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Neue Datenschutz-Einstellungen: Google will weniger Nutzerdaten sammeln

(Foto: Shutterstock)

Google bessert abermals beim Datenschutz für seine Nutzer nach. Nach der Einführung der automatischen Datenlöschung im letzten Jahr hat Alphabet- und Google-Chef Sundar Pichai nun weitere Neuerungen angekündigt.

Daten sind Googles höchstes Gut. Ohne sie könnten die Suche, die personalisierte Werbung und viele weitere Produkte nicht funktionieren. Laut Sundar Pichai legt das Unternehmen bei deren Entwicklung den Fokus auf drei wichtige Prinzipien. Dabei handele es sich um die sichere Aufbewahrung von Nutzerinformationen, einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Daten und der Übertragung der Kontrolle darüber an die Nutzer. Mit der jüngsten Ankündigung führt Google weitere Datenschutzverbesserungen ein, mit denen das Unternehmen unter anderem die Datenaufbewahrungspraktiken seiner Kernprodukte ändert, mit dem Ziel, generell weniger Daten aufzubewahren.

Google: Automatisches Löschen von Daten – für Neukunden

Nachdem Google 2019 eine Funktion zum automatischen Löschen von Nutzerdaten nach drei oder 18 Monaten eingeführt hat, wird das Löschen von Daten im Google-Konto nach 18 Monaten zum Standard für Nutzer, die die Speicherung ihres Standortverlaufs oder ihrer Web- und App-Aktivitäten aktiviert haben.

(GIF: Google)

Diese Löschfunktion soll außerdem auch für Youtube eingeführt werden. Bei der Videoplattform hat Google das Zeitfenster für Neukunden jedoch auf 36 Monate gesetzt. Bei Nutzern, die den Standortverlauf und die Web- und App-Aktivitäten schon vorher aktiviert hatten, werden die neuen Einstellungen nicht automatisch angepasst. Sie erhalten aber Benachrichtigungen und E-Mails, die an die Funktion zum automatischen Löschen erinnern, so Google.

Wie ihr den Google-Standortverlauf und die Webaktivitäten automatisiert löschen könnt, haben wir euch in einem älteren Artikel erklärt.

Google aktualisiert den Sicherheitscheck

Außer den Änderungen der automatischen Löschfunktion kündigt Google eine Überarbeitung der Privatsphäreeinstellungen im „Privatsphärecheck“ an. Der soll nach Unternehmensangaben jährlich immerhin über 200.000 Mal durchgeführt werden.

Google integriert den Passwortcheck in den Sicherheitscheck

Google integriert den Passwortcheck in den Sicherheitscheck. (Screenshot: t3n/Google)

(GIF: Google)

Der Zugriff auf den Check soll für eingeloggte Nutzer direkt über die Google-Suche möglich sein, indem sie in die Suchmaske etwa „Ist mein Google-Konto sicher?“ eingeben. In der Suche wird ihnen dann ein entsprechendes Feld eingeblendet, das sie zu ihren Einstellungen bringt. Laut Google steht die neue Funktion nicht sofort für deutsche Nutzer bereit. Sie soll aber bald folgen.

Google-Suche: Zugriff auf Inkognitomodus soll einfacher werden

Auch der im letzten Jahr eingeführte Inkognitomodus für Apps wie die Google-Suche, Maps und Youtube wird erweitert. Künftig soll er durch einen Langdruck auf das eigene Profilbild aktiviert werden können. Auf die gleiche Weise kann man ihn wieder verlassen. Ferner arbeitet Google nach eigener Aussage an einem app-übergreifenden Inkognitomodus über Maps, Youtube und die Suche hinweg. Eine entsprechende Ankündigung soll bald folgen.

Die Aktivierung des Inkognitomodus erfolgt durch einen Langdruck auf euer Profilbild in der Google-App, Youtube oder Maps. (GIF: Google)

Weiter integriert Google seinen eigenen Passwortcheck in den Sicherheitscheck, um eine zentrale Anlaufstelle zu Themen rund um die Datensicherheit der Nutzer zu bieten. Damit kann Google Nutzern auf einen Blick anzeigen, ob ihre Daten beispielsweise von einem Angriff auf anderen Websites betroffen sind, und ihnen helfen, ihr Passwort zu ändern. Bei Googles Passwortcheck handelt es sich um eine proaktive Passwortprüfung, die feststellt, ob eure im Google-Konto angelegten Passwörter einer Datenpanne zum Opfer gefallen sind. Eine ähnliche Funktion bietet auch Mozillas Firefox seit Version 76. Googles bisherige Chrome-Erweiterung zum Passwortcheck soll dafür eingestellt werden, so das Unternehmen.

Google erweitert die Open Source Differential Privacy Library um weitere Programmiersprachen. (Screenshot: t3n/Google)

Darüber hinaus erweitere Google sein Portfolio an Datenschutztechnologien: Die Differential-Privacy-Bibliothek soll um die Programmiersprachen Java und Go ergänzt werden. Zudem werde das Unternehmen weitere Tools veröffentlichen, um Entwickler dabei zu unterstützen, „maschinelles Lernen datenschutzbewusst zu nutzen“, erklärt Pichai. Differential Privacy komme beispielsweise in Googles Covid-19-Community-Mobility-Reports zum Einsatz, die Gesundheitsbehörden bei der Bekämpfung des Virus helfen sollen, indem Standortdaten unter Einhaltung der Privatsphäre geteilt werden. Auch in Google Maps werde die Technologie verwendet: Mit ihr könne man in Echtzeit sehen, wie gut ein Restaurant ausgelastet sei, ohne zu wissen, wer es besuche.

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