Anzeige
Anzeige
News

Ladegeschwindigkeit: Mercedes EQS überrascht beim Charging-Vergleich

Die Stuttgarter Beratungsgesellschaft P3 hat zwölf E-Autos verglichen. Die Datenbasis stammt aus eigenen und ADAC-Tests. Die Übersicht zeigt Überraschungen an beiden Enden der Tabellen. Der Mercedes EQS ist eine davon.

3 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige
Der Mercedes-Benz EQS ist die neue vollelektrische Speerspitze im Portfolio von Daimler. (Foto: Frank Feil)


Die maximale Ladeleistung in Kilowatt sagt zu wenig über die tatsächliche Aufladegeschwindigkeit von Elektroautos aus. Daher hat die Unternehmensberatung P3 gängige Modelle getestet und einander gegenübergestellt. Neben der realen Ladegeschwindigkeit nahm sie auch den Verbrauch unter Einbezug der ADAC-Ecotest-Zahlen und die durchschnittliche Ladeleistung in Kilowatt unter die Lupe. Zudem wurde der eigene Ladeindex angepasst, der das Bewerten der Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge vereinfachen soll.

EQS trotz 400-Volt-Netz vorne

Gleich die erste Überraschung bei der Bewertung der Ladegeschwindigkeit gab es auf dem ersten Platz: Die Luxuslimousine EQS 580 (Probefahrt) von Mercedes-Benz gewinnt den Vergleich trotz 400-Volt-Netz. Es war erwartet worden, dass ein Fahrzeug mit 800-Volt-Netz vorne landen würde. Der Mercedes lud in zehn Minuten 144 Kilometer Reichweite auf, mehr waren es nur beim Tesla Model 3 (149 Kilometer). Nach zwanzig Minuten hätte der Benz jedoch schon 266 Kilometer weit fahren können und verwies den Kalifornier somit auf Platz zwei (221 Kilometer). Knapp auf Platz drei landete der VW ID-3 Pro S mit einem Kilometer weniger. Der frühere Spitzenreiter Porsche Taycan S erreichte im Test nach 20 Minuten „nur“ 217 Kilometer und steht damit auf Rang vier. Alle Batterien besaßen zu Beginn der Messungen zehn Prozent Ladung. Die Kürzung des Zyklus von 20 auf 10 Prozent erklärt P3 damit, dass es mehr Ladepunkte gebe und daher mit weniger Puffer gefahren werden könne.

Ladegeschwindigkeit Elektroauto Test Vergleich Tabelle

Bei der durchschnittlichen Ladegeschwindigkeit steht die EQS-Limousine dank ihres riesigen Akkus vorne. (Grafik: P3)

ID-3 mit dem niedrigsten Verbrauch

Anzeige
Anzeige

P3 will einen eigenen Index, den P3-Charging-Index, etablieren, um eine alltagsnähere Vergleichbarkeit von Elektroautos zu erreichen. Dafür teilt man die real nachgeladene Reichweite in 20 Minuten durch 300 Kilometer. Dazu muss man die reale Reichweite erfassen; das erreicht die Unternehmensberatung auf Basis der WLTP-Reichweiten kombiniert mit den Ergebnissen des ADAC Ecotests.

Der Sieger heißt hier VW ID-3 Pro S mit 15,9 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Der ADAC hatte einen neun Prozent höheren Verbrauch gemessen. Doch auch damit bleibt der Mercedes EQA 250 auf dem zweiten Platz: 17,7 Kilowattstunden beträgt sein Wert plus zwölf Prozent ADAC-Ergebnis. Auf Platz drei steht das Model 3 Long-Range von Tesla mit 16,6 Kilowattstunden. Hier maß der ADAC 21 Prozent mehr Verbrauch. 29 Prozent waren es gar beim EQS, der insgesamt nach WLTP 15,7 Kilowattstunden verbraucht und damit auf Platz vier steht. Die Luxuslimousine besitzt mit 107,8 Kilowattstunden den größten Akku im Testfeld.

Anzeige
Anzeige
Tabelle Vergleich Verbrauch Elektroautos

Auch das ist eine Überraschung: VWs ID-3 hat den niedrigsten Verbrauch. (Grafik: P3)

Durchschnittliche Ladeleistung sehr unterschiedlich

Die Zahlen der Ladeleistung zeigen, dass der maximale Ladestrom wenig aussagekräftig ist. Die Ladekurve des Model 3 Long-Range etwa fällt steil ab, die des Audi E-Tron bleibt quasi durchgehend stabil. Den stärksten Abfall hat zwar der Porsche Taycan Turbo S zu verzeichnen – sie sinkt von 250 auf unter 100 Kilowatt  –, aber bewegt sich im Durchschnitt auf höchstem Niveau. Anders sieht das beim Polestar 2 (Test) aus: Von etwa 125 sink sie unter 50 Kilowatt. In Durchschnitt siegt der Taycan mit 184 Kilowatt vor dem Mercedes EQS 580 mit 164 und dem Audi E-Tron 55 mit 146 Kilowatt. Das Ende der Tabelle bevölkern VW ID-4 Pro (102 Kilowatt), Polestar 2 LR (98 Kilowatt) und die Allrad-Version des Ford Mach-E LR.

Anzeige
Anzeige
Vergleich Ladeleistung Tabelle

Die konstante Ladeleistung des Audi E-Tron war zuvor schon bekannt. (Grafik: P3)

Charging-Index entspricht Ladegeschwindigkeit

Die Beratungsgesellschaft stellt den Ergebnissen den Charging-Index beiseite und die Platzierungen stimmen mit der Ladegeschwindigkeit-Tabelle überein. P3 betont, bei einem Index von eins könne ein Elektroauto nachweislich in 20 Minuten 300 Kilometer aufladen. Nach dieser Kilometeranzahl empfehle sich sowieso eine kurze Fahrpause. P3 prognostiziert, dass die nächsten Fahrzeuge mit 800-Volt-Netz aus dem Stand in die Top fünf aufsteigen könnten. Namentlich nennt das Unternehmen Hyundai Ioniq 5, Kia EV6 und Audi E-Tron GT (Test).

t3n meint:
Auch wenn der Vergleich weit realitätsnäher ausfällt als die rohen Angaben der Hersteller, bleiben einige Fragen unbeantwortet. Zum einen fehlen eine Menge Elektroautos, die da draußen herumfahren. Wie schneidet die aktuelle Version des Zoe von Renault ab? Wie viel verbraucht etwa der Hyundai Ioniq auf der alten Plattform, der Kona Electric? Stattdessen liest man Testergebnisse des EQS, der meines Wissens auch nur als Prototyp existiert. Zudem kommen andere Tester etwa zu dem Ergebnis, der ID-3 verbrauche mehr Strom als das Model 3. Bei Auto, Motor und Sport schlug der Hyundai Ioniq beide in dieser Kategorie, der ID-3 belegte den dritten Platz.

Trotz ein paar Ungereimtheiten bleibt P3 eine wichtige Quelle, um vor allem die Oberklassemodelle miteinander zu vergleichen.

Raimund Schesswendter

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare

Community-Richtlinien

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige