Porträt

„Der Mix aus Homeoffice, Büro und Coworking ist zukunftsweisend“ – Andreas Weck von t3n

Heute zu Gast: Andreas Weck von t3n. (Foto: Johannes Schuba)

In der Serie „5 Dinge, ohne die ich nicht arbeiten kann“ fragen wir Webworker, worauf sie im Job nicht verzichten können. Zum 3-jährigen Jubiläum schreibt der Initiator selbst: Andreas Weck von t3n.

Vor knapp drei Jahren habe ich die „5 Dinge, ohne die ich nicht arbeiten kann“-Serie erstmals auf t3n.de veröffentlicht. Den Anfang machte damals Stefanie Klamann von Hellofresh, danach reihten sich andere tolle Webworker wie Republica-Gründer Johnny Häusler oder die Opinary-Gründerin Pia Frey ein. Zum Jubiläum habe ich auch einmal darüber nachgedacht, was mich selbst im Arbeitsleben beflügelt und was eher nicht. Was ich in meinem Alltag vor allem schätze, ist der Mix aus Homeoffice, Büro und Coworking-Space. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein Feedback in den Kommentaren hinterlasst und mir verratet, ob euch die Serie gefällt und wenn nicht, was ich besser machen kann. Vielen Dank im Voraus!

5 Dinge, ohne die ich nicht arbeiten kann: Andreas Weck von t3n

Beinfreiheit: Ich bin zwar noch relativ jung, aber ich hab schon in verschiedenen Organisationssystemen gearbeitet. Meine erste Berufsausbildung hab ich beispielsweise in einem Amt gemacht. Da gab es nicht viel Beinfreiheit, wie sich viele Leser vorstellen können. Für alles gab es Regeln und wer denen nicht folgte, bekam Ärger. Dass ich in so einem Job nicht bleiben könne, wurde mir schnell bewusst. Ich lernte weiter und entschloss mich für ein kreativeres Umfeld – die Medienbranche. Eine Zeit lang habe ich darin als Freelancer gearbeitet – das war der krasse Gegensatz mit enormer Handlungsfreiheit. Inzwischen bin ich als fester Redakteur seit sechs Jahren bei t3n – die goldene Mitte. Klar gibt es auch hier Aufgaben, die erledigt werden müssen und Grundregeln unterliegen. Aber es gibt eben auch viele Möglichkeiten, neue Ideen zu entwickeln und auszuprobieren. Diese kurzweilige Serie ist so ein Beispiel: Sie entstand in meinem Kopf und hat vor drei Jahren das Licht der Welt erblickt. Seitdem läuft sie und unterhält unsere Leser. Reingeredet hat mir bislang keiner. Ohne diese Beinfreiheit, würde die Arbeit weniger Spaß machen.

Diktiergerät-App: Die Diktiergerät-App auf meinem iPhone ist eine Anwendung, ohne die es kaum gehen würde. Wenn ich beispielsweise spannende Gesprächspartner auf Events treffe, um sie für unser Online- oder Printmagazin zu interviewen, zeichne ich alles mit dem digitalen Helfer auf. Reingesprochen haben kürzlich erst der Ex-Profifußballer Marcell Jansen oder der Project-A-Investmentmanager Andreas Helbig. Auf beide Interviews dürft ihr euch freuen, denn sie sind gerade in der Produktion. Wer bis dahin nicht warten möchte, kann auch schon einmal das Interview mit Felix Plötz über die Branche der Keynote-Speaker lesen, das kürzlich den Weg aus der Diktiergerät-App auf unsere Seite fand.

Zielvereinbarungen: Viele Leser denken jetzt sicher, dass Beinfreiheit und Zielvereinbarungen nicht zusammenpassen. Doch das stimmt nicht. Leistungskennzahlen geben mir eine Orientierung, was es von meiner Seite aus braucht, um das Schiff auf Kurs zu halten. Sind diese Ziele erreicht, gibt mir das die gedankliche Freiheit, über das Tagesgeschäft hinauszudenken. Mit wem würde ich gerne einmal ein Interview führen? Welchem Thema möchte ich einmal auf den Grund gehen? Es würde mir extrem schwerfallen, einfach so dahinzuarbeiten, ohne zu wissen, ob und wie ein Fortschritt passiert und ob und wie ich meinen Teil erfüllt habe. Zielvereinbarungen müssen allerdings realistisch sein, damit sie motivieren. Führungskräfte, die von einzelnen Mitarbeitern unrealistische Moonshots verlangen, würden bei mir zumindest eher das Gegenteil bewirken.

Mix aus Homeoffice, Büro und Coworking: Zugegeben, es ist eine sehr privilegierte Situation, dass ich bei der Wahl meines Arbeitsplatzes extrem flexibel sein darf. Ich komme montags in die Stammredaktion nach Hannover, um Meetings abzuhalten. Ich arbeite an zwei bis drei Tagen in der Woche vom Homeoffice in Berlin aus, um in Ruhe meine Themen fertigstellen zu können. Daneben haben ein paar Kollegen und ich eine Mitgliedschaft in einem Coworking-Space, in dem wir uns ebenfalls wöchentlich treffen, um neue Ideen in recht familiärer Runde besprechen zu können. Diese Situation erfüllt sämtliche Bedürfnisse und trägt ihren Teil dazu bei, dass mein Arbeitsalltag abwechslungsreich bleibt. Den Mix aus Homeoffice, Büro und Coworking empfinde ich zudem als zukunftsweisend für die sogenannten Kreativ- und Wissensarbeiter – darüber hab ich an dieser Stelle übrigens auch schon ausführlicher geschrieben.

Work-Life-Balance: In meiner Welt gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden auf der Arbeit und dem Wohlbefinden im Privatleben. Bin ich zufrieden in meinem Job, bin ich auch in meiner Freizeit gut drauf. Erlebe ich viel in meiner Freizeit, liefere ich auch bessere Ergebnisse auf der Arbeit. Ich bin deshalb sehr daran interessiert, das Gleichgewicht zu halten. Das heißt nicht, dass ich immer auf die Stechuhr schaue und gehe, sobald der Acht-Stunden-Tag erledigt ist, aber das heißt, dass ich beispielsweise auch nach einem längeren Tag nochmal die Laufschuhe anziehe und etwas für mich tue. Oder dass ich an einem Arbeitstag mal früher gehe, weil ich mich beispielsweise mit Freunden auf ein Bier oder mit meiner Partnerin zum Essen treffen möchte. Ohne diese Balance habe ich schnell das Gefühl, dass mein Leben einseitig ist. Und mit Einseitigkeit kann ich nicht arbeiten.

Alle Artikel aus dieser Serie findet ihr hier.

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen euch bei der Karriere
Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n / dunnnk)

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Ein Kommentar
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Frei nach Kapinski und Gerop: Wenn das Unternehmen Zielvereinbarungen braucht, hat es ein Problem. Dann habe ich nämlich keine Mitarbeiter und Führungskräfte, sondern lediglich Beschäftigte und Manager.

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