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Reichweite, Preis und mehr: Darum entscheiden sich Deutsche gegen E-Autos

Das Interesse an E-Autos ist groß, aber die Zahl der Elektroauto-Käufer in Deutschland letztendlich sehr gering. Warum das so ist, hat eine Studie von McKinsey analysiert.

2 Min.
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E-Autos: Zahl der verfügbaren Modelle nimmt 2020 zu. (Foto: Volkswagen)

51 Prozent der Kunden in Deutschland sollen beim letzten Autokauf ernsthaft den Kauf eines E-Autos in Erwägung gezogen haben. Aber nur drei Prozent haben sich 2019 dann auch ein Elektroauto zugelegt. Warum das so ist, verdeutlicht eine aktuelle Studie von McKinsey. Demnach sollen allein 36 Prozent der Kunden, die kein E-Auto gekauft haben, darauf wegen der von ihnen empfundenen Unsicherheit über Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Batterie verzichtet haben. Auch die fehlenden Lademöglichkeiten waren für diesen Teil der Kunden entscheidend.

Beschleunigung spricht für E-Autos

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Weitere 27 Prozent der Nicht-Käufer, die zuvor ein E-Auto ernsthaft überlegt hatten, machten höhere Anschaffungskosten für den Rückzug verantwortlich. Zudem spielten laut McKinsey die Reichweite (16 Prozent) und die mangelnde Modellauswahl (acht Prozent) eine entscheidende Rolle. Als Mehrwert eines Elektroautos sehen Käufer und Interessenten vor allem Fahreigenschaften wie die Beschleunigung (33 Prozent) sowie Kaufprämien und Steuervorteile (25 Prozent) und die geringeren Gesamtbetriebskosten (22 Prozent).

Die Bedenken der E-Auto-Interessenten dürfte die Industrie in den kommenden Monaten aber zumindest zu einem Teil zerstreuen. Denn zum einen wird die Ladeinfrastruktur ausgebaut, die Kosten für die Akkus und damit auch die Fahrzeugpreise sinken und die Hersteller bringen viele neue Modelle auf den Markt. „2020 könnte das Jahr der Elektromobilität werden“, meint entsprechend Andreas Tschiesner, Leiter der europäischen Automobilberatung von McKinsey und Co-Autor der Studie.

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E-Autos: Reichweitenangst oft unbegründet

Wichtig sei es, dass Autohersteller und Händler stärker auf die größten Bedenken der Kunden eingehen. Die Reichweitenangst sieht Tschiesner etwa als in den meisten Fällen unbegründet an. Nur ein Prozent der Fahrten benötigten überhaupt eine volle Batterieladung, so der Experte. 88 Prozent der E-Auto-Besitzer pendelten weniger als 40 Kilometer zur Arbeit. Für die Analyse hat McKinsey mehr als 12.000 Konsumenten in Deutschland, Norwegen, China und den USA befragt sowie Testkäufe in knapp 60 Autohäusern mit acht Marken in drei Ländern durchgeführt.

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Kommentare (4)

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Titus von Unhold

„Testkäufe in knapp 60 Autohäusern mit acht Marken in drei Ländern“

Das ist eigentlich der interessante Teil der Meldung. 60 „Testkäufe“ bei Produkten mit einem Wert von sicherlich 40.000 Euro im Schnitt…

NanoPolymer

An der Stelle hing ich auch.

Dennis

Ich habe mich die letzten Monate auch mit dem E-Auto beschäftigt.
Folgende Gründe sprechen aktuell für mich gegen das E-Auto.
– der um etwa 25% Anschaffungspreis, bei ähnlicher Ausstattung, meine persönliche Schmerzgrenze sind 30000 €
– die nicht sicher kalkulierbaren Tankkosten an Ladesäulen der verschiedenen Anbietern, es kann passieren das mich die 100 km E-Tanken durchaus das Doppelte als die Spritkosten bei Hybrid kosten, selbst im günstigsten Strompreis kommt das E-Tanken nur wenig günstiger als der Sprit (Vergleich mit Hybrid), E-Kosten zwischen 6 und 12€ auf 100 km :-( Sprintkosten 8 bis 12€
– aus CO2 Sicht liegt der E-Wagen beim aktuellen Strommix in D ganz knapp vor dem Hybrid
– für die gewöhnlichen Montag bis Freitag-Fahrten reicht die E-Reichweite und Ladezeiten zwischen durch locker, aber: Samstag/Sonntag ist diese unzureichend bzw. am Zielort ist die Ladesituation schlecht, privat kann ich nicht laden, öffentliche Säulen sind Mangelware und dauerbelegt, und zwischen Unterkunft und Ladesäule muss ich auch noch ÖPNV fahren, mit dem Verbrenner schaffe ich das ganze Wochenende mit einer Tankfüllung
– zuwenige E-Autos sind aktuell offiziell anhängerfähig, brauche ich aber von März bis November einmal die Woche

In Summe: wirtschaflich für meine Haushaltskasse ist das E-Auto aktuell nicht sinnvoll, ich habe Nutzungseinschränkungen, Komfort im Sinne von Handling (Tanken, Anhänger, Laden) lässt nach, Umweltbilanz überzeugt mich noch nicht wirklich, 25% mehr auszugeben

Kluf

Die Nicht-Verbreitung von Elektroautos liegt auch an der (leider viel zu oft vorkommenden) realitätsferne der deutschen Politiker. Wo machen Elektroautos am meisten Sinn? In der Stadt. Wo wohnen die meisten Städter? In Mehrfamilienhäusern. Kann man da in der TG laden? Nein! Würde in allen Neubauten für jeden TG-Stepplatz auch nur eine einfache 230 V-Steckdose vorgeschrieben (deren Installationskosten im Vergleich zu den Kosten des Hauses völlig unbedeutend sind), dann gäbe es wesentlich mehr Elektroautos. Das ist eine einfachste Erkenntnis, aber für unsere Politiker zu schwierig. Die paar öffentlichen Ladestationen, die es gibt und geben soll, sind nicht ansatzweise ausreichend. Selbst auf dem Land, wo die Menschen typischerweise mehr als in der Stadt in Einfamilienhäusern wohnen und laden, sind die öffentlichen Ladestation schon völlig überbelegt.

Abschließend noch eine Meinung, die für mich durchaus auch neu ist: In meinem Bekanntenkreis gibt es etwas 10 Elektroautos (vom Renault Zoe bis zum Tesla Model S), meist als Zweitwagen zu einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Erstaunlicherweise würde KEINER das Elektrofahrzeug hergeben, sondern beim Wechsel im Fuhrpark den Verbrennungsmotor gegen ein zweites Elektrofahrzeug austauschen. Kann ich nicht ganz nachvollziehen, ist aber unisono die herrschende Meinung. Als Grund wurde mir hauptsächlich, die angeblich viel entspanntere und vorausschauendere Fahrweise im Elektroauto genannt. Einer sagte mir: Mit meinem 6-Zylinder-Benziner-BMW bin ich immer auf der linken Spur bei circa 200 km/h dabei. Wenn ich mich in meine i3 setze, bin ich ein anderer Mensch und fahre völlig entspannt auf der rechten Spur mit 100 bis 130 km/h und wundre mich über alle, die auf der linken Spur mit 200 km/h vorbeirasen. M.M. nach eine interessante Erkenntnis., die ich – mangels Elektroauto – nicht teilen kann, aber einfach mal so weitergeben möchte.

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