News

Artikel merken

Bernie Sanders greift Jeff Bezos an: Er will zum Mond? Dann soll er selbst zahlen

US-Senator Bernie Sanders hat sich wieder einmal verbal die Superreichen vorgeknöpft. Multimilliardäre wie Elon Musk oder Jeff Bezos seien die Oligarchen des Westens. Und: Die Nasa soll die Mondpläne von Bezos‘ Blue Origin nicht mit Steuergeldern finanzieren.

3 Min. Lesezeit
Bernie Sanders. (Juli Hansen/Shutterstock)

Dass Konzerne und milliardenschwere Unternehmer:innen in den USA keine oder nur wenig Steuern zahlen, bringt Bernie Sanders regelmäßig auf die Palme. Im November hatte die Aufforderung des 80-jährigen US-Senators, Reiche müssten „ihren gerechten Anteil“ zahlen, Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk auf den Plan gerufen. Musks Kommentar: „Ich vergesse immer wieder, dass Sie noch am Leben sind“. Sanders‘ aktuelle verbale Attacke könnte derweil durchaus die Zustimmung des streitbaren Multimilliardärs finden.

Nasa-Auftrag: Blue Origin versus SpaceX

Denn Sanders hatte bei einer Rede vor dem US-Senat gefordert, dass Blue Origin, die Raumfahrtfirma von Amazon-Chef Jeff Bezos, nicht mit Steuergeldern finanziert werden solle. Konkret geht es um die Vergabe eines zehn Milliarden US-Dollar schweren Auftrags im Rahmen der Mondmission der Nasa. Den Konkurrenzkampf darum hatte zunächst SpaceX für sich entschieden und Blue Origin sowie das Unternehmen Dynetics ausgestochen. Die unterlegenen Firmen hatten gegen die Entscheidung geklagt, Blue Origin und Jeff Bezos recht lautstark.

Dass Sanders jetzt gegen Bezos und Blue Origin austeilt, liegt daran, dass die Nasa offenbar Blue Origin doch noch eine Chance gibt, an Bord des Artemis-Programms zu kommen. Gedrängt wurde sie dabei nicht nur vom Einspruch Bezos‘, sondern auch von der US-Politik, die will, dass sich die Nasa bei der Entwicklung von Mondlandefähren nicht nur auf ein Unternehmen verlässt, wie Futurism schreibt.

Bezos soll keine Steuergelder bekommen

Sanders aber wetterte gegen die Ausschreibung, bei der Blue Origin oben genannte zehn Milliarden Dollar abgreifen könnte. Die Ausschreibung sei „eine Rettungsaktion für Jeff Bezos, damit seine Firma Blue Origin eine Rakete zum Mond starten kann“, so der linksgerichtete Senator. Und weiter: „Wenn Herr Bezos zum Mond will, schön für ihn“, er solle dafür aber sein eigenes Geld nehmen und nicht das der Steuerzahler:innen. Schließlich, so Sanders, verfüge Bezos über ein Vermögen von 186 Milliarden Dollar und sei im vergangenen Jahr, während der Corona-Pandemie, um 81 Milliarden Dollar reicher geworden.

Natürlich vergaß Sanders auch seinen Intimfeind Elon Musk nicht bei seinem Angriff, obwohl er dessen Rolle bei den Nasa-Aufträgen nicht infrage stellte. Ein Seitenhieb durfte aber nicht fehlen: „In den USA fliegen Multimilliardäre wie Elon Musk, Jeff Bezos und Richard Branson zum Spaß mit ihren Raketen in den Weltraum“, so Sanders. Und: Wer denke, dass es in den USA keine Oligarchie gebe, läge komplett falsch. Sanders wies zudem darauf hin, dass Bezos und Musk zusammen reicher seien als die ärmsten 130 Millionen US-Amerikaner:innen zusammen, wie es bei CNBC heißt.

Bezos verliert mit Blue Origin Geld

Was Sanders allerdings nicht erwähnte: Bei den Weltraumplänen von SpaceX und Blue Origin geht es nicht (nur) um spaßige Reisen für die Ultrareichen. Ohne SpaceX wären etwa viele Nasa-Projekte schlicht so nicht möglich. Darüber hinaus wies etwa Casey Dreier, Chefberater und Sprecher der Planetary Society, darauf hin, dass Bezos mit seiner Raumfahrtfirma Verluste mache. Musk wiederum hat einen Teil seines Privatvermögens in seine Firmen gesteckt.

Mehr zu diesem Thema

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung

Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder