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Fundstück

Steve Jobs‘ Bewerbung: So hätten HR-Manager beim Recruiting auf ihn reagiert

Erkennt ihr ein Genie am Bewerbungsschreiben – auch wenn es nur so vor Fehlern strotzt? Steve Jobs hat einst so ein Dokument aufgesetzt. Wir haben es Personalverantwortlichen vorgelegt.

3 Min.
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Darüber würde er wohl heute lachen: Steve Jobs’ Bewerbungsschreiben wird versteigert. (Grafik: dpa / t3n)

Steve Jobs gilt als innovativer Vordenker und seiner Zeit weit voraus. An einem Bewerbungsschreiben, das er mit 18 Jahren aufgesetzt hat und kürzlich versteigert wurde, ließe sich sein Talent und seine Leidenschaft jedoch nur schwer erkennen. Der spätere Apple-Gründer war entweder in Eile oder einfach nur gleichgültig, denn das Dokument strotzt vor Rechtschreibfehlern und nichtssagenden Angaben. Wir haben Personalverantwortliche gefragt, wie sie auf die Bewerbung blicken und ob sie das Genie der Tech-Legende womöglich trotzdem erkannt hätten. Expertinnen und Experten erzählen, was sie denken.

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Steve Jobs’ üble Bewerbung: Das denken Experten

Die Bewerbung von Steve Jobs sieht nicht so aus, wie man sie von ihm erwartet hätte. (Foto: RR Auction)

„Bewerbungsschreiben sind überholt“

„Im Recruiting-Prozess halte ich vor allem das Bewerbungsanschreiben für komplett überholt. Bei der Auswahl von Bewerberinnen und Bewerber haben sie für mich ehrlich gesagt noch nie eine große Rolle gespielt. Der Lebenslauf und die Profile auf beruflichen Netzwerken entscheiden, ob man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Dort kommt es dann darauf an, seine persönliche Geschichte zu erzählen. Das ist wichtig und wiegt übrigens auch viel mehr als ein kleiner Rechtschreibfehler wie in der Bewerbung von Steve Jobs.“

Diana Styles, Chief People Officer bei N26

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„Ich hätte ihn nicht eingeladen“

„Ich würde gerne etwas anderes sagen und so tun, als hätte ich seine Brillanz durch den damaligen CV gesehen, aber ich befürchte, ich hätte ihn wohl nicht eingeladen. Wobei mich die Form noch nicht einmal stört. Eher die fehlenden Inhalte. Ein CV ist ja sozusagen die Visitenkarte eines Bewerbenden, mit welcher sie oder er sich einem zukünftigen Arbeitgeber vorstellt. Da sollte man versuchen seine Skills und Fähigkeiten entsprechend zu vermarkten, um dem Gegenüber klar zu machen, dass man für diese Stelle optimal passt.“

Jan Helwerth, HR-Manager bei Robert Bosch Tools

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„Eines hätte mich jedoch stutzig gemacht“

„Ich möchte Passion spüren und dazu gehört, dass Bewerbende sich Mühe geben. Ein kleiner Makel wie ein Rechtschreibfehler, ist dabei sicher kein KO-Argument. In Jobs‘ Fall hätten wir uns wohl alle gewünscht, einen Rohdiamanten auch unter solchen Bewerbungsschreiben entdecken zu können, aber es wäre wohl glatt gelogen, zu behaupten, hier sei es deutlich spürbar. Eines hätte mich jedoch stutzig gemacht: Er hat sich nicht an die angebotene Auswahl an Skills gehalten, sondern – seiner Zeit voraus – Design und Tech eingetragen.“

Carolin Lessoued, CEO und Mitgründerin von Openers

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„Rechtschreibfehler sind kein absolutes No-go“

„Das Anschreiben gehört für die meisten Positionen bei uns der Vergangenheit an. Der Lebenslauf wird zum zentralen Aushängeschild der Kandidatinnen und Kandidaten. Rechtschreibfehler sind kein absolutes No-go, aber die passende Form sollte schon sitzen. Ein ansprechendes Design inklusive durchdachter Struktur erhöht die Chancen. Auch Social Networks dienen als Visitenkarte. Vermutlich hätten wir Steve Jobs dadurch heute direkt auf Xing gefunden und er hätte uns erst gar nicht so ein unmotiviertes Anschreiben schicken müssen.“

Tim Wiedemann, Senior Manager Human Resources bei New Work SE

„Ich hätte ihn ja gar nicht erreicht“

„Rechtschreibfehler sind kein No-go – wir sind alle nur Menschen. Schlimmer ist, wenn noch ein anderer Firmenname im Text auftaucht. Habe ich alles schon erlebt. Die Bewerbung von Jobs hätte mir jedoch zu wenig Aussagekraft gehabt. Eine direkte Kontaktmöglichkeit ist für mich ein echtes Muss. Heute, aber auch in die Vergangenheit geblickt, hätte ich mir mindestens eine Adresse gewünscht, um eine Einladung schicken zu können. Schon aufgrund dessen wäre er nicht in die nächste Runde gekommen. Ich hätte ihn ja gar nicht erreicht.

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Juliane Lange, HR-Managerin bei yeebase Media

„Fünf nichtssagende Zeilen“

„Ganz ehrlich: Nur auf Grundlage dieser fünf Zeilen hätte ich Steve Jobs wahrscheinlich nicht eingeladen. Da hat er viel Potential sich vorzustellen, liegen lassen. Ich muss aber auch sagen: Bewerbungsschreiben sind für mich nur ein Zusatz zum Lebenslauf und nicht die Basis der Bewerbung. Ein Rechtschreibfehler ist auch kein Beinbruch. Wichtiger ist es, dem Lebenslauf eine persönliche Note zu verleihen, praxisnahe Beispiele aus früheren Projekten mitzugeben oder das Profil auf beruflichen Netzwerken aktuell zu halten.“

Katrin Nikolova, Teamlead Tech Recruiting bei About You

Lücke im Lebenslauf: 18 schlagfertige Antworten

Lücke im Lebenslauf: 20 schlagfertige Antworten Quelle: Twitter @DrLuebbers
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Kommentare (6)

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BoAlphaOmega

Ein Glück, dass Jobs nicht durch diese Tür ging, denn dann hätte sein folgender Lebens(ver)lauf ganz sicher anders ausgesehen!

Möglicherweise nicht besser als der in die Geschichte eingegangene …

Me

he forgot to mention:
Position Desired: slave driver

Me

So true. Plus he lyed about his tech skills.

But i wish he had gotten the job anyway and never started this company, that does not comply to webkit standards. It would have saved us a ton of money.

ron zimmermann

… stellt euch vor, ihr bekommt nen haufen bewerbungsunterlagen, welche sich am ende nur durch die unterschiedliche auspraegung der skills unterscheidet, auf den tisch. und mitten drin so ein einzelnes blatt papier … ist es nich dann doch diese bewerbung, die unter allen heraussticht? … in jedem marketing bereich und da zaehlt auch die selbstvermartung dazu, ist es wichtig sich von den anderen abzuheben … genau deswegen haette ich steve eingeladen … die adresse steht uebrigens eindeutig drauf: steve jobs => reed college => adresse dazu stand frueher im telefonbuch ;) …

Kantenhuber

Jobs war ein Freak.
Insofern war/ist es für einen Charakter wie ihn ohnehin nicht leicht, in der „Etappe“ Fuß zu fassen, außer in Positionen, die für die Gesamtorganisation eines Unternehmens nicht wesentlich sind.

Nur die wenigsten Personaler sind geeicht und getrimmt auf Personen, die „mehr“ versprechen, schon allein deshalb, weil die wenigsten von denen überhaupt fachlich wissen, was in den Fachbereichen wirklich wichtig und gefordert ist. Die verlassen sich dann auf die meist aufgebauschten Jobbeschreibungen, die ihnen die Kollegen*innen aus den Abteilungen als notwendig auftischen, um sich selber besser zu positionieren.

Heraus kommen dann die unterschiedlichsten Charaktere, die vor allem damit beschäftigt sind, sich innerhalb der Hierarchien einzurichten. Vom Superblender bis zum Hyperkryptofachgenie…

Für Jobs war es vor allem die Umgehung aller Hierachiestufen, wobei er zwischendurch auch Apple verlassen und als Unternehmensretter wieder zurückkehren musste, weil die vermeintlichen Heroen der Etappe schlicht massiv versagt hatten.

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Phone: none :-)
Und jetzt sind alle süchtig nach dem Teil. Leider mit sehr viel negativen Folgen. Aber die will man
in der digitalen Welt nicht hören.

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