Anzeige
Anzeige
News

Elon Musk stellt Twitter-Angestellten Ultimatum und bringt blauen Haken zurück

Twitter soll „extreme hardcore“ werden. Dazu erwartet Elon Musk von den Angestellten Höchstleistungen. Er selbst steht wegen 52 Milliarden Dollar vor Gericht und will kein CEO mehr sein.

4 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige

Elon Musk führt Twitter mit harter Hand. Das könnte auch etwas mit seiner Übermüdung zu tun haben. (Foto: dpa)

Elon Musk hat den Mitarbeitern von Twitter gestern (Mittwoch, 16. November) ein Ultimatum gestellt, berichtet der Spiegel. Entweder sie verpflichten sich, bei dem neuen „extreme hardcore“ Twitter mitzumachen, oder sie erhalten drei Monate Abfindung und sind raus. Parallel sagt Musk, er wolle eigentlich gar kein CEO sein, und zwar von keinem seiner Unternehmen, und er sehe sich auch nicht so. Sein Abo-Modell für Twitter lief anscheinend desaströs. Es soll dennoch Ende November wieder aufgelegt werden.

Anzeige
Anzeige

Was bedeutet „hardcore extreme Twitter“?

Die Übersetzung von „hardcore extreme“ lässt nichts Gutes erahnen. Zusätzlich füllt Musk diesen Begriff in seiner mitternächtlichen Mail bereits mit Inhalten. Da ist von „langen Arbeitszeiten bei hoher Intensität“ die Rede. Nur außergewöhnliche Leistung werde als ausreichend bewertet. Bis Donnerstag sollen Mitarbeiter ihre Akzeptanz dieses Vorgehens per Klick bestätigen. Anderenfalls verlieren sie ihren Job und erhalten eine Abfindung von drei Monatsgehältern.

Mit agilem Recruiting die richtigen Talente finden und binden – in unserem Guide erfährst du, wie es geht!

Anzeige
Anzeige

Manager schlafen im Büro

Vergangene Woche hatte der neue Eigentümer bereits von 80-Stunden-Wochen fabuliert, die er von seinen Mitarbeitern erwarte. In einem Treffen sprach er von einem „manischen Dringlichkeitsgefühl“, das sie beherrschen solle. Es kursieren Bilder von Managern, die im Büro schlafen. Außerdem sollen sie Angestellten tägliche Zwölf-Stunden-Schichten verschrieben haben, schreibt Business Insider.

Musk arbeitet 120 Stunden in der Woche

Musk selbst sagt, er arbeite 120 Stunden in der Woche, sieben Tage am Stück. Er werde so lange in der Twitter-Zentrale nächtigen, bis er das Unternehmen „repariert“ habe. Das soll bis Ende dieser Woche geschehen sein. Musk rechtfertigt seinen harten Kurs mit den gegenwärtigen Verlusten, die Twitter macht. Es handele sich um vier Millionen US-Dollar täglich.

Anzeige
Anzeige

Elon Musk will kein CEO sein

Der 51-Jährige kommt immer wieder in die Schlagzeilen – nicht nur wegen Twitter. Musk selbst gibt an, überarbeitet zu sein. Winfuture schreibt: „Man bekommt den Eindruck, dass man das seinem Führungsstil auch mehr als ansieht.“ Dabei will Elon Musk gar kein CEO sein – und zwar von keinem seiner Unternehmen.

Bekam Musk den 52-Milliarden-Dollar-Bonus zu Recht?

Das erklärte Musk nun bei einem Gerichtstermin in Delaware. Zu seiner Rolle bei Twitter sagte er: „Ich erwarte, jemand anderen zu finden, der Twitter führt.“ Er sei bei SpaceX auch eher für die Raketenentwicklung zuständig und bei Tesla für die Technologie, so der selbst ernannte „Technoking“. Er sei eigentlich kein CEO und wolle auch keiner sein. Im Kern geht es bei dem Verfahren darum, ob eine Kompensationszahlung von Tesla in Höhe von über 52 Milliarden Dollar an Musk rechtens war und ob er darauf Einfluss gehabt hat.

Anzeige
Anzeige

Belegschaft will keine Zusage unterschreiben

Die Washington Post berichtet, mehrere Mitarbeiter weigerten sich, irgendeine Zusage zu unterschreiben. Sie signalisierten damit ihre Frustration über den neuen Kurs der Geschäftsführung. Demnach könnte es nächste Woche zu einer Kündigungswelle kommen, wenn der CEO seine Drohung wahr macht. Das dürfte Musk aber nicht interessieren, er hatte bereits von 75 Prozent Mitarbeiterschwund gesprochen.

Wird die ganze Moderationsabteilung geschlossen?

Mehrere Angestellte, die aus Angst vor Vergeltung anonym bleiben wollen, verweigerten die Verpflichtung auf „Hardcore-Twitter“, heißt es weiter. Speziell das Team für die Moderation soll vor dem Absprung stehen. Das könnte die Plattform weiter ins Chaos stürzen. Dabei gibt es rund um Twitter schon genug Chaos.

Blauer Haken 2.0 ab 29. November

Twitter Blue inklusive des neuen Dienstes Blue Verified zeigt sich in Daten, die die Washington Post hat sammeln lassen, als Sammelbecken für Rechtskonservative, Kryptospekulanten und Pornodienstleister. Der blaue Haken von Blue Verified diente zuvor dazu, überprüfte Profile zu kennzeichnen.

Anzeige
Anzeige

Das Ergebnis des neuen Abos war, dass sich allerlei Fake-Profile – auch von Twitters Anzeigenkunden – bildeten, die mit dem blauen Haken ausgestattet waren. Darunter mehrere Accounts von Prominenten: von „Präsident Biden“ bis hin zu „Elon Musk“. Das Angebot wurde daraufhin vom Netz genommen und soll am 29. November wieder online gehen. Den blauen Haken kann man dazu buchen, eine Verifikation soll aber nicht inkludiert werden. Stattdessen führt der Plattformbetreiber ein Label namens „Official“ ein, das nur ausgewählte Firmen und Personen erhalten.

Werbefreies Abo würde Twitter viel Geld kosten

Bis zur Unterbrechung zählte Twitter 150.000 Abonnenten des Dienstes. Insider sagen, das sei viel zu wenig, um die Einnahmeverluste zu kompensieren, wenn die Super-User als Abo-Kunden weniger Werbung sehen. Twitter erwirtschaftet mit dieser Zielgruppe rund 79 Prozent seiner Werbeeinnahmen in den USA.

Einem internen Dokument zufolge müsste das Abo 44 Dollar pro Monat kosten, um den Werbewert wettzumachen. Das oberste eine Prozent der US-Nutzer erwirtschaftet 40 Dollar Einnahmen pro Monat – und wäre am ehesten bereit, ein Acht-Dollar-Abo abzuschließen. Das rechnete die Washington Post vor. Musk hatte getwittert, dass neue Abonnenten „halb so viel Werbung“ sehen würden.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare

Community-Richtlinien

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige