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Kolumne
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Ein Schritt näher an Digital Utopia: Die CES aus Unternehmer-Sicht

Welchen Nutzen können Unternehmen aus dem Besuch einer Veranstaltung wie der CES ziehen? Was war wichtig, was wird wichtig? Jan Möllendorf zieht in seinem Gastbeitrag eine individuelle Bilanz der CES aus Sicht eines Unternehmers.

Von Jan Möllendorf
12 Min. Lesezeit
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Face to Face: Die Gelegenheit nutzten bei der CES mehr als 115.000 Menschen. (Foto: Möllendorf)

Drei intensive Tage auf der weltgrößten Technologiemesse, der CES in Las Vegas, liegen hinter mir. Ich sitze im Flugzeug auf dem Weg von Las Vegas zurück nach Deutschland und versuche die vielen Impressionen der letzten Tage in Worte zu fassen. Das ist bei der Vielfalt der Eindrücke sehr schwer. Ein passender Vergleich ist aus meiner Sicht der Vergleich mit einer Collage aus Zeitungsschnipseln. Die Eindrücke von der Messe liegen wie eine mehrschichtige Collage vor mir.

Große Blöcke in der Kleinteiligkeit

Ich schaue auf meine Collage und versuche bei allem Chaos, das sich aus der Kleinteiligkeit ergibt, die großen zusammenhängenden Flächen zu beschreiben. Wenn man nämlich genauer draufschaut, dann sind da drei, vielleicht auch vier Themen zu erkennen, die Raum einnehmen.

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Der Themenblock „Automotive“ springt einem sofort ins Auge. Vorrangig sind es die klassischen Hersteller von Automobilen mit ihren mächtigen Ständen in den Hallen des Conventions Centers und im Außenbereich, aber auch von dem alten und dem neuen Ökosystem der Zulieferindustrie.

Automotive: Viele Bilder, wenig Inhalt

Allein die Keynote des CEO von BMW und seinen unterstützenden Protagonisten auf der großen Bühne im Palms Casino überstrahlt durch die Kraft ihrer Bilder vieles andere. Wenn ich den Auftritt etwas kritisch sehe, dann liegt das nicht daran, dass ich wegen des großen Andrangs zum Veranstaltungsraum die Darbietung mit anderen im Foyer stehend auf TV-Screens live anschauen musste.

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Kritisch bin ich, weil die große Vision „We want to be your intelligent companion“ des DEE (Digital Emotional Experience) letztlich nicht mit greifbaren Beispielen unterlegt wurde. Da hilft es mir auch nichts, wenn Arnold Schwarzenegger auf der Bühne steht und allgemeines Blabla zum Klimawandel abgibt.

Mobilität und Automotive war eines der großen Themen bei der CES. (Foto: Möllendorf)

Ähnlich wie bei der Keynote sieht es an den Ständen aus. Kraft ihrer Budgets und der Bedeutung der CES für Automobilhersteller bei der Vermittlung ihres Wandels zu umweltbewussten Mobilitätsanbietern sind die Stände selbstbewusste Showrooms. Was die Vermittlung von Inhalten angeht, kommt das an den Ständen zu kurz. Man spürt bei diesen, wie auch bei anderen großen Marken, dass die Erzeugung von Bildern im Vordergrund steht.

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Lassen wir diese Kritik mal beiseite, dann erkennt man, dass ein ganzes Ökosystem die Digitale Transformation nutzt, um die Fahrzeuge und ihre Nutzung nachhaltiger zu machen. Elektromobilität mit ihren vielen Anforderungen scheint bei allen Herstellern voll und ganz angekommen zu sein.

Innovation im Gesundheitsbereich

Ein anderes raumnehmendes Thema war für mich Gesundheit. Es ist faszinierend zu sehen, wie viele innovative Anbieter auf dem Markt sind. Mit ihren Anwendungen erfassen sie den Zustand unseres Körpers, ermöglichen das Teilen der Patientendaten mit Ärzten und helfen bei der Therapie.

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Vom Scannen der Nagelbette über die digitale Analyse des Urinstrahls beim Wasserlassen zu Hause, eine Augenmassage, die Messung des Zustands der Zähne, die Erfassung aller möglichen Werte über die Haut bis zu den eher kosmetischen Fragestellungen ist ganz vieles dabei.

Schade, dass es eine so große Herausforderung ist, diese neuen Möglichkeiten in die Kette unseres Gesundheitssystems aus Patienten, Ärzten und Krankenkassen aufzunehmen. Dabei verhindert jedes dieser Glieder der Kette durch eine gehörige Portion Veränderungsunwilligkeit eine schnelle Adaption der neuen Möglichkeiten.

Nach Einschätzung von Daniel Fürg, Gründer von 48forward, wird das aber die Innovationskraft auf dem Sektor nicht einschränken: „Wir werden in den nächsten zehn Jahren grundlegende durch technologische Innovation getriebene Veränderungen in unserem Gesundheitssystem sehen. Gerade im Hinblick auf die frühzeitige Diagnose und Therapie von schweren Erkrankungen, wie verschiedenen Krebsarten, werden wir geradezu disruptive Fortschritte erleben.“

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KI ist allgegenwärtig

Wenn ich oben von einem dominanten industriellen Sektor spreche, oder dann von dem Anwendungsgebiet der Gesundheit, dann macht sich jetzt vielleicht noch eine Technologie ganz gut. Zumindest liegt das Thema künstliche Intelligenz wie ein Schleier über allen Anwendungen und wird überall prominent in den Vordergrund gebracht.

Besonders eindrucksvoll ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Optimierung von Audio- und Video-Produktionen. Die Eliminierung von Geräuschen rund um Sprachwiedergabe oder die Erstellung von Videos auf Basis von vorgegebenen Texten lassen einen erahnen, dass uns noch viele Revolutionen in der Kommunikation untereinander bevorstehen. Das wird uns näher an eine neue Welt bringen als das, was heute als Metaverse skizziert wird.

Dazu Michael Oschmann, Geschäftsführer Müller-Medien: „Die Massivität, mit der der Automotive Sektor der CES inzwischen den Stempel aufdrückt, ist wirklich beeindruckend. Aber ich habe auch für uns weitere Anknüpfungspunkte für unsere mehr in den digitalen Medien und Service aktive Unternehmensfamilie entdeckt und interessante Menschen kennengelernt.“

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Ländervertretungen – von wunderbar bis peinlich

Ein Blick auf die Farben der Collage meiner Eindrücke lässt einen vor lauter Weiß, Blau, Rot, Gelb und Schwarz gar nichts mehr erkennen. Wir alle waren gerade zu „geflasht“ von der unfassbaren Präsenz koreanischer Unternehmen. Die großen Mischkonzerne Hyundai, Samsung und SK waren genauso vertreten wie Universitäten und eine nicht zählbare Menge an innovativen Startups. Und auch bei den Besuchern ist uns immer wieder die koreanische Flagge auf den Schildern der geführten Gruppen begegnet.

Wo wir gerade von Nationen sprechen: Die Ländervertretungen werden gefühlt von Jahr zu Jahr professioneller und größer. Das lässt einen als deutschen Besucher vor Scham erröten. Unser Stand wird von Jahr zu Jahr nämlich mickriger. Dafür glänzen wir aber mit drei Fotos von Politikern. Unser Bundespräsident, der Kanzler und der Wirtschaftsminister sind zu sehen. Der Normalbesucher der CES wird sich gefragt haben, welchen Zweck die für ihn unbekannten Gesichter auf Wand des Stands erfüllen.

Vom Präsidenten des DDV, Martin Nitsche, gibt es dazu einen deutlichen Kommentar: „Andere Länder glänzen mit Innovationen, wir mit drei alten, weißen Männern als Begrüßungskomitee. Frankreich hat über 200 Stände, wir haben acht. Traurig.“

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Wir können aber davon ausgehen, dass nächstes Jahr alles besser wird. Denn der Bundesminister für digitale Infrastruktur war vor Ort. Er wird bestimmt dafür sorgen, dass wir einen großen Sprung machen und nächstes Jahr sein Foto auch noch aufhängen. Dann haben wir immerhin 25 Prozent mehr Fotos als in 2023.

Es gibt auch positive Beispiele: Neben großartigen Gemeinschaftsständen der Schweiz, der Niederlande, Japans, Frankreichs und Koreas ist hier vor allem der italienischen Stand zu erwähnen. Tolle Startups und der Empfang an dem Stand mit Aperol Spritz und anderen italienischen Spezialitäten war ein Highlight.

Die Großen suchen vor allem Reichweite

Grundsätzlich gilt nach meiner Erfahrung auf der CES die Faustformel: Je größer der Stand umso kleiner die Erkenntnisse. Das liegt einfach daran, dass die großen Stände mehr der Reichweitenerzielung als der Aufklärung dienen. Eines dieser Beispiele war der große Aufbau von VW auf dem Außengelände, oder auch der mit viel Aufwand gestaltete Stand des Süd Koreanischen Konglomerats SK. Da wird in Präsentationen von unterschiedlichen Wasserstoffen gesprochen. Aber schon die Frage nach dem Unterschied der Wasserstoffe kann nicht beantwortet werden.

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Ähnliche beschreibt das Dominik Matyka, Unternehmer, Investor und Chief Advisor der DMEXCO: „Nach Gesprächen mit vielen Expo-Ausstellern hörte ich immer wieder von den Möglichkeiten guter Earn-Media, also PR. Das schien bei fast allen das ausschließliche Ziel zu sein.“

Keine Regel ohne Ausnahme, sehr interessant war der Aufbau von Here, einem Anbieter für digitale Karteninformationen und Verkehrsdaten. Hier waren wir ruckzuck in ein tiefes Fachgespräch verwickelt.

Die ganze Wucht der Startups

Man muss der CES Anerkennung dafür aussprechen, wie es ihr in den Jahren gelungen ist, eine große Menge an Startups aus der ganzen Welt nach Las Vegas zu lotsen. Mit für diesen Erfolg verantwortlich sind sicher die Aktivitäten der Länder, die den Startups an den Gemeinschaftsständen eine kostengünstige Plattform bieten.

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Einen großen Beitrag leistet auf jeden Fall der Innovations-Award der CES. In verschieden Kategorien werden Highlights ausgezeichnet. Die Gewinner werden in einem besonderen Bereich ausgestellt. So erhalten viele Startups eine Reichweite bei den Messebesuchern und auch bei der internationalen Medien.

Zumindest in Sachen Reichweite ganz groß: der selbstfahrende Kinderwagen von Glüxkind. (Foto: Möllendorf)

Allein diese Reichweite kann für die Startups den Aufwand der Messeteilnahme lohnen. Das Startup Glüxkind mit dem elektrisch betriebenen Kinderwagen, der den Eltern folgt, sobald sie ihr Kind aus dem Wagen gehoben haben, hat dieses Jahr wohl den Jackpot der Reichweitenlotterie geknackt.

Die Präsentation des besonderen Bereichs der Award Gewinner ist immer der Startpunkt unseres Weges über die CES. Danach suchen wir mehr oder weniger gezielt nach unseren Highlights. Auch wenn wir immer wie die Trüffelschweine nach Lösungen suchen, die unser Geschäftsmodell unterstützen, ist es immer auch ein wenig Glück, bei dieser Masse an Ausstellern nicht aus Versehen an einem Highlight vorbeizulaufen.

Nach meinem persönlichen Maßstab, der sich aus meiner Einschätzung des disruptiven Potenzials, der potenziellen Skalierbarkeit und irgendwie auch aus dem Auftreten des Teams zusammensetzt, ergeben sich für mich folgende drei Startups als meine persönlichen Highlights:

  • KO: Auf den ersten Blick eine überwältigend guter Klon andere sozialer Netzwerke (vor allem Instagram und Tiktok) aus Frankreich. Mit dem Unterschied, dass jeder User bei jedem Post entscheiden kann, ob er mit oder ohne Paywall posten will. Und ob er aus einem Post ein NFT auf einer Blockchain macht.
  • EXWAYZ: Das fantastische Team des Startups aus Frankreich hat mich mit seinem Lidar SDK beindruckt, das heute schon von vielen Robotics-Anbietern genutzt wird, um eine räumliche Standortbestimmung von alle Formen von Roboter oder auch Autos durchzuführen.
  • ZK Voting: Das Unternehmen bietet ein Blockchain basiertes System zur Abwicklung von staatlichen und privaten Wahlen an.

No No-Code – was bei der CES gefehlt hat

Trotz der Menge der auf der Messe abgebildeten Themen gibt es immer auch Dinge, die man erwartet aber nicht gefunden hat. Das liegt zum Teil daran, dass die CES thematisch aus der Hardware entsprungen ist und eben eine Consumer Electronics Show (= CES) und keine Messe für Digitales Marketing oder Industriemesse ist.

Dennoch habe ich darauf spekuliert, dass zum Beispiel das Thema Circular Economy mehr abgedeckt ist. Das Thema betrifft gerade Hersteller und Käufer von Consumer-Electronics (CE) ganz besonders. Ebenso wenig habe ich etwas zum Thema „no-code/low-code“ gesehen. Auch das ist aus meiner Sicht ein Thema, das gerade auch auf die Nutzung der heute hochkomplexen Anwendungen im CE-Umfeld wichtiger wird.

Was ich deutlich größer erwartet hatte, war das Thema E-Bikes. Verglichen mit dem Erfolg der E-Bikes in Deutschland hätte ich mehr Vielfalt und vor allem Anwendungen erwartet, die sich aus E-Bike Nutzung ergeben.

Die Frage nach dem Sinn

Seit meiner letzten CES sind drei Jahre vergangen. Diese Zeit hat Elon Musk genutzt, um mit seiner Boring Company etwas aus dem Boden zu stampfen. Oder besser: unter den Boden zu verlegen.

2016 hat Elon Musk es sich in den Kopf gesetzt (man kennt das von ihm …), zur Vermeidung von Staus Las Vegas zu untertunneln und einen Fahrservice von Teslas anzubieten. Von der geplanten Strecke des Vegas Loop sind bis heute nur ein paar Kilometer fertiggestellt.

Diese sind öffentlichkeitswirksam rund um den Las Vegas Convention Center gelegt. Man muss sich den sogenannten LVCC Loop wie eine Mischung aus einer Metro mit einem Chauffeurdienst vorstellen. Man fährt wie bei der Metro mit Rolltreppen unter die Erde. Dort stellt man sich je nach gewünschter End-Station an einen der Slots und wartet auf einen Tesla. Die halten im Pendelverkehr an, liefern Gäste ab und nehmen neue Gäste auf.

Die Teilstrecken sind bisher jeweils nur wenige hundert Meter lang. Gerade bei der Masse der Fahrten der CES fragt man sich, ob nicht doch ein menschlicher Fehler dazu führt, dass mal zwei Autos in dem sehr engen Tunnel steckenbleiben. Für solche Fälle bin ich dann auch froh, dass ein Fahrer an Bord ist. Wobei, vielleicht würde ein selbstfahrendes Fahrzeug Unfälle eher verhindern.

Auch wenn es den Spaß der Fahrt verringern würde, der Verzicht auf Fahrer würde wohl die Wirtschaftlichkeit des Projekts steigern. Viel helfen würde das sicher nicht. Denn man kann sich ja vorstellen, dass die verhinderten Staus nie so viel Mehrwert pro Fahrt liefern, dass Passagiere die Investitionen in die Tunnels in einem erhöhten Fahrpreis bezahlen.

Andreas Schwabe, Partner & Director bei BCG, sieht die Idee der Teslas im Loop etwas positiver: „Im Moment ist es noch eine Spielerei, aber wenn das Tunnel-Netz alle Hotels und den Flughafen verbindet, ist das eine Infrastruktur light für den öffentlichen Nahverkehr mit hohem Komfort und ohne Stau.“

Nach dem Hype ist Wunden lecken

Die Web-3.0-Euphoriker backen im Moment sehr kleine Brötchen. Der Hype der letzten zwei Jahre, der sich durch skandalöse Preise für NFT, Kryptowährungen und ins Kraut schießende Vorstellungen einer freien Welt durch DAO gekennzeichnet war, ist in sich zusammengebrochen. Auf verschiedenen Bühnen haben die ehemaligen Euphoriker eingestanden, dass es Zeit ist, den Scherbenhaufen aufzusammeln und den Versuch zu unternehmen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Das Thema „Metaverse“ war nicht so omnipräsent wie auf der SXSW. Es war auch keine Hardware zu entdecken, die die bisherigen Vorstellungen des Metaverse konkretisieren. VR- und AR-Devices waren immer wieder zu sehen, aber einen „step forward“ habe zumindest ich nicht festgestellt.

Nicht-Digitales in der Welt der Technologie

Wenn ich von meiner Collage der Eindrücke spreche, dann dürfen Entdeckungen nicht untergehen, die zwar nicht digitaler Natur sind, mich aber dennoch beeindruckt haben.

Beispielhaft sollen hier die Schuhe von Kizik stehen. Die Firma hat einen Rahmen für Sneaker vorgestellt, der einen Ein- und Ausstieg ohne lästiges Schnüren der Schnursenkel ermöglicht. Die Lösung ist im Grunde einfach: Die Ferse wird beim Einschlüpfen runter gedrückt und springt danach wieder in seine Ursprungsform zurück.

Solche Innovationen sind vor Ort viele vorhanden. Sie suchen vor allem das hohe Maß an globaler Reichweite, die man durch die CES erreicht. Die Verbindung zu Consumer-Electronics ist allerdings oft nicht herstellbar.

Lockeres Team – wieder großartig

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass diese Art der Reisen nur Sinn machen, wenn man sie in mit Menschen macht, mit denen man sich zu dem Gesehenen austauscht. Entweder man unternimmt die Reise komplett gemeinsam, oder man sammelt sich vor Ort die ein, die man schon kennt. Das ist dieses Mal auch wieder ganz großartig gelungen, weil immer jemand jemanden kennt, den man in die Runde holen kann.

Thomas Peruzzi, Sprecher der Geschäftsführung von Virtual Minds, hat das auch bestätigt: „Die Side-Events und Side-Meetings machen es aus, wie auf fast jedem Event, zumindest jedem großen.“

Anders als auf der SXSW lernt man leider auf der CES kaum andere Besucherinnen und Besucher kennen. Es fehlen die institutionalisierten Formate, die das ermöglichen. Da ist die SXSW mit der Herkunft als Festival ein deutlich geeigneteres Format. Gutes Wetter, viele kleine Bars, die Musik – all das führt dort leichter zur Vernetzung als im immer lauten, auf die Zocker und wilden Partygäste ausgerichteten Las Vegas.

Bilanz des Unternehmers

Aus meiner Sicht ist es so: Nur wer die Ergebnisse einer solchen Reise als Collage begreift, für den wird sie auf lange Sicht Erfolg bringen. Er wird im Business-Alltag oder bei der Strategieentwicklung immer wieder auf diese Collage blicken können. Wer mit der Erwartungshaltung nach Las Vegas reist, die große Erkenntnis zu erhalten, der wird enttäuscht von der Reise nach Hause zurückkehren.

Sollte ich meiner Collage einen Namen geben, dann würde ich sie „Get in touch with utopia“ nennen. Auf der SXSW läuft man gerne mal Gefahr, vor lauter gesellschaftlichen Veränderungsdenken und der fantastischen Rolle, die der Digitalisierung dabei zufällt, sich mit seinen Gedanken in Wunschträumen zu verheddern.

Bei der CES ist das anders. Man hat es oft mit greifbarer Hardware zu tun, und so ist man immer irgendwie in deutlicher in Verbindung mit der Realität. Der Weg in das Land der Träume ist eben auch immer einer der kleinen evolutionären Schritte, startend mit dem, was heute schon da ist. Man hat die Hand an dem Land der technischen Herrlichkeit.

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