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„Crash auf Raten“: Warum der Bitcoin schwankt und Stablecoins instabil werden

In den vergangenen Tagen haben einige Menschen sehr viel Geld verloren. Krypto-Anleger:innen kennen die besonders hohen Schwankungen des Marktes. Was war diese Woche anders?

3 Min. Lesezeit
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Ob auf dem Aktien- oder dem Krypto-Markt: Diese Woche erlitten viele Anleger:innen Rückschläge. (Foto: Bangkok Click Studio/Shutterstock)

Der Bitcoin hat seit Jahresbeginn gut 40 Prozent seines Wertes verloren. Auf der Handelsplattform Bitfinex fiel der Bitcoin mit zeitweise 26.591 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Ende 2020. Laut Coinmarketcap erreicht die älteste Kryptowährung am 12. Mai bei unter 29.000 Dollar pro Bitcoin ihren Tiefstwert in den vergangenen zwölf Monaten.

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Diesen Kurssturz, der bislang noch keinen Boden gefunden hat, bezeichnet der auf Kryptowährungen spezialisierte Marktanalyst Timo Emden als „Crash auf Raten“. „Ein Kurseinbruch im größeren Stil ist zwar auch weiterhin möglich, aber weniger wahrscheinlich“, sagt er. Für viele Kryptofans seien solche Kursrücksetzer eine willkommene Gelegenheit, nachzukaufen, so der Experte.

Was sollten Bitcoin-Anleger:innen jetzt tun?

Während Kritiker:innen mit drastischen Kursstürzen das Ende von Kryptowährungen voraussagen, schauen Befürworter:innen lieber auf die langfristigen Entwicklungen der digitalen Anlageklasse. „Wer im Krypto-Markt unterwegs ist, hat spätestens in den vergangenen Tagen die Risiken und Nebenwirkungen kennengelernt“, sagt Analyst Emden und rät zur Ruhe. Mit dem Risiko des Totalverlusts sollte sich jede:r Investor:in auseinandersetzen.

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Welche Bedeutung hat der Preissturz des Bitcoins?

Blockchain-Kritiker:innen sehen in den gesunkenen Kursen den Beweis dafür, dass die Technologie keine Zukunft hat. Ein verfrühtes Urteil, wie Marktanalyst Timo Emden findet. Bitcoin und anderen Kryptowährungen haben sich für ihn in den vergangenen Monaten und Jahren als anerkannte Anlageklasse etabliert. „Dass Kinderkrankheiten immer wieder ans Tageslicht kommen, sollte nicht allzu sehr überraschen“, sagt Timo Emden.

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Was hat den Preisabfall ausgelöst?

Den Wertverlust der ältesten Kryptowährung von rund 40 Prozent in den vergangenen Monaten führen Experten auf die Zinswende in den USA und Europa zurück. Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve (Fed) kündigte schon im Januar an, ihre Geldpolitik ändern zu wollen. Daraufhin folgte ein erster Preissturz auf dem Krypto-Markt, da viele Anleger:innen ihr Geld bei steigenden Zinsen in weniger risikoreiche Anlageklassen umschichten.

Um der steigenden Inflation entgegenzutreten, folgte dann Anfang Mai die stärkste Zinsanhebung seit über 20 Jahren. Wieder sollen viele Bitcoin-Investor:innen ihr Geld umgeschichtet haben.

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Aber auch aus der Kryptowelt selbst gab es Hiobsbotschaften: Der algorithmische Stablecoin Terra (UST) kollabierte Mitte der Woche. Dabei sollte sein Preis immer an den US-Dollar gekoppelt sein. Das setzte weite Teile des Krypto-Marktes unter Druck. So auch den nach Marktwert des bislang größten Stablecoins Tether. Auch er verlor kurzzeitig seine Anbindung an den US-Dollar. „Anleger fürchten nach wir vor einen Kollaps eines weiteren Stablecoins“, sagt Timo Emden. Der Absturz von Terra (UST) habe eine Schockwelle durch die gesamte Krypto-Branche gesendet.

Was bedeutet der Zusammenbruch des Stablecoins Terra für den Defi-Sektor?

Stablecoins sind nur eines von vielen Projekten, die versuchen, sich auf dem gerade entstehenden dezentralen Finanzmarkt (Defi) zu behaupten. Peter Großkopf, der selbst das Defi-Startup Unstoppable Finance gegründet hat, rät zu mehr Selbstkritik: „Der Defi-Bereich muss noch lernen, stärker Verantwortung zu übernehmen. Immerhin vertrauen Menschen den Protokollen ihr Geld an“, sagt er.

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Langfristig werde aber das Vertrauen in den Defi-Markt zurückkehren, ist sich Großkopf sicher. „Protokolle werden sich professionalisieren und dann wird der Markt massiv wachsen, weil Defi nunmal eine Alternative für das bestehende Banksystem ist.“

Wie konnte es zu dem Kollaps von Terra kommen?

Während die Stablecoins Tether, Circle oder Paxos mit Reserven in US-Dollar oder anderen (digitalen und nicht digitalen) Währungen hinterlegt sind, ist Terra (UST) ein algorithmischer Stablecoin, der nicht über eine Deckung in US-Dollar verfügt. Kritiker:innen sehen in dem Absicherungsmechanismus einen Konstruktionsfehler. Terra (UST) hätte die Community schon vorher gespalten, sagt Defi-Experte Großkopf.

„Nach dem Fall von Terra würde ich algorithmische Stablecoins aber nicht abschreiben“, sagt Großkopf. „Es wird weitere ‚Experimente‘ geben und ich bin optimistisch, dass eine digitale Zentralbank geschaffen werden kann.“

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Welche Konsequenzen hat der Crash für die Regulierung des Krypto-Marktes?

Der Kollaps des Stablecoins könnte bald die Regulierungsbehörden auf den Plan rufen. Auch Bitcoin und Co. könnten dann in das Visier der amerikanischen Aufsicht geraten, vermutet Timo Emden. In den Institutionen der EU liegen momentan die Papiere zur Krypto-Regulierung namens Mica (Markets-in-Crypto-Asstes) auf dem Tisch. Laut den aktuellen Entwürfen wäre ein Coin wie Terra (UST) nicht zulässig. Nur Stablecoins, die mit Fiatwährungen gedeckt sind, würden die Regulierungsvorgaben in der EU erfüllen. Die Mica-Regulierung soll noch 2022 mit einer Übergangsfrist von 18 Monaten in Kraft treten.

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