News

Influencer-Gesetz: Regierung will eindeutige Regeln für Instagram-Postings

Instagram am iPhone. (Foto: Ink Drop/Shutterstock.com)

Die Bundesregierung will klare Regeln für die Kennzeichnung von Werbung bei Social-Media-Postings – ein Influencer-Gesetz soll her. Damit soll Rechtssicherheit geschaffen werden.

Der Fall der Instagram-Influencerin Cathy Hummels hatte in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt. Hummels wurde Schleichwerbung vorgeworfen, weil sie auf Marken und Unternehmen verlinkt habe, ohne das Posting als Werbung zu kennzeichnen. Hummels argumentierte, es sei kein Geld geflossen, es handle sich also nicht um Werbung. Das Landgericht München I gab ihr Ende April Recht – Rechtssicherheit für andere Instagram-Influencer bedeutet das aber nicht.

Beitrag auf Instagram als Werbung kennzeichnen?

Für mehr Rechtssicherheit beim Verfassen von Postings in sozialen Medien will jetzt die Bundesregierung mit einem neuen Gesetz sorgen, wie das ZDF berichtet. Dieses Gesetz soll eindeutiger als bisher beantworten, wann etwa ein Beitrag auf Instagram als Werbung zu kennzeichnen sei, sagte Staatssekretär im Justizministerium, Gerd Billen, dem Fernsehsender.

Klare Kennzeichnungsregeln soll es dann vor allem für jene Postings geben, für die es keine Gegenleistung gibt. Hier kennzeichnen viele Instagram-Nutzer ihre Beiträge als Werbung oder Anzeige, obwohl es dazu eigentlich keinen Anlass gibt, zum Beispiel bei Rezensionen von Büchern.

Billen will nach eigenen Angaben vor allem neuen Geschäftsmodellen Rechnung tragen und junge Leute, die sich etwa als Instagram-Influencer eine Zukunft aufbauen wollten, vor Abmahnungen schützen. Das Gesetz müsse zunächst noch mit anderen Ministerien abgestimmt werden, räumte Billen ein. Aber: Die Regelung soll noch in dieser Legislaturperiode kommen, so Billen gegenüber dem ZDF.

Rechtssicherheit für Influencer – neues Gesetz nötig?

Ob ein neues Gesetz wirklich notwendig ist, ist aber fraglich. Medienwissenschaftler Karl-Nikolaus Peifer etwa meint, dass das bestehende Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb eine Kennzeichnungspflicht für Werbung vorsehe. Die Regeln seien aber nicht immer selbsterklärend, räumte der Experte im ZDF ein. Peifer zufolge müssten Medienanstalten klarer formulieren, was erlaubt sei und was nicht.

Zuletzt hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit einem kurzen Video für Wirbel gesorgt, in dem es um ein Treffen mit Nestlé-Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch geht. In den sozialen Medien kam schnell der Vorwurf der Schleichwerbung auf – nicht zuletzt von bekannten Influencern wie Rezo. Die meinten, sie hätten ein solches Video als Werbung kennzeichnen müssen. Ob das auf Klöckner und ihr Nestlé-Video zutreffe, darüber sind sich Experten aber uneinig.

Mehr zum Thema:

Zur Startseite
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

3 Kommentare
borisch

Muss man machen wie die „Influencer“ mit Nestle. Ist Geld geflossen? Dann Werbung rauf. Wenn nicht, dann nicht. So einfach ist das mMn.

Eigentlich ist „Geld“ für mich nicht ausschlaggebend. Denn auch heute schon sind für andere Gegenleistungen KEINE Werbekennzeichnung notwendig. Okay, Dann schenke ich den Influencern jetzt immer Edelsteine, statt Geld für nen Post. #NieWiederWerbung

Antworten
KS

Ansich keine schlechte Idee. Viele schreiben nun überall Werbung hin weil Sie Angst haben abgemahnt zu werden. Darin sind wir ja Weltmeister. Ich selbst weiss auch nicht ob ich ein Foto wo ich eine Marke trage, Werbung kennzeichnen muss. Laut manchen Gerichten hängt das ja von der Anzahl der Follower ab. Das Gesetz sollte für mehr Klarheit sorgen. Hoffen wir das mal …

Antworten
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Unsinn. Das hat nichts mit den Followern, sondern mit der dahinter stehenden geschäftsmäßigen Handlung zu tun. Diese liegt vor wenn eine auf Dauer angelegte Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung