Test

Oneplus 5 im Test: Sauschnelles High-End-Smartphone mit kleinen Macken

Oneplus 5. (Foto: t3n)

Lesezeit: 12 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Mit dem Oneplus 5 hat das junge chinesische Unternehmen sein mittlerweile fünftes Topmodell ins Rennen gebracht. Auch wenn es ein wenig wie ein iPhone aussieht: Das Gesamtpaket kann im Großen und Ganzen überzeugen.

2014 machte das Unternehmen in den sozialen Netzen lautstark auf sich und sein erstes Topmodell aufmerksam, das Oneplus 5 setzt das Unternehmen diese Strategie weiter fort: Das neue Modell mutet edler und hochwertiger als seine Vorgänger an.

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Alt gegen neu: Das Oneplus 3T (links) neben dem Oneplus 5 (rechts) – das „5“ ist dünner und schmaler. (Foto: t3n)

Oneplus 5: Design und Verarbeitung

… eine gewisse Ähnlichkeit zum iPhone 7 Plus ist nicht von der Hand zu weisen, denn die rückseitige Dual-Kamera ist an der gleichen Stelle und ähnlich geformt. Als eine platte Kopie kann man es dennoch nicht bezeichnen, die Kamera ist anders ins Gerät eingelassen als beim Apple-Phone. Auch die Konstruktion des Antennenstreifens, der im oberen und unteren Bereich des Gehäuses eingefasst ist, erinnert ans iPhone, allerdings hatte Meizu beim Pro 6 diese Kontur schon vor Apple. Kurzum: Es klaut jeder bei jedem.

Das Oneplus 5 erinnert ein wenig an das iPhone 7, der Hersteller bedient sich aber auch bei Meizu. (Foto: t3n)

Das Oneplus 5 hat also Designanleihen von diversen Smartphones – auch vom R11, einem aktuellen Smartphone-Modell des Oneplus-nahen Unternehmens Oppo. Dennoch besitzt das „5“ eine eigene Form, durch die es sich von anderen Modellen klar abhebt. Vor allem sollte hier die durchgehende sogenannte „Horizon-Line“ hervorgehoben werden. Hierbei handelt es sich um einen Anschliff des seitlichen Rahmens, der sich um das komplette Gerät zieht. Bei den Vorgängern gab es diese auch schon, beim Oneplus 5 hat der Hersteller sie aber stärker akzentuiert. Durch die Form fühlt sich das Smartphone noch dünner an, als es mit seinen 7,25 Millimetern ohnehin schon ist.

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Sinnvoll: Auf dem Oneplus 5 ist ab Werk eine Displayschutzfolie angebracht. Da der Screen mit Gorilla Glas 5 geschützt ist, könnt ihr sie aber auch entfernen. (Foto: t3n)

Was Gewicht und Abmessungen anbelangt, ist es leichter und kompakter als das iPhone 7 Plus: Das Oneplus 5 ist 154,2 x 74,1 x 7,25 Millimeter groß und wiegt 153 Gramm. Das iPhone 7 Plus misst 158,2 x 77,9 x 7,3 Millimeter und wiegt stattliche 188 Gramm.

Die Front des Oneplus 5 ist beinahe identisch mit der des Oneplus 3(T). (Foto: t3n)

In puncto Verarbeitung zeigt sich das Oneplus 5 wie auch die Vorgänger von seiner besten Seite – man kann sogar sagen, dass es noch ausgereifter und runder als die bisherigen Oneplus-Modelle anmutet. Blickt man von vorn auf das Oneplus 5, sind indes keine Unterschiede zum 3(T) zuerkennen: Display, Ohrmuschel, Frontkamera und der rasend schnelle Fingerabdrucksensor sind nahezu identisch – nur durch die weicheren Rundungen des Gehäuses unterscheidet sich das neue Modell.

Das Display des Oneplus 5 löst weiterhin mit Full-HD auf. (Foto. t3n)

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Auch alle Buttons sind an den gleichen Stellen verbaut, Monolautsprecher, SIM-Kartenslot und USB-C-Port sowie 3,5 Millimeter-Audiobuchse sind an den selben Positionen wie beim Vorgänger zu finden. Der filigraneren Form des neuen Modells entsprechend sind Lautstärkewippe und Powerbutton allerdings dünner, besitzen aber weiterhin einen soliden Druckpunkt.

Oneplus 5: Display, Performance und Ausstattung

Beim 5,5-Zoll-AMOLED-Display geht das Unternehmen keine Experimente ein: Es löst wie bei den Vorgängern weiterhin mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf. Das wirkt sich auch positiv auf die Akkulaufzeit aus.

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Das Display des Oneplus 5 löst weiterhin mit Full-HD auf. (Foto. t3n)

Auch wenn die meisten Hersteller mittlerweile auf Displays mit höherer WQHD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) setzen, wirkt sich das Full-HD-Panel des Oneplus 5 nicht negativ auf das Gesamterscheinungsbild aus. Mit dem bloßen Augen sind keine einzelnen Pixel zu erkennen, die Blickwinkelstabilität ist sehr gut und es sind beim seitlichen Blick auf den Screen keine Verfärbungen oder Schlieren zu sehen.

Was das Bild auf den ersten Blick trübt, ist jedoch die Standard-Kalibrierung des Displays: Die knalligen Farben des Screens erinnern an die ersten AMOLED-Displays. Manchen Nutzern könnte das zwar gefallen, da auf diese Weise das tiefe Schwarz, welches das Display darstellen kann, akzentuiert wird. Wer jedoch mehr Wert auf eine ausgewogene Farbwiedergabe legt, sollte in den Displayeinstellungen die sRGB- und DCI-P3- oder eine manuelle Kalibrierung wählen. Ich habe beispielsweise sofort auf DCI-P3 umgestellt.

In den Einstellungen lässt sich die Farbkalibrierung ändern. (Foto: t3n)

Wer auf seinem Smartphone viel liest, wird sich über den sogenannten Lesemodus freuen, der die Farbwiedergabe auf Grautöne reduziert. Außerdem ist in diesem Modus ein Blaulichtfilter integriert, wodurch ihr auch abends im Bett ohne Einschlafprobleme lesen könnt. Oneplus verspricht „eine Leseerfahrung wie auf einem e-Reader”. Letztlich handelt es sich dabei um einen Graustufen-Filter mit softwareseitiger Umgebungslicht-Anpassung, den ihr entweder manuell aktivieren oder mit bestimmten Apps verknüpfen könnt, damit sie automatisch im Lesemodus starten. Praktisch.

Der Lesemodus des Oneplus 5 lässt sich optional bequem über die Quick-Settings aktivieren. (Foto: t3n)

Allgemein ist, abgesehen von der Standard-Farbkalibrierung, am Display nichts auszusetzen. Es ist zwar durchaus denkbar, dass Oneplus sich beim nächsten Modell vom Full-HD-Display zugunsten eines WQHD-Screens verabschiedet, beim Oneplus 5 konnte aber durch die Wahl der Preis niedriger als bei der Konkurrenz gehalten werden.

Acht Gigabyte RAM stecken im großen Modell mit 128 Gigabyte UFS-2-1-Speicher. (Foto: t3n)

Bei der weiteren Ausstattung zieht Oneplus alle Register: Mit dem Snapdragon 835-Prozessor hat Oneplus das performanteste SoC (System-on-a-Chip) verbaut, das es derzeit auf dem Markt gibt, begleitet von einer Adreno-540-GPU und, je nach Variante, sechs bis acht Gigabyte RAM ist es ein Biest. Uns liegt die mattschwarze Version mit acht Gigabyte DDR4-Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte internem UFS-2.1-Speicher vor.

Auch wenn sie wenig aussagekräftig sind: einige Benchmark-Ergebnisse des Oneplus 5. (Bild: t3n)

In der Alltagsnutzung erweist sich die im Oneplus 5 verbaute Kombination als rasend schnell. Das System läuft wie Butter, Apps starten schnell, der App-Wechsel geht flüssig vonstatten, selbst der Wechsel zwischen Apps per Doppeltap auf den Recents-Button (der ganz rechts) verläuft ohne Verzögerungen. Im Laufe der einwöchigen Nutzung habe ich keinerlei Mikroruckler oder kleinere Stotterer beobachten können – beim Galaxy S8 oder dem LG G6 sah das Ganze leider etwas anders aus.

Oneplus 5T vs Oneplus 5 vs. Oneplus 3T vs. Oneplus 3 - die Spezifikationen im Vergleich

  oneplus-3t-small oneplus-3-small
Modell Oneplus 5T OnePlus 5 OnePlus 3T OnePlus 3
Betriebssystem OxygenOS 4.7 basierend auf Android 7.1.1 OxygenOS 4.5, basiert auf Android 7.1.1 Nougat OxygenOS 4, basiert auf Android 7.1.1 Nougat OxygenOS 4, basiert auf Android 7.1.1 Nougat
Display 6,01 Zoll AMOLED (2.160 x 1.080 Pixel) 5,5 Zoll AMOLED, (1.920 x 1.080 Pixel, 401 ppi), 2,5D-Gorilla-Glas-5; DCI-P3 5,5 Zoll Optic AMOLED, (1.920 x 1.080 Pixel, 401 ppi), Gorilla Glas 4 5,5 Zoll Optic AMOLED, (1.920 x 1.080 Pixel, 401 ppi), Gorilla Glas 4
Prozessor Qualcomm Snapdragon 835, @ max. 2,45 GHz Qualcomm Snapdragon 835, @ max. 2,45 GHz Qualcomm Snapdragon 821, @ max. 2,35 GHz Qualcomm Snapdragon 820, @ max. 2,2 GHz
Arbeitsspeicher 6 bzw. 8 GB LPDDR4 6 bzw. 8 GB LPDDR4 6 GB LPDDR4 6 GB LPDDR4
Interner Speicher 64 GB, 128 GB UFS 2.1, nicht erweiterbar 64 GB, 128 GB UFS 2.1, nicht erweiterbar 64 GB, 128 GB UFS 2.0, nicht erweiterbar 64 GB UFS 2.0, nicht erweiterbar
Hauptkamera Dual-Kamera 16 MP mit f/1.7-Blende und E.I.S. (Sony IMX 398) und 20 MP f/1.7-Blende (Sony IMX 376K), Dual-LED-Blitz Dual-Kamera 16 MP mit f/1.7-Blende und E.I.S. (Sony IMX 398) und 20 MP f/2.6-Blende (Sony IMX 350), Dual-LED-Blitz 16 MP mit f/2.0-Blende, Sony IMX298, OIS 16 MP mit f/2.0-Blende, Sony IMX298, OIS
Frontkamera 16 MP mit f/2.0-Blende, (Sony IMX 371) 16 MP mit f/2.0-Blende, (Sony IMX 371) 16 MP mit f/2.0-Blende, Samsung 3P8SP 8 MP mit f/2.0-Blende, Sony IMX179
Akkukapazität 3.300 mAh (fest verbaut), „Dash Charge“ Schnellladelösung 3.300 mAh (fest verbaut), „Dash Charge“ Schnellladelösung 3.400 mAh (fest verbaut), „Dash Charge“ Schnellladelösung 3.000 mAh (fest verbaut), „Dash Charge“ Schnellladelösung
Konnektivität WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, 2x2 MIMO, Bluetooth 5.0, GPS, LTE bis Cat. 12, NFC WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, 2x2 MIMO, Bluetooth 5.0, GPS, LTE bis Cat. 12, NFC WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.2, GPS, LTE Cat. 6, NFC WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.2, GPS, LTE Cat. 6, NFC
Abmessungen 156,1 x 75 x 7,3 Millimeter 154,2 x 74,1 x 7,25 Millimeter 152,7 x 74,7 x 7,35 Millimeter 152,7 x 74,7 x 7,35 Millimeter
Gewicht  162 Gramm 153 Gramm 158 Gramm 158 Gramm
Farben Midnight Black Midnight Black (nur 128 GB mit 8 GB RAM), Slate Grey (nur 64 GB mit 6 GB RAM) Gunmetal (nur 128 GB), Soft Gold (nur 64 GB) Grafit, Soft Gold
Sonstiges Dual-SIM, Fingerabdrucksensor, USB-Typ-C (nur USB 2.0) Dual-SIM, Fingerabdrucksensor, USB-Typ-C (nur USB 2.0) Dual-SIM, Fingerabdrucksensor, USB-Typ-C (nur USB 2.0) Dual-SIM, Fingerabdrucksensor, USB-Typ-C (nur USB 2.0)
Preise (UVP) 499 Euro (64 GB); 559 Euro (128 GB) 499 Euro (64 GB); 559 Euro (128 GB) 439 Euro (64 GB); 479 Euro (128 GB) 399 Euro

Oneplus 5 mit solider Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit des Oneplus 5 ist auf dem soliden Niveau des 3T. (Foto: t3n)

Auch wenn Oneplus in sein neuestes Modell einen etwas kleineren Akku als beim 3T, das einen 3.400-Milliamperestunden-Akku besitzt, integriert hat, reicht der 3.300 Milliamperestunden starke Energiespeicher aus, um bei moderater Nutzung anderthalb Tage ohne Steckdose auszukommen. Im Testlauf liefen zwei Mail-Konten mit Push-Funktion, Chrome, Slack, Facebook mitsamt Messenger, Twitter, Instagram, Yammer, Whatsapp und zahlreiche weitere Anwendungen im Hintergrund. Sechs Stunden Display-on-Time sollten locker drin sein. Praktisch: Wenn euch mal der Saft ausgehen sollte, könnt ihr den Akku rasch wieder auffüllen – dank Dash-Charge.

Mit Dash-Charge könnt ihr das Oneplus 5 im Nu wieder mit Energie befüllen. (Bild: Oneplus)

Dash-Charge ist der proprietäre Schnellladestandard von Oppo und Oneplus, wobei er bei Oppo „VOOC Flash Charge“ genannt wird. Mit Hilfe des mitgelieferten Netzteils und des USB-C-Kabels könnt ihr das Oneplus 5 binnen 30 Minuten wieder auf etwa 60 Prozent laden, was für ungefähr einen Tag ausreichen sollte. Wie der Hersteller verspricht, ist die Wärmeentwicklung während des Ladeprozesses minimal.

In puncto Konnektivität ist das Oneplus 5 mit allen aktuellen Technologien ausgerüstet: von WLAN nach AC-Standard mit zwei mal zwei MIMO über GPS, NFC, bis hin zu LTE nach Cat.12 mit einer theoretischen Downloadrate von bis zu 600 Megabit pro Sekunde und einem Dual-SIM-Slot ist alles dabei. Nicht zu vergessen ist der Support für Bluetooth 5.0. Es gibt zurzeit zwar kaum Produkte, die den neuen Funkstandard unterstützen, allerdings ist das Gerät für die Zukunft gewappnet. Gekoppelt mit Bluetooth-Kopfhörern erscheint die Verbindung äußerst stabil.

Das Oneplus 5 hat einen Dual-SIM-Kartenslot an Bord. (Foto: t3n)

Der auf der Unterseite neben dem USB-C-Port eingebaute Monospeaker ist verhältnismäßig laut und klingt sogar bei aufgedrehter Musik recht sauber. Wenn ihr das Gerät quer haltet, müsst ihr wie leider bei so vielen Smartphones aufpassen, den Lautsprecherschlitz nicht zu verdecken. Der Fingerabdrucksensor des Oneplus 5 besitzt die gleiche Form wie der des Oneplus 3 (T) und arbeitet rasend schnell, wie es sich gehört. Damit er nicht so schnell verkratzt, wurde er mit einer Keramikschicht geschützt.

Kurzum: Das Oneplus 5 ist eine Performance-Rakete, die selbst bei Ressourcen-intensiven Aufgaben nicht schlapp macht. Das Display besitzt zwar „nur“ Full-HD-Auflösung – das fällt aber kaum auf und hat einen positiven Einfluss auf die Akkulaufzeit.

Oneplus 5: Die Dual-Kamera – Luft nach oben

Eine sehr gute Kamera ist eines der wichtigsten Ausstattungsmerkmale, die ein High-End-Smartphone ausmachen. Das ist auch Oneplus bewusst, und es hat sich bei der Entwicklung aus diesem Grund die Kamera-Experten von DXOmark beratend hinzugeholt. Trotz dieser potenten Schützenhilfe kommt die Kamera nicht an das Niveau eines Samsung Galaxy S8, Google Pixel oder HTC U11 heran.

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Oneplus setzt bei seinem „5“ erstmals auf eine Dual-Kamera. (Foto: t3n)

Die Hauptkamera des Oneplus 5 besitzt ein Dual-Kamera-Setup, wie es von diversen Unternehmen verwendet wird. LG verwendet bei seinem LG G6 zwei Linsen – eine mit Standard- und eine mit Weitwinkel. Huawei setzt bei der zweiten Kamera einen Monochrom-Sensor ein, um die Fotos zu verbessern und die Qualität des Digital-Zooms zu erhöhen. Oneplus verwendet seine Dual-Kamera zum einen für einen besseren Zoom-Effekt, zum anderen, um bei Portrait-Fotos einen Unschärfe-Effekt (Bokeh) wie bei einer DSLR-Kamera zu imitieren, was unter anderem auch Apple mit der Dual-Kamera des iPhone 7 Plus versucht.

Mit der 16-Megapixel-Hauptkamera, die eine lichtstarke f/1.7-Blende besitzt, lassen sich unter idealen Lichtbedingungen sehr gute Fotos mit natürlichen Farben und stimmigem Weißabgleich schießen. Der Autofokus stellt meist das richtige Objekt in den Mittelpunkt. Ein Tap auf den 1x-Button der App schaltet die Kamera flugs auf die Zoom-Linse um. Die mit dem 20-Megapixel-Zoom aufgenommenen Bilder besitzen weiterhin natürliche Farben, verlieren aber leider an Detail – als „verlustfrei“ kann man die Resultate nicht bezeichnen. Dennoch ist die Qualität des Fotos der zweiten Kamera besser, als wenn man einfach nur den Digital-Zoom der 16-Megapixel-Kamera verwendet.

Im Pro-Modus der Oneplus-5-Kamera stehen viele Einstellungs-Optionen zur Verfügung. (Screenshot: t3n)

Aufgrund der f/2.6-Blende, die Oneplus bei der 20-Megapixel-„Zoom“-Kamera einsetzt, ist sie unter widrigen Lichtbedingungen nur bedingt geeignet: Sie ist nicht lichtstark genug. Entsprechend sollte die Zoom-Funktion in erster Linie bei genügend Licht verwendet werden. Bei weniger Licht steigt das Bildrauschen merklich an – bei beiden Sensoren. Hier hätte möglicherweise ein optischer Bildstabilisator (OIS) geholfen – im Oneplus 5 steckt lediglich ein elektronischer Bildstabilisator (EIS). Dass dieser ausreichen kann, stellt das Google Pixel klar unter Beweis. Im Oneplus 5 könnte das auch funktionieren, allerdings muss das Unternehmen noch ein wenig an der Softwareoptimierung arbeiten.

Im Portrait-Modus arbeiten die zwei Kameras zusammen: Beide Fotos werden miteinander verknüpft, die Tiefenschärfe mit Hilfe eines Algorithmus errechnet und in das Bild eingefügt. Dieses Feature besitzen beispielsweise auch Apples iPhone 7 Plus und Huawei P10 (Plus) – insbesondere bei Letzterem funktioniert das Ganze noch nicht ideal. Beim „Bokeh-Effekt“ des Oneplus 5 verhält es sich ähnlich – je nach Objekt und Lichtbedingungen werden die Umrisse korrekt erkannt, manchmal aber auch nicht, sodass die Verwendung des Portrait-Modus einem Glücksspiel ähnelt.

Kein leichtes Objekt für den Portrait-Modus – der Algorithmus der Oneplus-5-Kamera sollte den Windschutz dennoch erkennen können. (Foto: t3n)

Für die Frontkamera verbaut Oneplus wie beim 3T einen 16-Megapixel-Sensor. Der Sensor stammt aber nicht mehr von Samsung, sondern von Sony (IMX 371), und hinterlässt einen besseren Eindruck als der im Vorgänger integrierte, bei dem die Bildqualität weniger überzeugen konnte – Bilder wirkten wie durch einen Weichzeichner gezogen. Das ist bei der neuen Frontkamera nicht mehr der Fall.

Bei diesem Beispiel sind die Ränder des Bokeh-Effekts ausgefranst. (Foto: t3n)

Die Oneplus-Kamera-App hat mit dem „5“ ein Update erfahren – trotz der neu integrierten Funktionen wie dem Zoom und dem Portrait-Modus ist sie aber weiterhin sehr übersichtlich und intuitiv gestaltet. Der manuelle ist einem „Pro-Modus“ gewichen, in dem sich Weißabgleich, ISO-Wert und weitere Einstellungen vornehmen lassen. Manuelle Kamera-Einstellungen können gespeichert, Fotos im RAW-Modus zur späteren Nachbearbeitung aufgenommen werden.

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Auf Google Fotos findet ihr die Bilder in voller Auflösung zum Hineinzoomen.

Kurz gefasst: Die Kamera des Oneplus ist gut, auch wenn wir (zu Recht) hart mit ihr ins Gericht gegangen sind. An die Leistung eines Google Pixel, HTC U11 oder Galaxy S8 kommt das Oneplus 5 nicht heran. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, denn das Unternehmen hatte angekündigt, die Kameraleistung kontinuierlich per Software-Updates zu optimieren – sie reift gewissermaßen beim Kunden. Die Hardware ist da – es mangelt noch am Feintuning. Künftige Verbesserungen können aber nicht in den Test einfließen, in dem der augenblickliche Entwicklungsstand beurteilt wird.

Oneplus 5: OxygenOS 4.5 macht Spaß

Wie bei Googles Pixel-Launcher: der App-Drawer-Button ist verschwunden. (Foto: t3n)

Mit OxygenOS 4.5 liefert Oneplus bei seinem neuesten Modell eine leicht aktualisierte Version der hauseigenen Software, die auf Android 7.1.1 Nougat basiert. Die Nutzeroberfläche des Oneplus 5 dürfte Fans der Nexus- oder Pixel-Smartphones von Google zusagen: Sie ist ähnlich reduziert gehalten, stellenweise aber sinnvoll angepasst und erweitert worden. Darüber hinaus verzichtet Oneplus auf unnötig viele vorinstallierte Apps und Bloatware.

Oneplus spart sich außerdem – im Unterschied zu vielen anderen Herstellern – alberne Gimmicks, schwere Skins oder andere Features, die die Performance oder die Usability einschränken. OxygenOS ist eins der saubersten Android-ROMs, die neben Googles Stock-Android auf dem Markt sind.

Mit der neuen OxygenOS-Version integriert Oneplus einige weitere Features in sein Android-ROM. Am auffälligsten ist die Überarbeitung des Launchers, beim dem der App-Drawer-Button wie bei Googles Pixel-Launcher gestrichen wurde. Stattdessen gelangt ihr zur App-Übersicht mit Hilfe einer Wischgeste von unten nach oben ins Display. Zum leichten Öffnen der Benachrichtigungs-Leiste müsst ihr wie gehabt nur von oben nach unten über das Display wischen, schon wird sie euch eingeblendet. Dieses kleine Feature sollten sich auch andere Smartphone-Hersteller abschauen. Außer dem Pixel-Lauchner-Design hat Oneplus die App-Shortcuts in OxygenOS 4.5 integriert, die Google mit Android 7.1.1 eingeführt hatte.

Die Wetteranzeige im Shelf.

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Darüber hinaus befindet sich auf dem linken Homescreen der Oneplus-Shelf, der das Wetter, häufig genutzte Apps, oft angerufene Kontakte und mehr anzeigt. Ihr könnt euch dort auch nach Lust und Laune Widgets von Apps einbauen, die auf den weiteren Homescreens nur Platz verschwenden. Abschalten könnt ihr den Shelf bei Bedarf auch.

Zu den weiteren erwähnenswerten neuen Funktionen der Software gehören die optionale Anpassbarkeit des Vibrationsmotors: Die Vibrationsstärke für Anrufe, Benachrichtigungen und bei Fingerdruck können in drei Stufen – schwach, mittel und stark – individualisiert werden. Außerdem gibt es fünf verschiedene Vibrationsmuster für eingehende Anrufe.

Darüber hinaus könnt ihr mit der erweiterten Screenshot-Funktion auch lange Websites und Dokumente aufnehmen. Außerdem hat Oneplus seine Off-Screen-Gesten, mit denen ihr zahlreiche Funktionen und Apps im Standby per Wischgeste aktivieren könnt, aufgebohrt. Zum einen wurden sie um die drei Buchstaben „S“, „M“ und „W“ erweitert, zum anderen könnt ihr alle Gesten nach eigenen Wünschen individuell belegen.

Mittels diverser Gesten könnt ihr Apps und Funktionen rasch aus dem Standby starten. (Foto: t3n)

OxygenOS besitzt noch weitere zahlreiche Funktionen, die die Nutzung erleichtern – unter anderem könnt ihr die kapazitiven Bedienelemente doppelt mit Funktionen belegen, auch der Homebutton/Fingerabdruckscanner ist mehrfach belegbar. Zum einen bringt er euch standardmäßig stets auf den Homescreen zurück, ein Langdruck öffnet den Google Assistant – wenn ihr wünscht, lässt sich beispielsweise per Doppeltap auf den Button die Kamera oder eine andere Anwendung starten.

Oneplus macht bei seinem OxygenOS vieles richtig. Nicht nur ist es optisch nicht überladen, es läuft wie bereits erwähnt auch butterweich. Nutzer mit höheren Ansprüchen können es umfangreich anpassen – und Themes werden obendrein unterstützt, sofern ihr sie benötigt. Für Fans der Nexus-Klasse, die kein Interesse haben, sich ein teures Pixel-Phone zuzulegen, dürfte das Smartphone eine interessante Option sein.

Oneplus 5: Fazit – gut, mit Luft nach oben

Der offizielle Verkaufsstart des Oneplus 5 ist der 27. Juni. (Foto: t3n)

Oneplus hat mit seinem neuesten Modell abermals ein großartig ausgestattetes Smartphone der Oberklasse abgeliefert, das auf Bildern in der Tat ein wenig an das iPhone 7 erinnert. In natura sind die Ähnlichkeiten – vor allem wenn ihr es in der Hand haltet – nicht mehr so gravierend. Dennoch: Den Vergleich wird das Oneplus 5 nicht mehr los, was im Grunde nicht sonderlich schlimm ist, schließlich sieht das Apple-Phone gar nicht mal so schlecht aus.

Abgesehen von der Optik liefert das „5“ eine Top-Performance, die es nicht nur wegen der High-End-Ausstattung, sondern dank der schlanken und wohl durchdachten Software erreicht. Selbst bei grafischen beziehungsweise intensiven Anwendungen kommt das Gerät nicht so schnell an seine Grenzen.

In einer der wichtigsten Disziplinen macht es indes eine nicht so gute Figur, wie es sich der Hersteller erwünscht: Die Dual-Kamera besitzt einige praktische Funktionen, die softwareseitig aber noch optimiert werden müssen. Die Bildqualität der Kamera könnte aktuell vor allem bei widrigen Lichtverhältnissen noch etwas verbessert werden. Auch am Portrait-Modus und der Zoom-Funktion sollte noch nachgebessert werden.

Wenn ihr ein Smartphone mit einer guten, aber eben nicht sehr guten Kamera, dafür aber mit schnellem System und solidem Android-ROM ohne Bloatware sucht, macht ihr mit dem Oneplus 5 nichts verkehrt, zumal es in der kleinen Ausführung für 499 Euro zu haben ist. Die Listenpreise der Konkurrenz liegen allesamt höher. Die Straßenpreise sind hingegen zum Teil auf Niveau des Oneplus 5: Damit liefert sich Oneplus einen direkten Schlagabtausch mit Samsung, LG, Huawei und den anderen Playern des High-End-Segments.

Das Samsung Galaxy S8 gib es schon ab knapp 590 Euro (Affiliate-Link), das LG G6 bekommt ihr bei Amazon schon ab 485 Euro (Affiliate-Link). Das 5,1-zollige Huawei P10 (Test) wird schon ab etwa 500 Euro (Affiliate-Link) feilgeboten. Nur das Google Pixel und das HTC U11 sind äußerst preisstabil.

Pro:

  • „sauschnell“
  • sehr gute Verarbeitung
  • High-End-Ausstattung
  • schlanke, durchdachte Android-Version

Contra:

  • Design könnte weniger nach iPhone aussehen
  • nicht wasserfest
  • Dual-Kamera kommt nicht an die Konkurrenz heran
  • Speicher nicht erweiterbar

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4 Kommentare
Karl Marks
Karl Marks

Zu teuer, zu wenig Neuerungen.
Dann lieber das 3T für die hälfte kaufen..

Antworten
Kurt Bullah
Kurt Bullah

Wo ist denn die zweite Seite? Das Inhaltsverzeichnis zeigt zwar 4 Seiten an, aber es gibt nur 3? Sollte vielleicht eingefügt werden, danke :D

Antworten
Andreas Floemer

Sehr eigenartig. Jetzt sollte es gehen.

Antworten
Seb
Seb

Hi hab das Handy vorbestellt und muss sagen ist wirklich ein top Handy!
Wenn ihr euch eins kaufen wollt könnt ihr mit dem folgenden Link 20€ auf Zubehör sparen :)
(https://oneplus.net/de/invite#54W3WN6HX96XSPX)
mfg
Seb

Antworten

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