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Bilanz vom Apple-Event: War mit der Vision Pro das Pulver verschossen?

Apple hat neben der iPhone-15-Serie zahlreiche neue Produkte vorgestellt. Wir haben das Event sacken lassen und ziehen eine erste Bilanz.

6 Min. Lesezeit
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Apple-Chef Tim Cook beim Apple-Event. (Screenshot: t3n; Apple)

Wie gut die neuen iPhone-15-Modelle sind, ob die Kameras einen merklichen Sprung gegenüber dem iPhone 14 Pro Max (Test) gemacht haben, die neuen Funktionen sinnvoll sind oder ob die Laufzeit der Apple Watch Series 9 sich verbessert hat, werden wir erst bei unseren Tests erfahren. Dennoch können wir einige Erkenntnisse aus den Neuankündigungen ziehen und eine erste Analyse in Form von High- und Lowlights ziehen.

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Die Highlights des Apple-Events

Endlich USB‑C!

Wie schon in einem separaten Artikel festgehalten, ist der Sprung auf USB‑C bei den iPhones ein längst überfällig gewesen. Dass es nun dazu gekommen ist, dürfen wir sicherlich nicht primär Apple zuschreiben, sondern der EU-Kommission, die alle Hersteller dazu verdonnert hat, bis Ende 2024 diesen Anschluss zu verbauen.

In Apples Portfolio waren die iPhones die letzten Geräte mit Lightning-Anschluss, sodass es im Grunde konsequent und logisch war, auf USB‑C umzusatteln. Endlich wird es einfacher, für die Reise zu packen, und im Büro überflüssig, nach einem iPhone-Stecker zu fragen, wenn der iPhone-Akku zur Neige geht. Nicht vergessen sollte man den Vorteil bei den Pro-Modellen, mit hoher Geschwindigkeit per USB 3 Daten vom iPhone auf einen Rechner zu schaufeln.

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Mehr Zoom bei Pro Max

Besitzer:innen von Android-Smartphones können nur müde über die neue Periskopkamera des iPhone 15 Pro Max lächeln. Schließlich bieten Samsung, Huawei und Google bei ihren Smartphones schon länger einen größeren optischen Zoom an. Für die Apple-Front ist dieser Schritt dennoch wichtig, um endlich eine noch größere Flexibilität beim Fotografieren und Videoaufnahmen zu erhalten.

Mehr Funktionsoptionen dank Action-Button

Der Action-Button des iPhone 15 Pro ersetzt den klassischen Stummschalter. (Screenshot: t3n; Apple)

Konsequent ist der Umstieg vom klassischen Stummschalter auf den sogenannten Action-Button. Dieser wurde in ähnlicher Form schon bei der Watch Ultra eingeführt, mit dem iPhone 15 Pro lässt er sich sogar noch sinnvoller einsetzen und mit Kurzbefehlen belegen, um beliebige Aktionen ausführen zu können. Für mich ist allein schon der Aspekt, ihn zu einem dedizierten Kameraauslöser zu machen, ein Gewinn. Wem das alles zu viel ist, für den:die bleibt er einfach ein Stummschalter.

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Kompaktere Pro-Modelle dank Titangehäuse und kleinere Displayrahmen

Die Bezels der neuen iPhone 15 Pros sind extrem schlank gehalten. (Screenshot: t3n; Apple)

Die Pro-Modelle waren zu schwer, vor allem das Pro Max. Das 14 Pro Max brachte sage und schreibe 240 Gramm auf die Waage, was es meiner Meinung nach einfach zu schwer und unhandlich machte. Durch den Wechsel des Gehäuses von Edelstahl auf Titan hat Apple das Gewicht um satte 20 auf 220 Gramm reduzieren können. Das iPhone 15 Pro wiegt sogar weniger als 200 Gramm.

Hinzu kommt, dass die neuen Pro-Modelle durch schlankere Displayränder unter Beibehaltung der Displaydiagonalen noch eine Spur handlicher werden.

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Spatial Video: Inhalte für die Vision Pro erstellen

Mit dem iPhone 15 Pro könnt ihr schon jetzt räumliche Videos für die Vision Pro aufzeichnen. (Screenshot: t3n; Apple)

Apple hat bei den neuen Pro-Modellen auch an die Verknüpfung mit dem „räumlichen Computer“ Vision Pro gedacht. Denn mit dem iPhone 15 und dem iPhone 15 Pro Max können schon jetzt räumliche Videos produziert werden, die im Headset in voller Pracht angeschaut werden können. Sicher: Nach Deutschland kommt das Headset wohl erst gegen Ende 2024 für zahlungskräftige Apple-Fans. In den USA soll es schon Anfang nächsten Jahres in den Handel kommen. Erstes eigenes Spatial-Video-Material wäre dann schon direkt zum Anschauen verfügbar.

Dynamic Island für alle

Das iPhone 15 hat nun auch die Dynamic Island verpasst bekommen. (Screenshot: t3n; Apple)

Eines von Apples Highlights der iPhone-14-Pro-Modelle landet nur ein Jahr später auch in den Basismodellen. Die kleine Informationsinsel ersetzt bei iPhone 15 und 15 Plus die Face-ID-Notch. Die Dynamic Island bietet einen gewissen Mehrwert gegenüber Face-ID, da dort Echtzeitinformationen zu Bestellungen, Abflugzeiten oder Spielständen angezeigt werden können. Ebenso dient sie zur Anzeige und zur Steuerung von Medien.

Mit dem iPhone 15 ins Smarthome

Im Zuge des Events ein wenig untergegangen, aber für Smarthome-Nutzer:innen nicht unwichtig ist der Fakt, dass Apple den iPhone-15-Modellen Thread-Support verpasst hat. Mit diesem Feature könnte ein iPhone als Thread-Border-Router genutzt und mit ihm Teile des Smarthomes gesteuert werden.

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Apple hat zwar noch nicht eindeutig erklärt, wozu es eingesetzt werden soll, allerdings dürfte es einen spannenden Impact auf das das Smarthome haben. Neben WLAN und Ethernet ist Thread das Hauptprotokoll des neuen Smarthome-Standards Matter, an dessen Entwicklung Apple beteiligt ist.

Eher enttäuschende Momente des Apple-Events

Displays des iPhone 15 mit nur 60 Hertz

Während die Displays der neuen iPhone-15-Modelle mit bis zu 2.000 Nits außerordentlich hell werden können und die Dynamic Island erhalten, ist eher enttäuschend, dass Apple bei den Geräten immer noch auf eine veraltete Bildschirmwiederholrate von 60 Hertz setzt. Bei einem Smartphone, das bis über 1.000 Euro kostet, sollte eine modernere Bildwiederholrate an Bord sein.

Aber die ProMotion-Technologie, die je nach Bildschirminhalt bis zu 120 Hertz liefert, ist weiterhin den Topmodellen vorbehalten. Das Gleiche gilt auch für das Always-on-Display und die mit iOS 17 kommende Stand-by-Funktion.

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USB C beim iPhone 15 nur mit Lightning-Speed

Apple Entscheidung zu USB C ist zum einen positiv hervorzuheben. Aber abgesehen vom neuen Steckanschluss liefert Apple jedoch bei den neuen Basis-iPhones eine unterirdische Datentransferleistung von 480 Mbit/s. Das entspricht dem gleichen USB-2-Niveau der Lightning-Anschlüsse. Das ist indes nicht nur bei den neuen Basismodellen der Standard, sondern wird auch beim iPad 10 (Test) eingesetzt.

Ursprüngliche BezeichnungVorherige Bezeichnung Aktuelle Bezeichnung Geschwindigkeit Stecker
USB 2.0 USB 2.0USB 2.0480 Mbit/sTyp A+C
USB 3.0 USB 3.1 Gen1 USB 3.2 Gen1 5 GBit/s Typ A+C
USB 3.1 USB 3.1 Gen2 USB 3.2 Gen2 10 GBit/s Typ A+C
USB 3.2 USB 3.2 Gen2x2 20 GBit/s Typ C
USB4 Gen 2x1USB 4 10 GBit/s Typ C
USB4 Gen 2×2USB 4 20 GBit/s Typ C
USB4 Gen 3×2USB 4 v.1.040 GBit/s Typ C
USB4 Version 2.0USB 4 v. 2.0 80 GBit/sTyp C

Kleine Updates für die Apple Watches

Technische Details zur Series 9. (Screenshot: t3n/Apple)

Die Updates von Apple Watch Series 9 und Watch Ultra waren dermaßen klein, dass der Hersteller in die Präsentation eine lange Zwischensequenz einfügte, um über Nachhaltigkeit zu sprechen. Die Entwicklungen, die Apple diesbezüglich umsetzt, sind durchaus bemerkenswert und wichtig, das wollen wir nicht kleinreden – hier sollten andere Hersteller sich eine Scheibe abschneiden.

Mehr als einen endlich (!) neuen Chip gab es dann aber nicht, der unter anderem die seit watchOS 8 in den Bedienungshilfen vergrabenen Double-Tap-Funktion zuverlässiger funktionieren lassen soll.

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Neue Sensoren, über die seit Jahren gemunkelt wird, gab es nicht, und die Neuerungen der Watch Ultra waren genauso überschaubar. Wenn es nichts wirklich Neues gibt, könnte man auch gern ein Jahr Pause einlegen. Bei der Watch SE geht das ja auch.

Mehr Mut bei den Farben, bitte!

Das iPhone 15 Pro ist offiziell: Das steckt drin. (Bild: Apple)

Ein wenig mehr Mut könnte Apple bei den Farben der iPhones an den Tag legen. Die neuen Farbtöne selbst der Basismodelle sind recht dezent gehalten, wobei gelb und grün in natura durchaus knalliger ausfallen könnten als auf dem Marketingmaterial.

Bei den Pros sind wir diesen Trend ja schon gewohnt, und er setzt sich bei den 15er-Modellen fort. Alle vier Farbgebungen verfolgen das Motto Titan und können allesamt bestens im klassischen Businesskontext genutzt werden. Die neuen lederfreien Finewoven-Schutzhüllen verleihen den iPhones immerhin noch ein wenig mehr Farbe – wenn auch dezent.

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Mit der Vision Pro für 2023 das Pulver verschossen?

Auch wenn Apple seine iPhones aufgefrischt hat und die Pro-Modelle ein größeres Update verpasst bekommen haben als erwartet, deutete sich ein wenig an, dass die Entwicklung der Vision Pro viel Entwicklungspower gekostet zu haben scheint. Vielleicht sind wir aber nach der Enthüllung der neuen Produktkategorie im Zuge der WWDC auch einfach verwöhnt und erwarten jedes Mal den großen Aufschlag.

Dabei sollten wir nicht vergessen, dass Smartphones weitgehend ausentwickelt sind und größere Entwicklungssprünge mehr Zeit kosten. Das geht nicht nur Apple so, sondern allen Herstellern.

Mehr High- als Lowlight war Apples durch das Event mäandernde Thema des Klimaschutzes. Dass Apple bis 2030 klimaneutral sein will, ist absolut löblich und wichtig. Dass Apple derweil die neue Apple Watch (in einigen Varianten) als Paradebeispiel für entsprechende Erfolge herangezogen haben, war eher unglücklich. Auf der anderen Seite ist es auch weniger abstrakt und greifbarer (!) für die Endkund:innen. Klar ist dennoch: Je weniger man konsumiert, desto besser ist es für die Umwelt. Dessen ist sich auch Apple bewusst: Der Hersteller will Produkte entwickeln, die lange halten, erklärte uns erst im Sommer Apples Hardware-Chef John Ternus mit Blick auf das Ziel „Carbon Zero“.

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Dein t3n-Team

Kevin Cafferty

Ich finde, dass Apple, abgesehen von der Preisleistung in Bezug auf USB-C, ProMotion und Speicherpreise und manch anderem, einen guten Weg zwischen Beibehaltung bereits funktionierender Technik und Neuerungen findet. Ich verstehe, dass einige Aspekte der neuen iPhone-Modelle technisch für deren Preis hätten besser ausgestattet werden können. Die Aussage, welche ich jetzt schon öfter gelesen habe, bei Apple sei die Luft raus, halte ich für sehr gewagt. Zum einen, weil es eben nicht von heute auf morgen diese Entwicklungen gibt. Menschen arbeiten daran.

Sonst lässt sich auch der Einfluss Apples auf verschiedenen Wegen beobachten (siehe Smartphones generell, oder auch VR/AR Headsets). Und dazu muss man auch mal zählen, was alles innerhalb weniger Jahres zusammengekommen ist, zumindest auf Veröffentlichungen bezogen: Apple M-Prozessoren, neue Gehäuse etc. für Macs, AirPods Pro, neue Betriebssystemversionen, Apple Vision Pro. Das ist wahrlich nicht wenig. Durch die Keynotes der WWDC bspw. entsteht bei manchen der Eindruck, das seien die einzigen Neuerungen bzw. Veränderungen. Dass Entwickler:innen und alle anderen Beteiligten dann mit den neuen Entwicklungen Monate oder sogar Jahre beschäftigt sind, ist vielen irgendwie nicht bewusst. Kombiniert man das mit der nicht ganz so einfachen Thematik Umwelt, dann kann man gewiss nicht sagen, bei Apple sei die Luft raus. Und ich finde es daher gut, dass ihr euch für die Formulierung »Eher enttäuschende Momente des Apple-Events« entschieden habt. Manche würden mich jetzt als Apple-Fan bezeichnen, wie ich als solcher bezeichnet wurde, als ich sagte, man könne ernsthafte Arbeit mit dem iPad verrichten (war auf Reddit, also kein Wunder). Ich finde aber, dass es trotz der kritisch zu betrachtenden Entwicklungen anzuerkennen ist, was innerhalb bspw. drei Jahren geleistet wurde. Ich persönlich würde mich ja wirklich freuen, wenn Apple durch größere Abstände zwischen Events und somit Produkten die Geldbeutel und somit auch die Umwelt mehr schonen würde. Es entsteht ja jedes Jahr immer wieder die unsinnige Diskussion, wer sich das neue Gerät holen sollte. Dabei ist den Menschen, die tatsächlich Neues brauchen, in der Regel bewusst, was ihnen noch fehlt. Ich finde, ihr macht einen guten Job, weswegen ich mich auch gerne über euch informiere. Weiter so.

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