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Galaxy S22 Ultra und S22 Plus im Test: Das kann Samsungs neue Oberklasse

Mehr als zwei Wochen haben wir Samsungs neue Topmodelle Galaxy S22 Ultra und Plus im Alltag genutzt. Was die Topsmartphones können, verraten wir euch im Test. Vorab: Bei der Software des Ultra sollte der Hersteller noch ein wenig nachbessern.

14 Min. Lesezeit
Samsung Galaxy S22 Ultra und S22 Plus. (Foto: t3n)

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Mit dem Galaxy S22 Ultra macht Samsung sein Premium-Modell zum Ersatz des Note. Nach dem offiziellen Aus der Note-Serie tritt das neue Ultra das Erbe des Galaxy Note 20 (Test) an, was neben dem integrierten Stylus auch deutlich am eckigen Design zu erkennen ist. Beim Galaxy S22 Plus folgt der südkoreanische Branchenprimus der Optik des Galaxy S21 (Plus), bietet aber mit Abstrichen nahezu die gleiche Ausstattung wie beim Ultra. Das Plus ist indes etwas kleiner und handlicher.

Samsung Galaxy S22 Plus und Ultra: Design und Haptik

Das Samsung Galaxy S22 Ultra in „Burgundy“. (Foto: t3n)

Dass Samsungs Galaxy S22 Ultra und Galaxy S22 (Plus) eigentlich zur gleichen Familie gehören, ist äußerlich nicht wirklich ersichtlich. Denn im Unterschied zur Vorjahresserie, bei der das S21 Ultra (Test) in Sachen Design näher an den beiden weiteren Modellen lag, ist das S22 Ultra eckiger und mit einem gänzlich anders aussehenden Kamera-Element als die weiteren S22-Modelle bestückt. Damit wirkt es beinahe wir ein Fremdkörper im Portfolio der Samsung-Topmodelle.

Die Entscheidung Samsungs, das Ultramodell anders als den Rest der Familie aussehen zu lassen, dürfte zumindest teilweise mit dem Stylus zu tun haben. Denn nur durch die eckigere Bauweise konnte der Hersteller den S Pen im Gehäuse unterbringen. Hätte Samsung das gleiche Kameraelement wie im S22 Plus genutzt, wäre das Ultra womöglich noch wuchtiger und schwerer geworden, als es ohnehin schon ist. Denn mit seinen Abmessungen von 163,3 mal 77,9 mal 8,9 Millimetern und einem Gewicht von 229 Gramm ist es ähnlich groß und schwer wie das S21 Ultra.

Samsung Galaxy S22 Ultra und S22 Plus. (Foto: t3n)

Zwar besitzt das Galaxy S22 Ultra wie der Vorgänger ein leicht zu den Seiten gebogenes 6,8-Zoll-OLED-Display; es ist wegen seiner eckigeren Bauweise mit 163,3 Millimetern etwas kürzer als der Vorgänger (S21 Ultra: 165,1 Millimeter), mit seinen 77,9 Millimetern aber breiter (S21 Ultra: 75,6 Millimeter) und damit wie die bisherigen Note-Modelle eine Spur weniger handlich. Zudem sollte erwähnt werden, dass der Stylus auf der linken unteren Gehäuseseite integriert ist. Darüber dürften sich Linkshänder:innen sicherlich freuen, für Rechtshänder erweist sich die Positionierung als eher unpraktisch.

Das Samsung Galaxy S22 Plus ist  etwas handlicher als das Ultra. (Foto: t3n)

Auch Samsungs Galaxy S22 Plus ist mit seinem 6,6-Zoll-Display nicht sonderlich klein und nur bedingt für die Einhandbedienung geeignet; es liegt aber dank seiner weniger abgerundeten Gehäuseseiten sicherer in der Hand. Hinsichtlich ihrer Verarbeitung sind beide Modelle über jeden Zweifel erhaben: Beide Smartphones sind hervorragend verarbeitet. Auch die Materialwahl von Aluminium für den Rahmen und Gorilla-Glas für Vorder- und Rückseite entspricht der eines High-End-Smartphones. Wie die Vorgängermodelle sind alle S22-Versionen nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt.

Samsung Galaxy S22 Plus und Ultra mit tollen und hellen Displays

Samsung Galaxy S22 Ultra. (Foto: t3n)

Displays bauen kann Samsung, was an den Bildschirmen der neuen Topmodelle auch bestens zu erkennen ist. Sowohl das leicht um die Seiten gebogene 6,8-Zoll-LTPO-Panel des S22 Ultra als auch das plane 6,6-Zoll-Modell des S22 Plus, dessen Rahmen auf allen Seiten gleich schlank ist, sind hell und liefern bei der automatischen Helligkeitsregulierung eine Peak-Brightness von 1.750 cd/m². Das bietet sonst kein anderes Smartphone – bei direkter Sonneneinstrahlung sind Inhalte dadurch sehr gut ablesbar.

Wie die Vorgänger unterstützen die Bildschirme eine dynamische Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz. Doch gibt es zwischen den Geräten Unterschiede: So reguliert das S22 Ultra je nach Anwendung zwischen 1 und 120 Hertz, während das S22 (Plus) zwischen 48 und 120 Hertz wechseln kann. Zunächst hieß es, das Panel der beiden S22-Modelle würde auf bis zu zehn Hertz heruntergeregelt werden können, jedoch ist Samsung nachträglich zurückgerudert.

Samsung Galaxy S22 Ultra und S22 Plus. (Foto: t3n)

Auch bei der Bildschirm-Auflösung gibt es Unterschiede: So bietet das S22 Ultra WQHD-Plus-Auflösung bis zu 3.088 mal 1.440 Pixeln, das S22 (Plus) löst mit FHD-Plus mit 1.080 mal 2.340 Pixeln auf. Massive Qualitätsunterschiede sind indes nicht auszumachen. Zudem sollte erwähnt werden, dass Samsung das Ultra-Modell ab Werk auf FHD-Plus-Auflösung ausliefert – die höhere Auflösung muss manuell in den Anzeigeeinstellungen aktiviert werden. Wir raten jedoch eher davon ab, da sich die höhere Auflösung negativ auf die eh schon eher mittelmäßige Akkulaufzeit auswirkt.

Samsung Galaxy S22 mit Vorzeige-Fingerabdrucksensor

Unter dem Display steckt wie bei vielen Android-Smartphones der Fingerabdrucksensor. Samsung setzt im Unterschied zu den Mitbewerbern anstelle einer optischen eine Lösung auf Basis von Ultraschall ein, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von Qualcomm stammt. Der Sensor funktioniert rasend schnell und arbeitet absolut zuverlässig – hier hätte Google sich ein Beispiel an den Pixel-6-Modellen nehmen können.

Vorteil der Ultraschalllösung ist, dass sie den hinterlegten Finger erkennt, wenn er nass ist. Bei optischen Lösungen geht das nicht.

Samsung Galaxy S22 Plus und Ultra: Performance und Laufzeit

Samsung liefert seine S22-Modelle für den europäischen Markt mit dem eigenen Exynos-2200-SoC aus, während in den USA und weiteren Ländern Qualcomms neuer Topchip Snapdragon 8 Gen 1 zum Einsatz kommt. Mit dem neuen Exynos-Modell wollte Samsung groß auftrumpfen, da es das erste SoC des Herstellers mit AMD-GPU auf RDNA-2-Architektur ist. Doch massive Performancesprünge sind in Benchmarks nicht festzustellen. Im Benchmark-Vergleich mit dem Oppo Find X5 Pro, in dem ein Snapdragon 8 Gen 1 steckt, sind keine massiven Unterschiede zu erkennen und generell laufen alle Geräte überwiegend flüssig. Ressourcenintensive Games lassen sich ebenfalls problemlos zocken.

Was uns jedoch vor allem beim S22 Ultra auffiel, sind Ruckler im Betriebssystem, die bei so einem Gerät nicht sein dürfen. Das liegt jedoch nicht in der Hard- sondern einer wenig optimierten Software begründet. Samsung hatte zwar zum Marktstart ein Update ausgeliefert, jedoch wurden die gelegentlich auftretenden Probleme nicht behoben. Selbst einen temporär eingefrorenen Sperrbildschirm konnten wir im Laufe des Testzeitraums beobachten. So etwas darf bei einem so teuren Gerät einfach nicht sein. Interessanterweise läuft das System beim S22 Plus weit flüssiger und fehlerfreier.

Samsung Galaxy S22 Ultra, S22 Plus und S22: Spezifikationen im Vergleich

ModellSamsung Galaxy S22 UltraSamsung Galaxy S22 PlusSamsung Galaxy S22
Display6,8 Zoll Dynamic AMOLED 2X, 3080 x 1440 Pixel, Infinity-O Edge-Display, 1-120 Hz, Gorilla Glass Victus+, 1750 nits, 500 ppi
6,6 Zoll Dynamic AMOLED 2X, 2340 x 1080 Pixel, Infinity-O-Display, 10 - 120 Hertz, Gorilla Glass Victus+, 1750 nits, 393 ppi 6,8 Zoll Dynamic AMOLED 2X, 3080 x 1440 Pixel, Infinity-O Edge-Display, 1-120 Hz, Gorilla Glass Victus+, 1750 nits, 500 ppi
BetriebssystemAndroid 12 mit One UI 4.1Android 12 mit One UI 4.1Android 12 mit One UI 4.1
ProzessorSamsung Exynos 2200 mit AMD-GPUSamsung Exynos 2200 mit AMD-GPUSamsung Exynos 2200 mit AMD-GPU
Arbeitspeicher8/12 GB RAM8 GB RAM8 GB RAM
Interner Speicher128 GB bis 1 TB 128 / 256 GB 128 / 256 GB
Akkukapazität5.000 mAh (fest verbaut)4.500 mAh (fest verbaut)3.700 mAh (fest verbaut)
HauptkameraWeitwinkel: 108 MP (85°, f/1.8, 2PD, OIS);
Ultraweitwinkel: 12 MP (120°, f/2.2, 13mm, 1/2.55", 1.4 µm, 2PD, AF); 2x Teleobjektiv 10 MP mit bis zu 10x optischer Zoom – (Tele 1: 36°, f/2.4, 69mm, 1/3.52", 1.12 µm, 2PD, OIS; Tele 2: 11°, f/4.9, 230mm, 1/3.52", 1.12 µm, 2PD, OIS)
Weitwinkel: 50 MP (85°, f/1.8, 23mm, 1/1.56", 1.0 µm, OIS, 2PD); Ultraweitwinkel: 12 MP (120°, f/2.2, 13mm, 1/2.55", 1.4 µm);
Telezoom: 10 MP mit 3x optischem Zoom (36°, f/2.4, 69mm, 1/3.94", 1.0 µm, OIS), Autofokus PDAF, Blitz
Weitwinkel: 50 MP (85°, f/1.8, 23mm, 1/1.56", 1.0 µm, OIS, 2PD); Ultraweitwinkel: 12 MP (120°, f/2.2, 13mm, 1/2.55", 1.4 µm);
Telezoom: 10 MP mit 3x optischem Zoom (36°, f/2.4, 69mm, 1/3.94", 1.0 µm, OIS), Autofokus PDAF, Blitz
Frontkamera40 MP (f/2.2, 80°, 25mm, 1/2.8", 0.7 µm, AF)10 MP (f/2.2, 80°, 25mm, 1/3.24", 1.22 µm, 2PD)10 MP (f/2.2, 80°, 25mm, 1/3.24", 1.22 µm, 2PD)
Konnektivität5G, Wi-Fi 6e, Bluetooth 5.2, USB Typ C 3.2 Gen 15G, Wi-Fi 6e, Bluetooth 5.2, USB Typ C 3.2 Gen 15G, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2, USB Typ C 3.2 Gen 1
SonstigesUltraschall-Fingerabdrucksensor im Display, 2D-Gesichtserkennung, Dual-SIM, 15 Watt Wireless-Charging, wasser- und staubdicht (nach IP68), Powershare, Stereolautsprecher mit Dolby Atmos, Ultra Wide Band (UWB), 45 W SchnellladenFingerabdrucksensor im Display, 2D-Gesichtserkennung, Dual-SIM, 45 Watt kabelgebunden Laden, 15 W Wireless-Charging 2.0, wasser- und staubdicht (nach IP68), Powershare, Stereolautsprecher mit Dolby Atmos, Ultra Wide Band (UWB)Fingerabdrucksensor im Display, 2D-Gesichtserkennung, Dual-SIM, 25 Watt kabelgebunden Laden, 15 W Wireless-Charging 2.0, wasser- und staubdicht (nach IP68), Powershare, Stereolautsprecher mit Dolby Atmos, etc.
Abmessungen146,0 x 70,6 x 7,6 mm 157,4 x 75,8 x 7,64 mm 146 x 70,6 x 7,6 mm
Gewicht227 Gramm
195 Gramm 167 Gramm
FarbenPhantom Black, White, Burgundy, Green
Phantom Black, White, Pink Gold, Green Phantom Black, White, Pink Gold, Green
Preis (UVP)8/128GB 1249 Euro*;
12/256GB 1349 Euro;
12/512GB 1449 Euro
8/128GB 1049 Euro*;
8/256GB 1099 Euro
8/128GB 849 Euro*;
8/256GB 899 Euro

Bei der Akkulaufzeit der beiden S22-Geräte gibt es wenig zu meckern; sie liefern bei moderater Nutzung genügend Saft für einen Tag. Die Akkumonster sind sie indes nicht, obwohl das S22 Ultra einen stattlichen 5.000-Milliamperestunden-Akku an Bord hat. Das S22 Plus verfügt noch über einen Energiespeicher mit 4.500 Milliamperestunden. Er ist damit kleiner als beim S21 Plus, jedoch hat Samsung auch das Display ein wenig verkleinert.

Was die Ladegeschwindigkeiten angeht, können Samsungs Ultra- und Plus-Modelle kabelgebunden mit bis zu 45 Watt und kabellos mit bis zu 15 Watt aufgeladen werden. Samsungs kleinstes Modell, das Galaxy S22, lässt sich maximal mit 25 Watt aufladen. Die 45-Watt-Ladeleistung, über Samsungs 50 Euro teures Netzteil, das zusätzlich gekauft werden muss, kann man sich jedoch sparen, wie GSM Arena herausgefunden hat. Das S22 Plus lässt sich dem Portal zufolge trotz des stärkeren Netzteils lediglich eine Minute schneller laden. Beim Galaxy S22 Ultra geht es etwa fünf Minuten schneller als mit 25-Watt-Netzteil. Mit einem 45-Watt-Netzteil, das nicht von Samsung stammt, ließ sich das Ultra mit maximal 30 Watt betanken.

Samsung Galaxy S22 Plus und Ultra: 3 vs. 4 Kameras

Samsung Galaxy S22 Ultra und S22 Plus. (Foto: t3n)

Auf der Kameraseite unterscheiden sich die Galaxy-Modelle ähnlich wie die Vorgänger: Das S22 Ultra besitzt rückseitig vier Sensoren, wobei die Weitwinkelkamera wie beim S21 Ultra mit 108 Megapixeln auflöst. Samsung setzt beim neuen Ultra auf eine neue Generation des hauseigenen HMX-Sensors mit f/1.8-Blende, 2PD, optischem Bildstabilisator (OIS) und größeren Pixeln. Der neue Sensor soll unter anderem bei Dunkelheit mehr Details auffangen und weniger Rauschen produzieren. Begleitet wird der HMX-Sensor von einer Zwölf-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit 120 Grad, f/2.2-Blende und zwei Zehn-Megapixel-Teleobjektiven – mit drei- und zehnfachem optischen Zoom. Auch die „Space-Zoom“-Funktion ist wieder dabei, die eine hundertfache Vergrößerung realisieren soll, aber wie beim S21 Ultra eher keine ernst zu nehmende Spielerei ist.

Alle Kameras verfügen über eine optische Bildstabilisierung, was eine Premiere für die Ultraweitwinkelkamera darstellt. Auf der Vorderseite kommt der gleiche 40-Megapixel-Sensor zum Einsatz, der schon im S21 Ultra seine Dienste verrichtete.

Im Samsung Galaxy S22 Ultra sind auf der Rückseite vier Kameras verbaut. (Foto: t3n)

Im Galaxy S22 und S22 Plus steckt eine Triple-Kamera: Dabei besitzt die Weitwinkelkamera einen 50-Megapixel-Sensor (Samsungs ISOCell-GN5) mit f/1.8-Blende und OIS. Das Ultraweitwinkelobjektiv ist mit einem Zwölf-Megapixel- und das Telezoom mit einem Zehn-Megapixeln-Sensor mit f/2.4-Blende bestückt. Es unterstützt einen dreifachen optischen Zoom und bis zu 30-fachen Digitalzoom. Die Selfie-Kamera im Punch-Hole-Display löst mit zehn Megapixeln (f/2.2-Blende) auf.

Trotz ihrer unterschiedlichen Weitwinkelsensoren produzieren das S22 Ultra und das S22 Plus eine nahezu gleich gute Bildqualität bei Tageslicht. Wie für Samsung typisch, liefern die Fotos einen guten Dynamikumfang und etwas knackigere Farben, die aber nicht übertrieben sind. Im Vergleich mit dem Pixel 6 (Pro) kommen Samsungs Modelle nicht ganz an die Detailschärfe der Google-Phones heran, allerdings sind die Unterschiede marginal.

Bei den Ultraweitwinkelaufnahmen haben die S22-Modelle die Nase vorn; unter anderem weil der Bildausschnitt mit 120 Grad größer als bei Googles Pixel-Modellen ist. Der größere Bildwinkel der Samsung-Geräte zeigt sich aber auch an den leicht verzerrten Bildrändern. Ansonsten liefert auch die Ultraweitwinkelkamera bei beiden Varianten gute Fotos.

Die Nase vorn hat das S22 Ultra beim der Telezoom-Funktion dank seiner zwei Zoom-Kameras. Bei der dreifachen Vergrößerung hält das S22 Plus noch mit, geht es aber um weitere Zoomstufen, zeigt sich die Stärke des zweiten Telezooms des Ultramodells, mit dem weiter entfernte Objekte näher herangeholt werden können. Bis zu einem zehnfachen Zoom kommt aber sogar noch das Pixel 6 Pro mit, was Googles Software-Zauberkünsten zu verdanken ist. Beim S22 Ultra sind bei Tageslicht auch noch Fotos mit bis zu 30-facher Vergrößerung zu gebrauchen, danach beginnen die Fotos zu rauschen und allmählich zu Pixelmatsch zu werden.

Samsung Galaxy S22 Plus. (Foto: t3n)

Bei Dunkelheit, einer vermeintlichen neuen Paradedisziplin der S22-Modelle, liefern die neuen Smartphones durchaus gute Resultate, jedoch können sie Googles Pixel 6 (Pro) nicht ganz das Wasser reichen. Sie fangen zwar bei wenig Licht und bei Nacht recht viele Details ein, jedoch kämpfen sie weiterhin mit Lichtreflexion und Streulicht.

Videoaufnahmen können die Smartphones in bis zu 8K-Auflösung und 30 fps aufnehmen, wir empfehlen aber, nicht nur wegen des hohen Datenmenge, Videos eher mit 4K aufzunehmen. In 4K könnt ihr zudem zwischen 30 und 60 fps wählen. Neu ist zudem die Möglichkeit, neben Fotos auch Videos in einem Profimodus zu schießen. Damit können neben dem Fokus und der Verschlusszeit auch der Weißabgleich und die Mikrofoncharakteristik geregelt werden. Die Videoqualität ist gut, kommt aber weiterhin nicht an Apple heran.

Kurzum: Beide Modelle besitzen sehr gute Kameras, wobei das Ultra vor allem bei der Telezoonmfunktion die Nase vorn hat. Auch wenn die Kamera des Pixel 6 in manchen Bereichen subjektiv besser ist, sind die Unterschiede zwischen den Smartphone-Kameras nur marginal und ohnehin jeweils auf einem sehr hohen Niveau.

Nur das Galaxy S22 Ultra kommt mit S Pen

Nur das Galaxy S22 Ultra bietet Unterstützung für den Stylus, den Samsung S Pen nennt. Der Funktionsumfang des Stifts entspricht weitgehend dem des Galaxy Note 20 (Test). So kann der Stift des Galaxy S22 Ultra unter anderem dank Bluetooth-Unterstützung als Fernbedienung verwendet werden – etwa als Auslöser für die Kamera.

Samsung Galaxy S22 Ultra mit S Pen — ideal zum Notizen machen . (Foto: t3n)

Auch kann der Stylus beim Galaxy S22 Ultra bei ausgeschaltetem Display für schnelle Notizen genutzt werden. Zudem unterstützt der Stift Screenshot- und Übersetzungsfunktionen, ferner können handschriftliche Eingaben in Text umgewandelt werden. Beim Herausziehen des Stifts aus dem Gehäuse stehen euch sofort die genannten Funktionen und einige mehr zur Auswahl.

Software: One UI 4.1 auf dem Ultra ist noch nicht fertig

Beide Samsung-Modelle laufen mit Googles aktuellem Android 12, dem Samsung seine hauseigene Nutzeroberfläche One UI 4.1 übergestülpt hat. Viele der Android-12-Funktionen sind auch in Samsungs Interpretation zu finden – inklusive der Anpassung des Designs anhand der Farben des Wallpapers.

Samsungs One UI 4.1 auf Basis Android 12 enthält einige Google-Features wie die Anpassung des Themes orientiert an den Farben des Wallpapers. (Screenshot: t3n)

Hinsichtlich der Nutzeroberfläche macht Samsung zwar weiterhin sein eigenes Ding, allerdings mutet sie ausgereift und nicht zu verspielt an. Das Maß an vorinstallierten Apps ist gerade noch erträglich und von eigenen Anwendungen und weniger von Microsoft und Google dominiert. Regelrechte Bloatware-Apps wie etwa booking.com oder Clash of Clans sind nicht zu finden.

Was leider noch an Bord ist, sind Ruckler und ein gelegentlicher Schluckauf des Systems – zumindest beim S22 Ultra. Samsung sind die Probleme bekannt und sie wollen sie beheben. Jedoch darf es bei einem so teuren Gerät nicht sein, dass das Gerät beim Kunden oder der Kundin reift. Leider ist es mittlerweile keine Seltenheit, dass Smartphones mit unfertiger Software ausgeliefert werden. Auch Besitzer:innen von iPhones und Googles Pixel-6-Modellen wissen davon ein Lied zu singen.

One UI 4.1: Viele der vorinstallierten Apps lassen sich problemlos deinstallieren. (Screenshot: t3n)

Samsung und die Mitbewerber sollten sich künftig mehr Zeit nehmen, die Software auf Herz und Nieren zu testen und ihre Geräte mit weitgehend flüssig laufender Software und weitgehend fehlerfrei auf den Markt zu bringen. Dieser im Grunde selbstverständliche Anspruch scheint leider nicht mehr so selbstverständlich zu sein. Zur Klarstellung: Das S22 Ultra ist softwareseitig keine Katastrophe und überwiegend problemlos nutzbar, aber diese offensichtlichen Probleme mit der System-Performance haben auf einem solchen Gerät nichts verloren.

Trotz aller Kritik ist Samsungs Software weitgehend gelungen und das Gerät für eine lange Lebenszeit ausgelegt. Denn der Hersteller hat sein Update-Versprechen von ursprünglich drei großen Android-Updates auf vier Jahre verlängert. Sicherheits-Patches sollen sogar für fünf Jahre verteilt werden. Die neue Updatepolitik gilt nicht nur für die S22-Serie, sondern für weitere Smartphones wie Tablets – sogar für die Galaxy-S21-Familie. Mit diesem Versprechen liegt Samsung abermals vor Google, deren Pixel-6-Serie drei große Android-Versionen und Sicherheits-Patches für fünf Jahre erhält.

Fazit

Mit den beiden neuen Modellen der Galaxy-S-Klasse hat Samsung zwei sehr gute Smartphones auf den Markt gebracht, die optisch nicht zu einer Gerätefamilie gehören sollten. Das Ultra ist eigentlich eine konsequente Fortsetzung der Note-Serie, während das Galaxy S22 Plus (inklusive des kleineren Geschwisterchens S22) in Sachen Design die Folgegeneration der Galaxy-S21-Serie darstellt.

Samsung Galaxy S22 Ultra. (Foto: t3n)

Im Unterschied zu den bisherigen Note-Modellen ist Samsung aber keine Kompromisse in puncto Akku oder Kamera eingegangen, wie es bisher der Fall war. So ist das S22 Ultra sowohl Note als auch Ultra und damit das bisher vollständigste High-End-Smartphone des Unternehmens. Es verfügt über ein ausgezeichnetes Display, eine Performance im High-End-Bereich, sehr gute Kameras und eine akzeptable Akkulaufzeit. Das i-Tüpfelchen für Fans der Note-Serie ist der integrierte Stylus, der alle Features eines Note besitzt.

Wer die Stylus-Funktion nicht braucht, oder sie gar als störend empfindet, erhält mit dem Galaxy S22 Plus eine adäquate Alternative, die die gleiche hervorragende Displayqualität in planer Ausführung besitzt. Die Unterschiede hinsichtlich der Bildwiederholrate sind nicht der Rede wert. Auf der Kameraseite sind die Unterschiede geringer als auf dem Papier, wobei beim Plus-Modell auf den größeren Telezoom verzichtet werden muss. Auch wenn beide Geräte recht unterschiedlich sind, ist die Verarbeitungsqualität abermals ausgezeichnet.

Samsung Galaxy S22 Plus. (Foto: t3n)

Auf der Softwareseite liegt Samsung ganz weit vorne, wenn es um die Updategarantie geht. Kein anderes Unternehmen bietet einen so langen Updatezeitraum, wodurch die Smartphones auch nach fünf Jahren noch sicher und recht aktuell sind. In diesem Bereich hatte Samsung sich vor wenigen Jahren übrigens nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert – mittlerweile sollten andere Hersteller den Konzern als Vorbild betrachten. Luft nach oben ist indes besonders beim Ultra bei der Fehlerdichte, die der Hersteller hoffentlich schnell beheben wird.

Günstig sind beide Geräte nicht: Der Basispreis des Galaxy S22 Plus mit acht Gigabyte RAM liegt bei ab 1.050 Euro* und für das Galaxy S22 Ultra ruft Samsung ab 1.250 Euro ab*. Das teuerste Ultra-Modell mit einem Terabyte Speicherplatz schlägt mit 1.649 Euro zu Buche.

Einen Grund für ein Upgrade vom Galaxy S21 (Plus) oder Ultra gibt es nicht, es sei denn, ihr wollt unbedingt einen integrierten Stylus. Die 2021er Topmodelle sind immer noch ausgezeichnet.

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