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Esa-Chef: Das Weltall braucht Regeln – und die darf nicht Elon Musk machen

Elon Musk erobert mit Space X und Starlink das All. Damit er dort nicht zum Alleinherrscher wird, müssen sich Strukturen ändern, sagt unter anderem der Generaldirektor der European Space Agency, Josef Aschbacher.

3 Min. Lesezeit
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Starlink. (Foto: rafapress/Shutterstock)

Fast 1.900 Satelliten hat Elon Musk mit seinem Space-Unternehmen SpaceX bereits ins All befördert, riesige Starlink-Konstellationen sollen dafür sorgen, dass fast überall auf der Welt Zugang zum Internet besteht. Bis zu 30 Milliarden Dollar könnten 2021 in den Ausbau des Projektes fließen. Die zunehmende Dominanz von Musk sorgt für  Skepsis, beispielsweise bei Josef Aschbacher, Chef der europäischen Raumfahrtbehörde Esa.

SpaceX und Starlink: Europa verschenkt durch Musk-Unterstützung wirtschaftliches Potenzial

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Der kritisiert gegenüber der Financial Times unter anderem die europäischen Regierungen. Europas eigenes  wirtschaftliches Potenzial bezüglich der kommerziellen Raumfahrt könne nicht genutzt werden, wenn der Fokus zu sehr auf der Unterstützung von Elon Musk läge.

„Der Weltraum wird viel restriktiver sein, was Frequenzen und Orbitalplätze angeht“, zeichnet Aschbacher eine düstere Perspektive davon, wie sich die Machtverhältnisse im All ohne großartige Kursänderungen zukünftig gestalten könnten. Dabei sollten die europäischen Regierungen doch ein „gemeinsames Interesse daran haben, den europäischen Anbietern gleiche Chancen auf einem fairen Markt zu geben“.

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Wobei es dafür nach Aschbachers Prognose aber fast schon zu spät sein könnte: Starlink sei bereits so groß, dass es für Regulierungsbehörden und Konkurrenzunternehmen schwer sein dürfte, den Vorsprung noch aufzuholen. Musk sieht er dabei als Schlüsselfigur: „Sie haben eine Person, die die Hälfte der aktiven Satelliten in der Welt besitzt. Das ist schon erstaunlich. De facto macht er die Regeln.“

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Elon Musk darf nicht allein bestimmen: Luxemburgs Wirtschaftsminister fordert „gemeinsame Regeln“ im Weltraum

Dass eben diese Regeln im All nicht nur bei einer Person liegen dürfen, sieht auch Luxemburgs Wirtschaftsminister Franz Fayot. „Wir müssen gemeinsame Regeln aufstellen. Die Kolonisierung oder auch nur die Nutzung eines völlig deregulierten Weltraums ist ein Problem“, sagte er im Zuge der luxemburgischen New-Space-Konferenz.

Starlink ist nicht das einzige kommerzielle Projekt im All, auch das britische Unternehmen Oneweb arbeitet beispielsweise mit Regierungsunterstützung an einer satellitenbasierten Breitbandversorgung, die chinesische Regierung und Amazons Projekt Kuiper planen ebenfalls Satelliten im sogenannten „Low Earth Orbit“ (LEO). Diese Umlaufbahn, die besonders häufig für kommerzielle Raumfahrtprojekte genutzt oder anvisiert wird, liegt bis zu 2.000 Kilometer über der Erde – und dürfte in Zukunft immer voller werden.

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Zwar muss die Nutzung von Funkfrequenzen zur Datenübertragung von Satelliten bei der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) beantragt werden, eine internationale Behörde, die den Start und die Positionierung von Satelliten reguliert, gibt es aber nicht. Die fehlende Koordinierung könnte zusammen mit der zunehmenden Satellitenzahl künftig die Gefahr von Zusammenstößen erhöhen. So entstehen nicht nur Schäden an den Satelliten, sondern auch massive Mengen Weltraummüll. Zudem gibt es Befürchtungen, dass die hohe Satellitenzahl die bodengebundene Beobachtung, beispielsweise per Teleskop, stören könnte.

Musks Vorteil: Er ist schneller als seine Konkurrenz

Aschbachers Beobachtung bezüglich Starlink: Der Rest der Welt könne mit dem Tempo des Projektes nicht mithalten. Auch Ralph Dinsley, Gründer des britischen Weltraumüberwachers Northern Space Security, stellt gegenüber der Financial Times die hohe Geschwindigkeit heraus, mit der gearbeitet wird. Dadurch, dass Musk seine Satelliten selbst herstellen und starten könne, verschaffe er sich einen Vorsprung bei der Besetzung von begehrten Orbitalpositionen.

„Bei der Geschwindigkeit, mit der er diese Satelliten in die Umlaufbahn bringt, gehören ihm diese Orbitalebenen fast schon, weil niemand dort hineingelangen kann. Er schafft eine Art Musk-Souveränität im Weltraum.“ Die ließe sich durch gemeinschaftliche internationale Regulierungen einschränken– bis dabei allerdings ein gemeinsamer Nenner gefunden wird, dürfte Elon Musk noch einige Hundert Satelliten platzieren.

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2 Kommentare
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Jinxxx
Jinxxx

ROFL, Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Sorry, aber ähnlich der Autoindustrie, wird Musk mit dem Spaceship alles ausradieren. Schon mal gewundert, warum die Chinesen und Russen die Falcon fast 1:1 kopieren? Bestimmt nicht ohne Grund.

Was macht ESA? Ein Demoding entwickeln, welches vielleicht 2023 fertig werden könnte…

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Foxterrier
Foxterrier

Also grundsätzlich hat man nicht unrecht mit der Aussage das mehr Regeln in Weltraum aufgestellt werden sollen, aber das ist doch schon recht frech jetzt von der ESA (ESA-Chef=repräsentativ für die ESA)

Zu aller erst fördert doch ESA selbst Elon Musks Monopol, da die ESA Astronauten mit SpaceX fliegen.
2. zu der Wirtschaftlichkeit in Weltraum… echt? Die Aussage ist ja nicht falsch, aber wenn man grade nicht eine Internet/Kommunikation Satelliten aufbaut muss man nicht so Tief sein und so viele Satelliten haben, folglich in meiner Logik würde das bedeuten das man ein eigenes Satelliten gestützten Internet aufbauen möchte. Seien wir mal ehrlich, wie lange sollen Europäer auf ein halbwegs mit Starlink mithaltendes System warten? 50Jahre?

3.Wie gesagt wird „Elon Musk ist schneller als seine Konkurrenz“…. und das ist schlecht?!?!?!
JA wir in Europa hassen anscheinend fortschritt aber jetzt jemanden zu kritisieren weil er schneller ist? Ernsthaft? Okey der ist schneller und macht was gut, na wie geht man in Europa damit um ohhh das müssen wir bremsen ehrlich da fehlen mir die Worte:

Zusammenfassend wirkt das wieder wie mimimi der andere macht was besser deswegen wollen wir das nicht. Ich garantiere euch hätte ESA das Gleiche gemacht wie SpaceX würden die heute nicht dastehen und sich ka für Indien einsetzen. Die Ausgangsbedienungen waren doch für SpaceX und ESA dieselben hätten sie Arsch in der Hose gehabt hätte sie es doch selber sowas bauen können unter gleichen Ausgangsbedienungen. Naja aber so ist das bei der ESA, ich mein wären die Schlau gewesen hätte sie geschaut das sie selber Menschen ab 2011 ins All bringen können. Die Nasa hätte viele Flüge gebucht und es ist stark davon auszugehen das sie ehr mit ESA als mit Roskosmos gestartet wären und sie hätten Geld gehabt um richtig viel zu Bauen. Soo ist das nun mal man hat halt lieber 9Jahre zugeschaut wie ein anderer das Geld verdient…

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