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Kia EV6: Ladewunder mit viel Leistung und Platz im Test

In 3,5 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde, in 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen. Der neue Kia EV6 wartet mit beeindruckender Ladeleistung und familientauglichem Platzangebot auf. Wir waren mit dem sportlichen Elektroauto eine Woche lang unterwegs.

Von Frank Feil
6 Min.
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Der Kia EV6 wartet mit einer Ladeleistung von bis zu 240 kW auf. (Foto: Frank Feil)

Erst vor ein paar Wochen hatten wir den Kia E-Niro im Test. Dieser glänzte zwar mit exzellenten Verbrauchswerten und umfangreicher Ausstattung, allerdings merkte man dem kompakten Crossover doch recht schnell an, dass er schon etwas in die Jahre gekommen ist. Einerseits beim Design des Cockpits, andererseits bei der Ladeleistung: Maximal 70 Kilowatt erreicht der E-Niro an der Schnellladesäule, woraus sich eine Ladezeit von fast 50 Minuten ergibt, wenn man von 10 auf 80 Prozent SoC (State of Charge) laden möchte.

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Was man bei all dem im Hinterkopf behalten muss: Der E-Niro wurde ursprünglich nicht als vollelektrisches Fahrzeug konzipiert, sondern als Hybrid. Und das schon im Jahr 2016.Dass Kia seither enorme Fortschritte im Bereich der Elektromobilität erzielt hat, zeigt der neue EV6, der nicht nur optisch ein echter Hingucker ist, sondern in puncto (Lade-)Leistung viele aktuelle Modelle der Konkurrenz in den Schatten stellt.

Kia EV6: 3 Modellvarianten vom Familienauto bis hin zum Supersportwagen

Kia hat sich beim EV6 dazu entschlossen, eine möglichst große Bandbreite an möglichen Zielgruppen abzudecken.

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In der Basisversion kommt der Crossover mit 58-Kilowattstunden-Batterie, 394 Kilometern Reichweite (WLTP) und Heckantrieb daher. Mit 125 Kilowatt/170 PS Leistung geht es in gemächlichen 8,5 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde (Höchstgeschwindigkeit: 185 Kilometer pro Stunde). Wer mehr Reichweite braucht (528 Kilometer im WLTP-Zyklus), greift zur 77,4-Kilowattstunden-Batterie. Den Sprint von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde absolviert der EV6 dann dank etwas mehr Leistung (168 Kilowatt/ 229 PS) in 7,3 Sekunden.

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Das sind ideale Rahmenbedingungen für all jene, die auf der Suche nach einem moderneren Elektroauto sind, das eine Anhängelast von bis zu 1.600 Kilogramm bewältigen kann – und auch noch äußerst geräumig ist.

Damit begnügt sich Kia allerdings nicht. Wer gerne etwas sportlicher unterwegs ist, kann beim EV6 Reichweite gegen Leistung eintauschen. Bei der GT-Line (506 Kilometer im WLTP-Zyklus) steigt die Leistung auf 239 Kilowatt/325 PS. Der Allradantrieb beschleunigt den Crossover dann in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde.

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Und dann wäre da noch das Spitzenmodell: der EV6 GT. Mit unglaublichen 430 Kilowatt/585 PS geht es in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 260 Kilometern pro Stunde. Zur Basisausstattung gehört bei diesem Modell ein elektronisches Sperrdifferenzial. Zum Vergleich: Ein Porsche Taycan 4S meistert den Sprint in vier Sekunden, ein Porsche 911 GT3 braucht 3,4 Sekunden.

Kia EV6 im Test 5

Der Kia EV6 hebt sich optisch von der Masse ab. (Foto: Frank Feil)

Kia EV6: 240-Kilowatt-Ladeleistung – von 10 auf 80 Prozent in 18 Minuten

Kommen wir zur Ladeleistung. Während Kia beim E-Niro mit seinen 70 Kilowatt eher ein Negativ-Beispiel abgeliefert hat, gehen die Südkoreaner beim EV6 in die Vollen: Dank 800-Volt-Ladesystem erreicht der EV6 mit kleinem Akku stolze 180 Kilowatt, beim 77,4-Kilowattstunden-Modell sogar 240 Kilowatt. Damit lassen sich unter optimalen Bedingungen 100 Kilometer Reichweite in 4,5 Minuten nachladen. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent SoC dauert 18 Minuten.

Diese Werte stellen – bis auf den Porsche Taycan, Audi E-tron GT, Hyundai Ioniq 5 und das Tesla Model 3 – nahezu alle aktuellen Elektroautos in den Schatten.

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Zumindest in der Theorie. Aber wie schaut es in der Praxis aus? Tatsächlich schnellt die Ladekurve beim EV6 zügig auf rund 230 Kilowatt hoch. Dieser Wert wird bis etwa 50 Prozent SoC gehalten. Danach geht es abrupt bergab. Allerdings bewegt sich die Ladeleistung bis 80 Prozent SoC dann noch immer zwischen 150 und 175 Kilowatt.

In diesem Zusammenhang muss man sich vergegenwärtigen, dass etwa der VW ID 4 oder Skoda Enyaq maximal (!) 125 Kilowatt schaffen – und das auch nur bis etwa 40 Prozent SoC. Selbst der fast drei Mal so teure Mercedes-Benz EQS lädt deutlich langsamer als der Kia EV6.

Kia EV6 im Test

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Kia EV6 im Test

Das Cockpit des Kia EV6 ist futuristisch gestaltet, allerdings nicht so minimalistisch, wie bei Teilen der Konkurrenz. (Foto: Fran Feil) 

Kia EV6: Rund 400 Kilometer Reichweite mit 77,4-Kilowattstunden-Batterie

Wer mit seinem Elektroauto viel auf der Autobahn unterwegs ist, für den ist die Ladeleistung des Kia EV6 ein wahrer Segen. Denn wie an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Letztendlich ist bei einem Elektroauto nicht die Reichweite, sondern die Ladeleistung entscheidend.

Von den über 500 Kilometern Reichweite im WLTP-Zyklus bleiben bei dem Elektro-Crossover im Alltag noch rund 400 Kilometer übrig. Je nach Fahrstil mal 20 Kilometer mehr, mal 20 Kilometer weniger. Der Verbrauch pendelt irgendwo zwischen 19 und 22 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. In Anbetracht der Größe des Fahrzeugs und der Batterie gehen die Werte in Ordnung. Der EV6 ist kein Verbrauchswunder, aber auch kein Stromfresser.

Schauen wir uns mal an, was all das auf der Langstrecke bedeutet. Die Strecke von Stuttgart nach Berlin hat 640 Kilometer. Um diese Distanz mit dem EV6 zurückzulegen, muss man – je nach Fahrweise und Außentemperatur – entweder eine längere Ladepause (12 bis 18 Minuten) oder zwei Kürzere (6 bis 9 Minuten) einplanen. In dieser Zeit schafft man es an vielen Raststätten nicht einmal, die Toilette aufzusuchen und sich einen Kaffee zu bezahlen. Das Argument, dass Elektroautos sich nicht für längere Strecken eigenen, ist damit endgültig widerlegt.

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Übrigens: Die Rekuperation lässt sich über die Schaltwippen am Lenkrad bequem in mehreren Stufen verstellen, sodass auch One-Pedal-Driving möglich ist.

Kia EV6: Futuristischer Look, State-of-the-Art-Technik

Besonders viel Wert hat Kia beim EV6 auf das Thema Design gelegt. Das futuristische, zugleich aber auch sportliche Design zieht die Blicke der Menschen auf sich – und hebt das Fahrzeug von der Masse ab. Insbesondere das Heck, das durchaus kontrovers diskutiert wird, trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, dass der EV6 auf der Straße wahrgenommen wird.

Der Innenraum erinnert aufgrund des großzügigen Displays und der dominanten Mittelarmlehne mit Start-Stop-Taste ein bisschen an ein Raumschiff. Dieser Eindruck wird beim Einsteigen ins Fahrzeug durch optische Animationen und dazu passende Sounds unterstützt. Wie auch andere Hersteller, setzt Kia auf nachhaltige Materialien: Die Türfächer und der Bodenteppich im EV6 bestehen aus recyceltem Kunststoff, die Sitze sind optional mit Bezügen aus recyceltem veganen Leder erhältlich. Bei der Verarbeitung des Innenraums gibt es nichts zu meckern.

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Auf Wunsch kommt der Kia EV6 mit allerlei Assistenzsystemen, AR Head-up-Display, Meridian-Premium-Soundsystem und zahlreichen Sicherheitssystemen daher. Mit Blick auf die Elektromobilität sind allerdings vor allem zwei Dinge erwähnenswert: Einerseits verfügt der Crossover über Liegesitze, sodass man bei längeren Pausen problemlos für ein paar Minuten die Augen zumachen kann.

Andererseits kann der EV6 über Vehicle-to-Load (V2L) bis zu 3,6 Kilowatt bereitstellen. Damit lässt sich beispielsweise das E-Bike vor der anstehenden Radtour aufladen oder der Elektrogrill auf dem Campingplatz betreiben. Theoretisch können sogar andere Elektroautos geladen werden, was in der Praxis aber wahrscheinlich nur in Notsituationen eine Rolle spielen wird.

Kia EV6 im Test

Der Kia EV6 kann als Elektroauto überzeugen. (Foto: Frank Feil)

Kia EV6: Bereit für die vollelektrische Zukunft

Alles in allem liefert Kia mit dem EV6 ein hervorragendes Elektroauto ab. Ja, die Software im Fahrzeug ist vielleicht noch nicht auf Augenhöhe mit der von Tesla, aber abgesehen davon lässt der EV6 keine Wünsche offen.

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Besonders hervorzuheben ist die Ladeleistung von bis zu 240 Kilowatt, die man in der Regel erst bei Fahrzeugen jenseits der 80.000 Euro findet. Der EV6 hingegen startet nach Abzug der Förderung bei rund 36.000 Euro. Entscheidet man sich für die große Batterie, Allradantrieb und tobt sich bei der Sonderausstattung aus, werden zwischen 45.000 und 50.000 Euro fällig. In Anbetracht dessen, was geboten wird, ein mehr als fairer Preis.

Gleichzeitig macht Kia mit dem EV6 aber auch den eigenen Premium-Anspruch deutlich. Denn verglichen mit ältere Modellen ist der EV6 tatsächlich kein „günstiges“ Auto mehr. Muss er aber auch gar nicht, denn der EV6 setzt in puncto Fahrkomfort und -dynamik definitiv neue Maßstäbe für die Marke.

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