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EMUI 11: Huaweis großes Update bleibt erstmal auf Android 10 – das ist neu

EMUI 11. (Screenshot: t3n)

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Huawei hat im Zuge seiner Entwicklerkonferenz in Shenzen seine neue Nutzeroberfläche EMUI 11 vorgestellt. Entgegen der neuen Versionsnummer bleibt das Update vorerst auf Android 10 kleben. Zudem konzentriert der Hersteller sich weiter auf die eigenen Google-freien Dienste.

Mit EMUI 11 setzt Huawei seine sogenannte „1+8+N“ Strategie fort, wodurch der Hersteller sich zunehmend von Googles Android abkapselt. Ziel ist es, seine Geräte und die von Drittanbietern enger miteinander zu vernetzten. Aufgeschlüsselt steht die „1“ in der kryptisch anmutenden Logik für das Smartphone, das als zentrale Anlaufstelle fungiert. Die „8“ dient als Platzhalter für Produktkategorien aus den Bereichen Tablets, PCs, Fernsehern, Smartwatches, Lautsprechern, Audio-Produkten, AR/VR und Lösungen fürs Auto. Das „N“ steht schließlich für Dienste, die aus dem Internet angerufen werden. Selbst die beiden „+“-Symbole haben eine Bedeutung: Sie repräsentieren zum einen die Funktion „Huawei Share“ zum Austausch zwischen Geräten, zum anderen steht das Plus für mobile Datenverdingungen etwa über LTE oder 5G.

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EMUI 11 mit 1+8+N-Strategie

Alles soll miteinander vernetzt sein: Huawei setzt auch bei EMUI 11 auf seine 1+8+N-Strategie. (Screenshot: t3n; Huawei)

EMUI 11: Großes Update bleibt erstmal auf Android 10

Während Huawei sich bei seinen letzten EMUI-Versionsnummern an Googles Android-Updates orientiert hat, sieht es mit EMUI 11 anders aus. Denn trotz der höheren Ordnungszahl bleibt die Software – zumindest bis auf Weiteres – auf Android 10 haften, obwohl Google erst jüngst das große Update auf Android 11 veröffentlicht hat. Hier lassen sich Parallelen zu Xiaomis Android-Fork MIUI ziehen, bei dem eine neue Version nicht mit der Android-Versionsnummer gleichzusetzen ist. Diese neue Marschrichtung dürfte künftig für etwas Verwirrung sorgen.

Huawei P40 Pro

Das Huawei P40 Pro wird eines der ersten Modelle mit EMUI 11. (Foto: t3n)

Wann Huawei sein EMUI auf Android 11 bringt, hat der Hersteller noch nicht verraten. Wir gehen zwar davon aus, dass das große Update auch bei Huawei ankommen wird, jedoch verzögert sich der Wechsel auf das neue OS aufgrund der US-Sanktionen. Huawei darf erst seit dem offiziellen Release von Android 11 auf den Code zugreifen, da der Konzern die Software nicht mehr direkt von Google, sondern aus dem Android Open Source Project (AOSP) beziehen muss. Bis eine erste Beta auf Android-11-Basis erscheint, dürfte noch etwas Zeit vergehen.

Bis dahin müssen Besitzer eines Huawei- oder Honor-Geräts auf EMUI-11-Basis auf die Neuerungen, die Android 11 mit sich bringt, verzichten. Allerdings hat der Hersteller zahlreiche Neuerungen parat, die eventuelle darüber hinwegtrösten.

EMUI 11: Das ist neu

EMUI 11 bringt schicke Alway-on-Display-Styles. (Screenshot: t3n)

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Auf der optischen Seite bringt EMUI 11 Neuerungen beim Always-On-Display. Dazu gehören etwa neue Themes mit Mustern des Malers Piet Mondrian: Verschieden angeordnete Rechtecke unterschiedlicher Farbpaletten lassen sich hinter die Uhrzeit legen. Datum und Akkustand können ebenso angezeigt werden. Zur Auswahl stehen ebenfalls unmögliche Figuren wie dreidimensionale Recht- und Dreiecke, die im M.-C.-Escher-Stil gehalten sind. Sagen die Vorschläge nicht zu, können auf Wunsch beliebige Bilder, Videos oder GIFs auf dem Always-On-Display angezeigt werden, schreibt Nicolas La Rocco von Computerbase, der die Möglichkeit hatte, eine Vorabversion auf dem Huawei P40 Pro (Test) auszuprobieren.

EMUI 11 hat eine überarbeitete Galerie-App im Schlepptau. (Screenshot: t3n)

Überarbeitet hat Huawei ferner die Fotogalerie, in der sich mit Pinch-to-Zoom-Geste zwischen Tages- und Monatsansicht wechseln lässt. Neu ist zudem das Design des Reiters „Alben“: Hier werden Kacheln im 4:3- oder 3:4-Format für die Vorschau auf einzelne Unterordner genutzt.

EMUI 11: Neue Animationen und schwebende Fenster

Huaweis EMUI 11 ermöglicht schwebende Apps. (Screenshot: t3n)

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Weitere EMUI-11-Anpassungen sind die sogenannten „Live Icons“, bei denen es sich um animierte Symbole handelt. Sie ziehen etwa in die Schnelleinstellungen, die Telefonie-App, das Huawei-Notepad als auch Huawei Music und weitere Huawei-Apps ein. Ebenso verspielt ist ein neuer Vibrationsmodus der künftig im Rhythmus der ausgewählten Klingel- und Benachrichtigungstöne vibrieren soll.

Abgesehen von den netten Gimmicks erweitert Huawei die Multi-Window-Funktion, mit der Apps in frei auf dem Homescreen schwebenden Fenstern geöffnet werden können. Bei Nichtverwendung lassen sie sich minimieren – gesammelt werden minimierte Apps in einer Art Dock in der Seitenlasche.

Auf Tablets und Smartphones mit größeren Bildschirmen wie etwa dem Foldable Mate Xs wird es überdies möglich sein, mehrere schwebende Apps gleichzeitig – ähnlich wie unter Windows – zu öffnen und zu benutzen.

EMUI 11 bringt Smartphone und Matebooks näher zusammen

EMUI 11: Huawei erweitert das Zusammenspiel zwischen Smartphone und Notebook. (Screenshot: t3n)

Abgesehen davon erweitert der Hersteller ganz im Sinne der 1+8+N-Strategie die Interaktion über mehrere Geräte hinweg. Unter EMUI 11 wachsen beispielsweise Smartphone und Huaweis Matebooks enger zusammen: Fortan lassen sich laut Huawei drei Smartphone-Apps gleichzeitig in individuellen Fenstern auf dem Desktop nutzen und Daten per Drag-und-Drop bewegen. Ebenso lassen sich Telefonate über Windows-PC annehmen. Praktisch ist auch die Möglichkeit, das Smartphone als Scanner zu verwenden – fotografierte Texte können beispielsweise per OCR-Funktion in die neue Notizen-App übertragen werden.

Mit EMUI 11 ziehen ferner neue Sicherheitsfunktionen ein: So wird künftig – ähnlich wie unter iOS 14 – in der Statusleiste angezeigt, wenn eine App auf die Kamera, das Mikrofon oder den Standort des jeweiligen Geräts zugreifen will. Darüber hinaus wird Huawei mit EMUI 11 verhindern, dass Anwendungen Hintergrund auf Mikrofon oder Kamera zugreifen können – dieses Feature ist im Grunde auch Bestandteil von Android 11.

EMUI 11 steht ab sofort als Betaversion für Entwickler bereit, eine zeitnahe Öffnung des Betaprogramms für Interessierte steht ebenso an. Insgesamt sollen Betaversionen für zehn Modelle bereitgestellt werden, heißt es. Zu den ersten Geräten gehören laut Huawei die Mate 30- und P40-Reihen. Im Laufe des Jahres sollen mehr als 40 Huawei-Modelle auf EMUI 11 gebracht werden. Als erstes dürfte das große Update in finaler Version auf dem Mate 40 laufen, das im Laufe des vierten Quartals enthüllt wird. Bei Huawei scheinen die Tage von Android ohnehin gezählt. Denn ab 2021 sollen die ersten Smartphones mit dem hauseigenen Betriebssystem Harmony OS versehen werden.

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