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Tesla Cybertruck: Alles, was ihr über den E-Pickup wissen müsst

Ist es ein Auto? Ist es ein Raumschiff? Mit dem Cybertruck hat Tesla mal wieder outside the box gedacht und arbeitet an seiner ganz eigenen Version eines elektrischen Geländewagens.

6 Min. Lesezeit
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Tesla Cybertruck. (Bild: Tesla)

Die wichtigsten Facts zum Cybertruck auf einen Blick

  • Teslas erstes Geländewagen-Modell soll Angaben des Unternehmens zufolge bis Ende 2023 in die Serienproduktion gehen.
  • Der Cybertruck erhält ohne größere Modifikationen keine Zulassung auf dem deutschen Markt.
  • Das kuriose Design resultiert aus der Wahl des Materials: Der mehrfach kaltgewalzte 30X Stahl, der auch für SpaceX Spaceships verwendet wird, lässt sich nicht in den herkömmlichen Stanzmaschinen bearbeiten.
  • Käufer:innen sollen zwischen insgesamt drei Motorklassen mit unterschiedlichen Reichweite-Leistungen wählen können.
  • Der Cybertruck ist vollkommen elektrisch. Energie für zusätzliche Reichweite kann zudem durch optionale Solarpanels gewonnen werden.

Tesla gehört zur Welt der E-Mobilität wie der Delorean zu „Zurück in die Zukunft“. Und wenn man sich den neuesten Streich des US-amerikanischen Autoherstellers ansieht, könnte man sich durchaus fragen, in welche Zukunft man damit wohl zurückteleportiert. Vielleicht direkt ins Blade Runner-Universum – denkbar wäre es, wir sprechen schließlich von Tesla.

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Bei der Entwicklung des Vehikels wurde in jedem Fall ordentlich vom Pop-Kultur-Brei genascht. Wir würden uns nicht wundern, wenn beim Kauf eines Cybertrucks standardmäßig immer auch ein Harrison Ford mitgeliefert würde.

Bis es dazu kommt, ist jedoch Geduld gefragt: Der Produktionsstart wird ein ums andere Mal weiter nach hinten gesetzt. Eigentlich sollte der E-Pickup Ende des ersten Quartals 2023 in Serien-Produktion gehen. Aufgrund von Änderungen des finalen Designs kam es bereits in der Vergangenheit immer wieder zu Anpassungen im Zeitplan. Auf der Tesla-Jahreshauptversammlung am 04. August 2022 verpasste Tesla-CEO Elon Musk dem Zeitplan erneut einen Dämpfer und kündigte abermals eine Verzögerung des Produktionsstarts an: Der Cybertruck werde eine „verdammt gute Maschine“ – aber nicht vor Ende 2023. Mit den Verzögerungen soll damit jedoch Schluss sein: Im Podcast ”Ride the Lightning” kündigte Chefdesigner Franz von Holzhausen die Fertigstellung des Cybertrucks für 2023 an – diesmal endgültig. Bis Ende des Jahres solle die Massenproduktion des heiß erwartetencE-Pickups beginnen.

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Tesla-Ästhetik: Spaceship-Stahl und Panzerglas

Tesla hat sich viel vorgenommen: Mit seinem Cybertruck will das Unternehmen das Pickup-Rad quasi neu erfinden und die Messlatte für elektrisch betriebene Geländefahrzeuge revolutionieren. Dass das finale Design durchaus polarisieren könne, kündigte Tesla-CEO Elon Musk bereits im Vorfeld über sein liebstes Sprachrohr Twitter an – und wir müssen zustimmen. Seit dem offiziellen Reveal im November 2019 ist klar: Der Cybertruck ist definitiv kein „normaler“ Pickup-Truck.

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Das Design des Trucks ist ebenso kurios wie radikal. Optisch gleicht der Pickup dem Haus vom Nikolaus auf Rädern und erinnert an den 1976er Lotus Esprit S1 des Bond-Klassikers „Der Spion, der mich liebte“ – laut Musk kein Zufall. Gerade Linien, ein Exoskelett aus nahezu einem einzigen Stück kaltgewalzten 30X Edelstahls, säuberlich an den Kanten gefaltet. Das sieht man so höchstens im Geometrie-Unterricht. Beim Material für die Außenschale des Trucks wird hierbei auf die gleiche Stahlsorte zurückgegriffen, die auch für SpaceXs Starships verwendet wird. Damit gelingt dann auch der Wiedereintritt.

Neben dem spontanen Verglühen beugt Tesla designtechnisch auch anderen potenziellen Gefahrenquellen vor: Unverhoffte Schießereien können Insass:innen nichts mehr anhaben – dafür soll das verbaute kugelsichere Panzerglas sorgen, das laut dem Konzern auch stärkste Aufprallkräfte absorbieren und umleiten soll.

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Die Demonstration im November 2019 ließ hier allerdings noch Raum für Verbesserung: Nachdem Cybertruck-Lead-Designer Franz von Holzhausen die Scheiben des Pickups mit einem silbernen Metall-Ball bearbeitete, blieben deutliche Spuren im Glas zurück. Musk tat dies gekonnt lässig ab – der Ball ging schließlich nicht durch. Ein Pluspunkt.

Tesla-CEO Elon Musk und sein Chefdesigner Franz von Holzhausen vor dem aktuellen Cybertruck-Prototypen.

Tesla-CEO Elon Musk und sein Chefdesigner Franz von Holzhausen vor dem aktuellen Cybertruck-Prototypen. (Screenshot: Tesla/ t3n.de)

Ende Mai gab es dank eines Leaks im Forum Cybertruck Owners Club auch erste Fotos vom Innenraum des E-Pickups zu sehen. Dieser mutet zunächst allerdings nur wenig spektakulär an: Ähnlich minimalistisch gehalten wie schon das Äußere bietet das Cockpit des Cybertruck viel (Leer-)Raum zur Spekulation und Interpretation. Ob sich dies auch auf der Rückbank fortsetzt, bleibt abzuwarten.

Wie groß ist der Cybertruck?

Insgesamt ist der Cybertruck eine ziemliche Wuchtbrumme. Bei den Maßen von 5,86 Metern Länge, 2,03 Metern Breite und 1,90 Metern Höhe orientiert sich Tesla an jenen des Ford F-150, dem in den USA erfolgreichsten Auto. Damit bietet der Elektro-Truck im minimalistisch gestalteten Innenraum Platz für maximal sechs Insass:innen.

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Zusätzlich gibt es, Pickup-typisch, einen 1,98 Meter langen, abdeckbaren und abschließbaren Laderaum, liebevoll The Vault (Bunker) getauft. Hier sollen sich laut Tesla bis zu 1.588 Kilogramm zuladen lassen und wer stolze:r Besitzer:in eines Cyberquad ist, kann das auch direkt dort parken.

Die Karosserie soll zudem über eine adaptive Luftfederung verfügen, mit der das gesamte Fahrwerk sowohl nach unten, als auch nach oben um vier Zoll angehoben beziehungsweise abgesenkt werden kann. In der Folge ermöglicht dies einen vereinfachten Zugang zu Innenraum und Ladebett sowie eine bessere Fahrzeuglage.

Auch der Allradantrieb soll der Agilität des Cybertrucks zugute kommen. Von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde in 2,9 Sekunden (beim dreimotorigen Modell) – ein Spaß für die ganze Familie beim nächsten Urlaub auf der Offroad-Rennstrecke.

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Tesla Cybertruck: Die Specs im Überblick

  • Kein Kleinkaliber: Der Cybertruck wird 5,86 Meter lang und 2,03 Meter breit sein und eine Höhe von insgesamt 1,90 Metern haben.
  • Fahrgemeinschaft: Insgesamt können bis zu sechs Insass:innen im Innenraum von Teslas E-Pickup Platz nehmen.
  • Platzwunder: Auf der 1,98 Meter langen Ladefläche können bis zu 1.588 Kilogramm zugeladen werden. Die Fläche lässt sich zudem abdecken sowie abschließen.
  • Luftfederung: Das gesamte Fahrwerk kann um vier Zoll angehoben beziehungsweise abgesenkt werden.
  • Geschwindigkeit: Das dreimotorige Modell beschleunigt von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde in 2,9 Sekunden – für die angekündigte viermotorige Variante sind hier noch keine technischen Details bekannt.
Cybercat und Cybercat Tragflügel nebeneinander

Die Bootsaufrüstung für den Cybertruck kommt in zwei Ausführungen: Cybercat und Cybercat Tragflügel. (Rendering: Cybercat)

Ist der Tesla Cybertruck in Deutschland zugelassen?

Für schlappe 100 Euro Anzahlungsleistung konnten sich Interessierte bisher ihren ganz eigenen Cybertruck reservieren. In Deutschland und zahlreichen weiteren Ländern ist diese Bestellmöglichkeit mittlerweile jedoch offiziell abgeschaltet. Statt des ursprünglichen „Bestellen“-Buttons findet sich nun auf der Produktseite lediglich die Funktion „Updates erhalten“. Zudem steht die Frage im Raum, ob Teslas Prunkstück hierzulande überhaupt eine Zulassung bekommen wird.

CEO Elon Musk begründet dies damit, Teslas Cybertruck sei grundsätzlich vor allem für den nordamerikanischen Markt konzipiert worden. Eine für internationale Straßen zulässige Version des Trucks sei hingegen ohne größere Umbauten und Veränderungen am verfolgten Design kaum möglich. Auch der TÜV erhebt deutliche Einwände gegen den E-Truck. Für eine Zulassung des Pickups auf deutschen Straßen müssten einige erhebliche Modifikationen an der Grundstruktur der Karosserie vorgenommen werden. 

Ein Beispiel: die „fehlenden“ Türgriffe: Der Pickup präsentiert sich in der neusten bestätigten Version mit makellosen Seitentüren ohne jegliche Griff-Möglichkeit. Wie die Türen stattdessen geöffnet werden können, wurde bisher nicht bestätigt. Denkbar wäre eine Sensorsteuerung oder die Bedienung über das eigene Smartphone. Klingt praktisch, sieht auch schick aus.

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Problematisch wird der reduzierte Look spätestens in Notfallsituationen, wenn sich Rettungskräfte zur Bergung von Verletzten Zugang zum Fahrzeug verschaffen müssen. Auch wenn die robuste Bauweise des Cybertrucks eben solchen Fällen entgegenwirken soll, könnte gerade diese hierbei zum tückischen Hindernis werden.

Wie viel kostet ein Tesla Cybertruck?

Die Antwort auf diese Frage ist wahrscheinlich so schwammig, dass man mit ihr den Abwasch erledigen könnte. Ursprünglich kündigte Tesla in seiner Präsentation an, den Cybertruck in drei Versionen mit unterschiedlichen Motorklassen und Reichweite-Leistungen auf den Markt zu bringen: einmotorig mit Hinterradantrieb, zweimotorig mit Allrandantrieb und als Topmodell eine Variante mit drei Motoren, ebenfalls Allrad-betrieben. Erstere Version war mit 39.900 US-Dollar veranschlagt, die zweimotorige Allrad-Variante sollte 49.900 Dollar kosten. Die Motorstärkste Klasse lag bei 69.900 Dollar. 

Neueren Angaben zufolge soll der elektrische Pickup sogar mit bis zu vier Motoren auf den Markt kommen. Dies verkündete Tesla-Chef Elon Musk via Twitter. Im Zuge dieser Neuerung wären auch preisliche Anpassungen der gesamten Cybertruck-Linie denkbar.

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Tesla hat die bisherigen Preisangaben mittlerweile wieder von der Cybertruck-Produktseite genommen. Musks Statement bei der Jahresversammlung vom 04. August stellt jedoch ebenfalls klar: Die bisherigen Preisvorstellungen werden nicht gehalten werden können – wie hoch die Zahl auf dem Etikett letztlich ausfallen wird, bleibt weiterhin offen. Beim Preis bietet sich also aktuell noch viel Raum für Spekulationen.

Wie viel Reichweite hat ein Tesla Cybertruck?

Abhängig von der jeweiligen Motorklasse sollen mit einem Cybertruck bis zu 402, 483 und 805 Kilometer erreicht werden können. Fortschrittlich mitgedacht möchte Tesla seinen Pickup zudem mit optionalem Solardach anbieten: Während der Fahrt soll so Energie für, im besten Fall, weitere 24 Kilometer gesammelt werden können. Auch ausklappbare Solarflügel für täglich 30 bis 40 zusätzliche Kilometer Reichweite soll es geben.

Zusammen mit der Möglichkeit zur Energiegewinnung über das Solardach könnte somit die durchschnittliche Fahrleistung eines:r US-Amerikaner:in von 48 Kilometern pro Tag ganz allein durch eingespeiste Solarenergie abgefangen werden.

Cybertruck: Teslas futuristischer E-Pickup in Bildern

Cybertruck: Teslas futuristischer E‑Pick-up in Bildern Quelle:
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