Ratgeber

Cloud-Hosting: Die wichtigsten Anbieter 2019 im Überblick

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Amazon Web Services (AWS)

Amazon ist mittlerweile der weltweit größte Anbieter von Cloud-Services. Die E-Commerce-Größe fokussiert sich mit AWS auf Public Clouds und punktet vor allem bei seinen fortschrittlichen Services und dem Support für große Unternehmen. Neben Trainings für seine Kunden stehen bei Amazon vor allem die Produkte EC2 und S3 im Vordergrund. EC2 steht für „Elastic Compute Cloud“ und fasst eine Menge Instanzen, eine Unterstützung für Windows und Linux, die Nutzung von schnellen GPU, High Performance Computing (HPC) sowie automatische Skalierung zusammen. Modular aufgebaut bucht man sich hier das zusammen, was man braucht.

S3 oder „Simple Storage Service“ ist der prominenteste Speicher von AWS für Objekte. Dazu gesellen sich der Elastic Block Storage (EBS), für persistente Blöcke bei der Nutzung von EC2 sowie das Elastic File System (EFS) als Datenspeicher. Datenbanktechnisch fährt AWS mit einer Bandbreite an Datenbanksystemen auf, wie seiner SQL-kompatiblen Aurora, Relational Database Service (RDS), der DynamoDB-NoSQL-Datenbank, dem Elasticache-In-Memory-Datenspeicher, Redshift Data Warehouse und der Neptun-Grafikdatenbank. Ein Datenbank-Migrationsdienst vereinfacht hier den Wechsel bestehender Datenbanken. Und die Container-Orchestrierung übernimmt AWS mit Fargate entweder selbst oder bietet Support für die üblichen Verdächtigen Docker und Kubernetes an.

Microsoft Azure

Microsoft hat sich mit Azure zum zweitgrößten Cloud-Anbieter weltweit gemausert und bewegt sich bei den Services in einem ähnlichen Feld wie AWS. Im Bereich Rechenleistung nennt Microsoft seinen Service unspektakulär „Virtual Machines“ und unterstützt neben Linux, Windows Server und SQL Server auch Produkte von Anbietern, die dafür auch eigene Clouds anbieten wie Oracle, IBM und SAP. Punkten kann Azure vor allem durch den integrierten Support von Microsoft-Produkten für Unternehmen wie Office 365 oder Dynamics 365. Darüber hinaus bietet Azure Schnittstellen und Tools für Hybrid-Cloud-Umgebungen an.

Auch bei Azure sind Instanzen wie HPC- und GPU- sowie eine Vielzahl anderer Services buchbar und die Autoskalierung nennt Microsoft einfach „Virtual Machine Scale Sets“. Bei Containern bietet Azure seinen eigenen Dienst an, der auf Kubernetes basiert, sowie einen zweiten, der Docker Hub und Azure Container Registry für das Management verwendet. Neben Services zur automatischen Skalierung bringt Azure eine Besonderheit mit: „Service Fabric“, das speziell für Applikationen mit einer Microservice-Architektur entwickelt wurde.

Speichertechnisch bieten die Redmonder vom schnödem Speicher auch Blob-Storage für unstrukturierte Daten, Queue-Storage für große Workloads und Speicher für Data-Lakes an, der für Big-Data-Applikationen gebraucht wird. Datenbanktechnisch unterstützt Azure eine Bandbreite von Lösungen, darunter MySQL, PostgreSQL und bietet einen Data-Warehouse-Service sowie Cosmos DB und Table Storage für NoSQL an. Redis Cache kann dagegen für In-Memory-Applikationen genutzt werden und die Server Stretch Database ist ein hybrider Storage-Service für Nutzer von Microsoft SQL Server. Also insgesamt ein weit gefasstes Angebot für eine Vielzahl von Anwendungsfällen, die ebenfalls nur dann bezahlt werden müssen, wenn sie genutzt werden.

Google Cloud Platform (GCP)

Der drittgrößte Anbieter ist Google, der etwas weniger gut bestückt ins Rennen geht und auch die Basis-Services von AWS und Azure abdeckt sowie eine Abrechnung auf Sekundenbasis anbietet. Darüber hinaus punktet Google aber eher durch die Nutzung CO2-neutraler Infrastrukturen, die nur halb so viel Strom verbrauchen wie gewöhnliche. Und durch den Fokus auf Kubernetes für Unternehmen, die am Deployment von Containern interessiert sind. Googles Expertise in diesem Bereich ist den beiden anderen großen Anbietern vermutlich voraus, denn das Unternehmen unterstützt das Projekt sehr intensiv und verwendet natürlich ebenfalls Container und Microservices.

Auch bei den Storage-Services hat GCP etwas weniger in petto. Der Unified Object Storage heißt generisch „Cloud Storage“ und bietet eine Persistant-Disk-Option an, dazu kommen Transfer-Services wie Transfer Appliance, die AWS’ Angeboten ähneln. Google setzt bei Datenbanken auf eine cloud-basierte SQL-Lösung sowie eine relationale namens „Cloud Spanner“, die auf hohe Workloads ausgelegt ist. NoSQL gibt es dagegen in den Varianten Cloud Bigtable und Cloud Datastore.

Neben diesen wichtigsten Anbietern sollten auch die Clouds von Alibaba, IBM, Oracle, Salesforce, SAP und Servicenow nicht unerwähnt bleiben, die jedoch entweder weniger Serviceangebote bieten oder sehr spezielle Anwendungsfälle haben.

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Dein t3n-Team

2 Kommentare
Enttäuscht
Enttäuscht

Solangsam muss man sich nicht mehr wundern, wenn in Deutschland nichts mehr vorwärts geht bezüglich Digitalem Wandel, wenn man nur noch US Unternehmen bevorzugt.

Es gibt genügend andere Anbieter im Cloud Bereich, die besser im Preis Leistungsbereich sind als diese genannten Service Provider.

Warum könnt Ihr im deutschsprachigen Raum nicht endlich anfangen lokale Unternehmen in den Fokus zu stellen und zu unterstützen?

Antworten
Jürgen Schulze

Haben Sie die zweite Seite nicht gesehen?

Antworten

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