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Roboter im Warenlager: Amazon-Rivale Shopify schnappt sich Logistik-Firma

Shopify-Gründer Tobias Lütke. (Foto: Shopify)

Die Shopping-Plattform Shopify macht ernst beim Aufbau eines eigenen Logistiknetzwerks. 450 Millionen US-Dollar lässt sich der Amazon-Herausforderer die Firma 6 River Systems kosten.

In den vergangenen Jahren hat sich das von Tobias Lütke in Kanada gegründete Cloud-Shopsystem Shopify zu einem ernst zu nehmenden Herausforderer für den E-Commerce-Riesen Amazon gemausert. Den Handelsumsatz ihrer Händler beziffert die Plattform mit 41 Milliarden Dollar. Eine Milliarde Dollar nimmt Shopify in die Hand, um bis Ende des Jahres ein eigenes Logistiknetzwerk für seine Händler aufzubauen. Im Rahmen dieses Plans hat das Unternehmen jetzt den auf Roboter und Software spezialisierten Logistikdienstleister 6 River Systems gekauft.

Shopify kauft zu, Aktienkurs rutscht ab

Der Deal hat einen Wert von rund 450 Millionen Dollar, wie Bloomberg berichtet. Demnach wird die Übernahme zu 60 Prozent über Cash und zu 40 Prozent über Shopify-Aktien abgewickelt. Die Anleger scheinen von dem Zukauf zunächst nicht so recht überzeugt zu sein. Nach der Bekanntgabe rutschte der Aktienkurs um fast sechs Prozent auf 472,05 kanadische Dollar ab. Zuvor hatte sich der Wert der Aktie seit Jahresbeginn fast verdreifacht.

Mit seinen Logistikplänen will Shopify es den Händlern auf seiner Plattform künftig ermöglichen, ihre Waren schnell und kostengünstig an die Kunden zu liefern. Dabei sollen auch Machine Learning und Predictive Analytics zum Einsatz kommen, um die benötigten Waren immer am rechten Platz für den Kunden aufzubewahren. Innerhalb der USA sollen so Lieferzeiten von maximal zwei Tagen realisiert werden können.

Fulfillment-Netz: Deutschlandstart nicht ausgeschlossen

Zunächst wird die Fulfillment-Initiative in den USA lanciert. Einen Deutschlandstart des Dienstes hat Shopify gegenüber t3n im Juni aber zumindest nicht ausgeschlossen. „Über kurz oder lang haben wir viele Produkte zuerst in den USA und später in Europa gestartet“, so Chief-Product-Officer Craig Miller.

Die Firma 6 River Systems, die das Konzept jetzt ergänzen soll, ist für Branchenbeobachter keine Unbekannte. Das Unternehmen, das mit Robotern und Software-Unterstützung helfen will, die Abläufe in Warenlagern zu optimieren, wurde von ehemaligen Managern von Kiva Systems gegründet. Aus Kiva Systems ist mittlerweile Amazon Robotics geworden. 6 River Systems ist in mehr als 20 Standorten in den USA, Kanada und Europa tätig. Zu seinen Kunden gehören etwa Lockheed Martin und DHL.

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