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Millionen Twitter-Nutzer fliehen zu Mastodon

Das von Elon Musk nach seiner Übernahme angerichtete Twitter-Chaos hat Millionen Nutzer:innen zur dezentralisierten Open-Source-Alternative Mastodon getrieben. Bei Twitter sieht man die Entwicklung mit großer Sorge.

2 Min. Lesezeit
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Von Twitter zu Mastodon ist es manchmal nur ein kleiner Tipp. (Foto: Shutterstock/Koshiro K)

Kaum ein Tag vergeht seit der Übernahme durch Elon Musk ohne eine Ankündigung aus dem Twitter-Hauptquartier, die wahlweise für einen Aufschrei, Bestürzung, Kopfschütteln oder die Androhung von rechtlichen Konsequenzen sorgt.

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Twitter: Link-Verbot und Sperre für Journalist:innen

Zuletzt hatte das Quasi-Verbot von Links zur Konkurrenz – allen voran der dezentralisierten Open-Source-Alternative Mastodon – Schlagzeilen gemacht. Die neue Richtlinie wurde, ebenso wie die Sperre einiger US-amerikanischer Investigativjournalist:innen, wieder kassiert. Der Schaden aber bleibt.

Schon nach der Ankündigung, dass ausgerechnet der für seine Twitter-Eskapaden bekannte Tesla-Chef und Multimilliardär Musk den Kurznachrichtendienst übernehmen wolle, waren erste Nutzer:innen zu Mastodon gewechselt. Seit die Übernahme in trockenen Tüchern ist – und danach eigentlich mit jedem weiteren Musk-Manöver – ist ein wahrer Exodus von Twitter zu Mastodon zu verzeichnen.

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2,5 Millionen aktive Nutzer:innen bei Mastodon

Wie Mastodon-Erfinder Eugen Rochko erklärt, sei die Zahl der monatlich aktiven Nutzer:innen allein zwischen Oktober und November 2022 von rund 300.000 auf 2,5 Millionen explodiert. Eine Verdopplung der Nutzer:innezahlen meldete Mastodon schon wenige Tage nach der Twitter-Übernahme durch Musk.

Der Forscherin Hilda Bastian zufolge ist es aufgrund der dezentralen Struktur des Fediverse, zu dem Mastodon gehört, nicht einfach, absolute Nutzer:innenzahlen zu ermitteln. Auch die Anfang Dezember 2022 im Umlauf befindliche Zahl von acht Millionen Accounts habe ihre Berechtigung.

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Das Fediverse ist per definitionem „ein Netzwerk föderierter, voneinander unabhängiger sozialer Netzwerke, Mikroblogging-Dienste und Webseiten für Online-Publikation oder Daten-Hosting“. Auf der großen Mehrheit der Instanzen dort läuft aber Mastodon, wie Netzpolitik schreibt.

Mehrere Millionen Konten im Fediverse

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) hat mithilfe des Dienstes instances.social herausgefunden, dass das Fediverse am 13. Dezember 2022 über 14.300 Instanzen und 6,1 Millionen Konten von Nutzer:innen verfügte. Heißt: Die Nutzer:innenzahlen könnten sich nach der Verzehnfachung im November noch einmal verdoppelt haben.

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Wie zu erwarten, hat die Analyse der SZ ergeben, dass die Twitter-Flucht in Wellen erfolgte – je nachdem, was Musk bei dem Kurznachrichtendienst wieder angestellt hatte. Allerdings scheinen sich viele Nutzer:innen auch nur einen Sicherheitsaccount bei Mastodon angelegt zu haben, den sie derzeit gar nicht verwenden.

Elonjet-Desaster feuert Twitter-Exodus an

Für viel Aufregung und damit neuen Wellen von zu Mastodon fliehenden Twitter-Nutzer:innen dürfte zuletzt der Rausschmiss des Collegestudenten Jack Sweeney und seinem Account Elonjet gesorgt haben. Auf diesem werden die öffentlich verfügbaren Standortdaten von Musks Privatjet gepostet.

Elonjet veröffentlicht diese Daten jetzt via Mastodon und Facebook. Die Auswirkungen dieser Twitter-Sperre, wie auch der vorübergehenden Sperre für mehrere Journalist:innen, auf die Mastodon-Nutzer:innenzahlen sind noch nicht abbildbar.

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Mastodon-Erfolg: Panik bei Twitter?

Twitter jedenfalls scheint Mastodon als ernsthafte Konkurrenz zu betrachten – und in eine Art Panik verfallen zu sein. Am Wochenende kündigte der von Musk regierte Kurznachrichtendienst an, künftig Links zu konkurrierenden Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram und eben Mastodon unterbinden zu wollen.

Die neue Regelung wurde allerdings kurz darauf wieder zurückgenommen. In der EU wäre sie rechtlich auch gar nicht durchsetzbar. Der von einer angeblich echten Befragung flankierte Rückzug Musks von der Twitter-Spitze könnte dem Unternehmen vielleicht wieder etwas Ruhe bringen. Für ein mögliches weiteres rasantes Mastodon-Wachstum wäre das aber wiederum nicht gut.

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