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Co-Kreation: Der Agentur-Workaround gegen den Fachkräftemangel

Einer der Schwerpunkte auf der DMEXCO war, wie Agenturen in Zukunft trotz Fachkräftemangel bestehen können. Die Antwort lautet für einige: Co-Kreation.

2 Min. Lesezeit
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„Agency Trends: New Business Ideas In An Ever-Changing Market“ – ein DMEXCO-Talk mit Alina Ludwig, Bastian Schwärmer, Fabian Göbel und Eva-Maria Schmidt. (Foto: t3n)

Der Fachkräftemangel ist da und es ist auch für Agenturen schwierig, neue Mitarbeiter:innen zu finden. Das war auf der diesjährigen DMEXCO an verschiedenen Stellen deutlich zu hören.

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Bastian Schwärmer, Managing Director von Initative Media, erklärte in einem Talk auf der DMEXCO 2022: Trotz des negativen Images habe sich in der Arbeitskultur von Agenturen viel geändert – es gebe People-&-Culture-Abteilungen, Purpose und eine neue Generation säße in den Führungspositionen.

Auf der anderen Seite zeigt eine Studie des Ad Girls Club beispielsweise, dass noch immer Sexismus in Agenturen vorherrscht: 81 Prozent der Befragten finden, dass die Werbebranche ein Sexismusproblem hat, und 46 Prozent würden sie tendenziell deswegen verlassen.

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Messen wie die DMEXCO und der Marketing Tech Summit zeigen zudem, dass vorrangig Männer in Führungspositionen landen, auch im Marketing. Diversity und Inklusion sind in Agenturen auch noch nicht umgesetzt und schon gar nicht entsprechend repräsentiert.

Zuletzt aber wies Markus Kempf-Tschirko, Geschäftsleiter Corporate Marketing & Communications von Pilot, in seinem Talk zum Employer-Branding darauf hin: Die Babyboomer scheiden aus dem Arbeitsmarkt aus, das wird Vakanzen und eine Abwanderung von Know-how und Erfahrung bedeuten. Die nachkommenden Generationen sind aber nicht so groß, sodass schlichtweg Menschen auch in Agenturen fehlen werden.

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Auch Tobias York, Geschäftsführer und Gründer von I Like Visuals, betont: Stellen werden leer bleiben – und es hilft nicht, wenn sich Agenturen gegenseitig die Arbeitskräfte hin und her klauen.

Co-Kreation und Marketing-Initiativen: Allein schaffen wir es nicht mehr

Alina Ludwig ist Managing Director bei Odaline. Dabei handle es sich weniger um eine klassische Agentur, eher um eine Initiative. Es gebe auch keine wirklichen Spezialist:innen mehr, sondern vor allem Generalist:innen, die alles übernehmen können – vom Projektmanagement bis zum Videodreh. Außerdem, so Ludwig, sei die Einstellung: „Wir können nicht auf alle Fragen eine Antwort haben. Aber wir haben ein Netzwerk, und da wird jemand die Antwort kennen.“

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Dementsprechend stehe Odaline in engem Kontakt mit anderen Agenturen und Fachkräften und habe ein Netzwerk aufgebaut. Auftragsspezifisch werden dann Teams zusammengestellt, die aus Personen innerhalb des Netzwerks bestehen – ob diese nun Odaline-Angestellte sind oder nicht.

Diese Art der Zusammenarbeit, die Co-Kreation, sieht auch York als Modell für die nahe Zukunft – neben einer Veränderung der Machtverhältnisse in Agenturen und hybridem Arbeiten. Er stehe in regelmäßigem Austausch mit dem Chef einer Branding-Agentur. Natürlich seien sie Wettbewerber und in einigen Pitches würden sie gegeneinander antreten, aber sie führen auch Gespräche darüber, wie sie miteinander arbeiten und sich gegenseitig unterstützen können.

Das scheint die neue Frage zu sein, die Agenturen miteinander beantworten müssen: Wie können wir Projekte miteinander bearbeiten – und das sinnig und effizient?

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Me

Oh nein! Wie grauenhaft die skilllegathenischen Babyboomer fallen weg. Der Generationswechsel hat auch etwas gutes. Die Qualität der Produkte steigt bedeutend, auch wenn zunächst weniger produziert wird, da man in Deutschland einfach nicht ausreichend für digitale Bildung tut. Es ist ein gesundes Auf-die-Schnauze-fallen, was hier stattfindet und es ist mehr als überfällig. Vielleicht investieren die Pappnasen da oben dann endlich mal in Bildung, statt immer nur vor der Wahl damit zu werben. Und ich meine damit sicher nicht Grundschüler mit sinnfreien iPads zu bewerfen. Oo

Antworten
Josefine Kramer

Hey, You :D
Woah, okay, da machst du jetzt gerade viele Themen auf. So grundlegend: Natürlich hat ein Generationswechsel was Gutes, ist ja immer so.

Erstens finde ich es ganz schlimm, wenn Leute immer sagen, Millennials sind alle nur psychisch krank und die Gen Z sind nur alles faule Slacker – genauso würde ich nicht sagen, alle Babyboomer sind Skilllegastheniker.
Zweitens: Sicherlich ist die „Viel hilft viel“-Mentalität nicht immer gut, auch und vor allem nicht in der Werbebranche. Damit aber bei sinkender Zahl der Angestellten und sinkender Produktion die Qualität der Produkte steigt, dafür muss es auch eine Strategieumstellung geben. Das kommt nicht automatisch.
Drittens: Ja, ich finde auch, es sollte mehr in Bildung, inklusive digitale Bildung investiert werden – generationsübergreifend (Stichwort Fake News erkennen). Aber das Problem bleibt auch bei besserer Bildung: Es sind zukünftig weniger Arbeitnehmer:innen, egal, wie gut sie digital ausgebildet werden. Und diese wenigen Arbeitskräfte verteilen sich auf alle Branchen, dementsprechend bleibt beim Marketing wahrscheinlich einfach ein dickes Loch von Stellen, die unbesetzt bleiben, unabhängig vom Maß der gesamtgesellschaftlichen digitalen Bildung.

Und in dem Sinne finde ich es ziemlich lobenswert, dass sich Agenturen darüber unterhalten, wie sie Strategien und Geschäftsmodelle ändern können, um eben eine von dir angesprochene bessere Qualität zu erzielen. :)

Schönen Montag und schöne Woche! :)
Josie

Antworten
Me

Hey Jo*sie,
super inklusiv von Ihnen. Bitte gründen Sie eine Agentur, stellen nur Mediengestalter aus der Boomergeneration ein und beweisen Sie mir das Gegenteil. Sie würden sich an den Kopf fassen, wie krass man jegliche Neuerung verschlafen kann und mit was für einer frechen Selbstverständlichkeit die letzten Jahre bis zur Rente noch halbherzig abgerissen werden.

Ihnen auch noch eine schöne Woch*e!
Me

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