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Android 11 Beta ist da – das bringt das große Update

Android 11 Beta. (Foto: Google)

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Google hat die erste öffentliche Beta von Android 11 freigegeben. Der ursprüngliche Release-Termin am 3. Juni war wegen der politischen Ausnahmesituation in den USA abgesagt worden. Diese Funktionen hat die neue Version im Schlepptau.

Nach vier Entwicklerversionen zwischen Februar und Mai 2020 hat Google mit einer Woche Verspätung die erste Android-11-Beta veröffentlicht. Sie steht ab sofort auf den Pixel-Phones der Generationen 2 bis 4 zur Installation per Beta-Programm bereit und bringt zahlreiche Neuerungen. Im Fokus des Updates steht zu allererst eine grundlegende Überarbeitung der Benachrichtigungen.

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Bubbles: Android 11 bringt Chatheads für alle Messenger-Apps

Google will das im Grunde schon sehr gute Benachrichtigungs-System von Android weiter optimieren und die Kommunikation auf dem Smartphone vereinfachen. Dafür werden mit Android 11 alle Konversationen von verschiedenen Messaging-Anwendungen in einem abgesonderten Bereich der Benachrichtigungen verfrachtet. Auf diesem Wege soll es bequemer werden, auf Nachrichten zu antworten. Ferner liefere die neue Ansicht eine bessere Übersicht, so Google.

(GIF: Google)

Darüber hinaus könnt ihr zum Beispiel eine Konversation priorisieren, wodurch ihr keine relevante Nachricht aus dem markierten Chat verpassen könnt. Die priorisierten Chats werden zum einen auf euren Always-on-Displays angezeigt. Sie werden euch auch zugestellt, wenn sich dass Smartphone im „Bitte nicht stören“-Modus befindet – daher solltet ihr vorher gut überlegen, wem ihr diese Ehre zuteil werden lasst.

(GIF: Google)

Eine weitere neue Funktionen von Android 11 ist „Bubbles“. Android-Enthusiasten dürften sich daran erinnern, dass dieses Feature ursprünglich schon für Android 10 geplant war, es dann aber doch nicht in die finale Version geschafft hatte.

Die Bubbles erinnern an die Chat-Bubbles des Facebook-Messengers, mit denen ihr schneller auf eure Konversationen in Messenger-Apps zugreifen können sollt, da sie über alle Anwendungen gelegt werden. Mithilfe der Bubbles sollt ihr künftig direkt auf eingehende Nachrichten reagieren, ohne zwischen dem, was ihr gerade macht, und eurer Messaging-App hin und her zu springen. Laut Google lassen sich Bubbles für Unterhaltung direkt aus einer Benachrichtigung heraus öffnen und sofort loschatten.

(GIF: Google)

Sofern ihr Googles Gboard unter Android 11 einsetzt, werden euch beim Tippend Emoji- und Textvorschläge automatisch eingeblendet. Die Verarbeitung finde Google zufolge auf dem Gerät statt und macht sich Federated Learning zunutze. „Dabei sieht oder speichert Google die eingegebenen Daten zu keinem Zeitpunkt“, betont das Unternehmen.

Android 11 integriert Schnellzugriff auf Smarthome-Steuerung

In Android 10 hat Google einen Schnellzugriff auf Google Pay in den Powerbutton integriert, mit Android 11 erweitert der Hersteller das Funktionsrepertoire. Denn mit dem großen Update zieht die Smarthome-Steuerung in die Oberfläche ein. Ein Druck auf den Powerbutton bringt euch künftig auf eine Steuerzentrale für euer vernetztes Licht, Steckdosen, eure smarte Heizungsanlage und mehr. Das Öffnen einer App, um das Licht zu regeln, ist nicht mehr nötig.

(GIF: Google)

Mit Android 11 will Google außerdem neue Mediensteuerungen einführen, „mit denen ihr das Gerät, über das ihr eure Audio- oder Videoinhalte abspielt, schnell und bequem wechseln könnt“. Damit sei es noch einfacher, die Lieblingsmusik auf Kopfhörer, Lautsprecher oder sogar auf den Fernseher zu übertragen, so das Unternehmen.

Android 11 bringt eine neue Medienkontrolle. (GIF: Google)

Android 11 mit mehr Datenschutz

Google setzt mit Android 11 den Ausbau der Privatsphäre fort: Die neue Version integriert Einmalberechtigungen für Apps, die ähnlich auch in iOS 13 zu finden sind: Der Nutzer kann Anwendungen künftig eine einmalige Erlaubnis gewähren, auf Standort, Mikrofon oder Kamera zuzugreifen. Sobald die App nicht mehr genutzt wird, verliert sie automatisch den Zugriff auf die betreffenden Schnittstellen. Bei der nächsten Nutzung muss die Anwendung eine erneute Erlaubnis erbitten.

Wird eine App über einen längeren Zeitraum nicht genutzt, setzt Google außerdem alle mit der jeweiligen App verbundenen Berechtigungen automatisch zurück. Nutzer werden darüber informiert. Beim nächsten App-Start könne man der App die Berechtigungen erneut erteilen.

Mehr Datenschutz für Android. (GIF: Google)

Auch der Zugriff auf die Standortabfrage im Hintergrund wird für App-Entwickler künftig erschwert. Wenn Anwendungen einen permanenten Zugriff auf die Standortdaten des Smartphones erfordern, muss der Nutzer die entsprechende Einstellung manuell aktivieren. Das bisherige Dialogfenster beim App-Start reicht Google zufolge unter Android 11 nicht mehr aus. Es sei erforderlich, dass die App-Entwickler Nutzer umfassend informieren müssen, warum eine dauerhafte Standortfreigabe erforderlich ist.

Android 11: Mehr Update-Kontrolle für Google

Mit Project Mainline hat Google in Android 10 damit begonnen, Teile des Betriebssystems in Module herauszulösen. Diese können sich unabhängig vom Smartphone-Hersteller direkt über die Google-Play-Dienste aktualisieren. Durch das Update auf Android 11 wird Project Mainline um zwölf Module erweitert.

Zu den neuen Modulen gehört unter anderem das Berechtigungsmodul, mit dem der Benutzer- und Entwicklerzugriff auf wichtige Datenschutzkontrollen auf Android-Geräten standardisiert wird. Weiterer Bestandteil ist ein Modul, das für den Datenschutz des Scoped Storage verantwortlich ist. Auch ein NNAPI-Modul (Neural Networks API) ist dabei, das Leistungsoptimierungen und konsistente APIs für alle Geräte garantiere, so Google. Darüber hinaus ist die Runtime ART ein eigenes Modul geworden. Sie ist die für die Ausführung sämtlicher Programme zuständig. Ferner können mit dem Update auch einige WLAN- und Telefonie-Komponenten direkt von Google aktualisiert werden. Für Entwickler nicht zu verachten: Die Debugging-Komponente ADBD ist nun auch ein separates Modul.

Weitere Android-11-Features sind wie die neuen Datenschutz-Optionen bereits bekannt: So bringt das Update eine native Screencast-Funktion, optimierten Voice Access, mit dem ihr dass Smartphone per Stimme steuern könnt, eine verbesserte Leistungsfähigkeit und ein neu gestaltetes Freigabemenü. Mit Letzterem soll das Teilen von Inhalten erleichtert werden. Auch Foldables und 5G sollen von Android 11 profitieren.

Android 11 Beta: Für Pixel sofort, für weitere Geräte später

Google Pixel 4. (Foto: t3n)

Google Pixel 4. (Foto: t3n)

Besitzer eines Pixel 2 bis 4 können die neue Version über Googles Betaprogramm installieren – ihr müsst euer kompatibles Gerät lediglich registrieren. Kurz darauf sollte euch Android 11 als Over-the-Air-Update auf dem Smartphone angeboten werden. Wie in den Jahren zuvor werden auch Modelle von anderen Herstellern Teil des Betaprogramms. Die Beta-Kandidaten sollen Google zufolge in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden. Unter anderem sollen einige von Oppos Find-X2-Modellen, zu denen das Find X2 Pro (Test) und das Find X2 Neo gehören Teil des Betaprograms werden, wie XDA Developers erfahren hat.

Der weitere Entwicklungsverlauf von Android 11 sieht zwei weitere Betas im Juli und August vor. Danach ist der Release der stabilen Version geplant. Wir gehen davon aus, dass Google sie wie im vergangenen Jahr Anfang bis Mitte September veröffentlichen wird.

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