Test

Samsung Galaxy S10 (Plus) im Test: Teurer, schneller, weitwinkliger

Samsung Galaxy S10 Plus mit Galaxy Buds. (Foto: t3n)

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Mit dem Samsung Galaxy S10 und S10 Plus hat der Branchenprimus seine ersten High-End-Smartphones mit Triple-Kamera und In-Display-Fingerabdruckleser auf den Markt gebracht. Im Test konnte Samsungs neue Topriege in vielen Belangen überzeugen.

Seit zehn Jahren baut Samsung seine Galaxy-S-Reihe. In den ersten Jahren orientierte sich das Unternehmen ein wenig zu sehr an Apples iPhone, was für die Südkoreaner recht teuer wurde, um es milde auszudrücken. Mit dem Galaxy S6 kam der Umbruch, bei dem das Unternehmen auf ein vertrautes und dennoch neues Design sowie hochwertige Materialien wie Metall und Glas setzte. Das Galaxy S10 und S10 Plus können also als konsequente Weiterentwicklung des mittlerweile vertrauten Samsung-Designs verstanden werden, was nichts Schlechtes ist, denn Samsungs Topmodelle sehen schick aus und sind absolut hochwertig verarbeitet. Den S10-Modellen hat das Unternehmen ein paar neue und sinnvolle Features verpasst. Vollkommen perfekt sind die Geräte jedoch nicht.

Für den Test haben wir uns auf das Plus-Modell konzentriert, das abgesehen von Displaydiagonale, Akkugröße und einer fehlenden zweiten Frontkamera weitgehend baugleich mit dem S10 ist. Die konkreten Unterschiede zwischen den Modellen beleuchten wir in einem Vergleichsartikel:

Samsung Galaxy S10, S10 Plus und S10e im Vergleich: Was ist gleich, was sind die Unterschiede?

Samsung Galaxy S10 Plus: Vertrautes, symmetrisches Design

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung setzt bei seinen neuen Topmodellen weiterhin auf ein Gehäuse aus Glas und Metall, wobei die in Deutschland angebotenen Plus-Geräte lediglich in der hochpreisigen Variante ab sportlichen 1.249 Euro mit Keramikrückseite und viel RAM und Speicher angeboten werden. Wie bei den Vorgängern krümmt sich das Glas um die Gehäuseseiten vorn wie hinten und schmiegt sich nahtlos an den Metallrahmen an. Dieses Design kennen wir schon von den Vorgängern wie dem Galaxy S8 und S9 – einzige Ausnahme im aktuellen S10-Portfolio ist das Galaxy S10e, das keinen gebogenen, sondern einen flachen Bildschirm verbaut hat.

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Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Der Rahmen um das Display ist bei den neuen Modellen noch schmaler geworden, sodass Samsung es geschafft hat, die Displaydiagonalen zu vergrößern, ohne die Abmessungen des Gehäuses zu verändern. Im Vergleich zum 6,2 Zoll großen S9 Plus ist das S10 Plus mit seinem 6,4-Zoll-Bildschirm sogar noch kürzer und dünner, jedoch einen Millimeter breiter.

Samsung Galaxy S10 Plus mit Galaxy Buds. (Foto: t3n.de)

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Auf eine richtige Notch hat Samsung verzichtet, stattdessen ist die Frontkamera beziehungsweise Dual-Frontcam beim S10 Plus in einem Loch im Display untergebracht. Der Anblick des „Punchhole“-Displays ist zwar zuerst gewöhnungsbedürftig, im Alltag stört es aber nicht. Es lädt sogar dazu ein, lustige Wallpaper zu verwenden, in denen die Kamera kreativ in Szene gesetzt wird.

Das Frontkameraloch des Samsung Galaxy S10 Plus lädt zu m Einsatz verspielter Wallpaper ein. (Foto: t3n)

Das Frontkameraloch des Samsung Galaxy S10 Plus lädt zum Einsatz verspielter Wallpaper ein. (Foto: t3n)

Verbesserungswürdig: Der In-Display-Fingerabdruckleser

Der Fingerabdrucksensor, die einzige biometrische Authentifizierungsmethode beim S10 und S10 Plus, ist nicht mehr auf der Rück-, sondern wieder auf der Vorderseite gelandet. Jedoch ist er wie beim Galaxy S7 nicht unterhalb des Bildschirms, sondern in den Bildschirm unter das Displayglas eingelassen, wie es auch Huawei beim Mate 20 X und Oneplus beim 6T umsetzen.

Anstelle eines weniger sicheren optischen Sensors setzt Samsung auf eine Ultraschall-Lösung, die eigentlich von Qualcomm entwickelt wurde. Der Sensor sei nicht nur sicherer, sondern auch schneller. Viel schneller als die Lösung des Mate 20 Pro (Test) entriegelt die Lösung im direkten Vergleich nicht, aber immerhin zuverlässiger, da der Finger bei jedem Tap erkannt wird; bei Huaweis Lösung sind teils mehrere Anläufe erforderlich.

Der In-Display-Fingerabdruckensor des Samsung Galaxy S10 (Plus) ist nicht so schnell wie ein herkömmlicher. (Foto: t3n)

Der In-Display-Fingerabdruckensor des Samsung Galaxy S10 (Plus) ist nicht so schnell wie ein herkömmlicher Sensor. (Foto: t3n)

Zur Entriegelung per Fingerabdrucksensor muss der Bildschirm nicht aktiviert werden – ihr könnt euren Daumen einfach auf das ausgeschaltete Display legen. Bei deaktiviertem Bildschirm muss jedoch die entsprechende Stelle des Fingerabdrucksensors erraten werden, da kein optischer Indikator vorhanden ist – selbst bei aktiviertem Always-on-Display fehlt ein entsprechender Hinweis, erst nach einem Tap auf den Bildschirm wird die Position mittels eines Piktogramms angezeigt.

Zusätzlich bietet das S10 (Plus) eine 2D-Gesichtserkennung, die über die Frontkamera realisiert wird. Sie ist weit unsicherer als Huaweis oder Apples 3D-Gesichtserkennung. Es scheint, als hätte Samsung zugunsten eines die Front ausfüllenden Displays den IR-Sensor gestrichen, der in der Vorgänger-Version verbaut war und immerhin etwas mehr Sicherheit als die jetzige Gesichtserkennung lieferte. So ist die Neuauflage nicht mehr als ein Bequemlichkeits-Feature, das man unter Umständen mit einem Foto oder Video überrumpeln könnte – uns ist dies im Test jedoch nicht gelungen.

Dennoch: Selbst die kleinste Barriere ist besser als überhaupt keine – trotzdem wünschen wir uns für die nächste Galaxy-S-Generation eine zuverlässige und sicherere Methode als eine einfache Kamera zur Gesichtserkennung. Denkbar wäre etwa der Einsatz eines Time-of-Flight-Sensors, wie er schon im später erscheinenden 5G-Modell des S10 und LGs G8 Thinq verbaut ist. Der Sensor könnte nicht nur für Augmented-Reality-Funktionen, sondern auch als 3D-Gesichtsscanner eingesetzt werden, so Infineon, ein Entwickler der Sensoren.

Samsungs Galaxy S10 weiterhin mit Kopfhörerbuchse

Samsung Galaxy S10 Plus: Die Kopfhörerbuchse ist geblieben. (Foto: t3n)

Samsung Galaxy S10 Plus: Die Kopfhörerbuchse ist geblieben. (Foto: t3n)

Fans kabelgebundener Kopfhörer dürfen sich freuen, denn entgegen dem Trend, möglichst alle Anschlüsse am Telefon zu streichen, hält Samsung bei seinen Topmodellen an der klassischen 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse fest, die an der Unterseite neben dem USB-C-(USB 3.1) Anschluss verbaut ist. Darüber hinaus liefern die ebenso verbauten Stereokopfhörer einen ausgezeichneten und lauten Klang.

Weiterhin an Bord ist der dedizierte Bixby-Button an der linken Gehäuseseite unterhalb der Lautstärkewippe. Bixby steht seit wenigen Tagen mit deutscher Lokalisierung zur Nutzung bereit. Falls ihr den digitalen Assistenten nicht verwenden wollt, könnt ihr die Button umprogrammieren und ihn so mit anderen Funktionen belegen. Ihr könnt ihn mit allen erdenklichen Apps oder Schnellbefehlen versehen, jedoch erlaubt Samsung nicht, den Google Assistant oder Amazons Alexa darüber starten zu lassen. Möglich ist das nur mit einer zusätzlichen App.

Angelehnt an die Vorgängermodelle kommt das Galaxy S10 (Plus) mit IP68-Zertifizierung und ist somit gegen Wasser und Staub geschützt, auch eine Speichererweiterung per Micro-SD-Karte (um bis zu ein Terabyte) ist weiterhin möglich. Überdies unterstützt es weiterhin kabelloses Laden per Qi Wireless – neu ist die Möglichkeit, andere Geräte kabellos mit Strom zu versorgen, einfach indem ihr ein kompatibles Smartphone oder anderes Produkt wie etwa die neuen True-Wireless-Headphones Galaxy Buds auf der Gehäuserückseite platziert.

Wireless Reverse Charging: Die Galaxy Buds lassen sich kabellos über das Samsung Galaxy S10 Plus aufladen. (Foto: t3n)

Wireless Reverse Charging: Die Galaxy Buds lassen sich kabellos über das Samsung Galaxy S10 Plus aufladen. (Foto: t3n)

Was das Handling angeht, so ist das S10 Plus mit seinem 6,4-Zoll-Bildschirm nur bedingt mit einer Hand bedienbar. Das ist leider mittlerweile bei nahezu allen Topmodellen der Hersteller der Fall. Das Galaxy S10 ist mit seinem 6,1-Zoll-Display etwas kleiner und das S10e ist das handlichste Modell, das mit seinem 5,8-Zoll-Display kleiner als Apples iPhone Xs ist.

Samsung Galaxy S10 Plus: Top-Display mit Loch

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung ist kein großer Fan der Notch, das war im letzten Jahr deutlich daran zu erkennen, dass weder die Galaxy-S9-Familie (Test) noch das Galaxy Note 9 (Test) eine Displaykerbe verbaut hatten. Bei den S10-Modellen sieht es ähnlich aus, stattdessen hat das Unternehmen sich das sogenannte Infinit-O-Display ausgedacht. Der Bildschirm reicht zu allen Seiten sehr weit an die Gehäuseseiten heran, für die Frontkamera besitzt das Super-AMOLED-Display ein per Laser ausgeschnittenes Loch.

Das Display des S10 (Plus) ist wie für Samsung üblich von bester Qualität – die Experten von Displaymate halten es gar für den derzeit besten Bildschirm am Markt. Das unterschreiben wir gerne: Das 6,4-Zoll-Super-AMOLED- des S10 Plus wie auch das kleinere 6,1-Zoll-Display des S10 mit einer Auflösung von je 3.040 x 1.440 Pixeln liefern knackige, aber natürliche Farben. Um den Akku zu schonen, ist die Auflösung wie bei den Vorgängern standardmäßig auf Full-HD-Plus mit 2.280 x 1.080 Pixeln gestellt, die ihr aber auch aufdrehen könnt. Auf Wunsch habt ihr in den Einstellungen zudem die Möglichkeit, den Farbmodus auf Lebendig ändern, um knalligere Farben zu erhalten.

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Ebenso überzeugt der Bildschirm durch Schärfe – einzelne Pixel sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen – und stabile Blickwinkel. Direkte Sonnenlichteinstrahlung gleicht das Display mit einem Aufdrehen der Helligkeit aus, sodass ihr es weiterhin problemlos ablesen könnt. Nett: Ein Videomodus dreht beim Aktivieren von Videodiensten wie Netflix, Amazon Prime oder Youtube für ein besseres Kinofeeling, sofern auf dem kleinen Bildschirm möglich, die Helligkeit hoch.

Galaxy S10 (Plus) mit Weitwinkel: Samsungs Triple-Cam kann was

Aller guten Dinge sind drei – das dachte sich Samsung wohl nicht nur bei der Anzahl der neuen S10-Modelle, sondern auch bei den Kamerasensoren auf der Rückseite des S10 und S10 Plus. Zwei der Sensoren sind alte Bekannte, die schon im S9 Plus zum Einsatz kamen: Fotos im Standardformat werden mit einem Zwölf-Megapixel-Sensor mit variabler Blende von f/1,5 bis 2,4 und optischer Bildstabilisierung (OIS) geknipst, der zweite Zwölf-Megapixel-Sensor mit OIS und f/2.4 im Bunde ist für Telezoom-Aufnahmen mit doppeltem Zoom und auch Bokeh-Effekte für Porträts verantwortlich.

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung Galaxy S10 und S10 Plus haben das gleiche Kamera-System verbaut. (Foto: t3n)

Neu ist hingegen die 123-Grad-Superweitwinkel-Kamera mit 16 Megapixeln und f/2,2-Blende. Die Dreierkombination liefert für viele Gelegenheiten einen bunten Strauß an kreativen Foto-Möglichkeiten. Ein Alleinstellungsmerkmal ist sie nicht, denn auch Huawei und andere Hersteller bieten ähnliche Kamera-Optionen. Googles Pixel 3 oder Apples iPhone Xs bieten eine solche Vielseitigkeit hinsichtlich der Kamera nicht.

Aufnahmen bei ausreichendem Licht meistert die Triple-Kamera des S10 (Plus) problemlos. Die Resultate bieten meist ausgeglichene Farben, eine gute Schärfe und Dynamik. Große Unterschiede zum S9 gibt es nicht beim Standard und Telezoom. Mit der Weitwinkelkamera lassen sich unter anderem weitflächige Landschaftsfotos in Szene setzen oder Objekte aus der Nähe kreativ knipsen. Wie bei allen Weitwinkelkameras hat auch Samsungs Lösung die Schwäche, dass das Bild zu den Seiten hin verzerrt respektive unscharf wird. Trotz dieses kleinen Makels macht es Spaß, mit der Weitwinkelkamera zu fotografieren.

Während die Kamera-Unterschiede zwischen den meisten Topmodellen bei Tageslicht meist marginal sind, hat Samsungs Galaxy S10 im Vergleich zum Google Pixel 3 (Test) oder dem Huawei Mate 20 Pro so seine Schwierigkeiten bei wenig Licht. Zwar besitzt das S10 einen Nachtmodus, der per KI-Algorithmus aktiviert werden kann, dieser funktioniert aber leider nur mit einem Stativ relativ gut. Mit den Kameras von Google und Huawei können Fotos selbst bei tiefer Dunkelheit aus der Hand geschossen werden. Hier gleichen unter anderem Machine-Learning-Algorithmen die Bewegungen der Hand aus, was Belichtungszeiten von mehreren Sekunden ermöglicht.

Samsung Galaxy S10 Testfoto. (Foto: t3n)

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Weitere Samplefotos findet ihr bei Google Photos.

Die KI hilft uns unter anderem aber auch dabei, Aufnahmevorschläge zu erhalten. Wir bekommen etwa Hinweise eingeblendet, wenn wir die Kamera beim Knipsen schief halten, und Tipps, auf welchen Punkt wir das Smartphone richten müssen, um eine bessere Bildkomposition zu erreichen. Das funktioniert teilweise überraschend gut.

Gut ist auch die Videofunktion. Das S10 nimmt 4K-Inhalte mit bis zu 60 fps auf. Videos mit der Ultraweitwinkel- oder Telefoto-Kamera können mit maximal 4K und 30 fps festgehalten werden. Ebenfalls gut ist auch der Stereosound bei Videos. In Sachen Video hebt sich die Kamera des S10 etwa von Huaweis Mate 20 Pro ab.

Samsung Galaxy S10 Plus mit Dual-Frontkamera

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Die Kameraaussparung des Samsung Galaxy S10 Plus stört im Alltag nicht. (Foto: t3n)

Auf der Vorderseite setzt Samsung auf neue Kameras: Alle Modelle besitzen einen Zehn-Megapixel-Sensor mit f/1,9-Blende und Autofokus. Das Plus-Modell hat zusätzlich einen zweiten Sensor mit acht Megapixeln und f/2.2-Blende, der lediglich für Bokeh-Effekte bei Selfies eingesetzt wird und zuverlässig funktioniert. Praktisch: Auch nachträglich kann die Intensität des Unschärfeeffekts justiert werden.

In der Kamera-App des S10 wird im Selfiemodus eine Weitwinkelfunktion für Gruppenselfies angeboten. Die Unterschiede der beiden Ausschnitte sind jedoch recht gering, da bei allen Modellen stets dieselbe Kamera verwendet wird – es wird im Weitwinkel nur anders zugeschnitten. Nur beim Pixel 3 ist eine zweite Frontkamera für ein weitwinkliges Format und einen größeren Bildausschnitt verbaut.

Samsung Galaxy S10 Plus: Ausstattung und Performance – von allem satt

Unter der Haube kommt, wie es sich für ein High-End-Gerät gehört, aktuelle Technik zum Einsatz. Als Prozessor setzt Samsung bei allen S10-Modellen in Europa das hauseigene Exynos-9820-SoC ein, das im Acht-Nanometer-Verfahren LPP (Low Power Plus) gefertigt wird und eine Neural-Processing-Unit (NPU) für die KI-Anwendungen integriert hat. Unterstützt wird der Chip von einer Mali-G76-MP12-GPU und je nach Ausführung und Modellvariante von sechs bis zu zwölf Gigabyte RAM und bis zu einem Terabyte UFS-2.1-Speicher – der jüngst angekündigte UFS-3.0-Speicher ist in den neuen Modellen noch nicht verbaut.

Alle Galaxy-S10-Varianten lassen sich per Micro-SD-Karte um bis zu ein Terabyte Speicher erweitern. Damit kann sich das größte Galaxy S10 Plus auf bis zu zwei Terabyte Speicherkapazität bringen – ob man es „braucht“, steht auf einem anderen Blatt.

Samsung Galaxy S10 und S10+ und S10e: Offizielle Spezifikationen im Vergleich

Modell Samsung Galaxy S10 Samsung Galaxy S10 Plus Samsung Galaxy S10e Samsung Galaxy S10 5G
Display 6,1 Zoll WQHD-AMOLED (3.040 x 1.440 Pixel, 550 ppi, HDR 6,4 Zoll WQHD-AMOLED (3.040 x 1.440 Pixel, 438ppi) 5,8 Zoll FHD+-AMOLED (2.280 x 1.080 Pixel), 522 ppi) 6,7 Zoll WQHD-AMOLED (3.040 x 1.440 Pixel, 505 ppi)
Betriebssystem Android 9 Pie mit One Ui Android 9 Pie mit One Ui Android 9 Pie mit One Ui Android 9 Pie mit One Ui
Prozessor Exynos 9820 Octa Core Exynos 9820 Octa Core Exynos 9820 Octa Core Exynos 9820 Octa Core
Arbeitspeicher 8 GB RAM LPDDR4 8/12 GB RAM LPDDR4 6 GB RAM LPDDR4 8 GB RAM LPDDR4
Interner Speicher 128/ 256 GB (per microSD-Karte erweiterbar) 512 GB / 1TB GB (per microSD-Karte erweiterbar) 128 GB (per microSD-Karte erweiterbar) 256 GB (nicht erweiterbar)
Akkukapazität 3.400 mAh (fest verbaut) 4.100 mAh (fest verbaut) 3.100 mAh (fest verbaut) 4.500 mAh (fest verbaut)
Hauptkamera Triple-Cam: 12-MP-Standard-, 16-MP-Telezoom und 13-MP-Weitwinkel-Optik Triple-Cam: 12-MP-Standard-, 16-MP-Telezoom und 13-MP-Weitwinkel-Optik Dual-Cam: 12-MP-Standard mit F1.5/F2.4 und 16-MP-Weitwinkel Quadruple-Cam: 12-MP-Standard-, 16-MP-Telezoom und 13-MP-Weitwinkel-Optik
Frontkamera 10-MP mit f/1,9-Blende 10-MP mit f/1,9-Blende 10-MP mit f/1,9-Blende 10-MP mit f/1,9-Blende und ToF-Cam
Konnektivität Wifi 6, Bluetooth 5.0, GPS, LTE Cat. 20, Wi-Fi Direct, 4x4 MIMO, Miracast Wifi 6, Bluetooth 5.0, GPS, LTE Cat. 20, Wi-Fi Direct, 4x4 MIMO, Miracast Wifi 6, Bluetooth 5.0, GPS, LTE Cat. 20, Wi-Fi Direct, 4x4 MIMO, Miracast 5G-Modem, Wifi 6, Bluetooth 5.0, GPS, LTE Cat. 20, Wi-Fi Direct, 4x4 MIMO, Miracast
Sonstiges Fingerabdrucksensor im Display, 2D-Gesichtserkennung, Hybrid-SIM, Wireless-Charging 2.0, wasser- und staubdicht (nach IP68), Powershare, Stereolautsprecher mit Dolby Atmos Fingerabdrucksensor im Display, 2D-Gesichtserkennung, Hybrid-SIM, Wireless-Charging 2.0, wasser- und staubdicht (nach IP68), Powershare, Stereolautsprecher mit Dolby Atmos Fingerabdrucksensor an der Seite, Hybrid-SIM, Wireless-Charging, wasser- und staubdicht (nach IP68), 2D-Gesichtserkennung, Powershare, Stereolautsprecher mit Dolby Atmos Fingerabdrucksensor im Display, 2D-Gesichtserkennung, Single-Sim, Wireless-Charging 2.0, wasser- und staubdicht (nach IP68), Powershare, Stereolautsprecher mit Dolby Atmos
Abmessungen 149,9 x 70,9 x 7,8 mm 157,6 x 74,1 x 7,8 mm 142,2 x 69,9 x 7,9 mm 77,1 x 162,6 x 7,94 mm
Gewicht 157 g 175 g 150 g 198 g
Farben Schwarz (Prism Black), Grün (Prism Green), Weiß (Prism White), Blau (Prism Blue) Ceramic Black und Ceramic White. Schwarz (Prism Black), Grün (Prism Green), Weiß (Prism White), Gelb (Neon Yellow), Blau (Prism Blue) tba
Preis (UVP) 899 Euro
1.149 Euro
1.249 Euro
1.599 Euro
ab 749 Euro tba

Unser Testgerät kommt mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher und 512 Gigabyte UFS-Speicher und läuft in allen Situationen auch bei ressourcenintensiven Anwendungen absolut flüssig. Etwas anderes darf man bei einem so teuren Gerät auch nicht erwarten.

Hinsichtlich der weiteren Ausstattung lässt sich Samsung nicht lumpen: So sind Bluetooth 5, der schnelle Wifi-6-Standard (802.11ax), GPS, Baidou, Galileo und schnelles LTE nach Cat. 20 (bis zu zwei Gigabit/Sekunde Download, 300 Megabit/Sekunde Upload) an Bord. Zudem legt Samsung allen Modellen zusammen mit AKG entwickelte, kabelgebundene Kopfhörer bei.

Akkulaufzeit des Galaxy S10 Plus: Für einen Tag reicht’s

Bei den Akkugrößen hat Samsung jeweils eine Schippe draufgelegt und die Ladeleistung hochgeschraubt: So steckt im Galaxy S10 ein Akku mit 3.400 Milliamperestunden, während das Vorjahresmodell Galaxy S9 noch einen Energiespeicher mit 3.000 Milliamperestunden verbaut hatte. Beim Galaxy S10 Plus ist die Nennleistung von 3.500 Milliamperestunden im Galaxy S9 Plus auf satte 4.100 Milliamperestunden erweitert worden. Damit steckt darin sogar ein noch größerer Akku als im Galaxy Note 9. Beim kleinsten im Bunde, dem Galaxy S10e, verbaut Samsung einen 3.100-Milliamperestunden-Akku, was für das kompakte Gerät noch gut ist.

Familienfoto: Samsung Galaxy S10, S10 Plus und S10e. (Foto: t3n)

Familienfoto: Samsung Galaxy S10, S10 Plus und S10e. (Foto: t3n)

Während man angesichts der größeren Akkus auf ein Mehr an Laufzeit als bei den Vorgängern spekulieren könnte, zeigt sich in der Alltagsnutzung ein gewohntes Bild: Bei einer üblichen Mischnutzung von Apps wie Mail, diversen Messengern wie Whatsapp, Slack und anderen sowie Chrome, Instagram und Youtube kommt man mit dem Galaxy S10 Plus gut über den Tag. Viel mehr ist bei moderater Nutzung nicht drin, wer sein Smartphone weniger intensiv nutzt, könnte auch anderthalb Tage ohne Steckdose oder kabellose Ladestation auskommen.

Aufgeladen werden die Geräte kabelgebunden mit bis zu 15 Watt per Samsungs „Adaptive Fast Charging“ oder kabellos mit bis zu zwölf Watt, was unter anderem über das hauseigene Dual-Ladedock möglich ist.

Software: One UI – Samsungs bisher beste Nutzeroberfläche

Bei der Software ist auf allen S10-Geräten Android 9 Pie mitsamt der neuen Nutzeroberfläche One UI ab Werk vorinstalliert, das die „Samsung Experience 9.0“ ablöst.

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung Galaxy S10 Plus mit One Ui. (Foto: t3n)

Im Unterschied zu den Vorgängerversionen ist der neue Look ein wenig dezenter, was Icons, Farben Schrift anbelangt. One UI soll zudem besser für die einhändige Bedienung von Smartphones mit großen Displays entwickelt worden sein. Hierfür unterteilt Samsung die Oberfläche in Viewing- und Interaction-Areas unterteilt, wobei der untere Bereich – etwa zwei Drittel – des Bildschirms die Interaktionsfläche ist – ihr sollt mit der neuen UI keine Fingergymnastik bei großen Displays mehr leisten müssen. Das obere Drittel dient zur Anzeige von Informationen. Darüber hinaus gibt es nun einen Nachtmodus, durch den ihr bei Dunkelheit leichter mit dem Smartphone interagieren können sollt. Der Dark Mode kann aber auch bei Tage eingesetzt werden, was gerade in Verbindung mit den OLED-Bildschirmen sinnvoll ist, um Energie zu sparen.

Im Allgemeinen wirkt das neue UI durchdachter, aufgeräumter und schicker als die alten Versionen. Was uns im Hinblick auf den Trend zur Gestensteuerung fehlt, ist eine bessere durchdachte Lösung Samsungs. Zwar bietet Samsung mit der One UI eine Alternative zur klassischen Drei-Punkte-Navigation in Form kleiner Balken an, die allerdings auch ausgeblendet werden können. Da sie letztlich die gleichen Funktionen wie Zurück-, Home- und Multitasking-Buttons erfüllen, man aber wischt statt tippt, ist es nur eine schwache Lösung. Immerhin verschwendt sie weniger Platz auf dem Bildschirm als die klassischen Buttons.

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Erster Ansatz einer Gestennavi auf dem Samsung Galaxy S10 Plus: Ein Wisch vom Homebutton nach rechts ermöglicht das Wischen durch die zuletzt geöffneten Apps. (Foto: t3n)

Weiterhin vorinstalliert sind App-Dubletten: So sind zum einen Samsungs eigene Apps wie Browser, Galerie, Kalender, der eigene App-Store und weitere Anwendungen neben Google Fotos, Chrome-Browser und Play-Store sowie der Google-Kalender vorzufinden. Darüber hinaus besteht weiter eine Kooperation mit Microsoft, sodass mobile Versionen des Office-Pakets, Onedrive und Linkedin ab Werk vorinstalliert sind und nicht deinstalliert werden können – nur das Deaktivieren ist möglich.

Samsungs digitaler Assistent Bixby ist seit Kurzem auch auf Deutsch verfügbar und entweder per Bixby-Button oder Sprachbefehl aktivierbar. Er ist tiefer in das System integriert als etwa der Google Assistant, sodass ihr auch diverse Systemeinstellungen per Sprache steuern könnt. Zudem lassen sich Routinen anlegen, mit denen ihr mehrere Funktionen automatisch aktivieren oder deaktivieren könnt – ähnliches, jedoch nicht auf Systemebene, bieten auch Amazons Alexa und der Google Assistant. Wenn es um Wissensfragen geht, kommt Bixby lange nicht an den Google Assistant heran.

Trotz Bixby, der laut Samsung noch viel besser werden soll, und den vorinstallierten Apps hat Samsung mit seiner One UI eine sehr gute Nutzeroberfläche entwickelt, die sich auf den Geräten sehr gut anfühlt.

Fazit: Keine Überraschung – Samsungs bisher beste S-Klasse

Samsung hat mit seiner neuen S-Klasse vieles richtig gemacht und damit eine Smartphone-Familie hervorgebracht, die mit schneller Performance, tollem Display und guter Kamera glänzen kann.

Samsung Galaxy S10, Plus und S10e in verschiedenen Farbgebungen. (Foto: t3n.de)

Samsung Galaxy S10, Plus und S10e in verschiedenen Farbgebungen. (Foto: t3n)

Die neue Triple-Kamera mit Weitwinkeloptik ist eine willkommene Bereicherung, auch wenn Samsung hier nur nachzieht, da andere Hersteller wie LG und Huawei entsprechende Lösungen ebenfalls an Bord haben. Aber wie sagt man so schön: Besser spät als nie. Bei der Dual-Kamera auf der Front des Plus-Modells hätte Samsung für bessere Gruppenselfies vielleicht besser einen zweiten Sensor mit Weitwinkeloptik verbauen können, wie etwa Google es beim Pixel 3 gemacht hat. Aber immerhin funktioniert der Bokeh-Effekt, wie er soll, und der größere Ausschnitt störte uns nicht.

Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor im Display könnte unserer Ansicht nach noch etwas schneller funktionieren und im Standby-Modus per Piktogramm indiziert werden, wodurch er in jeder Situation schnell erkannt und erreicht werden kann. Nutzer, die die unsichere Gesichtserkennung aktiviert haben, müssen nicht einmal den Finger aufs Display legen. Es sei abermals erwähnt, dass die Lösung nicht sonderlich sicher ist.

Die Samsung Galaxy S10-Familie in Bildern
Familienfoto: Samsung Galaxy S10, S10 Plus und S10e. (Foto: t3n)

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Wer sich eines der neuen absoluten Topmodelle der Plus-Klasse kaufen will, muss tief in die Tasche greifen, denn in Deutschland kostet die „kleinste“ Version sportliche 1.249 Euro, für das größte Modell fallen sogar knapp 1.600 Euro an. Damit erreicht Samsung Preisregionen, die wir bisher nur bei Apple gesehen haben. Beim S10 geht es bei 899 Euro los und das S10e kostet 749 Euro.

Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass man mit dem Kauf eines neuen Smartphones besser ein, zwei Monate nach Marktstart wartet. Denn die Preise sinken bis dahin in der Regel um ein paar Hundert Euro.

Samsung Galaxy S10 Plus versus Huawei Mate 20 Pro. (Foto: t3n.de)

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Ein direkter Konkurrent zum Galaxy S10 Plus ist Huaweis Mate 20 Pro, das im Oktober 2018 vorgestellt wurde. Das Gerät hatte zum Start um die 1.000 Euro gekostet und ist nun für mittlerweile um die 750 Euro zu haben. Einen Blick ist es allemal wert, da es eine bessere Akkulaufzeit bietet und eine Triple-Kamera mit Weitwinkel verbaut hat.

Pro:

  • Sehr gutes Display
  • Hohe Performance
  • Sehr gute Triple-Kamera
  • Top verarbeitet
  • Solide Laufzeiten
  • Wireless Charging
  • Kopfhörerbuchse
  • Wasser- und Staubdicht
  • Speicher erweiterbar
  • Gute Stereospeaker

Kontra:

  • Nur 2D-Gesichtserkennung
  • In-Display-Fingerbdrucksensor langsamer als herkömmliche
  • Teuer

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