Analyse

Shopping-Trends: So könnten wir in 5 Jahren einkaufen

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4. Dynamisches und individuelles Pricing: Händler setzen auf die Einkaufsvorlieben der Kunden

Dynamisches Pricing ist bereits heute aus dem Onlinehandel bekannt, auch wenn viele Händler zumindest nach außen hin noch zurückhaltend sind: Eine Ware ändert, je nach Angebot der Konkurrenz und Nachfrage durch die Kunden, ihren Preis oft mehrmals am Tag. Unternehmen verlassen sich auf Algorithmen, die permanent Preissuchmaschinen und Mitbewerber nach deren Preisen abklappern. Schon heute resultieren mehr als drei Viertel aller Seitenabrufe, die bei den großen Onlinehändlern eingehen, aus Bots, die sich ein Bild über den aktuellen Preis einer Ware verschaffen.

Doch es handelt sich dabei schon lange nicht mehr um ein auf den Onlinehandel beschränktes Phänomen. Immer mehr Ketten nutzen Preisdisplays am Warenregal, die binnen Sekunden zentral angepasst werden können – vor allem, wie die Händler angeben, um Sonderangebote zuverlässig anzuzeigen, aber eben auch um Preise an die aktuellen Rahmenbedingungen anzupassen.

Was wir heute schon von Tankstellen oder vom Online-Handel kennen, kommt bald auch im stationären Shopping: Die Preise werden dynamisch und ändern sich im Laufe des Tages oft mehrfach. (Screenshot: Amazon)

Eine andere Spielart dieser Preisschwankungen ist individuelles Pricing – bislang allerdings ausschließlich beim E-Commerce vorgefunden und in Studien noch nicht zuverlässig belegt. Einem Kunden, der in der Vergangenheit mit seinem iPhone bereits hochpreisige Waren zum regulären Preis bestellt hat, können andere Preise ausgegeben werden als einem Käufer, der stets reduzierte Waren geordert hat – und aufgrund seines Kaufverhaltens eher als Schnäppchensucher erkannt wird. In die Berechnung der Algorithmen fließen neben Konsumverhalten und Wohnort des Kunden auch Tageszeit und Wetter oder das Datum im Monatsverlauf ein, also die Information, wie viel Geld der Kunde wohl gerade auf dem Konto hat.

Noch sträuben sich viele Kunden offenkundig gegen solche Praktiken: 91 Prozent waren in einer Umfrage des nordrhein-westfälischen Verbraucherministeriums dagegen und auch für die Händler bedeuten solche Praktiken derzeit noch einen immensen Aufwand. Doch werden die Anbieter nicht so ungeschickt sein, dem Kunden höhere Kosten aufzubürden, sondern eher ausgewählten Nutzern besondere Angebote machen. Das werden nicht nur Kunden sein, die bereits über eine lange Kaufhistorie verfügen, sondern vor allem auch solche, die der Retailer als Early Adopter, Influencer oder Social-Media-Enthusiast ausmacht.

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