit die mit Android 5.0 eingeführte Funktion Now on Tap. Diese ist nun fester Bestandteil des Assistant geworden.

Google Assistant – einige Beispiele. Der Assistent kann aber noch einiges mehr. (Bild t3n)

Google Assistant – einige Beispiele. Der Assistent kann aber noch einiges mehr. (Bild t3n)

Es ist natürlich erfreulich, dass Google den Assistant so früh auch für den deutschen Markt anbietet, der Funktionsumfang des deutschen Angebots unterscheidet sich aber derzeit noch deutlich vom englischsprachigen Pendant. So sind viele der angekündigten Funktionen wie die Recherche in der eigenen Fotosammlung oder die Suche nach bestimmten Bildern im Netz nicht möglich. Auch die Anzeige der eigenen anstehenden Termine wird noch nicht unterstützt. Mit der Begrüßung „Good Morning“ zeigt der Assistant auf Englisch eine Zusammenfassung aktueller Geschehnisse an, auf Deutsch habe ich nur ein „Hallo :-). Was kann ich für dich tun?“ als Antwort erhalten.

Der Google Assistant kann auch Spaß machen. (Foto: t3n)

Der Google Assistant kann auch Spaß machen. (Foto: t3n)

Laut Google wird das deutschsprachige Angebot in den nächsten Monaten stark ausgebaut, derzeit ist der Assistant aber nur ein besseres Google Now mit ein paar spaßigen Antworten, der Möglichkeit, sich Witze erzählen zu lassen und ein paar weiteren Funktionen. Es soll nicht bedeuten, dass der Assistant schlecht ist, aber der deutschen Version fehlt es an vielen Funktionen. Besser als Siri ist er aber schon. Woran Google noch arbeiten sollte, ist die deutsche Sprachausgabe. Sie klingt im Vergleich zur englischen Version noch verhältnismäßig unfertig – das geht besser.

Update-Garantie als Kaufargument?

In vielen Belangen unterscheiden sich die Pixel-Geräte kaum von den meisten High-End-Smartphones, die auf dem Markt verfügbar sind. Mit einem Faktor heben sie sich aber aus der Masse hervor. Denn Google verspricht eine Garantie von zwei Jahren für große Betriebssystem-Updates, was bedeutet, dass die Geräte mindestens noch Android „P“ erhalten werden. Nach Ablauf der zwei Jahre erhalten sie außerdem noch ein weiteres Jahr regelmäßige Sicherheitspatches. Das bietet sonst kein anderes Unternehmen in der Android-Welt. Darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, dass Google Android selbst entwickelt und damit in der Postion ist, die Updates schnell auszuliefern.

So weit, so gut: Wenn Google aber mit Apple konkurrieren will, sollte das Unternehmen sich gerade bei den veranschlagten Gerätepreisen überlegen, den Updatezeitraum zu erhöhen – bei dem Premium-Preis sollte eine Update-Garantie von drei Jahren schon drin sein. Apple bietet selbst für sein vier Jahre altes iPhone 5 das Update auf iOS 10 an. Im Unterschied zu Apple ist Google (noch) nicht selbst in die Chipentwicklung involviert, sodass gewisse Abhängigkeiten bestehen. Für die Entwicklung der Treiber der Prozessoren ist Qualcomm zuständig, die ihre Prozessoren nur für einen bestimmten Zeitraum unterstützen – bestes Beispiel ist der Snapdragon 801. Dank fehlenden aktuellen Treibern können diverse Smartphones keine OS-Updates erhalten, selbst wenn Hardware-Hersteller es wollen. Hier muss dringend nachgebessert werden.

Fazit: Gut gemacht, Google!

Googles Pixel und Pixel XL. (Foto: t3n)

Mit den beiden Pixel-Geräten bringt Google zum Einstand als Smartphonehersteller zwei außerordentliche Produkte auf den Markt. Sie überzeugen sowohl in Sachen Verarbeitung un Performance als auch Display, und auch die Kamera-Qualitäten sind auf allerhöchstem Niveau. Sicherlich wird nicht jeder mit einem der Pixel glücklich, schließlich bieten sie weder eine Speichererweiterung via Micro-SD-Karte oder einen Stylus wie ein Galaxy-Note, noch sind sie wasserdicht wie das iPhone oder die Galaxy-S7-Serie.

Das Pixel und Pixel XL besitzen mit der Bereitstellung zeitnaher Updates inklusive Garantie und dem Google Assistant Features, die sonst kein anderes Smartphone zu bieten hat. Auch wenn der deutsche Assistant noch nicht den vollen Funktionsumfang liefert wie die englische Version, ist das Potenzial da. Ob der Assistant für die Masse ein Kaufargument ist, bleibt fraglich, auch wenn diese Art der Mensch-Maschine-Kommunikation als die Zukunft betrachtet wird. Für Technikaffine und Early Adopter dürften die Pixel-Phones daher äußerst verlockend sein.

Abschreckend sind hingegen die Preise: Für das kleinste Pixel mit Fünf-Zoll-Display müssen knapp 760 Euro hingelegt werden, für das 32-Gigabyte-Pixel mit 5,5 Zoll-Display fallen gar ab 899 Euro an. Diese enorm hohen Preise gibt es eigentlich nur bei Apple und Samsung, wobei das aktuelle Smartphone-Flaggschiff Samsungs, das Galaxy S7, schon ab etwa 500 Euro feilgeboten wird, das S7 edge ab 560 Euro. Wer nicht unbedingt einen Assistant braucht und wenig Interesse an zugesicherten Software-Updates hat, findet bei der Konkurrenz sehr gute Smartphones mit ähnlicher oder gleicher Leistung. Nichtsdestotrotz: Mit den Pixel-Phones zeigt Google, dass sie es mit der Hardware-Entwicklung ernst meinen.

Pro

  • top Performance
  • tolle Kamera
  • zeitnahe Updates inklusive Update-Garantie

Contra

  • teuer
  • nicht wasserdicht
  • langweiliges Design

Disclosure: Die Pixel-Smartphones wurden uns für den Testbericht vom Hersteller zur Verfügung gestellt. 

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2 Kommentare
E.
E.

Danke für den sehr ausführlichen Bericht.

Das größte Contra ist für mich nicht der Preis, sondern dass es für Pixel nur 3 Jahre Updates gibt. Das geht nicht! Gerade, wenn man weiß, das über hundert Kilogramm an Rohstoffen für ein Smartphone verbraucht werden.

Das die Updates sofort kommen ist kein Pro, so etwas erwarte ich. Auch die Kamera nicht, die ich als leicht schlechter empfinde, als die vom aktuellen iPhone.

Was Pro für mich wäre: der Klinken Stereo-Audio-Eingang. Ich möchte keine Zigarette im Ohr, die irgendwann anfängt weh zu tun.

Antworten
TheHunter
TheHunter

Grundsätzlich lehne ich Geräte in diesem Preissegment ab, die
1. sich eine Speichererweiterung verschließen
2. keinen wechselbaren Akku haben
3. kein Dual Sim (mit davon getrennten TF Slot) anbieten
4. Den Eigentümer eines Smartphones von A-Z ausspionieren

Übrigens hoffe ich dass mit dem Note 7 Desaster, sich ein paar Leute bei Samsung von dieser Welt befreit haben. Doch denke ich, es sind zu wenige, wenn ich in Betracht ziehe, dass die Android-Samsung -Tastatur 56 MByte Speicherplatz benötigt.

Antworten

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