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Metaverse-Hype: „Spektakulär dumm“ und wie kommunistische Propaganda, meint Ex-Evernote-CEO

Phil Libin, Mitgründer und Ex-Chef der Notiz-App Evernote und CEO der Video-App Mmhmm, findet den Metaverse-Hype „spektakulär dumm“. Ihn erinnere das Gerede darum an kommunistische Propaganda seiner Kindheit in der ehemaligen Sowjetunion.

2 Min. Lesezeit

Metaverse – findet der Mmhmm-CEO gar nicht mmh. (Bild: Shutterstock)

Phil Libin wurde 1972 in Leningrad, das heute wieder St. Petersburg heißt, in der ehemaligen Sowjetunion geboren. Im Alter von acht Jahren zogen seine Eltern mit ihm in die USA, wo er zu einem bekannten Unternehmensgründer und Tech-Manager wurde. So war er Mitgründer und CEO der Notiz-App Evernote. Aktuell ist er CEO der Video-App Mmhmm, die er ebenfalls mitgründete. Vom Metaverse-Hype hält er allerdings nicht viel. Das Ganze erinnere ihn an kommunistische Propaganda.

Metaverse wie kommunistische Propaganda?

Als er in der früheren Sowjetunion in die erste Klasse gegangen ist, sei er ständig der Propaganda ausgesetzt gewesen. Darin sei immer wieder erklärt worden, dass der Kommunismus noch nicht existiere und man ihn erst aufbauen müsse. Gebetsmühlenartig habe es geheißen, dass die aktuelle schreckliche Welt um die Menschen herum nicht der Kommunismus sei und man sich auf dem Weg dahin befinde. Alles werde großartig sein, wenn der Kommunismus endlich da sei, so die Verheißung.

An Ähnliches werden sich auch ehemalige DDR-Bürger:innen erinnern. Auch dort hieß es immer, dass der Sozialismus die Vorstufe zum Kommunismus sei – der idealen Gesellschaft. Libin jedenfalls findet offenbar, dass jene, die jetzt ihre Vision eines Metaverse öffentlich machten, in ein ähnliches Horn stießen, wie Business Insider schreibt. Er wolle keine Aussagen hören wie: „Oh yeah, das Metaverse existiert noch nicht. Nein, nein, nein, all dieser Kram, all dieser dumme, nutzlose, bekloppte Kram, den es aktuell gibt, das ist nicht das Metaverse“, so Libin.

Auch VR-Brillen findet Libin doof

Darüber hinaus bezeichnete Libin die Metaverse-Idee in einem Podcast-Gespräch mit den US-Journalisten Eric Newcomer, Katie Benner von der The New York Times und Tom Dotan von Insider als „spektakulär dumm“. Das Metaverse, so Libin, sei ein Glanz, den unkreative Menschen und Unternehmen über einen Mangel an guten Ideen legten. Libin nannte keine Namen, aber zuletzt hatte sich Mark Zuckerberg für das Metaverse stark gemacht und seinen Konzern in Meta umbenannt. Auch VR-Brillen kann der Ex-Evernote-Chef übrigens nicht viel abgewinnen. Niemand wolle Zeit mit einem „Plastik-Ding“ vor dem Gesicht verbringen, so Libin.

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Ein Kommentar
Kobi Kobsen
Kobi Kobsen

Seh ich genauso. Was für ein Unsinn. Auch junge Menschen kaufen sich wieder Vinyls weil sie echte Dinge im Leben wollen statt alles nur digital. Alles nur virtuell heisst einfach, diesen fake Schund wie Insta und FB nochmal etwas ausgedehnter. Manche sehen darin vielleicht die Chance, den Blick auf die eigene Realität noch mehr ausblenden zu können um noch mehr etwas vorspielen zu können, was nicht ist und nie sein wird. Aber was bitte ist das, ausser erbärmlich und ziemlich traurig.

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