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Krypto-Glossar: 14 Begriffe, mit denen du endlich mitreden kannst

Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum sind in aller Munde. Damit du mitreden kannst, wenn es um Hodl, Staking oder Dapps geht, erklären wir dir hier die wichtigsten Krypto-Begriffe.

5 Min. Lesezeit

Bitcoin und mehr: Krypto-Begriffe in der Übersicht. (Foto: Nico Bekasinski/Shutterstock)

Kryptowährungen sollen vor allem einen Zahlungsverkehr abseits von Zentralinstanzen wie etwa Banken ermöglichen. Aktuell gibt es schon über 10.000 verschiedene Kryptowährungen, von denen sich aber nur ein geringer Teil wirklich als Bezahlsystem eignet. Der Wert aller Kryptowährungen, die sogenannte Marktkapitalisierung, beläuft sich derzeit auf knapp 2,5 Billionen US-Dollar. Mit 1,2 Billionen Dollar den größten Anteil daran hat Bitcoin, die erste Kryptowährung.

Blockchain

Die Blockchain ist das Rückgrat der Kryptowährungen und eine Art fälschungssicheres Kassenbuch, in dem alle Transaktionen aufgezeichnet werden. Vereinfacht gesagt bestehen Blockchains aus einer Kette von Datensätzen, die alle angeschlossenen Rechner (Nodes) verwalten und berechnen. Auf jedem Rechner im Netzwerk landet eine Kopie dieser verschlüsselten Daten – Fälschung oder Löschung der Daten praktisch nicht möglich. Dank Blockchain ist für Transaktionen keine zentrale Vermittlungsstelle wie eine Bank notwendig.

Bitcoin

2008 wurde das System der digitalen Währung Bitcoin erstmals über eine Mailingliste für Kryptografie beschrieben. Als Gründer gilt Satoshi Nakamoto. Bei dem Namen handelt es sich allerdings um ein Pseudonym. Bisher ist nicht eindeutig geklärt, wer wirklich dahintersteckt. Im Januar 2009 wurde die entsprechende Open-Source-Software veröffentlicht und Bitcoin ging mit der Schaffung der ersten 50 Coins an den Start.

Der erste – anhand der Mining-Kosten berechnete – Bitcoin-Kurs soll sich auf 0,07 Dollar belaufen haben. Der heute schon legendäre erste Warenkauf war die Bezahlung von zwei Pizzen mit 10.000 Bitcoin. Zur Einordnung: Bei aktuellem Kurswert (62.000 Dollar) hätte es sich um ein Volumen von 620 Millionen Dollar gehandelt.

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Altcoins

Unter dem Sammelbegriff Altcoins (Alternative Coins) sind alle Kryptowährungen zusammengefasst, die nicht Bitcoin sind – etwa Ethereum/Ether oder Dogecoin. Die Bitcoin-Alternativen haben oft mehr Funktionen als nur die eines reinen Zahlungssystems. Stablecoins etwa bilden jeweils den aktuellen Kurs zu Fiat-Währungen wie dem Dollar ab. Einige Altcoin-Blockchains, etwa von Ethereum, bieten die Basis für verschiedene dezentralisierte Finanzprodukte (Defi) oder allgemeine Anwendungen (Dapps).

Anders als beim Bitcoin bieten verschiedene Altcoin-Systeme wie Cardano/Ada Nutzer:innen auch die Möglichkeit, per Staking Zinsen dafür zu erhalten, dass sie die Coins oder Token dem Netzwerk zur Verfügung stellen – ähnlich wie beim Sparen. Darüber hinaus ist es auch möglich, Kryptowährungen zu verleihen und dafür Zinsen zu kassieren.

Meme-Coins oder Shitcoins

Bei Meme-Coins handelt es sich um Kryptowährungen, die im Zusammenhang mit sogenannten Internet-Memes entwickelt wurden. Als erster Meme-Coin gilt der Dogecoin, der einen Shiba Inu, eine im Internet populäre japanische Hunderasse, im Logo trägt. Die einstige Spaßwährung hat sich – auch durch kräftige Unterstützung von Tesla-Chef Elon Musk – zu einer der zehn größten Kryptowährungen gemausert. Auf Dogecoin beziehen sich mittlerweile weitere Kryptowährungen wie Shiba Inu Coin oder Baby Doge Coin.

Hinter vielen Meme-Coins stehen Influencer:innen oder Communities, die für einen anhaltenden Hype sorgen. Ein Meme-Coin kann, muss aber nicht, ein Shitcoin sein. Dahinter verbirgt sich die Kritik, dass die entsprechenden Kryptowährungen keinen wirklichen Nutzen haben.

Mining

Weil es keine zentrale Ausgabestelle für neue Coins oder Token gibt, erschaffen Kryptowährungen ihre Coins und Token selbst. Bei Kryptowährungen, die auf den Proof-of-Work-Konsensmechanismus (PoW) setzen, funktioniert das über das sogenannte Mining (Schürfen). Dabei lösen Computer komplizierte Rechenaufgaben wie die Entschlüsselung von Hashes. Als Belohnung gibt es dann Coins der Währung. Diese Rechenaufgaben sind allerdings so schwierig und die Berechnung so stromintensiv, dass sich das Mining nur mit spezieller Hardware und geringen Stromkosten lohnt. Der hohe Stromverbrauch ist etwa einer der Hauptkritikpunkte am Bitcoin.

Staking

Statt Proof-of-Work (PoW) kommt bei vielen neueren Kryptowährungen ein Proof-of-Stake-Algorithmus (PoS) zum Einsatz. Das sorgt dafür, dass Transaktionen dadurch günstiger und schneller werden. Zudem ist der Stromverbrauch im Vergleich zum PoW deutlich geringer. Staking ist das Halten von bestimmten Mengen der entsprechenden Kryptowährungen im Blockchain-Protokoll. Damit wird die Richtigkeit der Transaktionen bestätigt (Konsens). Für diese Beteiligung am Funktionieren der Blockchain erhalten die Besitzer:innen der Kryptowährung eine Prämie, ähnlich wie Zinsen.

Hodl

Ein Begriff, der immer wieder auftaucht, wenn es um Bitcoin und andere Kryptowährungen geht, ist Hodl. Dabei handelt es sich aber weniger um eine komplizierte Abkürzung, sondern vielmehr um einen Fehler, den ein angetrunkener Nutzer eines Bitcoin-Forums gemacht hat. „I am hodling“, schrieb Nutzer Gamerkyuubi im Jahr 2013, als der Bitcoin-Kurs gerade einbrach. Er halte also seine Bitcoin-Bestände. Seitdem ist Hodl zu einem geflügelten Wort geworden, wenn es darum geht, Kryptowährungen nicht zu handeln, sondern auf längere Sicht zu behalten.

Wallet

Wer mit Kryptowährungen handeln oder diese halten will, ist auf eine sogenannte Wallet, eine digitale Brieftasche, angewiesen. Darauf werden Bitcoin und Co. „gespeichert“, können verwaltet, gesendet und empfangen werden. Wallets verfügen über eine individuelle Adresse, die für den Versand und Empfang von Kryptowährungen notwendig ist. Die Wallet kann in Form einer Hot Wallet (mit dem Internet verbunden) vorliegen, die Nutzer:innen etwa bei Kryptobörsen vorfinden. Möglich ist auch das Nutzen sogenannter Cold Wallets, physischer Lösungen, die etwa in einem Safe verwahrt werden können.

Public Key, Private Key und Seed-Phrase

Kryptowährungen beruhen auf dem Kryptografie-Schema der Signatur. Heißt: Nutzer:innen verwenden bei Transaktionen einen Private Key, der für eine Art digitale Unterschrift dient, die digitale Signatur. Diese besteht aus einer Zahlenfolge. Der Public Key, dem jeweils ein Private Key zugeordnet ist, ist vom Netzwerk einsehbar. In Kombination lässt sich überprüfen, ob bei einer Transaktion der zugehörige Private Key für die digitale Signatur verwendet wurde. Das geschieht im Normalfall über die Wallet-Software.

Ein Private Key kann verschiedene Formate haben. Damit sich Nutzer:innen diesen besser merken können, verwenden die meisten Wallets bei der Einrichtung die sogenannte Seed-Phrase (auch Mnemonic Phrase). Diese besteht aus bis zu 24 Begriffen, die man sich unbedingt notieren und an einem sicheren Ort aufbewahren sollte. Denn wer den privaten Schlüssel verliert, verliert den Zugang zu seiner Wallet – und damit auf seine Coins und Token.

Coins und Token

Coins und Token werden oft synonym als Einheiten von Kryptowährungen verwendet. Im strengeren Sinne bezeichnet man mit Coins die Einheiten von Kryptowährungen, die ihre eigene Blockchain verwenden. Token dagegen kommen bei Kryptowährungen zum Einsatz, die eine andere Blockchain nutzen. ERC-20-Token basieren etwa auf der Ethereum-Blockchain.

Smart Contract

Smart Contracts (intelligente Verträge) haben eigentlich nicht viel mit herkömmlichen Verträgen zu tun. Vielmehr handelt es sich dabei um Programme, die automatisch ausgeführt werden, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Dabei können dann Transaktionen ausgelöst werden, deren Höhe vorab vereinbart wurde. Mit den Smart Contracts, die auch eins der wesentlichen Elemente der Ethereum-Blockchain sind, können manuelle Tätigkeiten und damit Kosten eingespart werden.

Dapps

Smart Contracts sind zugleich der Backend-Code von Dapps, dezentralisierten Apps. Zur Speicherung dient die Blockchain. Dapps können Anwendungen aus dem Finanz-, dem Gaming- oder Collectibles-Bereich sein. Dapps können nach der Installation im Netzwerk nicht mehr geändert oder gelöscht werden. Sie lassen sich also auch dann weiternutzen, wenn etwa das Team dahinter sich aufgelöst hat.

NFT

Ebenfalls auf Grundlage von Smart Contracts wurden 2017 die sogenannten Non-Fungible-Token (NFT) entwickelt. NFT sind, anders als die Token von Kryptowährungen, nicht austauschbar, also einzigartig. Gespeichert werden sie auf der Blockchain. Sie können etwa als digitales Zertifikat der Originalität eines Gegenstands dienen. Sie eignen sich daher für Assets, von denen es nur eines oder wenige gibt – wie Kunstwerke. Dass die Technologie aber doch nicht ganz fälschungssicher ist, darauf hat zuletzt Signal-Gründer Moxie Marlinspike mit einer Fäkalien-Auktion hingewiesen.

To The Moon

Hinter dem Begriff To The Moon steht die Hoffnung vieler auf kurzfristige sehr hohe Gewinne ausgerichteter Krypto-Investor:innen. Die Preise für einen Coin oder Token sollen also schnellstmöglich bis zum Mond gehen. Auch Elon Musk verwendete die Phrase schon – etwa für den Dogecoin.

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