Statistik der Woche: Wer verschickt noch Briefe?

Rund 12,5 Milliarden Briefe hat die DHL-Gruppe im Jahr 2023 in Deutschland zugestellt. Das klingt im ersten Moment nach einer ganzen Menge, doch die Anzahl der beförderten Briefe ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Vor 20 Jahren hat die Anzahl der Briefsendungen noch bei etwa 18 Milliarden gelegen. Auch für das aktuelle Jahr erwartet der Konzern einen Rückgang – im ersten Halbjahr brachte die Deutsche Post etwa 5,8 Milliarden Briefe an ihren Zielort. Der Großteil der verschickten Briefe in Deutschland entfällt schon seit geraumer Zeit auf das Segment „Dialog-Marketing“, wobei es sich um eine direkte, auf die Interessen des Kunden zugeschnittene Form der Werbung handelt. Etwas weniger als die Hälfte der Briefe sind der Kategorie „Kommunikation“ zwischen natürlichen und juristischen Personen zuordenbar.

Zahlen rund um den Briefversand. (Grafik: Statista)
Weniger Briefe, höheres Porto
Der kontinuierliche Rückgang der Briefsendungen wirkt sich auch auf die Portokosten aus. Kleinere Sendungsmengen machen die Kosten pro Brief teure, wie die Statista-Infografik verdeutlicht. Wer heute einen Standardbrief (bis 20 Gramm) verschicken will, der muss etwa 55 Prozent mehr zahlen als vor 20 Jahren. Das zu lösende Briefporto beträgt 2024 85 Cent – 2004 hat dieses bei 55 Cent gelegen. Die Deutsche Post begründete die Erhöhungen ab 2022 mit gestiegenen Lohn-, Transport- und Inflationskosten. Trotz der Erhöhungen ist das Porto in Deutschland aber immer noch günstiger als in einigen anderen europäischen Ländern.
Die Digitalisierung wird derweil auch im eher altmodischen Briefversand spürbarer. Die meisten Briefe werden zwar trotz sinkender Nachfrage weiterhin mit der klassischen Briefmarke frankiert, dennoch nutzen immer mehr Menschen die sogenannte „Mobile Briefmarke“. Diese erlaubt es Kunden, per App Porto zu buchen und die Briefmarke in Form eines Codes selbst zu Papier zu bringen. Schon seit 2008 (damals noch per SMS) bietet die Deutsche Post diese mobile Leistung an. Im vergangenen Jahr wurden etwa 13,8 Millionen dieser Briefmarken-Codes verkauft; zwei Jahre zuvor waren es noch neun Millionen.
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