Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Starlink-Internet für die Ukraine: Elon Musk hat Terminals gar nicht alle selbst gespendet

Einem Bericht der Washington Post zufolge soll Elon Musks Firma SpaceX – anders als bisher dargestellt – gar nicht alle Terminals für das Starlink-Internet in der Ukraine selbst gespendet haben. Demnach gaben die USA wohl Millionen an Steuergeldern dazu.

3 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige
Starlink-Terminals für die Ukraine. (Foto: Mykhailo Fedorov/Twitter)

Nach der Invasion russischer Truppen in der Ukraine baten Verantwortliche wie der ukrainische Vizepremier- und Digitalminister Mykhailo Fedorov Elon Musk und dessen Firma SpaceX um Hilfe in Form des Satelliteninternets Starlink. Wenig später meldete Musk Vollzug und die Lieferung von Tausenden Terminals. Aufgrund der zerstörten Infrastruktur ist Starlink mittlerweile ein wichtiges Kommunikationsmittel und dient auch zur Steuerung der bei der russischen Armee gefürchteten Drohnenangriffe. So weit, so gut?

Starlink für Ukraine: USA steuern Millionen bei

Anzeige
Anzeige

Ein Bericht der Washington Post legt jetzt nahe, dass Musk und SpaceX die Terminals gar nicht alle im Alleingang gespendet und in die Ukraine geschickt haben. Stattdessen haben sich – anders als von der Firma dargestellt – die USA mit einem millionenschweren Betrag aus Steuergeldern an der Aktion beteiligt. Ende März hatte SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell etwa noch öffentlich erklärt, dass sie nicht glaube, „dass die USA uns irgendwelche Gelder gegeben haben, um der Ukraine Terminals zu liefern“.

Dem widersprechen allerdings Dokumente, die Journalist:innen des Washington-Post-Newsletters The Technology 202 einsehen konnten. Demnach hat die US-Behörde USAID (United States Agency for International Development) mehr als 1.330 Terminals von SpaceX gekauft. SpaceX selbst habe weitere 3.670 Terminals zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus steht der Ukraine natürlich auch das Satelliteninternet selbst zur Verfügung – zumindest einmal für den Zeitraum von drei Monaten.

Anzeige
Anzeige

USAID hatte die Aktion zunächst als Spende aus dem privaten Sektor in Höhe von zehn Millionen US-Dollar bezeichnet (für die 3.670 Terminals von SpaceX), ruderte später aber zurück. Jetzt heißt es in einer – geänderten – Pressemitteilung der Behörde, dass insgesamt 5.000 Terminals an die Ukraine gingen, mit eben jenen 1.330 von der Behörde gekauften. Für die Terminals zahlte USAID laut Washington Post jeweils 1.500 Dollar. Weitere 800.000 Dollar flossen zur Bezahlung der Transportkosten. Das Ganze summierte sich auf über drei Millionen Dollar an Steuergeldern.

Anzeige
Anzeige

Terminal-Spende von 15 Millionen Dollar

Insgesamt soll die Terminal-Spende ein Volumen von über 15 Millionen Dollar haben, die von verschiedenen Seiten aufgebracht worden seien. So sollen neben SpaceX und den USA auch Frankreich und Polen für den Transport gesorgt haben. Wie viele Starlink-Terminals aktuell genau in der Ukraine aktiv sind, ist nicht bekannt. Ebenso wenig klar ist, ob die 1.500 Dollar, die USAID gezahlt haben soll, tatsächlich dem Marktpreis entsprechen. Privatpersonen zahlen in den USA für ein Standardterminal nur 600 Dollar, die monatliche Gebühr beläuft sich auf 110 Dollar. Weitere 100 Dollar fallen für den Versand an.

Bei der Hardware dürfte SpaceX aber Verluste machen. Anfang Februar hatte das Unternehmen daher auch einen Premiumdienst angekündigt, bei dem das deutlich verbesserte Equipment mit 2.500 Dollar zu Buche schlägt und die monatlichen Gebühren sich auf 500 Dollar belaufen. Dafür bekommen Nutzer:innen Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 500 Megabit pro Sekunde. Die Latenzzeit soll sich auf 20 bis 40 Millisekunden belaufen. Losgehen soll es im Frühsommer 2022.

Anzeige
Anzeige

Um eines noch klarzustellen: Musk und SpaceX haben einen guten Teil zu der Terminal-Lieferung in die Ukraine beigetragen. Dass – wie von der Firma zunächst dargestellt – alles ohne die Unterstützung weiterer Beteiligter ablief, stimmt aber nicht. Ebenfalls klar ist, dass sich Jeff Bezos, Besitzer der Washington Post, sicher über die Enthüllung gefreut haben dürfte, da sie den Rivalen in ein schlechtes Licht rückt.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige