Ratgeber

Zoom-Alternativen: Videokonferenz-Software im Vergleich

Im Homeoffice in Kontakt mit dem Team bleiben: Wie gut funktioniert kostenlose Videokonferenz-Software? Wir vergleichen zehn Lösungen. (Foto: Zoom)

Hinweis: Wir haben in diesem Artikel Provisions-Links verwendet und sie durch "*" gekennzeichnet. Erfolgt über diese Links eine Bestellung, erhält t3n.de eine Provision.

Mit Videokonferenz-Software hält die Belegschaft selbst im Homeoffice Blickkontakt. Was zehn Lösungen gratis können und wann sich Upgrades lohnen.

Plötzlich befinden sich vielerorts Teams im Homeoffice, die vorher überwiegend Präsenzpflicht im Büro hatten. Um sich trotzdem von Angesicht zu Angesicht austauschen zu können, bietet sich der Einsatz von Videokonferenz-Software an. Die wenigsten von euch dürften jetzt die Geduld haben, Beschaffungsanträge abzuwarten. Daher sind Lösungen ideal, in die ihr gratis einsteigen könnt.

Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden

Die Auswahl an Videokonferenz-Software ist groß und hat seit unseren vergangenen Vergleichen von 2013 und 2017 eher zu- als abgenommen. Aber was gibt es im Jahr 2020 noch kostenlos? Und für welche Funktionen müsst ihr dann doch Geld in die Hand nehmen? Um das herauszufinden, vergleichen wir mit Skype, Microsoft Teams, Slack, Google Hangouts (Meet), Cisco Webex Meetings, Zoom, Goto Meeting, Lifesize (Go) und Blizz Dienste, deren Grundversionen gratis sind. Von vornherein kostenpflichtige Angebote wie Bluejeans haben wir daher nicht berücksichtigt. Auf großen Wunsch haben wir nachträglich stattdessen die vollkommen kostenlose Videokonferenz-Software Jitsi Meet berücksichtigt. Sie erfordert beim Einsatz im großen Stil jedoch ein Self-Hosting und sticht daher aus dem Vergleich heraus.

Zoom: Gratis mit Zeitlimit und vielen Extra-Funktionen

Zoom ist aus Sicht des Datenschutzes umstritten. Als Videokonferenz-Tool hat es jedoch den Ruf, auch von technisch wenig versierten Anwendern leicht bedienbar sein, und auch in großer Runde stabil zu bleiben. Daher gilt Zoom derzeit als Referenz für intuitive und leistungsstarke Videokonferenz-Software. In der Gratisversion von Zoom sind Gruppenvideoanrufe ebenso wie bei Goto Meeting auf 40 Minuten begrenzt. Wer sich für den Nulltarif interessiert, fasst sich daher besser kurz, insbesondere wenn viele an der Konferenz teilnehmen. Schließlich dürften wie bei Cisco bis zu 100 Menschen zum Nulltarif mitreden.

Das Zeitlimit ist der einzige Haken. Ansonsten hat die Gratisversion viel zu bieten. So lassen sich Gespräche per Kalendertermin planen, der Bildschirm übertragen, Dateien per Textchat verschicken und ein virtuelles Whiteboard einblenden. Virtuelle Hintergründe lockern das ernste Geschäftsgespräch durch ein paar Lacher auf.

Auch eine Telefoneinwahl ist möglich, wenn Internet gerade keine Option ist. Ansonsten klinkt ihr euch per Client auf allen gängigen Plattformen sowie per Web-App ein. Dabei braucht nur der Gastgebende ein Zoom-Konto. Alle anderen Teilnehmenden lassen sich per Link einladen.

Bereits in der Gratisversion ist Zoom eine funktionsstarke Videokonferenz-Software. (Foto: Zoom)

Ein Bezahl-Abo ist erst dann nötig, wenn ihr Videokonferenzen aufzeichnen und Benutzern Rollen und Funktionen zuweisen wollt. Das ermöglicht der Pro-Tarif für 13,99 Euro pro Monat und Gastgebende. Für Konferenzen in größeren Rahmen könnt ihr das Limit auf 300 Teilnehmende (Business, 18,99 Euro pro Monat und Gastgebende) oder 500 Teilnehmende (Enterprise, 18,99 Euro pro Monat und Gastgebende erhöhen). Unternehmens-Branding und erweiterter Support gehören ebenfalls zu den beiden teureren Paketen.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

19 Kommentare
Simon

Ich denke ihr solltet Jitsi Meet auch noch in die Liste aufnehmen. Kostenlos, Open Source und ohne login. Gerde für kleine Firma optimal, da man sich nicht erst mit einem LIzenzmodell und Accounts rumschlagen muss, sondern direkt Produktiv in den Call starten kann: https://meet.jit.si/

Antworten
Florian Warnecke-Niederhofer

Dieser jitsi Server ist oft etwas überlastet. Es gibt aber noch zahlreiche andere, die frei nutzbar sind: https://github.com/jitsi/jitsi-meet/wiki/Jitsi-Meet-Instances
Oder man installiert selbst einen.

Antworten
Wayne
Wayne

Dasselbe dachte ich auch, als ich den Artikel lass. Schade, dass die wirklich gelungene, uneingeschränkte Jitsi Applikation aussen vor blieb… Einfach Raum erstellen, Leute per Link einladen (welche auch per Telefon teilnehmen können), Nachrichten austauschen, Dokumente anhängen… Alles was MS Teams kann, nur gratis :)

Antworten
Carola
Carola

Zu Skype schreibt ihr, „Dazu loggen sich alle mit einem Microsoft-Konto ein. “ Das ist nicht korrekt, es besteht die Möglichkeit, Besprechungen per Link freizugeben, mit diesem können die Teilnehmer als „Gast“ mit einem eigenen Namen teilnehmen.

Antworten
Berti Kolbow-Lehradt

Vielen Dank für den Hinweis. Die Stelle ist korrigiert.

Antworten
Heiner
Heiner

Der Abschnitt zu Teams sollte von jemand überarbeitet werden, der sich damit auskennt. Für Audio-Dial-in braucht man keine E3-Lizenz, um die Option zu buchen und man (hier Office 365 Business Pro) kann auch Gäste einladen, die mit Klick auf den Link ganz ohne MS Account an einem Videomeeting teilnehmen können.

Antworten
Berti Kolbow-Lehradt

Danke für die Hinweise. Der Aspekt mit Einladungen per Link ist korrigiert. Die Tarif-Voraussetzung für Telefoneinwahl in Videokonferenzen prüfe ich und ändere sie gegebenenfalls. Die aktuelle Textstelle basiert auf der mir vorliegenden Preisübersicht.

Antworten
Günter Thomas
Günter Thomas

Mir fällt noch Jami als Video-Chat ein. Skype ohne Microsoft. Funktioniert sehr gut.

Antworten
Carlo
Carlo

Warum stellt Ihr immer ausführlich Zoom vor ohne auf die eklatanten Sicherheitsmängel und der unfreiwilligen Datenübermittlung an FaceBook hinzuweisen?

Warum stellt Ihr nicht Jitsi vor?

In meinen Augen habt Ihr wirklich eine schlechte Wahl bei Euren Video All Tools gefunden. Das deklassiert Eure Redaktion eindeutig!

Antworten
Dieter Petereit

Augen auf und genau geschaut. Wir berichten auch sehr deutlich über die Kritik an Zoom.

Antworten
nextcloud
nextcloud

Was ist mit Nextcloud?

Antworten
Olaf Winterscheidt
Olaf Winterscheidt

Wolltet ihr Jitsi als Geheimtipp für sich behalten? :)))

Antworten
Silvester Schmidt

Guter Überblick. Mir fehlen allerdings Aussagen zur technischen Qualität und Stabilität der einzelnen Tools. Teilweise eignen sich die vorgestellten Systeme nicht für den professionellen Einsatz, weil es häufig zu Bild- und Tonabbrüchen kommt. Das sind m.E. die Gründe für den Siegeszug von Zoom.

Antworten
Quin Drupel
Quin Drupel

Discord ist zwar für den Bereich Gaming konzipiert, bietet aber viele Anpassungsmöglichkeiten und die Audioqualität ist mittlerweile auch ziemlich gut.

Antworten
Helmut
Helmut

Ich muss hier mal meine Tipps mitteilen, gerade weil immer nur die selben Online Anbieter genannt werden, die noch nicht einmal Full HD Video oder gar Ultra HD Video unterstützen. Wir nutzen seit 5 Jahren TurboMeeting was sehr stabil seit Jahren läuft und auf Dauer auch besser für Unternehmen geeignet ist. Unbegrenzt viele Benutzerkonten ist nicht nur der einzige Vorteil, es ist eine echte On Premises Server Lösung. Durch den Kauf entstehen auch nur einmal Kosten, und nicht Jahr für Jahr wie bei den Miet-Angeboten. Oder wer z.B. gerne einen WebRTC Server möchte der kann unter https://www.phone-power.com/ ein Angebot anfordern.

Antworten
U. Perl

Zu Webex Meetings schreibt Ihr: „Die App läuft auf allen gängigen Plattformen…“ – Entweder ist für damit für Euch wohl Linux nicht „gängig“ oder die Installation mit einem 32bit-Flash zählt als „läuft“.
Lange Rede … – unter Linux ist mit Cisco Webex Meetings nicht viel los.

Antworten
Berti Kolbow-Lehradt

Danke für den Hinweis. Ich habe den Aspekt ergänzt.

Antworten
Martin
Martin

Die meisten dieser Tools hier sind aus meiner Sicht im beruflichen Alltag eher als schwierig zu bewerten, und ich habe tatsächlich alle auch selbst getestet. Gerade bei den SaaS Angeboten aus den USA ist einerseits Datenschutz ein Thema, andererseits ist die Qualität seit Beginn der Krise stark eingebrochen – Audio geht fast immer noch gut, aber das Video ist teilweise deutlich unter SD.
Es gibt außerdem inzwischen auch genug Anbieter von Open Source Lösungen, so dass man diese nicht mehr selbst hosten muss, da sollte auch Big Blue Button erwähnt werden. Das kommt zwar eigentlich aus dem Bildungsbereich, wurde aber von einigen Anbietern für die Business Nutzung adaptiert, bspw. hier: https://www.slowfoodfast.de . Deren Testserver kann man auch umsonst benutzen. Eigentlich braucht niemand mehr Zoom!

Antworten
Ronald
Ronald

Trember ist auch eine interessante neue Alternative – sogar aus Deutschland! Komplett kostenlos und ohne Registrierung. Funktioniert gut am Desktop und auch mobil – auch mit vielen Teilnehmern. Ermöglicht Screensharing, Fotos und sogar YouTube Videos teilen. Bin gespannt wie die sich weiterentwickeln. http://app.trember.com/

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung