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Smarthome: Innenminister wollen offenbar an Daten von Sprachassistenten wie Alexa und Siri

(Foto: amedley / Shutterstock.com)

Die Daten von Smarthome-Geräten und digitalen Assistenten wie Alexa und Siri sollen als Beweismittel vor Gericht eingesetzt werden dürfen. Eine entsprechende Beschlussvorlage soll noch im Juni bei der anstehenden Innenministerkonferenz thematisiert werden.

Bund und Länder wollen digitale Spuren von Smarthome-Produkten wie Fernsehern, Kühlschränken und smarten Lautsprechern als Beweismittel vor Gericht verwenden. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die zwischen dem 12. bis 14. Juni in Kiel tagende Innenministerkonferenz (IMK) hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Smarthome: Staatlicher Zugriff auf Sprachdaten soll im Juni beschlossen werden

Digitalen Spuren komme „eine immer größere Bedeutung“ bei der Aufklärung von Kapitalverbrechen und terroristischen Bedrohungslagen zu, heißt es demnach als Begründung für den Vorstoß in der Beschlussvorlage des schleswig-holsteinischen Innenministers und IMK-Vorsitzenden Hans-Joachim Grote (CDU).

Apple Homepod startet in Deutschland. (Foto: dpa)

Smarthome: Apples Homepod hat Siri an Bord. (Foto: dpa)

Die Innenstaatssekretäre von Union und SPD haben sich dem Medienbericht zufolge in der vergangenen Woche im Zuge einer Vorkonferenz in Berlin darauf geeinigt, den Antrag Schleswig-Holsteins unterstützen zu wollen.

Politiker gehen davon aus, dass die Daten, die mit dem Internet verbundene Geräte wie etwa Fernseher, Kühlschränke oder Sprachassistenten sammeln, für Sicherheitsbehörden von Bedeutung sein könnten.

Damit die Sprachdaten künftig im Zuge von Ermittlungen verwendet werden können, sollen durch einen entsprechenden Beschluss verfassungsrechtliche Bedenken ausgeräumt werden. Für den Zugriff auf die Daten und die Auswertung müsse eine richterliche Anordnung eingeholt werden. Die Innenminister rechnen mit Widerstand seitens der Datenschützer in Bund und Ländern.

Nicht nur Smarthome: Bundesregierung will Zugriff auf verschlüsselte Messenger und mehr

Seit dem Marktstart der smarten Lautsprecher und digitalen Assistenten im Smarthome achten Datenschützer darauf, welche Daten bei den Anbietern landen, ob sie vor Zugriffen unbefugter Dritter sicher sind und wie intern mit ihnen umgegangen wird. Zuletzt wurde publik, dass Amazon Tausende Mitarbeiter damit beauftragt hat, Sprachbefehle auszuwerten. Verbraucherschützer forderten daraufhin von Amazon, diese Praxis zu beenden.

Die Bundesregierung fordert die Öffnung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Whatsapp und anderen Messengern. (Foto: Shutterstock-Ink Drop)

Der Vorstoß der Regierung, Zugriff auf die Sprachdaten erhalten zu dürfen, ist einer von mehreren aktuell vorgesehenen Eingriffen in den Datenschutz. Das Bundesinnenministerium will außerdem Anbieter von Messenger-Diensten dazu bringen, die Verschlüsselungsprotokolle zu öffnen, um Nachrichten lesbar zu machen. Auch der neue 5G-Funkstandard steht im Visier: Europäische Strafverfolger und das Bundesinnenministerium befürworten die Schwächung des Sicherheitsstandards des neuen 5G-Netzes, um Hintertüren einbauen zu können.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge wollen die Innenminister im Juni außerdem über den Umgang mit Daten beraten, die in privaten Fahrzeugen anfallen. Derzeit sei unklar, wie mit diesen Daten künftig in sicherheitspolitischer Hinsicht umgegangen werden soll.

Mit dpa-Material.

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2 Kommentare
Michael

Oh man, man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll :(
Zum einen sind diese smarten Assistenten wie Alexa und Co. wirklich eine clevere Hilfe.
Ich habe zuhause 3 im Betrieb und sie helfen mir wirklich weiter, erzählen mir meine Termine beim Frühstück, pflegen auf Zuruf meine Einkaufsliste, spielen dem Lütten Musik, schalten bei Hitze in der Wohnung die Klimaanlage ein und wieder aus usw.

Trotzdem wird einem etwas mulmig aus 2 Gründen:
1) Weiß das Privatunternehmen Amazon eine ganze Menge über mich
2) Muss auch der Staat wieder seine Finger im Spiel haben

Man will sich ja nicht die düstersten Szenarien ausmalen, aber was ist, wenn ich später z.B. mein Kreuzchen bei der Wahl nicht wie gewünscht mache und mir dann XY droht zu veröffentlichen, wie groß mein CO2 Abdruck aufgrund Klimaanlage, laufendem TV-Gerät, Bitcoin-Minder und Co ist?

Bin ersteinmal nachdenken … :/
LG

Antworten
Jan

So lang es nicht die Kontrolle über meinen Dönergrill erlangt, ist das für mich alles ok :-).

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